[WIP] Through Light And Darkness

Ghostbear

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24 Mai 2010
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Ein kleine, cyberpunk-ish angehaucht Geschichte über meinen Char, und wie er zu dem geworden ist, was er heute ist. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen.

--

"Guten Morgen, Colonel." Erklang eine Stimme direkt neben Corey und der Offizier wurde aus seinen Gedanken gerissen. Er hatte nicht erwartet so früh am Morgen ein Mitglied seines Teams in der Kantine anzutreffen.
Der stämmige, jedoch recht klein gewachsene, Bär-Luchs Hybride sah von seiner Kaffeetasse auf und blickte direkt in das Grinsen des neuesten Mitgliedes seiner Spezialeinheit.
"Morgen, Lieutenant. So früh schon auf den Beinen?"
"Ja, ich wollte doch schon gleich am Anfang einen guten Eindruck hinterlassen." Daniel, so hieß der 25jährige, rotgetigerte Felide, strich sich über die kurzgeschorenen Haare und zuckte dann entschuldigend die Schultern. Sein Grinsen verschwand. "Naja, nicht wirklich. Um ehrlich zu sein, ich konnte nicht mehr schlafen und in meinem Zimmer ist mir die Decke auf den Kopf gefallen. Deswegen wollte ich mal sehen, ob ich in der Kantine eventuell ein wenig Anschluss finde. Ich bin ja noch nicht lange dabei. Darf ich mich zu Ihnen setzen oder störe ich?"
"Nein, sie stören nicht, Daniel. Setzen Sie sich doch." Einladend deutete Corey auf den Stuhl an seinem Tisch und rückte sein Tablett ein wenig nach hinten, um etwas Platz für das Frühstück des Tabbykaters zu schaffen.
Ihm kam die Ablenkung gerade recht, außerdem hatte er sich sowieso vorgenommen, mit dem Neuzugang zu sprechen. Sehr praktisch, dass der Kater nun direkt zu ihm kam.
"Danke, Sir" Geschickt parkte Daniel sein Tablett auf dem Tisch, löffelte ordentlich Zucker in seinen Kaffee und nahm probeweise einen Schluck. Ein leises Schnurren sprach dafür, dass das Getränk nun dem Geschmack des Feliden entsprach.
"Und bitte kein Colonel und kein Sir am frühen Morgen." Wehrte der Bär ab. "Dafür ist später auch noch Zeit und noch sind wir beide nicht im Dienst. Bitte nennen sie mich Corey"
Im Gegensatz zu ihren menschlichen Kollegen, trugen die meisten Furries nur einen Vor- und keinen Nachnamen.
"Danke, Si.. Corey. Aber ich muss zugeben das überrascht mich. Ich dachte gerade in Ihrer Einheit würde sehr stark auf die Ränge geachtet werden."
"Das wird es im Einsatz auch, täuschen Sie sich nicht. Da erwarte ich volle militärische Disziplin. Außerhalb der Dienstzeiten sehe ich das ein wenig lockerer."
"Verstehe."
Eine kurze Pause entstand als beide an ihrem Kaffee nippten. Schließlich war es Corey, der das Gespräch wieder aufnahm.
"Ich bin neugierig, Daniel. Erzählen sie ein bisschen was über sich und wie sie ins Omega Team gekommen sind. Nach Möglichkeit nicht nur dass, was in Ihrer Akte steht... lesen kann ich."
"Ach, so viel gibt es da nicht zu erzählen." Wiegelte der Kater ab "Ich bin mit 16 zur Polizei von Seattle gegangen und war da einige Jahre. Das Beste daran, war die Weiterbildung zum Präzisionsschützen, allerdings gefiel es mir da von der ersten Minute an nicht. Aber ein Chummer muss ja irgendwie seine Brötchen verdienen."
Ohne es zu bemerkten, war Daniel ein wenig in die Straßensprache zurückgefallen.
"Sie meinen wohl, Sie hatten keine große Wahl ... entweder Gefängnis oder Mitarbeit. Bei Ihren Jugendsünden kam so einiges zusammen."
"Wo ... woher wissen Sie ... ?" stotterte der Kater, der plötzlich völlig aus dem Konzept gebracht wurde.
Mit einem erstaunlich katzenartigen Grinsen strich sich Corey einige auffällig graue Strähnen aus der Stirn und verschränkte die Tatzen vor der Brust, sagte aber nichts.
"Verdammt. Ich dachte, ich könnte das aus meinem Lebenslauf heraushalten. Aber vermutlich war es illusorisch gewesen, zu denken, dass das nicht irgendwann den Weg in meine Konzernakte findet." Geknickt und frustriert lies Daniel die Schultern hängen. "Und nun? Ich nehme an, dass war es dann mit dem Omega Team? Ich kann wohl davon ausgehen, dass sie das bereits gemeldet haben?"
"Erstmal gar nichts 'und nun'. Zur Ihrer Information, noch steht es nicht in Ihrer Akte. Momentan wissen nur wir beide von Ihrer Vergangenheit. Ob das so bleibt oder ob ich die Informationen weitergebe liegt nun an Ihnen.
Warum versuchen Sie es nicht noch einmal, diesmal aber mit der Wahrheit."
Sichtlich beeindruckt nickte der Tabbykater nur einmal langsam und begann dann seine Geschichte von vorne. Dieses Mal erzählte er seinem Vorgesetzen von seiner Zeit in der Straßengang, den verschiedenen Verbrechen und die Rolle die er darin gespielt hatte. Auch von dem etwas unrühmliche Ende der ganzen Bande und wie er dadurch in den Polizeidienst gedrängt wurde, nach dem dort sein Talent für Präzisionsgewehre und Logistik erkannt wurde.
"Nach einigen Jahren galt meine Strafe als abgegolten und ich hatte endlich Ruhe vor dem sadistischen Abteilungsleiter, der mich damals verdonnert hatte. Der hatte ein ziemliches Vergnügen mich jeden Tag spüren zu lassen, dass ich Abschaum war.
Nach Beendigung der Dienstzeit kam ich zum Sicherheitsdienst von BioResearch, meine gefälschte Akte schien standzuhalten. Nicht ganz schlecht der Job, aber auch nicht umwerfend. Vor einer Weile bekam ich mit, dass im Omega Team ein Präzisionsschütze gesucht wurde, also habe ich mich beworben. Naja, den Rest sollten Sie kennen."
Corey quittierte die ausführliche Version des Lebenslaufes mit einem freundlichen und warmen Nicken.
"Danke für Ihre Ehrlichkeit, Daniel. Ich denke, nun kann ich Sie beruhigter in mein Team aufnehmen. Ich muss mich im Einsatz vorbehaltlos auf meine Leute verlassen können. Das bedeutet aber auch, dass ich wissen muss, was die Leute vorher gemacht haben. Niemand von uns ist ein Engel. Sie nicht, ich nicht ... keiner im Team. Eine Spezialeinheit muss Dinge tun, auf die man anschließend nicht stolz ist. Omega ist da keine Ausnahme, ganz im Gegenteil. Wenn wir eingesetzt werden, ist vorher irgendetwas extrem schief gegangen."
Weitere Ausführungen des Bären wurden unterbrochen, als sein Armbandcomp ein leises Piepen von sich gab. Coreys Stirn legte sich in Falten, als er die Nachricht auf seinem Display las.
"Ich fürchte, das bedeutet Arbeit für uns, Lieutenant. Einsatzbesprechung in zwei Stunden, Raum C. Ich schicke noch eine Benachrichtigung an den Rest des Teams heraus."
Ohne sich um sein Frühstückstablett zu kümmern stand Corey auf und verlies mit schnellen Schritten den Raum. Daniel blieb alleine am Tisch sitzen und versuchte die Unterhaltung mit dem Colonel erst einmal zu verdauen.

Zwei Stunden später.
Corey trug mittlerweile eine schwarze, schlichte Uniform. Die einzigen Kennzeichen waren ein silbernes Omega auf der einen Seite des Kragens und die Streifen eines Colonels auf der anderen Seite.
Die Wärme in seinen Augen war verschwunden, abgelöst durch eine professionelle Kühle und Distanziertheit.
Er wartet bis sein, aus neun weiteren Mitgliedern bestehendes, Omega Team Platz genommen hatte, bevor er eine elektronische Karte aufrief und die Einsatzbesprechung begann.
"In Ordnung, Gentlemen. Lassen sie uns anfangen."
Seine Tatze strich über das Bild der Karte und hinterließ dabei einen blauen Punkt und eine gewundene blaue Linie.
"Unser Startpunkt ist hier, mitten im Salmon-Challis Forrest. Na ja oder zumindest dem Teil, der nach dem Desaster von '87 noch davon übrig ist. Der Transporter wird uns auf einer Lichtung absetzen, von da aus geht es weiter hier lang."
Die Line wurde länger, bis sie plötzlich in einem roten Punkt endete.
"Unser Ziel befindet sich hier. Laut Intel befindet sich an dieser Stelle ein getarnter militärischer Stützpunkt, der dem Perseus Konzern zugeordnet wurde. Da der Stützpunkt gefährlich nahe an einer unser eigenen Forschungseinrichtungen liegt und diese offenbar schon mehrfach das Opfer diverser Störaktionen wurde, hat das Oberkommando beschlossen den Stürzpunkt auszuschalten.
Um keine Vergeltungsaktionen gegen BR möglich zu machen, werden wir eingesetzt.
Das bedeutet im Klartext: keine Spuren, keine Überlebenden.
Wir werden im Schutz eines aufziehenden Unwetters und mit der Hilfe mobiler Störsender angreifen, hart zuschlagen und wieder verschwinden bevor irgendjemand von der Gegenseite überhaupt weiß was passiert ist.
Um eine Entdeckung zu minimieren werden wir das Team in zwei Fünfergruppen aufteilen, die sich am Einsatzort wieder zusammenfinden.
Der Transporter wird uns später wieder aufnehmen."
Mit einem Knopfdruck überspielte er die Einsatzdaten auf die Armbandcomps aller Teammitglieder.
"Lieutenant Daniel, sie übernehmen für diesen Einsatz die Position des Scharfschützen, Omega 10. Lieutenant Nigel Cale wird ihnen Nahdeckung geben. Sein Rufzeichen ist Omega 9.
"Ja Sir!" bestätigten der Tabbykater und sein menschlicher Partner zackig.
Captain Vanson, sie führen Gruppe 2, Omega 7 bis 10. Ich selbst führe Gruppe 1, bestehend aus Omega 3 bis 6. Alles verstanden?"
Vanson, ein schlanker Wieselanthro, quittierte Coreys Anweisung lediglich mit einem gelangweilten Nicken.
Die Augen des Bären verengten sich gefährlich. In der letzten Zeit gab es immer mehr Spannungen zwischen dem Colonel und seinem Stellvertreter. Ganz besonderes seit Coreys Beförderung vor einigen Wochen. Es war nicht üblich mit seinem Alter bereits den Rang eines Colonels zu tragen, doch die Einsatzstatistik des Ursiden sprach für sich.
"Wenn sie einen Befehl von mir bestätigen, Captain Vanson ... " fauchte Corey leise " ... dann tun Sie das bitte in einer akzeptablen Art und Weise."
"Befehl verstanden, Colonel, ich übernehme Gruppe 2." Vansons Antwort klang immer noch genauso gelangweilt, doch dieses Mal verwendete er immerhin eine militärisch korrekte Form und Corey lies es dabei bewenden. Zumindest vorerst, die Sache würde allerdings noch ein Nachspiel für den Musteliden nach sich ziehen, dass hatte der Bär bereits beschlossen.
"Okay Omega, sonst noch Fragen?
Nein? Gut. Treffpunkt in vier Stunden in Hangar 2. Standardausrüstung, plus Sichtverstärker so wie mobile Störsender.
Wegtreten!"
"Ja, Sir!" schallte es ihm aus neun Kehlen entgegen.
Entgegen aller Professionalität stieg Coreys Adrenalinspiegel steil an und er spürte ein leises Kribbeln. Omega war bereit. Wieder einmal.

"Kann ich sie etwas fragen, Sir?"
Daniel war zurück geblieben, als der Rest des Teams den Besprechungsraum verlassen hatte und hatte sich auf einen der Tische gesetzt.
"Sicher Daniel, was gibt es denn?"
"Nun ja Colonel ... " Ein Ohr des Feliden zuckte leicht " ich wollte fragen , wie sie es in Ihrer Einheit mit persönlichen Waffen halten. Ich weiß, die sind nicht überall gerne gesehen."
Corey überlegte einen Moment bevor er antwortete.
"Prinzipiell spricht nichts dagegen etwas persönliche Ausrüstung auf die Missionen mitzunehmen, solange man dadurch nicht zuviel Gewicht mit sich herumschleppt. Im allgemeinen erhöht sich damit die Effektivität. Und wenn sich meine Leute durch ihre zusätzliche Ausrüstung sicherer fühlen, bin ich der Letzte, der sich da beschweren würde. Ein paar der Leute im Omega Team bereits die Genehmigung von mir bekommen. Cale zum Beispiel benutzt eine Automatikschrotflinte anstelle des normalen Sturmgewehres um den Scharfschützen zu decken, Darius trägt ein modifiziertes Medikit und ich selbst trage zusätzlich noch ein Katana.
Von was für einer Waffe reden wir denn, Lieutenant?"
"Sai zur Nahverteidigung. Da ein Präzisionsgewehr auf kurze Distanz recht wertlos ist und auch eine Pistole schnell leergeschossen ist, steht man als Scharfschütze ganz schnell mal dumm da. Um das zu verhindern habe ich mir angewöhnt noch zwei Sai am Gürtel zu tragen. Sehr schnell, gut geeignet zum Blockieren und ziemlich gut ausbalanciert. Eignet sich also auch für den Einsatz als Wurfwaffe."
Der Urside hatte den Ausführungen seines Lieutenants aufmerksam zugehört und nickte zufrieden.
"Sai. Eine interessante und effektive Waffe." Brummte er sanft. "Ich würde gerne irgendwann einmal gegen sie antreten, Daniel. Vielleicht wenn wir von der gegenwärtigen Mission zurückkommen. Sai gegen Katana wäre sicher eine Herausforderung für uns beide. Genehmigung erteilt."
"Danke Sir. Und ihre Herausforderung nehme ich gerne an" grinste der Tabbykater verschmitzt. "Da bin ich wirklich gespannt wie das ausgeht. Vielleicht sollte ich mich aber ein wenig zurückhalten, nicht dass ich noch in Schwierigkeiten gerate, weil ich meinen vorgesetzten Offizier umgehauen habe."
Corey lachte leise über die freundschaftliche Angeberei zwischen den beiden Kriegern "Unterschätzen sie einen alten Bären nicht. Nicht das der Straßenkater noch das Fell über die Ohren gezogen bekommt. Katzenfelle helfen zwar gegen Rheuma ... " griff der Bär einen alten Scherz über Katzen auf " ... allerdings nur solange die Katze noch drinsteckt." Die beiden Kommandosoldaten erlaubten sich noch einen kleinen Moment der Lockerheit, dann wurde der Colonel übergangslos wieder ernst.
"In Ordnung, Lieutenant. Machen wir uns fertig, viel Zeit haben wir nicht mehr und das Zeitfenster ist ziemlich knapp. Ich muss noch einmal kurz in mein Quartier, ich treffe sie dann im Hangar.
Er klopfte dem Kater aufmunternd auf die Schulter, bevor sie sich ihre Wege trennten.

In seinem Quartier angekommen griff der Bär hinter sein Bett und schob eine kleine versteckte Platte zur Seite. Seine suchende Pfote schloss sich um einen kleinen Datenkristall, den er aus der kleinen Nische zog und sich vor sein Gesicht hielt. Schwach glitzerte der Kristall im Licht der Neonröhren, bevor ihn Corey mit einem Seufzen in eine kleine Innentasche seiner Uniform schob und sich mit forschen Schritten in Richtung des Umkleideraumes aufmachte.
Da er bereits spät dran war, verschwendete er keine Zeit und schon nach kurzer Zeit trug der Bär seine komplette Ausrüstung, bestehend aus einer leichten, aber äußerst effektiven Körperpanzerung, Sturmgewehr, Pistole und einem schweren Kampfmesser, das er mit dem Griff nach unten an seine Uniform hängte. Zu guter Letzt nahm er noch sein Katana aus seinem Spind. Die mattschwarze Polymerklinge schien das Licht des Raumes aufsaugen zu wollen, bevor er die Waffe mit einer schnellen Bewegung in der Schwertscheide an seinem Rücken verschwinden ließ.
Den schwarzen, gepanzerten Integralhelm unter seinen Arm geklemmt, betrat er anschließend den Hangar, wo sich der Rest der Omega Einheit zwischen den beiden Transportern aufgestellt hatte.
Die Triebwerke des schwarz lackierten, Senkrechtstarters liefen bereits und erfüllten den riesigen Raum mit einem hohen, singenden Pfeifen.
Da eine Kommunikation bei der Lautstärke kaum möglich war, befahl er seinen Leuten mit einigen Handbewegungen an Bord des getarnten Transporters zu gehen.
Mit einem letzten prüfenden Blick stand der Bär noch in der Frachtluke des Fliegers, die sich langsam aber unerbittlich schloss, bevor er auf seinem Sitz platz nahm und die Gurte festzurrte.
Mit dem Unwetter als Deckung im Nacken, würde das ein ziemlich unruhiger Flug werden.
"Dust 2, bereit zum Abheben. Vermutliche Ankunft im Zielgebiet in anderthalb Stunden." erklang eine Stimme über das Intercom der Maschine.
"Danke. Kann losgehen, Dust 2. Bringen sie uns raus." gab der Bär dem Piloten die Erlaubnis und hielt sich dann an der Armlehne seines Sitzes fest, als sich die Maschine mit einem leichten Wackeln vom Boden löste.
"In Ordnung Omega, halten sie sich fest. Das könnte ein holpriger Flug werden. Wer mir in die Maschine kotzt wischts auf und spendiert zusätzlich noch einen Kasten Bier." mischte sich der Co-Pilot noch ein.
Durch das Fenster sah Corey, wie der Transporter weiter an Höhe gewann, bevor die Triebwerke nach vorne schwenkten und der Pilot auf volle Leistung ging.
Die Beschleunigung presste die Besatzung hart in die Sitze, als das schwarze VTOL davonschoss, um dann nach kurzer Zeit in die dunkelgraue Unwetterwand einzutauchen.

'Holpriger Flug' dachte der Colonel bei sich, als die Maschine von einer weiteren seitlichen Böe getroffen wurde und einen erneuten ekligen Hüpfer hinlegte. 'Also das war untertrieben'.
Das Wetter und die Schlingerbewegungen des Transporters schienen dem Piloten nicht die Laune vermiest zu haben und so plapperte dieser munter drauf los, während der die schwere Maschine in Baumwipfelhöhe in Richtung der Landezone jagte.
"ETA in zwei Minuten. Machen sie sich bereit, Omega." Die Stimme des menschlichen Piloten war übergangslos ernst geworden und klang nun nüchtern und geschäftsmäßig.
"Verstanden, Dust2. Halten uns in Bereitschaft." Corey atmete einmal tief durch.
"In Ordnung, Omega. Sobald wir gelandet sind, teilen wir uns auf und finden am Zielpunkt wieder zusammen. Einschalten der mobilen Störsender sobald der Transporter sich entfernt hat.
Omega 2, bereit halten und das Kommando über Team 2 übernehmen sobald wir raus sind."
"Verstanden, Omega 1" Dieses mal schien Vanson beschlossen zu haben sich an die militärischen Spielregeln zu halten. Zumindest vorläufig. 'Gut so, sonst kannst Du was erleben!' knurrte Corey in Gedanken grimmig.
"Touchdown in 10 Sekunden" unterbrach Dust 2 den Gedankengang des Bären.
Dieser fing an langsam herunter zu zählen.
Bei 5 fuhr die Heckschleuse des Senkrechtstarters auf und Regen peitsche in die Kabine. Weitere drei Sekunden später setzte der Transporter erstaunlich sanft auf dem Waldboden auf.
"Omega Team.. raus und verteilen. Go Go."

Zusammen mit seinem Team sprang der stämmige Bär aus der Maschine und die Kommandosoldaten schlossen sich entsprechend ihrer Zugehörigkeit entweder Vanson oder Corey an und drangen auf verschiedenen Routen in den Wald ein. Noch bevor sie das Unterholz erreicht hatten, hatte sich ihr Taxi bereits wieder in den Himmel geschwungen und hatte das Missionsgebiet verlassen.
Mit einigen Handzeichen bedeute der Colonel seinem Team die Störsender zu aktivieren.
Ab jetzt würde es beinahe unmöglich sein die beiden Special Forces Teams aufzuspüren.
Beinahe unmöglich die schwarz gekleideten Todesengel aufzuhalten.
Ein böses Grinsen zeigte sich unter dem Integralhelm, als sie weiter auf das Ziel vorrückten.

Dichter Regen fiel aus dem bleigrauen Himmel und verwandelte den Wald in eine verschwommene düstere Schattenlandschaft. Die Sichtweite war extrem reduziert und der starke Niederschlag dämpfte alle Geräusche. Das ideale Wetter für einen Sturmangriff, sah man einmal davon ab, dass man ziemlich nass wurde. Vansons Team tauchte von der Seite auf und die letzte Wegstrecke legte Omega gemeinsam zurück.
Der Wald öffnete sich plötzlich in ein kleines Tal. Corey blieb stehen, hob seine Pfote und gab ein einige Zeichen. Seine Begleiter verteilten sich lautlos links und rechts in den Büschen oder hinter Bäumen, bevor sich der Colonel selbst hinter einen Erdwall duckte und in das kleine Tal spähte, das sich vor ihm ausbreitete. Die im Helm eingearbeiteten Bildverstärker tauchten die Szenerie in einen bizarren blauen Farbton, als die Störungen durch den Regen ausgeblendet wurden und er das Bild heranzoomte.
Noch eine letzte Kontrolle, dann würden der Luchs-Bär Hybride und seine Leute die feindliche Stellung angreifen. Die Arbeit sich in dem Sauwetter durch den Wald anzupirschen und der Einsatz der mobilen Störsender schien sich auszuzahlen, kein Zeichen feindlicher Aktivität. Coreys Gesicht verzog sich unter seinem Integralhelm zu einem höhnischen, zahnbewerten Grinsen.
‚Schlaft weiter, Jungs.’ dachte er und wollte gerade das Signal zum stürmen geben, doch das Grinsen wurde schlagartig aus seinem Gesicht gewischt, als etwas geschah, dass auf einem feindlichen Außenposten definitiv nicht passieren durfte. Getarnt hin oder her ...
 
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Ein gestreifter Ball war in seinem Blickfeld erschienen, kurz darauf gefolgt von einem höchstens dreijährigen Fuchswelpen in einem einteiligen Overall. Auf wackeligen Pfoten tapste der Kleine die Holztreppe hinunter, um den Ball wieder einzusammeln, der ihm beim Spielen aus der offenen Türe gerollt und in einer Pfütze gelandet war.
In diesem Augenblick kehrte die Mutter des kleinen Fuchses hinter dem Haus zurück. Mit einem kleinen Stups auf die Nase und einem liebevoll-tadelnden Blick verfrachte die Füchsin ihren Sohnemann und Ball wieder zurück ins Haus.
"Was zum ... ?"
Corey nahm die Gebäude erneut unter die Lupe und bemerkte zu seinem Entsetzen, dass sie es hier nicht mit einem militärischen Ziel, sondern mit einer kleinen zivilen Siedlung zu tun hatten. Shit! Irgendjemand in der Taktikabteilung musste ganz furchtbar gepennt haben.
Und noch etwas war dem Kommandosoldaten aufgefallen. Sowohl die Füchsin, als auch ihr Kind wiesen Missbildungen auf. Vorwiegend an den Hinterpfoten, aber der Kleine hatte zusätzlich noch einen verkümmerten Arm gehabt.
Was verdammt noch mal ging hier vor sich?

"Omega 1 an Omega Team. Einsatzziel ist weiß. Nicht angreifen, wiederhole nicht angreifen. Wir brechen ab." Er kochte vor Wut, doch er zwang sich zur Selbstkontrolle.
"Negativ Omega 1. Die Einsatzleitung hat das Ziel im Vorfeld bestätigt. Angreifen und vernichten!" Die Stimme von Vanson, seinem Stellvertreter, klang gelangweilt, als hätte er den Einwand schon erwartet.
"Vergiss es, Omega 2, wir haben Frauen und Kinder hier. Das ist eine verdammte Siedlung und kein militärisches Lager! Mir völlig egal welche Schweinereien der Konzern nun wieder vertuschen will, aber wir greifen keine Zivilisten an! Hab ich mich klar ausgedrückt?"
In der letzten Zeit waren die Spannungen zwischen Corey und Vanson über diverse Einsätze immer weiter angewachsen, nun schien die Konfrontation ihren Höhepunkt erreicht zu haben.
"Omega 1, ihnen wurde ein unmissverständlicher Befehl erteilt. Führen sie ihn aus, dass ist ihre letzte Chance!"
"Dir haben sie wohl ins Gehirn geschissen ... und dann vergessen umzurühren!" tobte der Bär während er sich in Gedanken vorstellte, wie er seine Pranken um den Hals von Vanson legte und zusah wie sich das Wieselgesicht blau färbte. Eine äußerst befriedigende Vorstellung. "Omega Team, wir gehen nach Hause!"
Er wandte sich ab, um den Einsatzort zu verlassen, doch nach zwei Schritten blieb er ruckartig stehen. Die hässliche, schwarzverbrannte Mündung eines Sturmgewehres war mitten auf seine Brust gerichtet und eine gepanzerte Gestalt vertrat ihm den Weg. Ein eiskalter Schauer lief über seinen Rücken, sein eigenes Team hatte sich gegen ihn gewandt.
"Ich schlage vor wir bleiben und erledigen unseren Auftrag. Finden sie nicht auch ... Colonel?" Die Stimme seines Stellvertreters troff nun geradezu vor Häme, als er Corey mit deinem Rang ansprach. "Omega 1, ich enthebe sie wegen Befehlsverweigerung ihres
Kommandos und stelle sie unter Arrest! Die Waffen weg und die Hände da wo ich sie sehen kann! Den Helm auch!"
Angesichts von neun auf ihn gerichteten Gewehren blieb dem Urside keine Chance, jede Gegenwehr wäre sein Todesurteil gewesen. Das Sturmgewehr klapperte auf den Boden, gefolgt von seiner Pistole und seinem Katana. Zu Letzt öffnete er die Verschlüsse seines Helmes, ließ ihn vom Kopf rutschen und hob langsam die Pfoten.
Kalter Regen durchnässte augenblicklich sein Fell und lief hinten in den Kragen seiner Uniform.
"Sehr vernünftig, ich wusste sie sind nicht so blöd etwas zu versuchen. Omega 9 und 10, bewachen sie den Colonel. Der Rest folgt mir, wir haben einen Auftrag zu erfüllen."
"Dafür bezahlst Du, Vanson! Du und der Konzern! Das hast Du nicht umsonst getan!"
In seiner Wut machte Corey einen Schritt nach vorne, packte den Wieselanthro an der Schulter und riss ihn herum. Seine Pranke war bereits zum Schlag erhoben, doch weiter kam er nicht. Hart krachte ein Gewehrkolben in seinen Rücken und seine Seite, brach ihm zwei Rippen und schickten den Bären stöhnend in den Matsch. Bevor er sich wieder hochstemmen konnte, bedankte sich Vanson für die Aktion noch mit einem Stiefeltritt in Coreys Bauch. Halb bewusstlos vor Schmerz krümmte er sich zusammen, als er von dem Tritt auf die Seite geworfen wurde und die Welt verschwamm vor seinen Augen.
"Es wird mir eine Freude sein, sie anzuklagen wenn wir zurückkommen, Corey." Schnurrte der Mustelide. "Ich bin sicher wir werden noch eine Menge Spaß zusammen haben."
Der Captain wandte sich von seinem Opfer ab und machte sich mit dem Rest des Teams auf den Weg die Siedlung anzugreifen.
Zwei der gepanzerten Gestalten blieben zurück.

"Das ist doch Wahnsinn! Das könnt ihr doch nicht zulassen! Das sind unschuldige Zivilisten. Und der Konzern hat hier irgendwas zu vertuschen! Sie hatten Missbildungen. Irgendwas geht hier vor."
"Halt die Schnauze!" Einer der beiden näherte sich dem immer noch am Boden liegenden Bären und hob drohend seine Waffe. "Noch ein Wort und ich verantworte mich gerne bei Captain Vanson dafür, Dich über den Haufen geschossen zu haben!"
Ablenkt von der Auseinandersetzung übersah er eine Bewegung in seinem Rücken. Es gab ein kurzes Aufblitzen von Metall, dann stürzte der Soldat in den Dreck.
Augenblicklich kniete die zweite Gestalt auf dem Rücken des Gestürzten und stieß zwei weitere Male zu. Blut tropfte von der Waffe, einer Sai, als Coreys Retter sich aufrichtete und langsam den Helm abnahm. Rotes Fell und zwei leuchtend grüne Augen wurden sichtbar. Augen in denen purer Schrecken stand. Daniel!
"Wir müssen los, Sir!" keuchte der Felide "Vielleicht können wir sie noch aufhalten. Ich helfe Ihnen."
Mühsam wuchtete sich Corey mit Daniels Hilfe aus dem Dreck und nahm seine Waffen wieder an sich.
"Danke Daniel!" Mehr schaffte er nicht zu sagen, doch diese beiden Worte drückten mehr Dankbarkeit aus, als er jemals in einen längeren Satz hätte packen können.
Außerdem rann den beiden die Zeit wie Sand durch die Pfoten, als sie gemeinsam hinter dem abtrünnigen Omega Team herhetzten um sie abzufangen und die Zivilisten zu retten. Fieberhaft suchte der Bär in seinem Hirn nach einem Plan. Einen direkten Schlagabtausch würden sie nicht überleben können. Seine Seite schmerzte heftig, doch er zwang sich das hohe Tempo beizubehalten.

"Daniel, wie viele erwischt Du direkt aus der Deckung heraus?"
Der Tabbykater verzog das Gesicht "Zwei, maximal." Keuchte er "In so kurzer Zeit und nach dem Sprint, da trifft auch nicht jeder Schuss, selbst ein Präzisionsschütze nicht. Außerdem tut die Ausrüstung ihr übrigens. Und spätestens nach drei Schüssen haben die sich da unten auf mich eingestellt und eingeschossen. Dann müsste ich abbrechen oder die Position wechseln. Die Zeit haben wir nicht." Daniel musste nicht extra erwähnen, dass es auch ganz schnell sein Ende sein könnte, wenn die anderen Omega Mitglieder das Feuer auf ihn eröffneten.
"Shit, dass reicht nicht. Das sind zu viele, die pack ich nicht alleine."
'Komm schon, Corey ... denk nach' ermahnte er sich selbst. Nach ein paar Schritten seufzte er und sein Gesicht bekam einen harten Zug.
"Na schön, Dan ... und wenn die anderen keine Möglichkeit haben zurückzuschießen, wie viele dann?"
"Vier! Vielleicht fünf, aber dazu brauch ich Glück." Langsam ging dem Feliden auf was sein Colonel vorhatte "Verdammt das ist Selbstmord! Nicht ... "
"Mach vier… und sorg dafür, dass Vanson zuerst fällt." Die Stimme des Bären war flach und tonlos. "Der Kerl trägt ähnliche Modifikationen wie ich selbst. Wenn wir den nicht zuerst ausschalten, haben wir keine Chance. Sobald ich das Dorf erreicht habe eröffnest Du das Feuer. Und schieß mir nicht in den Rücken, ich werde da unten ziemlich mobil sein müssen."
Sowohl Corey als auch Vanson hatten vor kurzem Körpermodifikationen erhalten, eine Maßnahme des Konzerns die Teamführer noch effektiver zu machen. Dazu gehörten Reflex- und Neurobooster und ein implantiertes Zielsystem, dass den Träger mit ausführlicheren Informationen über den Gegner versorgt und eine verbesserte Zielerfassung ermöglichte.
Mit einem grimmigen Nicken zog Daniel seine Pistole aus dem Holster und warf sie dem Bären zu, der sie geschickt mit einer Pfote auffing und in einer Uniformtasche mehr oder weniger griffbereit verstaute.
"Hier, die wirst Du nötiger brauchen als ich. Viel Glück!"

Während Corey weiter auf direktem Wege zum Rand der Siedlung weiterhetzte, bog der Tabbykater seitlich in die Bäume ein, um von dort aus der Deckung heraus die gegnerischen Special Forces Soldaten auszuschalten. Obwohl der Puls des Feliden in seinen Ohren hämmerte, zwang er sich zur Ruhe. Mit tausendfach geübten Bewegungen machte er das Präzisionsgewehr bereit und spähte durch das Zielfernrohr. Was er sah lies Daniel aufkeuchen. Vanson und seine Leuten hatten das Dorf bereits erreicht und standen kurz davor das Feuer auf die Zivilisten zu eröffnen. Wütend nahm er einen der gepanzerten Soldaten ins Visier, der Statur und der Helmform nach war es Vanson, und ballte seine Pfote so fest zur Faust, dass sich seine Krallen in seine Handfläche gruben.
'Mach schon, mach schon, mach schon!' spornte er seinen Gefährten in Gedanken an.

Auch Corey war endlich am Rand der Siedlung angekommen, doch dem Ursiden lief die Zeit davon. Entsetzt musste er erkennen, wie sich die abtrünnigen Omegas gruppierten und ihre Waffen hoben. Erste Schüsse fielen und einer der Siedler wurde von der Spezialeinheit augenblicklich getötet.
"Ihr gottverdammter Wichser!"
Mit einem Schrei aktivierte Corey sein Zielsystem und seinen Reflexbeschleuniger. Seine Welt schien sich zur verlangsamen, als Adrenalin und andere Stresshormone durch seinen Körper gejagt wurden und ein glühendes Fadenkreuz fiel vor sein Sichtfeld. Knurrend nahm er das nächststehende Ziel ins Visier. Sein Zeigefinger krümmte sich um den Abzug und sein Sturmgewehr sandte einen Feuerstoß in den feindlichen Soldaten. Blut spritzte von mehreren Treffern an Kopf und Rücken und das Ziel stürzte zu Boden und regte sich nicht mehr
Ein scharfer Knall zerriss die Luft, als Daniel ebenfalls zu feuern begann und die großkalibrige Kugel des Präzisionsgewehres schaltete einen weiteren Commando, vermutlich Vanson, aus.
Doch obwohl der Truppführer gefallen war, fingen sich die restlichen Mitglieder der Spezialeinheit erschreckend schnell. Ihre Waffen kamen hoch und nahmen den ehemaligen Colonel sofort unter Feuer. Augenblicklich warf sich Corey hinter einer niedrigen Mauer in Deckung, doch er war trotz aktiviertem Neurobeschleuniger nicht schnell genug. Die Einschläge mehrerer Kugeln auf seiner Ballistikweste und seinem Arm trieb ihm die Luft aus den Lungen und schleuderte ihn unelegant in seine improvisierte Deckung.
Fluchend spuckte er Blätter und Erde aus. Vollgepumpt mit Adrenalin nahm er den Schmerz der gebrochenen Rippen, Prellungen und der beiden Streifschüsse an seinem Oberarm kaum wahr . Als er nach seinem Gewehr greifen wollte, griff er jedoch ins Leere.
Weg! Er musste seine Waffe bei seinem Sturz verloren haben. "Fuck!"
Schlimmer noch. Jetzt da er für einen Moment lang kein Primärziel darstellte, begann sein ehemaliges Team damit sich auf Daniel einzuschießen, der durch sein beständiges Unterstützungsfeuer quasi auf dem Präsentierteller stand.
'Verdammt ich hätte die nicht so gut ausbilden dürfen!' Beinahe hätte der Bär über diesen absurden Gedanken gelacht, der sich, ausgelöst durch Stress und Schmerzen in seinem Gehirn festgefressen hatte.
Mit einem Fauchen stemmte er sich hoch, riss die beiden Pistolen heraus und sprang über die Mauer. Wild feuernd und im Zickzack wie ein Hase sprintend, verkürzte Corey die Distanz. Seine geschärften Sinne nahmen die leblosen Körper von mittlerweile fünf der schwarz gekleideten Soldaten wahr. Obwohl er unter Feuer stand, schoss Daniel eiskalt weiter und sein Angriff hatte nichts von seiner Präzision verloren. Coreys eigenes Vorrücken tat sein übriges, das Gegenfeuer wurde unpräziser.
Der Bär musste zwar einige weitere Treffer auf seiner Panzerung einstecken, doch er ließ sich nicht mehr aufhalten.
Als seine Pistolen mit einen Schnappen blockierten, ließ er sie achtlos in den Dreck fallen, zog sein Katana aus der Rückenscheide und drang auf den letzten Gegner ein.
Verzweifelt versuchte sich der stämmige Wolf mit seiner eigenen Nahkampfwaffe zu verteidigen, doch er hatte keine Change gegen den vercyberten, vor Kampfeswut fauchenden, Bären. Mit einem brutalen Hieb durchschlug Corey scheinbar mühelos die Deckung und rammte dem Caniden die schwarze Klinge tief in die Brust. Warme, klebrige Flüssigkeit strömte über die Pfote des Bären, bevor er das Schwert wieder herausriss und sein Gegner stöhnend und tödlich getroffen zu Boden stürze.
Dann war es plötzlich vorbei.
Stille.
Unheimliche Stille.
Unendliche Augenblicke lang starrte Corey auf das Blut, dass langsam an seiner Schwertklinge entlang rann und in dunklen Schlieren eine Pfütze tropfte. Seine Verletzungen, der lange Einsatz seines Reflexbeschleunigers und die Erschöpfung forderten schließlich ihren Tribut. Unfähig sich länger auf den Beinen zu halten brach er in die Knie und die Welt verschwamm vor seinen Augen, während er verzweifelt dagegen ankämpfte nicht bewusstlos zu werden. Er brauchte lange, bis er realisierte, dass sich die überlebenden Dorfbewohner und Daniel um ihn versammelt hatten.

"Was sollen wir den nun ... Wer seid ... Wie konnte so was nur ... Wieso ... "
Die aufgeregten Stimmen vermischten sich zu einem undefinierbaren Gemurmel.
Stöhnend versuchte der Bär sich wieder die auf die Pfote zu kämpfen, doch seine Beine versagten ihm seinen Dienst und beinahe wäre er erneut gestürzt. Ein pelziger Arm legte sich um seinen Körper und stützte den angeschlagenen Ursiden.
"Langsam Corey, ganz langsam."
Behutsam wollte Daniel seinen ehemaligen Chef zu einem Felsbrocken führen, so dass dieser sich erst einmal setzen konnte, doch er kam nicht weit.
Mit einem scharfen Klacken spannte einer der Siedler den Hahn einer uralten doppelläufigen Schrotflinte und richtete sie auf die beiden Soldaten. Der Wolf konnte nicht älter als 16 Jahre alt sein, das machte die Waffe allerdings nicht harmloser.
"Wo glaubt ihr Beiden, wo ihr hingeht?"
"Woa! Vorsicht mit dem Ding." Daniel hob beschwichtigend eine Pfote "Er ist verletzt, ich will ihn nur hinsetzen lassen. Wir gehen nirgendwo hin. Ganz ruhig ... "
"Stehen bleiben, Arschloch. Seine Verletzungen sind mir so was von egal... Euch haben wir die Scheiße doch zu verdanken." Fauchte der junge Wolf, der sie bedrohte hasserfüllt. "Wieso erschieß ich Euch nicht einfach gleich. Oder schieß Euch nur erstmal in die Gliedmaßen und hab dann ein bisschen Spaß mit Euch. Genauso wie ihr mit uns." Die Waffe senkte sich ein bisschen und zielte nun auf Daniels Beine. Doch trotz der Bedrohung und dem Hass, der beiden Commandos entgegenschlug, es war auch viel Verzweiflung und Grauen über das gerade passierte dabei. Corey spürte wie sich Daniel an seinem Rücken gefährlich anspannte und verdeckt seine Sai aus dem Gürtel zog, bereit loszuschlagen und die Bedrohung zu neutralisieren.
"Nicht doch ... "
Bevor die Situation noch weiter eskalierte, griff der Bär ein. Trotz seiner Verletzungen und der Schmerzen waren seine Bewegungen schnell und entschlossen. Mit einem Ruck riss er sich von Daniel los und blockiert mit seinem Körper dessen Angriffsweg. Einen Sekundenbruchteil später schlug er mit einer Tatze das Schrotgewehr zur Seit, bevor seine andere Pfote in den Solarplexus des Jungen knallte. Die Wuchte des Schlages stellte den Caniden auf die Zehenspitzen, bevor dieser stöhnend zusammenklappte und sich nach Luft jappend auf dem Boden wälzte. Das Gewehr entglitt seiner kraftlosen Pfote und Corey trat die Waffe außer Reichweite.
"Nates Vater war der erste der getötet wurde, als ihre Leute hier das Massaker angerichtet hat. Deswegen war er so verzweifelt und so aggressiv." Erklang eine Stimme in Coreys Rücken. Als er sich umdrehte, erkannte er in seiner Gegenüber die Mutter des kleinen Fuchswelpen mit dem Ball. Sie trug eine schwarze Ledertasche über die Schulter und wischte sich gerade ihre Pfoten an ihrer Kleidung ab.
"Deswegen lebt er auch noch. Ich wollte kein weiteres Blutvergießen mehr, es ist heute schon viel zuviel Blut geflossen." Kommentierte Corey die Aktion mit matter Stimme. Jetzt da die Gefahr beseitigt war, fühlte er sich nur noch schwach und elend. Sein trauriger Blick fiel auf die Leichen der Dorfbewohner und der Kommandosoldaten. "Wir haben versucht es zu verhindern, aber wir waren nicht schnell genug. Mein eigenes Team hatte mich unter Arrest gestellt. Bis ich mich befreien und eingreifen konnte war es bereits zu spät. Es tut mir so leid. Ich wünschte ich hätte etwas tun können. Dann wäre vielleicht auch sein Vater noch am Leben." Er deutete auf Nate, der sich schniefend vom Boden hochrappelte. Tränen liefen über die Wangen des Jungen und hinterließen dunkle Spuren in seinem Fell. "Ich wünschte ich könnte dieses sinnlose Massaker ungeschehen machen."
"Was heißt ungeschehen machen. Es war doch eure Scheißtruppe die uns das angetan hat!" Mischte sich Nate mit heiserer Stimme wieder in die Unterhaltung an. Er zitterte vor Angst vor dem Bären, der ihn binnen Sekunden so zusammengeschlagen hatte. Nur deshalb griff er nicht erneut an.
"Lass es gut sein, Nate. Nicht diese beiden ... sie haben uns geholfen. Haben ihre eigenen Leute getötet um uns zu schützen. Hol meine rote Tasche aus dem Haus, der Bär ist verletzt und meine andere Tasche ist bereits leer."
Endlose Sekunden starrten sich die Füchsin und der Wolf in die Augen, bis der Canide schließlich den Blick abwandte und davon hinkte. Auch er hatte eine verkrüppelte Hinterpfote und zusätzlich ein verkümmertes Ohr. "Und Du steck die Waffe weg und hilf mir" kommandierte sie gleich darauf Daniel herum. Gemeinsam schleppten sie Corey zu dem Stein, den der Kater schon vorher als Sitzplatz ausgewählt hatte. In der Zwischenzeit war auch Nate mit einer rotbraunen Ledertasche wieder aufgetaucht und hatte sie bei der Füchsin abgestellt. Nacheinander sah er erst Daniel, dann Corey kurz in die Augen, bevor er den Blick wieder senkte. Noch immer zuckten seine Schultern leicht und Tränen liefen über seine Wange. "Tut mir leid wegen vorhin" murmelte er nur kurz und verschwand sofort wieder, bevor Corey oder Daniel überhaupt antworten konnten.
Geschickt und mit der Hilfe einer Verbandsschere aus der Tasche legte die Fähe Coreys Verletzungen frei und säuberte sie von Dreck und altem Blut
"Sie beide sind Konzern, oder?" fragte sie, während sie ein Desinfektionsmittel auf eine besonders tiefe Risswunde sprühte, die Wundränder zusammenzog und mit einem Gewebekleber verschloss.
"Au ... verda ... !" fluchte Corey bevor er antworten konnte.
"Tschuldigung."
"Schon okay. Ich muss mich für die Versorgung bedanken ... Ich glaube die meisten würden mich wohl am liebsten einfach verbluten lassen." Fügte er nach einem kurzen Blick auf die Siedler hinzu.
"Das stimmt nicht. Aber sie sind alle geschockt und verängstigt. Sie haben Angehörige verloren. Was haben sie denn erwartet?"
"Nichts ... " murmelte der Bär. " ... schließlich ist es meine Schuld was passiert ist."
"Das stimmt ebenfalls nicht." Die Füchsin sah ihm direkt in die Augen und Corey konnte nur ihren Mut und ihre Entschlossenheit bewundern. "Wenn sie und ihr Partner nicht eingegriffen hätten, lägen wir jetzt alle tot auf der Erde. Inklusive ihnen vermute ich." Sie machte eine kurze Pause. "Also ... wer sind sie?"
 
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Corey nickte müde in Richtung des schweigenden Tabbykaters, der sich ebenfalls auf den Stein gesetzt hatte und sich angespannt bereit hielt den Ursiden im Notfall erneut zu verteidigen. "Das ist Lieutenant Daniel, ich bin Colonel Corey, der ehemalige Truppführer. Konzern Special Forces, wie sie schon richtig vermuten. BioResearch, Omega Strike Force, auch wenn der Name so öffentlich wohl nirgends auftauchen dürfte. Offiziell existieren wir nicht mal."
"Ich bin Alya, so etwas wie die Ärztin hier. Wieso hat uns ihre Einheit angegriffen?"
"Das weiß ich nicht genau. Unser Auftrag bestand eigentlich darin einen verdeckten Stützpunkt eines gegnerischen Konzerns aufzuspüren und zu vernichten. Mittlerweile vermute ich aber, dass es sich dabei um den Versuch gehandelt hat irgendwelche Konzernschweinereien zu decken."
Endlich brach Daniel sein Schweigen. Seine Stimme zitterte, die Geschichte schien ihn, aller harten militärischen Ausbildung zum Trotz, ziemlich mitzunehmen.
"Ich glaube das war nicht nur das. Je länger ich drüber nachdenke, dass war zusätzlich noch ein Loyalitätstest für dich. Die wollten sehen ob sie dir noch trauen können, wenn sie dir befehlen eine Siedlung anzugreifen."
"Kann gut sein. Würde passen." Auf die fragenden Blicke beider Furries, zuckte Corey etwas hilflos die Schultern. "Vor einigen Wochen kontaktierte mich eine Person über meinen PDA. Ich habe keine Ahnung wer das gewesen sein könnte. Noch nicht mal ob es eine Frau oder ein Mann war. Die Nachrichten waren Text-only. Nannte sich Cayman und schien ebenfalls zum Konzern zu gehören. Viel mehr als eine Warnung kam leider nicht durch, bevor die Verbindung abbrach. Ich nehme an um nicht in einen Tracer zu geraten. In den letzten Wochen habe ich versucht Informationen zu sammeln. Ein paar Sachen habe ich zusammen bekommen und heimlich abgespeichert. Eine Menge Sauereien, genug um dem Konzern das eine oder andere zum Nachdenken zu geben, falls ich die Informationen den Medien zuspielen könnte. Zwar noch nicht genug für einen größeren Skandal, aber es würde den Loyalitätstest erklären ... und auch das die versuchen auf die Geschichte hier den Deckel zu stülpen.
Was versuchen die hier zu verbergen, Alya?"
Dieses Mal war es an der Fähe den Kopf zu schütteln. "Ich bin mir nicht sicher, ich vermute aber es liegt am Trinkwasser. Ich bin hier aufgewachsen. Es ist abgeschieden, ruhig. Einfach... wenn sie so wollen. Abseits des Wahnsinns der Sprawls, die nächste Stadt ist viele Kilometer entfernt. Wir haben nicht viel, aber das was wir haben ist ehrlich erarbeitet. Etwas Landwirtschaft, alle paar Monate der Kontakt mit einem der kleineren Händler. Früher gab es auch kein Problem mit den Missbildungen. Vor einigen Jahren fing irgendein Konzern dann an hier in der Gegend ein Forschungseinrichtung aufzubauen, aber sie haben uns in Ruhe gelassen. Irgendwann fingen dann die Probleme an, leider haben wir es versäumt sie mit dem Konzern in Verbindung zu bringen. Zuerst waren die Kinder betroffen, etwas das nach dem großen Knall von '87 leider nicht ganz ungewöhnlich ist. In der letzten Zeit griff das allerdings auch auf die Jugendlichen und auch teilweise auf die Erwachsenen über. Die Missbildungen von Nate haben sie ja gesehen." Ihre eigene leichte Behinderung verschwieg Alya. "Ich befürchte das wird noch schlimmer wenn wir hierbleiben würden. Nur wo sollten wir hin? Wie würden wir denn im Sprawl überleben?"
"Trotzdem können sie nicht hier bleiben. Sie müssen hier weg, sie alle. Erstmal in die nächste Stadt und danach am besten ganz weit weg von hier."
"Und wie bitte schön? Wissen sie eigentlich was sie da verlangen." Einen Moment lang herrscht Schweigen zwischen den beiden, dann senkte die Füchsin den Blick. "Das war unbedacht, Entschuldigung. Sie und Daniel haben heute mindestens genauso viel verloren."
"Schon okay." Maunzte Daniel "Aber Corey hat Recht. Sie können nicht bleiben. In spätestens drei oder vier Stunden wird uns der Transporter vermissen. Sobald er einen Überflug macht und das Dorf noch stehen sieht und die Leichen findet, wissen die in der Zentrale sofort Bescheid. Dann sind weitere zwei Stunden später die Truppen hier. Früher falls sie sich entschließen würden, die Sicherheitsmannschaften aus dem Forschungslabor einzusetzen."
"Wenn sie das machen, haben wir ein Problem. So schnell sind die Leute hier nicht weg und glaube nicht, dass wir einen weiteren Kampf überstehen, ohne zivile Opfer zu riskieren. Ich weiß nicht wie viele Mitglieder die Security hat, aber bei der Größe der Anlage würde ich mindestens von 20-30 ausgehen. Da noch für irgendwas zu garantieren ist de facto unmöglich." Corey stemmte sich von seinem Stein hoch und begann langsam auf und ab zu laufen. Seine Verletzungen schmerzten immer noch stark, aber es war zu ertragen. "Alya, haben sie genug Fahrzeuge um ihre Leute zumindest bis in die nächste Stadt zu schaffen?"
"Ja. Wenn wir nur das notwendigste mitnehmen würden... ja, das würde reichen. Aber haben sie nicht gerade gesagt, dass in etwas über drei bis vier Stunden weitere Soldaten oder zumindest Sicherheitsleute da sein könnten? Bis dahin sind wir unmöglich weit genug weg um sicher zu sein."
"Habe ich." Der Bär sah nach unten. Als er den Blick wieder hob, war sein Blick eiskalt. "Ich verschaffe Euch die nötige Zeit und Ablenkung zur Flucht. Daniel, Du gehst mit Alya und den Siedlern. Sorg dafür, dass ihr alle sicher die nächste Stadt erreicht. Danach taucht ihr unter. Ich dringe in den Forschungskomplex ein und versuche Euch später zu folgen. Ich brauche eh noch weitere Beweise, wenn ich ... "
Weiter kam Corey nicht, als sich der Tabbykater vor ihm aufbaute, die Ohren flach angelegt, das rote Fell gesträubt und die Krallen ausgefahren.
"Nein verdammt!" fauchte Daniel heiser und warf zum allerersten Mal seine Rolle als Untergebener völlig über Bord. Dabei wirkte er so bedrohlich, dass Alya ein paar Schritte nach hinten machte. "Du schmeißt Dein Leben nicht einfach so weg! Glaubst Du BR wird auch nur einen Augenblick zögern Dich abzuknallen, wenn sie dich durchschauen? Du weißt ganz genau, dass Du alleine keine Chance hast das zu überleben. Hast Du es so eilig zu sterben?"
"Nein, aber ... "
"Dann denk nach, verdammt. Ich weiß Du fühlst Dich für die Leute und für das was hier passiert ist verantwortlich, aber das ist kein Grund dich umbringen zu lassen. Entweder versuchen wir zusammen mit Alya und ihren Leute zu fliehen, oder ich komme mit. Zu zweit haben wir eine Chance." Der Kater unterbrach seine Tirade und seine Stimme wurde weicher. "Nimm mich mit, Corey. Ich wüsste auch sonst nicht wohin ich gehen sollte."
"Danke, Daniel. Dann brauchen wir aber einen Plan wie wir da reinkommen, die Informationen beschaffen die wir brauchen und verhindern, dass die Siedler allzu schnell unliebsame Gesellschaft bekommen. Ich denke wenn wir behaupten, dass wir von einem Freelancer oder einem anderen Konzerntrupp angegriffen wurden und bis auf uns beide dezimiert wurden, sollte uns das zumindest Zugang zur Station verschaffen. Die Verletzungen wirken echt genug." Corey lächelte traurig. "Sobald wir drin sind, nehmen wir den Stationsleiter als Geisel und erzwingen uns den Zugang zu den Computern. Damit sollten wir bereits für genug Ärger gesorgt haben, dass BR andere Probleme hat, als einen Haufen Zivilisten zu verfolgen. Sobald wir die Daten haben und möglichst bevor die Verstärkung da ist, sind wir wieder weg."
"Da brauchen wir Glück, aber es ist machbar. Ich würde nur vorschlagen, dass wir uns innerhalb der Station erstmal aufteilen. Du lässt Dich zur Krankenstation bringen, das Material da können wir wirklich gebrauchen. Ich übernehme den Stationsleiter und wir treffen uns dann dort."
Eine Weile diskutierten die beiden Commandos noch über den Einzelheiten, dann wandte sich der Bär an die Fähe, die immer noch wie versteinert die Auseinandersetzung der beiden Soldaten verfolgt hatte.
"Alya?"
"Ja?"
"Packen sie zusammen. Nur das Notwendigste. Geld, ein paar Lebensmittel, etwas Kleidung. In spätestens anderthalb Stunden müssen sie unterwegs sein. Wir werden versuchen BR ein bisschen aufzuhalten."
"Aber ... "
"Kein aber, Alya. Bringen sie ihre Leute heil hier raus. Wir kümmern uns darum, dass sie nicht verfolgt werden. Viel Glück.. und passen sie auf sich auf."
Alya lächelte tapfer, auch wenn ihre Lippen zitterten. Die junge Ärztin hatte sich in dieser Extremsituation bislang unheimlich gut geschlagen und die Fassung bewahrt. "Viel Glück auch ihnen Beiden. Danke für alles was sie für uns getan haben."
"Ich wünschte es wäre mehr gewesen, Alya. Leben sie wohl."
Corey schlug Daniel auf die Schulter und gemeinsam verließen sie die Siedlung und drangen wieder in den Wald ein. Bis zur Forschungseinrichtung war es ein Stück und sie mussten sich beeilen.

"Warte ... " Daniels Stimme holte ihn ein, nachdem sie sich etwa einen halben Kilometer von der Siedlung entfernt hatten. "Ich muss mit Dir reden."
"Was ist los?" Langsam bremste der Bär seine Schritte.
"Ich ... Ich wollte nichts sagen, solange wie noch im Dorf bei Alya sind, sie hätte das nicht verstanden, nicht als Arzt." Daniels Ohr zuckte nervös. "Aber wenn das echt wirken soll, dann darf ich nicht herumrennen, als wäre nichts gewesen."
"Wie meinst Du das?" fragte Corey, doch er konnte sich schon denken worauf es hinauslief.
"Wenn wir beide die einzigen Überlebenden eines Angriffes sind, wie wahrscheinlich ist es dann, dass ausgerechnet der Scharfschütze nichts abgekriegt hat? Wenn der Spotter weg ist, dann erwischt es zumeist auch den Schützen. Und selbst wenns der Schütze überlebt, ungerupft kommt der nicht davon."
"Das meinst Du nicht ernst, oder? Ich soll Dich verletzen, damit es echt aussieht? Bist Du verrückt? Ich brauche Dich 100%ig kampfbereit."
"Aber ... "
"Kein aber, Daniel. Wenn es echt aussehen soll, dann muss es echt sein. Anders geht es nicht. Jeder Versuch das nur so aussehen zu lassen würden vermutlich sehr schnell auffallen."
"Dann muss es eben echt sein, Du weißt, dass ich Recht habe." Er sah den Bären ernst dann, dann blieb sein Blick an seinen großen Tatzen hängen. "Bring mich nur nicht um, okay?" In Erwartung der Schmerzen verzog er das Gesicht, zwang sich aber die Arme locker an seinem Körper herabhängen zu lassen.
Coreys Lippen waren zu einem dünnen Strich zusammengepresst, als er nickte. Ihm gefiel die Geschichte nicht, aber Daniels Argumente waren nicht von der Hand zu weisen. Als die letzten beiden Überlebenden eines Gefechtes, mussten sie auch danach aussehen. Bei sich selbst musste er nicht einmal mehr schauspielern, der Streifschuss und viele kleinere Schrammen und Blessuren ließen ihr bereits ziemlich mitgenommen aussehen. Der Tabbykater hingegen war völlig unverletzt ... bis jetzt.
"Bereit?"
Statt einer Antwort grinste Daniel nur kläglich.
"Na Schön.." Corey verlagerte sein Gewicht leicht nach hinten und trat dann in einem Halbkreis mit der linken Hinterpfote zu. Die instinktiv ausgeführte Abwehrbewegung wäre beinahe schnell genug gewesen, den Tritt abzuwehren, doch der Angriff war lediglich eine Finte. Ihm war klar das Daniel, bedingt durch sein Training und seinen Überlebensinstinkt, nicht einfach dastehen und sich verprügeln lassen wurde, egal ob er vorher mit einverstanden war oder nicht. Sein Schienbein knallte in die Seite und den schützend in Position gebrachten Unterarm des Rotgetigerten, verursachte einen ordentlichen blauen Flecken und sorgte dafür, dass der Kater leicht einknickte. Mit einem schnellen Schritt verkürzte er die Distanz zu Daniel und schlug ansatzlos zwei weitere Male mit den krallenbewehrten Vorderpfoten zu. Der erste Hieb fuhr über das ungeschützte Gesicht und fügte ihm mehrere parallele, blutige Risswunden zu. Der zweite Schlag fand eine empfindliche Stelle an der Seite der leichten Körperpanzerung, zerriss den ballistischen Stoff und fuhr in die Flanke des Feliden, aus der sofort Blut strömte.
"Meow!" Die Gewalt der Treffer schleuderte ihn zu Boden, wo er einen kurzen Moment benommen liegen blieb.
Sofort kniete Corey neben ihm und drückte ein sauberes Mullpäckchen auf die Seitenwunde um die Blutung schnell zu stillen, während er Daniel beruhigend über die kurzen Haare streichelte.
"Fuckfuckfuck!" mehrfach schlug Dan mit der Tatze auf den Boden um den Schmerz zu vertreiben. "Verflucht, bist Du schnell!"
"Reflex- und Neurobeschleuniger." Entschuldigend zuckte der Bär mit den Schultern und nahm vorsichtig den Verband von der verletzten Seite des Katers. Zu seiner Erleichterung hatte die Blutung bereits etwas nachgelassen. Trotzdem war die Wunde tief und musste versorgt werden. "Sorry." Maunzte er und legte einen Arm um die schlanke Gestalt. "Kannst Du aufstehen?"
Mit einem leichten Stöhnen stützte sich Daniel auf Coreys Arm und kam langsam wieder auf die Pfoten. Sein Blut und der Schmutz vom Waldboden hatten sich an manchen Stellen vermischt und lieferten ein ziemlich überzeugendes Bild.
"Lass mal sehen." Behutsam säuberte Corey Daniels Wunden, der immer wieder leicht zusammen zuckte. Seufzend suchte er nach der Dose mit einem speziellen Wundverband. "Das wird jetzt etwas brennen." Warnte er den Feliden vor und sprühte den klebrigen Schaum auf die Verletzungen, der sich sofort rot verfärbte."
"Au, verdammt!" fauchte Daniel und wäre in die Knie gegangen, wenn ihn Corey nicht festgehalten hätte
"Sagte ich doch. Gleich überstanden" Mit einem leisen Knistern härtete der Schaum zu einer transparenten, flexiblen Schutzschicht aus, die die Blutungen sofort stoppte und verhinderte, dass Schmutz eindrang und sich die Wunde infizierte.
Mit zusammengebissenen Zähnen und leise gemurmelten Flüchen ertrug Daniel die Prozedur.
"Geht es wieder?" fragte Corey besorgt.
Der Kater wischte sich über die Augen und nickte, bevor er seine Waffe wieder vom Boden aufsammelte. "Geht schon wieder, aber das tat ganz schön weh."
 
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"Dann los. Viel Zeit haben wir nicht mehr und die Anlage ist noch Stück weg. Wenn uns BR vermisst, bevor Alya und die anderen weit genug weg sind ... "
Der Bär lies den Rest seines Satzes unvollendet.
"Ich weiß, ich weiß." Stöhnend setzte sich der schlanke Tabbykater in Bewegung.
"Wirklich alles okay bei Dir?" Die Sorge in Coreys Stimme war deutlich zu hören.
"Nein, ich bin nicht okay. Und das werde ich auch lange Zeit nicht sein können. Körperlich geht es mir besser als Dir, aber seelisch ... Nein, das war einfach zuviel für heute." Presste Daniel hervor, während sie sich durch den Wald vorarbeiteten. Bei dem schnellen Schritt, den sein ehemaliger Vorgesetzter an den Tag legte, musste er in einen leichten Joggingschritt verfallen um hinterher zu kommen. "Und was ist mir Dir? Willst Du mir erzählen, dass Du in Ordnung bist?"
Statt einer Antwort schüttelte der Urside den Kopf, bis ihm aufging, dass sein Partner das vermutlich nicht sehen konnte. "Nein. Definitiv nicht. Was ich getan habe, kommt Mord so nahe, dass ich keine anderen Worte dafür finde. Mord um ein anderes Unrecht zu verhindern. Macht mich das besser?"
Er wartete die Erwiderung gar nicht ab. "Außerdem könnte ich echt ein paar Schmerztabletten vertragen, sobald wir in der Anlage sind. Alya hat meine Rippen zwar getaped, aber das tut wirklich schweinemäßig weh und wenn ich mich zu schnell bewege, bleibt mir echt die Luft weg. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen weiteren Kampf."
"Zu schnell bewegen? Du legst dafür aber ein ganz schönes Tempo vor." Als Daniel bemerkte, dass Corey weder auf die Bemerkung reagiert, noch das Tempo drosselte, fragte er weiter. "Glaubst es kommt dazu?"
Corey schien einen Moment über die Frage nachzudenken, bevor er antwortete.
"BR ist nicht blöde. Irgendwann werden die drauf kommen, dass wir sie getäuscht haben. Zu dem Zeitpunkt sollten wir bereits weit weg sein. Wenn wir das nicht sind, dann wird es wirklich hässlich. Die Wachmannschaft wird uns auf jeden Fall im Weg stehen. Wenn das passiert, müssen wir sie ausschalten, auch wenn sich eigentlich unschuldig sind. Ich hoffe das lässt sich vermeiden. Ich will nicht noch mehr Blut an meinen Pfoten kleben haben."
"Wie sieht der Plan aus?"
"Ehrlich gesagt ich habe noch keinen wirklichen Plan." Gab Corey zu. "Rein in die Anlage und identifizieren. Das sollte uns Zugang zum Stationsleiter und zur Krankenstation geben und uns hoffentlich einen Helikopter für den Transport aus der Anlage. Sobald wir in der Luft sind, übernehmen wir die Maschine und zwingen den Piloten uns auszufliegen. Wenn wir Glück haben alles ohne einen einzigen Schuss abzugeben."
"Wie sieht es aus mit Waffen und Munition. Ich bin nämlich ziemlich leer und das meiste an Ausrüstung haben wir den Siedlern überlassen."
"Viel können wir nicht erwarten. Das ist, wie Du schon richtig bemerkt hast, eine zivile Forschungseinrichtung. Das bedeutet, dass die Stationssicherheit auch nicht umwerfend ausgestattet sein dürfte. SMGs, Pistolen, eventuell ein Schrotgewehr oder etwas Munition. Ich denke mehr wäre nicht zu erwarten. Außerdem würde es ziemliches Misstrauen erregen, wenn ich auf meinen Rang und meine Position als Omega Teamführer poche. Und ich glaube Misstrauen ist so ziemlich das letzte, was wir gebrauchen können."
"Stimmt leider. Wie sieht es mit einem Plan B aus?"
"Der ist der Gleiche wie Plan A. Raus aus der Anlage, egal wie. Und bevor Du fragst, Plan C, D und E sind ähnlich, nur ungleich blutiger."
"Wenn es zu einem Kampf kommt, sehen wir relativ alt aus."
"Ja tun wir. Wie viel Munition hast Du denn noch?"
"Fünf Schuss für das Präzisionsgewehr. Danach habe ich nur noch die Sai. Und bei Dir?"
Corey zog im Laufen das Magazin aus dem Sturmgewehr. "10 Schuss in dem Magazin, ein weiteres Ersatzmagazin mit 30 Schuss und mein Katana. Das muss reichen. Ach ja und das noch." Aus einer der Taschen seiner Uniform nahm er eine Pistole und reichte sie an Daniel weiter. "Ist Deine ... von vorhin noch, Danke noch mal." Als Daniel ablehnen wollte, klopfte er ihm mit dem Pistolengriff leicht auf den Arm. "Nimm sie. Dein Präzisionsgewehr ist nicht wirklich etwas für kurze Distanzen. Und wenn es wirklich zu einer Schießerei kommen sollte, dann wird das vermutlich auf kurze Entfernungen sein."
"Ich weiß." Seufzte der Kater und steckte seine Pistole zurück in das Holster am Oberschenkel.
"Gut. Noch etwas? Dann solltest Du jetzt fragen, denn wir sind gleich an der Anlage. Später haben wir keine Gelegenheit mehr für Fragen und müssen improvisieren."
"Nein. Außer vielleicht ... Viel Glück, Corey."
"Viel Glück."
Schweigend legten die Beiden die letzten Minuten bis zur Anlage zurück und spähten durch den Busch hinter dem sie sich verbargen. Das Gelände bis zur Anlage war gerodet und schuf so eine etwa 200 Meter breite Sicherheitsschneise bis zum Zaun. Eine schmale, aber asphaltierte Straße führte zu einem stabil aussehenden Tor, vor dem zwei scheinbar gelangweilt aussehende, menschliche Wachen in olivgrünen Uniformen standen, die Hände locker auf ihre Maschinenpistolen gelegt. Mit der Langeweile der beiden Torwachen war es allerdings schlagartig vorbei, als Daniel und Corey aus dem Wald traten und sich vorsichtig näherten. Augenblicklich kamen die Waffen nach oben und zielten auf die beiden bewaffneten Commandos.
"Stehen bleiben!" brüllte einer der Beiden. "Die Waffen weg und die Hände nach oben!"
Folgsam legten die beiden Anthros die gesicherten Waffen auf den Boden, schoben sie mit den Hinterpfoten von sich weg und hoben langsam die Hände.
"In Ordnung, und jetzt langsam herkommen. Ganz langsam und keine Tricks, oder wir eröffnen augenblicklich das Feuer! Haben sie das verstanden?" die Stimme der zweiten Wache war kaum weniger grob, aber dafür etwas leiser.
"Verstanden!" bestätigte Corey in dem Befehl und trat langsam näher, seine Arme deutlich von seinem Körper abgespreizt, um den Sicherheitsleuten keinen Anreiz zu liefern ihn anzugreifen. Sein Gang wirkte etwas schwerfällig und er lief leicht gebeugt um anzuzeigen, dass er verletzt war. Als Daniel neben ihn trat, war dieser geistesgegenwärtig genug, um sich ebenfalls so zu bewegen, als ob er angeschlagen wäre.
"Das ist nahe genug." Wurde er angefaucht und blieb stehen. "Sie sind in gesperrtes Gebiet eingedrungen. Was wollen sie hier? Identifizieren sie sich!"
'Endlich...' Innerlich atmete der Bär auf. In solchen Situationen bestand immer die Möglichkeit, dass irgendjemand einen nervösen Finger am Abzug hatte.
"Omega Strike Force, Colonel Corey, ich bin der Teamleader. Personalnummer GB870213. Mein Begleiter ist Lieutenant Daniel. Meine Einheit wurde von einem feindlichen Team angegriffen und aufgerieben. Wir wurden aus dem Hinterhalt überfallen. Bevor wir reagieren konnten, war der Angriff vorbei und die Gegner hatten sich bereits wieder zurückgezogen." Das sorgte erst einmal für überraschtes Atemholen bei den beiden Menschen und sie strafften sich unwillkürlich. Doch trotz allem waren die Maschinenpistolen immer noch fest auf die beiden Kommandosoldaten gerichtet.
"Wir müssen diese Angaben überprüfen. Bekam er die misstrauische Antwort. "Bleiben sie wo sie sind!"
"Verstanden!" Corey gab sich betont kooperativ, während die Wachen mit der Zentrale Kontakt aufnahmen. Nach einigen quälenden Minuten senkten sich die Waffen und die beiden Mitglieder der Sicherheit nahmen eine Art militärische Haltung an. Anschließen bekamen Dan und Corey ihre Waffen zurück gereicht.
"Willkommen, Colonel. Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten!"
Der Urside erwiderte den Gruß und winkte dann ab. "Ich habe Verständnis für ihre Maßnahmen, Officer..."
"Sander. Security Officer Sander, Sir. Danke. Bitte gedulden sie sich einen Augenblick, ich fordere sofort jemanden an, der sie in die Anlage eskortiert. Benötigen sie medizinische Versorgung?" Mit einem kritischen Blick musterte der Mensch die Verletzungen der beiden Anthros. "Sie sehen aus wie durch den Wolf gedreht... Sir."
"Ja. Ich denke es kann nicht schaden, wenn sich der Stationsarzt sich unsere Verletzungen ansieht. Es war ziemlich rau da draußen."
Sander nickte mitfühlend. "Ich gebe sofort Bescheid."
"Sagen sie auch ihrem Vorgesetzten, dass er sicherheitshalber die Wachen am Zaun verstärken soll." Mischte sich Daniel in das Gespräch ein. "Ich glaube nicht, dass wir verfolgt wurden, aber es schadet vermutlich nichts, auf Nummer sicher zu gehen." Unauffällig zwinkerte der Tabbykater dem Bären zu. Je mehr Wachen aus der Anlage waren und draußen herumliefen, um so weniger Widerstand hatten sie zu erwarten, falls es doch zu einem Gefecht kommen wurde.
"Gute Idee, LT. Danke."
"Colonel?" Ein weiterer Uniformierter, ein noch sehr jung wirkender, schwarzer Labrador, war mittlerweile am Tor aufgetaucht. "Mein Name ist Hoffman. Ich soll sie umgehend zu zum Stationsleiter, Professor Green bringen. Er wünscht mit ihnen zu sprechen."
"In Ordnung, Mr. Hoffmann. Gehen sie vor."
Langsam und immer noch mit leicht zur Schau gestellten Verletzungen folgten Corey und Daniel dem Hund zu einem flachen, schmucklosen Betongebäude. Das besorgte Angebot von Hoffman eine Trage zu organisieren, wiesen sie höflich, aber bestimmt zurück. Nur wenig später wurden sie durch eine Schleuse in das Gebäude geführt.
"Sind sie sicher, dass sich der Doc nicht erst Ihre Verletzungen ansehen sollte? Ich bin mir sicher Professor Green hätte dafür Verständnis." fragte der junge Anthro erneut.
"Ganz sicher, Hoffman. Aber danke für das Angebot."
"Wie sie meinen." Er blieb vor einer unmarkierten Türe stehen, klopfte kurz und drückte die Klinke herunter. "Dort hinein, bitte. Ich hole sie später wieder ab, wenn sie mit dem Professor gesprochen haben."
 
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Professor Green entpuppte sich beim Betreten des großen, gemütlich eingerichteten Büros als älterer, leicht untersetzt wirkender Fuchsanthro in einem sandfarbenen Anzug. Graue Fellhaare durchzogen den ehemals leuchtend roten Pelz des Wissenschaftlers, der mit einer Tasse Kaffee in der Pfote an einem großen Schreibtisch saß und irgendein leises Gespräch über das Comlink führte. Er beendete schnell das Gespräch, als sie eintraten und begrüßte die beiden Soldaten nacheinander mit einem Handschlag, bevor er Hoffmann mit dem Auftrag noch zwei Becher Kaffee zu besorgen wegschickte. "Colonel, Lieutenant ... Willkommen in der Waldhütte."
Der Fuchs grinste über Coreys hochgezogene Augenbrauen. "Die offizielle Bezeichnung ist dieser Einrichtung ist Delta 9, aber über die Jahre hat sich "Waldhütte" einfach eingebürgert. Schließlich sind wir ja mitten im Wald, nicht wahr?" Prüfend glitt der Blick aus Greens goldfarbenen Augen zuerst über Daniel, dann über Corey. "Aber nun zu ihnen ... Sie haben meine Wachleute ganz schön erschreckt mit ihrem Auftritt. Es passiert nicht oft, dass zwei verletzte Special Forces Soldaten aus dem Wald gestolpert kommen. Wie ich hörte, hat es einen Angriff gegeben. Darf ich Ihnen mein Mitgefühl für den Verlust ihres Kommandos aussprechen?"
Die Frage war im Plauderton vorgetragen, doch irgendetwas an Greens Verhalten sorgte dafür, dass sich die Nackenhaare des Bären aufstellten. Noch dazu hatte der Fuchs weder die Verletzungen der beiden kommentiert, noch ärztliche Versorgung angeboten. Auch die Tatsache, dass direkt vor seiner Haustüre ein Angriff stattgefunden hatte, schien ihn nicht weiter zu belasten. Hier war nichts wie es zu sein schien ... und der Professor war alles anderes als harmlos oder naiv. Möglichst unauffällig gab er Daniel ein Zeichen wachsam zu sein.
"Danke. Der Tod meiner Leute wiegt sehr schwer und jemand wird dafür bezahlen. Es tut immer weh, Mitglieder des Teams zu verlieren" Corey akzeptierte die Tasse, die Hoffmann ihm anbot, schnupperte kurz an dem heißen Getränk und stellte den Becher dann ohne etwas davon zu trinken auf den Tisch. Daniel tat es ihm nach. Falls der Stationsleiter über die Geste irgendwie verärgert war, ließ er es sich nicht anmerken. "Professor, ich muss meine Vorgesetzten umgehend über den Angriff in Kenntnis setzen und danach dringend ins Hauptquartier zurückkehren. Ich müsste Sie daher bitten uns ihren Transporter und einen Piloten zu Verfügung zu stellen."
Green machte eine bedauernde Geste. "So gerne ich ihnen helfen würde, Colonel Corey, ich kann es nicht. Die Nachricht an das Hauptquartier könnten sie selbstverständlich sofort absetzen, aber was ihren Heimflug angeht habe ich leider schlechte Neuigkeiten für Sie. Unser Transporter steht schon seit bestimmt einer Woche mit einem Maschinenschaden im Hangar, doch unseren Technikern ist es bislang noch nicht gelungen, den Fehler zu finden. Und mit einem instabilen Haupttriebwerk werde ich den Helikopter nicht zum Start freigeben und das Leben meiner Piloten aufs Spiel setzen. Da ich mir aber schon dachte, dass sie nicht sonderlich lange unser Gast bleiben möchten ... was ich übrigens sehr schade finde, hier würde es ihnen bestimmt gefallen ... so habe ich ihrer Meldung bereits vorgegriffen und sofort mit der Flugzentrale Kontakt aufgenommen. Der Transport für sie ist schon organisiert. Ein Hubschrauber von BioResearch sollte in den nächsten zwei Stunden hier eintreffen."
Corey und Daniel tauschten einen kurzen Blick aus. Irgendetwas stimmte hier nicht, aber für den Moment war es das Beste mitzuspielen.
"Danke Mr. Green. Das war sehr vorausschauend. Je eher ich meinen Vorgesetzten einen ausführlich Bericht vorlegen und einen Gegenschlag planen kann, um so besser."
Ein leises Piepen auf dem Computer des Fuchses unterbrach die Unterhaltung für einen Moment.
"Das war eine Nachricht unserer Stationsarztes. Ich denke, er hat jetzt Zeit für sie und sie beide sehen doch reichlich mitgenommen aus. Danach können sie gerne bei uns in der Messe warten, bis sie abgeholt werden. Mr. Hoffmann, würden sie die beiden Herren zu Dr. Harshad bringen? Danach melden sie sich wieder bei mir. Bis später meine Herren."
Ohne sich weiter um seine Gäste zu kümmern, vertiefte sich Green wieder in seine Arbeit und ließ Corey und Daniel mit dem jungen Caniden zurück, der sie aus dem Büro und durch mehrere verwinkelte Gänge führte. Unterwegs versuchte der Wachmann ein paar mal eine Unterhaltung anzufangen, doch weder der Bär noch sein Begleiter waren in der Stimmung für Smalltalk. Die Aussicht auf eine vernünftige Wundversorgung und ein paar Schmerztabletten waren für den Moment deutlich interessanter.
Nachdem Hoffmann beide Soldaten dem Stationsarzt, einem indisch wirkenden, sehnigen Mannes mittleren Alters, vorgestellt hatte, verließ der Labrador den Raum.
"Sie beide sehen aus wie durch den Wolf gedreht." Begrüßte sie der Mediziner jovial, während er sich ein Paar Latexhandschuhe über die Hände zog und desinfizierte. "Ihre Ausrüstung können sie da drüben auf den Tisch legen. Ich mag keine Schusswaffen in meiner Nähe." Geduldig wartete er bis beide Anthros ihre Waffen und Ausrüstungsgegenstände auf den Tisch gelegt hatten, dann führte er sie zu einer Behandlungsliege. Geschickt und professionell säuberte er nacheinander Coreys und Daniels Wunden und verschloss die tieferen Verletzungen, in dem er die Wundränder zusammenzog und mit einem speziellen Klebstoff verschloss. Dabei quasselte er ohne Unterlass, erzählte von den Vorzügen des neuartigen Klebers im Vergleich nur zur normalen Wundnaht und es schien in nicht zu stören, dass er keine Antwort erhielt. Nachdem er seine Arbeit vollendet hatte, nickte er den beiden Kommandos zu, zog die Handschuhe von den Fingern und warf sie treffsicher in den Mülleimer.
"So, so gut wie neu. Das sollte erst einmal halten, solange sie es nicht übertreiben. Sah zum Glück schlimmer aus, als es war. Aber eine Frage. Wer hat denn bei ihnen…" er deutet auf den Ursiden "…den Streifschuss versorgt?"
Etwas ertappt murmelte Daniel etwas unverständliches und Corey wies schnell auf seinen Kollegen.
"Gute Arbeit, Sir. Wenn sie nicht sowieso der Sani der Einheit sind, würde ich ihnen empfehlen sich auf die Stelle zu bewerben. Die Versorgung hätte ein Arzt nicht besser machen können." Harshad grinste dem immer noch etwas verlegen wirkenden Feliden ins Gesicht, bevor er aus dem Medizinschrank einige Fläschchen mit einer klaren Flüssigkeit herausnahm und zwei Injektoren mit einer Mischung aus beiden Medikamenten füllte. Corey erkannte eines der Fläschchen als ein Antibiotikum, die Wirkung der anderen waren für den Bären nicht zu entschlüsseln. Als hätte der Stationsarzt die Gedanken des Commandos gelesen, nickte er in Richtung der Fläschchen, nahm den Injektor in die Hand und winkte Corey zu sich. "Keine Sorge, dass ist nur ein kleiner Cocktail."
"Cocktail?"
"Antibiotikum, etwas zur Stärkung und ein paar Vitamine. So mitgenommen wie sie beide aussehen, will ich kein Risiko eingehen. Und sie möchten doch auch sicher nicht mit einer Infektion auf der Nase liegen, oder? Na also ... dann mal her mit dem Arm."
Plötzliches Misstrauen kochte in Corey hoch und er wand sich aus dem Griff des Arztes.
"Nein, danke. Ich hasse Spritzen." versuchte er abzuwiegeln, doch Harshad lies nicht locker.
"Keine Widerrede, Colonel, als ihr behandelnder Arzt ordne ich das an. Sie werden mir noch dankbar dafür sein. Tut auch nicht weh." Erneut schloss sich die sehnige Hand des Mediziners um Corey Arm und die Mündung des Injektors näherte sich seiner Haut.
"Ich sagte NEIN!" fauchte der Urside und stieß mit seiner Pfote den Inder etwas zur Seite.
Es entstand ein kurzes Gerangel zwischen den beiden, als Harshad die Spritze nun mit Gewalt gegen den Arm drücken wollte. Fluchend versuchte Corey den Menschen auf Distanz zu halten und ihm den Injektor abzunehmen, ohne ihn ernsthaft zu verletzen. Noch bevor Daniel in den Kampf mit eingreifen konnte, gab es ein scharfes Zischen, als der Injektor seine Ladung freigab. Mit schreckgeweiteten Augen sah Doktor Harshad den Ursiden an, dann fiel ihm das Gerät aus der kraftlosen Hand und klapperte auf Kunststoffboden. Unfähig sich auf den Beinen zu halten, stolperte der Mediziner nach hinten, riss mehrere Infusionsständer um krachte schwer auf den Boden, wo er regungslos und schlaff liegen blieb. Speichel tropfte aus dem halboffenen Mund.
"Shit!" Sofort war Corey heran und drehte den Menschen auf den Rücken, fühlte den Puls. Nichts. "Verdammt. Was war das für ein Zeug? Hoffentlich hat das keiner gehört."
"Ein sehr starkes Betäubungsmittel glaube ich." Daniel hielt eine der Glasampullen hoch. "Ich erinnere mich wieder, das Scheisszeug wurde auch auf der Straße gedealt und hat regelmäßig Leute ins Jenseits befördert, weil man den Kram so verdammt schnell über dosiert hat. Ich nehme an, der wollte Dir eine Ladung verpassen, weil er Dich für den gefährlichsten von uns gehalten hat."
"Scheint so ... und die Dosis für einen Bären hat ihn vermutlich umgebracht. Na danke schön." Angewidert stemmte sich Corey vom Boden hoch und ließ den toten Stationsarzt einfach liegen. "Damit wäre wohl auch die Frage beantwortet, warum Green so komisch war. Ich glaube BR weiß Bescheid. Und wenn nicht BR, dann wenigstens der ganze Stützpunkt. Verfluchter Mist!"
"Und wie kommen wir jetzt hier raus?"
"Mit Gewalt schätze ich. Wir schnappen uns den Professor und benutzen ihn als Geisel um uns den Weg zum Landeplatz freizupressen. Außerdem dürfte er eine gute Verhandlungsgrundlage für unseren Flug hier raus sein. Ich glaube nicht, dass die Wachen hier auf ihren Boss schießen würden. Egal ob sie nun von uns wissen oder nicht, so paranoid zu glauben, dass das alles eine große Falle von BR ist, bin ich nun auch wieder nicht. Das sind normale Wachleute und Wissenschaftler. Zwar loyal zum Konzern, aber sicher keine Elitesoldaten."
"Dein Wort in Gottes Ohr, ich habe keine große Lust, mir den Weg freischießen zu müssen."
"Wird sich vielleicht trotzdem nicht vermeiden lassen, Dan. Wenn einer die Nerven verliert, wird es unschön."
Der Rotgetigerte verzog das Gesicht. "Das gefällt mir nicht, Corey."
"Mir auch nicht, aber es muss sein. Und vielleicht lässt sich ein größeres Blutvergießen noch vermeiden, wenn wir Green in unserer Gewalt haben."
"Sonderlich erfolgreich waren wir damit noch nicht." bemerkte der Kater zynisch und wies mit der Pfote auf Harshad. "Na, schön, dann lo ... "
Weiter kam Daniel nicht, als die Türklinke mit einem leisen Klick nach unten gedrückt wurde und die Türe leicht nach außen aufgezogen wurde.
Eine bepelzte Hand schob sich langsam durch den Türspalt. Eine Pfote, die eine mattschwarze Pistole trug.
Augenblicklich übernahm Coreys Kampfausbildung wieder die Kontrolle. Mit einer Geste scheuchte er Daniel zum Tisch, auf dem die Waffen lagen, während er die Distanz nur Türe mit einem langen Schritt überbrückte. "Gib mir Deckung!"
Schnell schlug er mit beiden Vordertatzen gegen den Arm. Er wurde mit einem lauten Schmerzensschrei belohnt und er sah wie sich der Griff um die Waffe lockerte. Sofort schob er einen Finger hinter den Abzug, so dass die Pistole nicht mehr abgefeuert werden konnte und wand sie mit einer schnellen Bewegung aus der Hand. Grob riss er den ehemaligen Besitzer der Waffe in den Raum und drückte ihn an die Wand. Winselnd hing der vermeintliche Angreifer in Coreys Tatzen, ein junger Labradoranthro, der sich redliche Mühe gab jegliches Zeichen der Unterwerfung deutlich zur Schau zu stellen.
"Hoffmann? Was zum Teufel?"
"Nicht schießen, Colonel! Nicht schießen!" japste dieser und starrte zitternd auf die Pistole, die ihm Corey vor das Gesicht hielt. "Ich ... ich ... bin auf ihrer Seite."
 
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Ghostbear

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"Shit!" Fluchend nahm Corey den Unterarm von Hoffmanns Kehle. Während der junge Wachmann zu Boden sackte und sich den schmerzenden Hals rieb, trat Corey einen Schritt zur Seite, spähte vorsichtig in den Gang und zog dann die Türe wieder zu und verriegelte sie.
Seine Pistole blieb weiterhin auf Hoffmann gerichtet und auch Daniel hatte mittlerweile seine Waffe in der Pfote und zielte auf den Hundeanthro. "Also?" fragte er gefährlich ruhig. "Was genau ist hier los?"
"Green hat den Auftrag euch beide in Gewahrsam zu nehmen." Angesichts der Situation war Hoffmann vom formalen Tonfall zum Du gewechselt und versuchte sowohl die beiden Waffen zu ignorieren, die auf ihn gerichtet waren, als auch die Leiche des Stationsarztes, die schräg gegenüber in der Ecke lag. Es gelang ihm nur leidlich. Immerhin schaffte er es ohne großes Stottern zu reden, auch wenn er immer noch am ganzen Körper zitterte.
Corey tat der Junge fast schon leid, doch bevor er nicht wusste, was Sache war, würde er weiterhin wachsam bleiben. Trotzdem wurde seine Stimme ein wenig weicher.
"Mit welcher Begründung?"
"So genau weiß keiner was los ist, auch BR selbst scheint noch keine große Ahnung zu haben, aber die Tatsache, dass nur ihr zwei hier aufgekreuzt seid und vor allem irgendjemand namens..." der Labrador brach kurz ab und versuchte sich an denen Namen zu erinnern. "...Vanson fehlt, hat ein paar Leute in der Zentrale enorm nervös gemacht. Daher wurde der Professor angewiesen Maßnahmen zu ergreifen euch so lange ruhigzustellen und festzuhalten, bis ein Heli euch abholen und in die Zentrale fliegen kann. Soweit ich das verstanden habe, ist ein Hubschrauber von einem kleinen Militärstützpunkt etwas außerhalb vom Challis Forrest gestartet und wird bald da sein."
"Militär sagst Du? Hm, immerhin..." Der Bär senkte seine Waffe und bedeute Daniel es ihm gleichzutun.
"Immerhin?" Hoffmann schien verwirrt und legte in einer fast schon niedlich anmutenden Geste den Kopf schief.
"Immerhin." bestätigte Corey und grinste schwach. "Das bedeutet einen vergleichsweise kleinen Helikopter und nur einige Soldaten."
"Und das ist... gut?"
"Ja, ist es. Das bedeutet. wir haben noch eine kleine Chance von hier wegzukommen. Vorausgesetzt wir kommen am Rest der Wachmannschaft hier vorbei und in Greens Büro.
Der schlechtere Fall wäre ein Konzern-SpecOps Team. Die meisten habe ich selbst ausgebildet."
"Oh..." war alles was der Labrador herausbrachte, als er Corey mit großen Augen anstarrte und abzuschätzen versuchte, ob der recht kleingewachsene Bär das wirklich ernst gemeint hatte oder ob der Spruch ein Scherz gewesen war.
"Na schön, Hoffmann." nahm Corey, wenn auch ein wenig zynisch, den Faden wieder auf. "Was wolltest Du eigentlich hier auf der Krankenstation? Nicht das ich mich beschweren würde, dass ausgerechnet Du hier zur Tür reinmarschiert bist, aber ich glaube nicht, dass es dein einziger Zweck war uns zu warnen, oder?"
"Oh verflu..." entsetzt sprang der Wachmann wieder auf die Pfoten. "Das hätte ich vor lauter Panik fast vergessen. Ich sollte nach Euch sehen und gegebenenfalls Doktor Harshad zur Hand gehen. Green hat die Situation unterschätzt und dachte, wenn er Euch einfach betäuben lässt, hat er das Problem schon im Griff. Aber wenn ich zulange weg bin, schöpft bestimmt jemand Verdacht."
"Wie viele Leute sind in unmittelbarer Umgebung?" mischte sich Daniel in die Unterhaltung mit rein. "Und mit welcher Bewaffnung?"
"Ich.. ich weiß nicht genau. Vier denke ich. Standardbewaffnung, P30 Pistole, so wie die da." Hoffman wies auf die Pistole, die Corey ihm abgenommen hatte.
"Ruf sie rein, sag Du brauchst Hilfe mit uns."
"Seid ihr sicher? "
Statt einer Antwort grinste Daniel nur raubtierartig und entblößte dabei einen Reißzahn, während Corey Hoffmann die Pistole wieder in die Pfote drückte.
Gemeinsam zerrten sie die Leiche des Stationsarztes hinter einen Rollwagen und deckten ihn mit einigen Kartons ab. Keine allzu gute Tarnung, aber für den Moment sollte es reichen.
"Besser so, als ein Haufen Leichen, oder?" gab der Bär zurück, während er sich auf den Boden legte, die Augen schloss und versuchte so schlaff und hilflos wie möglich zu wirken. Daniel suchte sich einen der Stühle aus, auf dem er scheinbar wehrlos und schief gegen die Wand gelehnt hing, so als hätte die Wirkung des Betäubungsmittels die beiden Soldaten völlig überrascht.
"Oh Mann, ihr habt doch einen an der Waffel."murmelte Hoffmann kopfschüttelnd und ging langsam zur Türe. Er entriegelte die Tür zur Krankenstation, steckte seinen Kopf auf den immer noch leeren Gang und holte dann tief Luft.
"Hey! Hey, könnt ihr mir mal eben mit den zwei Typen helfen? Ich schaffen die nicht alleine?" Der Tonfall des Hundes veränderte sich und wurde ein bisschen quengeliger. "Mann, soll ich die ganze Arbeit alleine machen?"
"Nur die Ruhe, Hoffmann, wir kommen ja schon." Erklang eine Stimme und kurze Zeit später bogen vier Wachleute, zwei Menschen und zwei Anthros, um die Ecke. "Was ist los, heute nicht richtig gefrühstückt?"
Lachend und arglos traten die Wachen in die Krankenstation um Hoffmann zu helfen. "Wo ist eigentlich Harshad?"
"Der Penner ist eine Rauchen gegangen und hat mich mit den Beiden alleine gelassen. Meinte er hätte seinen Job getan."
"Was ein Arsch. Der hält sich wohl für was Besseres, nur weil er nen Doktortitel hat, was? Verdammte Wissenschaftler!" kommentierte einer der Anthros, ein großgewachsener Otter, die Situation und griff nach den Füßen des Bären. "Mike, hilf mir mal mit dem, der ist schwer."
Corey wartete noch einen Moment ab und zwang sich ruhig zu atmen, bis auch die zweite Wache nahe genug heran war. Dann schien der Urside beinahe zu explodieren, als er sich mit knappen, ökonomischen Techniken seiner Gegner annahm. Ein harter Tritt in die Kronjuwelen des Otters ließ diesen winselnd und verkrümmt zu Boden gehen, die Pfote in den Schritt gepresst. Die bislang verdeckten Krallen an den Vordertatze des Kommandosoldaten schnellten vor, als er vom Boden aufsprang und nach dem zweiten Wachmann schlug. Messerscharfen Klauen rissen mehrere parallele, blutige Kratzer auf dessen Brust und ließen ihn stöhnend zurück stolpern. Blindlings fummelte er nach seiner Pistole, doch Corey ließ ihm keine Chance, als er die Distanz zu seinem Gegner überbrückte und sich mit einem kehligen Fauchen auf ihn stürzte. Mit einem hässlichen Knirschen brach das Handgelenk des Mannes, als der beidhändig geführte Schlag den Arm traf und dessen Waffe auf über den glatten Boden klappern ließ. Das gebrochene Gelenk umklammernd, sackte der Mensch jammernd in die Knie. Ein kontrollierter Pfotentritt gegen seine Schläfe beendete den Kampf und warf den Wachmann bewusstlos auf die Seite.
Sofort drehte Corey sich zu Daniel um, doch sein Freund hatte die Lage im Griff. Mit der angeborenen Eleganz seiner Rasse drehte sich der Kater aus dem Angriff des letzten Angreifers, duckte sich unter dem harten Schlag weg, bevor er ihm den Griff seiner Sai von unten gegen das Kinn schlug. Mit glasigen Augen kippte der Dobermann nach hinten und schlug schwer auf dem Boden auf.
"Gute Arbeit, Dan." grinste Corey, während er tief durchatmete, um seinen Pulsschlag schnell wieder auf ein Normalmaß zu drücken.
"Nicht so gut wie Du denkst.. ich hatte Hilfe." Der Felide deutete auf Hoffmann, der eine zerbrochene Literflasche Kochsalzlösung in seiner Pfote hielt und versuchte möglichst unschuldig auszusehen. Offenbar hatte er die Flasche einem der Wachleute über den Schädel gezogen.
"Danke, Hoffmann."
"Ian..." Hoffmann sah nach unten und scharrte mit der Pfote. "Ian, bitte. Ich wurde von einer menschlichen Familie aufgezogen, daher habe ich zwei Namen."
"Na, schön... Ian dann. Danke für Deine Hilfe. Das war wirklich mutig von Dir." brummte Corey, während er und Daniel die bewusstlosen oder kampfunfähigen Wachen mit Kabelbindern fesselten.
"Und nun? Wie geht es weiter?"
"Wir müssen zu Green und dann zum Landeplatz. Kannst Du die Wachen irgendwie loswerden?"
"Die meisten, sicherlich nicht alle. Ich kann mit einem Funkspruch einen Teil der Leute nach draußen aufs Gelände locken und dann vom Wachraum aus die Zugänge verriegeln."
Corey nickte grimmig und sein Blick war hart und entschlossen. "Gut, das klingt doch schon mal nicht schlecht. Machen wir das. Zur Not schieße ich mir auch den Weg frei, aber wie Du bereits festgestellt haben dürftest, möchte ich zivile Opfer gerne vermeiden."
"Und was ist mit den Soldaten?"
"Die sind nicht zivil. Ich glaube nicht, dass wir ohne Kampf an denen vorbei kommen."
"Verdammt."
Daniel trat heran und legte Hoffmann beruhigend die Pfote auf die Schulter. "Hilf uns die Wache auszusperren, danach solltest Du zusehen, dass Du möglichst weit von hier verschwindest. Es gibt keinen Grund, dass Du Dich an dem Kampf beteiligen müsstest. Ich weiß dass das grausam ist. Solange alle abgelenkt sind, müsstest Du relativ problemlos entkommen können."
"Nein... nein."der Junge schüttelte den Kopf und sah dann erst Daniel in die Augen. "Nehmt mich mit. Ich will Euch helfen. Irgendwas läuft hier ganz gewaltig schief und ich will damit nichts mehr zu tun haben. Ich habe schon länger meiner Zweifel, seit ich als Assistent für den Professor arbeite. Zu viele Mails die verschwunden sind, Berichte die plötzlich nicht mehr auffindbar waren. Einen seltsamen Todesfall unter den Wissenschaftlern hat es auch gegeben, den ich mir nicht erklären kann. Das heute war nur der letzte Auslöser."
"Kommt mir irgendwie sehr bekannt vor." kommentierte Corey trocken. "Okay Ian, Du bist dabei. Bleib zwischen Dan und mir, wir werden versuchen Dich zu beschützen."
"Danke, glaube ich."
"Wird schon werden." Daniel, der eindeutig der lockerere der beiden Commandos war, stubbste Hoffmann aufmunternd in die Seite und reichte ihm eine zusätzliche Pistole, die er einem der bewusstlosen Wachen abgenommen hatte, inklusive eines Ersatzmagazins. Die anderen Waffen und Magazine teilten er zwischen sich und Corey auf.
"In Ordnung, dann los."
 
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Ghostbear

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EDIT:
Mist.. Sorry o.o'
Das war einmal "Zitieren", anstelle von "Ändern", da ich einige Dinge ausgebessert hatte und daher die Beiträge von vorne nach hinten noch einmal komplett editiert hatte.
*meeps*
Bitte ignorieren.

Editedit:
Nebenbei gefragt... woran liegts das so überhaupt keiner mal was dazu sagt? ó.ò
Schreib ich so scheiße? Ist das Thema so gar nicht gefragt? Oder ist es nur ein tl;dr?

Mau *stein wegkick*
 
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Tysoba

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Also ich finde die GEschichte zeimlich spannend^^

Vom Inhalt her wirklich gut nur....

vom Format her, etwas öde, mach ein paar mehr Absätze, mehr "Enter" drücken und es liest sich gleicht viel entspannter :D

Aber ansonsten beide Daumen hoch, Top^^
 

Ghostbear

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24 Mai 2010
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Danke ^.^
Ich hoffe ich komme irgendwann mal über meine Schreibblockade drüber und kann die Story einmal fortsetzen. Leider zieht sich das nun schon recht lange.

Was die Absätze angeht ... früher habe ich immer gesagt bekommen "man nicht so viele Absätze rein, das zerpflückt den Text". Mir scheint, ich muss da noch irgendwie einen Mittelwert finden. Vielleicht schaffe ich dann die Balance zwischen Lesbarkeit und Formatierung.
Danke Dir auf jeden Fall sehr herzlich für Dein Feedback.
 
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