Wer bin ich? Was bin ich? Teil 1

  • Themenstarter Mystic_wolf
  • Datum Start

Mystic_wolf

Guest
Hallo nochmal an Alle!

Meine Vorstellung dazumals war mehr als unvollständig. Ich war vorsichtig und desswegen zurückhaltender. Da ich jedoch mittlerweile von diesem Forum überzeugt bin, will ich Euch meine Persönlichkeit nicht mehr verschweigen.
Woher ich komme wisst Ihr ja. Und einige generelle Dinge über mich auch. Aber das was mich ausmacht, dass was ich bin, dass erzähle ich Euch nun. Und obwohl ich keinen von Euch persönlich kenne, oder Ihr mich und obwohl das Internet eigentlich der letze Platz für sowas sein sollte, mache ich es. Mein Gefühl ist gut dabei, also kanns ja nicht schlimm werden.
Mit manchen habe ich schon geschrieben und ich kann es nicht verheimlichen, dass ich ein "tiefsinniger" Mensch bin. So ist halt meine Art und manche mögen´s und manche nicht.

Begonnen hat Alles mit zehn Jahren. Schüler eines Internates im Bundesland Salzburg, mitten im Wald. Diese Zeit war geprägt von der Grausamkeit zwischen Kindern. Trotzdem möchte ich diese Jahre nicht missen, auch wenn sie zum Teil sehr schmerzhaft waren. Zu dieser Zeit stand ich zum ersten Mal vor dem Abgrund. Zuhause Streit und Hass. In der Schule das selbe. Kein Ausweg. Keine Fluchtmöglichkeit. Zum ersten Mal kam ich zu Psychologen, wegen Konzentrationsschwierigkeiten. Naja, irgendwie verständlich. Es war jedoch auch desswegen, da ich schon immer auffällig war. Ich war ein wirkliches Problemkind. mein Gott, was habe ich meinen Eltern für Kummer bereitet. Aber es musste anscheinend so sein, auch wenn ich nicht stolz darauf bin.
So stand ich nun, ohne Ausweg, mit zehn Jahren, an der Kante einer Schlucht. "Praktischerweise" verlief in der Nähe der Schule diese Schlucht. Ich musste mich entscheiden. Freitod und ein Ende der Qual oder weiterleben und Wege finden. Das Ergebnis zu dem ich kam, ist ja hiermit klar.
Zu dieser Zeit war ich auch bei den Pfadfindern und oft im Wald. Mit der Zeit gefiel es mir im Wald. Ich begann, so verrückt es klingt, dem Wald einfach meine Sorgen zu erzählen. Und siehe da, ich wurde gehört. Zu diesem Zeitpunkt, empfand ich mehr als nur Natur. Es war irgendwie ... ich weiß nich wie ich es beschreiben kann. So als würdest Du mit absoluter Sicherheit wissen, dass Du verstanden wirst.
Ab diesem Zeitpunkt wurde mein Vertrauen in die Natur immer tiefer.
Zur Erklärung: Mit "Wald" meine ich das gesamte natürliche System der Natur und der Tiere.
Des öfteren mussten mich die Erzieher im Wald suchen und mich zurückbringen. An einen geregelten Schulalltag war nicht mehr zu denken. Lernen, fast unmöglich. Zu jeder Zeit wollte ich im Wald sein, dort wo ich mich zuhause fühlte. Alles andere war mir nicht wichtig.
Dann starb meine Mutter.
Vollkommen geschockt über ihren Tod, sie starb an Brustkrebs, verließ ich das Internat. Ich zog zum Vater und beendete meine Pflichtschule, an einer Schule im Ort. Regelmäßig kleidete ich mich in Tarnanzügen und hängte mich mit meiner Hängematte in die umgebenden Wälder. ich kartographierte diese in ihrem Bestand und Wildbestand. Oft durchstreifte ich die Wälder und beobachtete das Wild. Wenn ich so zurückdenke, haben viele Leute verstört reagiert, als sie mich sahen. Aber ich war zuhause.
Es folgten mehrere Schulbesuche alle mit Abbruch. An dieser Stelle sei meinem Vater gedankt. Denn er hat mir mehrmals die Möglichkeit gegeben, sehr gute Ausbildungen zu erreichen. Aber ich konnte nicht. Ich hatte mich schon entschieden. Der Wald war mein zuhause, nicht mehr die Schulen oder Städte.
In dieser Zeit machte ich einen Fehler. Einen gewaltigen Fehler, welcher mir fast mein Leben kostete. Ich dachte ich sei jemand "Besseres". Ich begann die Menschen als Gegenstände zu sehen. Es sei gesagt, dass ich zu dieser Zeit Satanist war. Das dürfte so mit 18 gewesen sein. Durch meine Kenntnisse aus dem Wald und die Weitsich, welche ich durch ihn erlangte, dachte ich, ich sei übermenschlich. Und ich begann sie zu jagen. Ich jagde die Menschen und verbreitete Angst und Schrecken. Oh, darin war ich sehr gut, wirklich sehr gut. Ich tat den menschen Grausamkeiten an, welche ausserhalb ihres Verstandes lagen. Ich wurde wahnsinnig.
Nach mehreren Jahren, zahlte ich die Rechnung dafür. Ich verlor den Verstand, rastete aus, griff Nonnen und Pfarrer an. Notartz, Polizei, Psychiatrische Klinik. Die Eltern der Schüler in heller Aufruhr, die Ärzte ratlos. Nach mehrwöchigem Aufenthalt, die Entlassung mit langfristiger Psychotherapie und Tabletten.
Die Schule war verloren. Auf meiner Stirn das Mal des Psychopaten. Und ja, ich war ein kranker, ein sehr kranker Mensch. Bewusst krank. Ich verdiene für diese schwarze Phase meines Lebens, weder Achtung noch Nachsicht, denn ich tat Alles bewusst. Ich habe noch heute die Konsequenzen dafür zu zahlen und es ist Richtig so.
Obwohl es mir schwer fällt darüber zu schreiben, da die Scham groß ist, so habe ich es trotzdem zu tun. Denn enies habe ich dadurch gelernt. ich weiß was Hass ist und ich weiß vie verführerisch er ist. Ich habe Dinge gesehen, welche so schwarz sind, das mein Verstand es fast nicht ertragen hat. Ich habe "Erfahrung" mit der "bösen" Seite und ich weiß wozu sie fähig ist. Ich kenne die Falschheit, mit der wir jeden Tag durchs Leben gehen. Und ich kenne die Lügen mir der wir unsere Taten "schönbiegen"
Als ich wieder so halbwegs auf dem Damm war, und der Tod als Strafe sei Gerechter gewesen, suchte ich wieder mein Zuhause. Und siehe da, ich wurde angenommen. Trotz meiner Grausamkeiten. Trotz meiner Bösartigkeit. Ich begann zu verstehen, oder besser gesagt, mir wurde zum Verstehen geholfen. Ich verstand warum ich diese Grausamkeiten tat. Alles hat zwei Seiten und um "Verstehen" zu können, muss man beides "probieren". (Warum ereinnert mich das gerade an Starwars und Bahlsen?xD)
Danach begann ich eine Ausbildung in der Forstwirtschaft. Ich dachte, das ist es. Endlich hab ich meinen Weg gefunden. Ich schloss die Ausbildung ab und fand keinen Job. Eine Gesetzesänderung im selben Jahr meines Abschlusses, verdrängte mein Berufsbild aus der Wirtschaft. Toll, stehste wieder mit leeren Händen da.
Nächste Ausbildung als Lehrling im Landschaftsbau. Ausbildung abgeschlossen. Ganz nebenbei muss ich sagen, dass wir hier in Österreich, gar keine Ahnung von Gartenbau haben. Sonst gäbe es viel mehr Möglichkeit zur Weiterbildung. Da seid Ihr in Deutschland schon viel weiter.
Gut wo waren wir .... Ah ja, genau. Lehre abgeschlossen, Eintritt ins Arbeitsleben. Das war so mit 22/23. Durch meinen intensiven Bezug zum Wald, war es ein harter Weg. In dem Zeitraum meines "Untergangs" bis zur Lehre, intentsivierte ich meine Verbindung zur Natur. Ich wurde mir analytischer Fähigkeiten bewusst. Mitstreiter wurden gesucht, welche ebenfalls verstehen konnten. Systeme wurden erstellt um Wissen zu sammeln und zu untersuchen. Wissen, welches die "Fäden" des Lebens zeigten und aufgrund ihrer Gefährlichkeit verschlossen bleiben. Zu schnell kann ein nicht gefestigter Verstand eines Menschen zerstört werden. und ich sage Euch, es gibt Schlimmeres als den Tod, viel Schlimmeres.
Schnell erkannte ich in meiner Arbeit die Falschheit, mit der gearbeitet wurde. Viele Firmen besuchte ich und verließ sie wieder, aus dem selben Grund. Ständig auf der Suche nach einer "ehrliche" Arbeit. Tja, im Bereich Gartenbau habe ich sie nicht gefunden. Warum? Wenn man die Pflanzen als Wertgegenstand sieht, wird man niemals deren wahre Absichten verstehen können. Ich tat den Fehler und wieß darauf hin, mehrmals. Der Erfolg war Kündigungen.
Und da war er wieder, der Hass. Etwas zeigen zu wollen, aber nicht gehört zu werden. Als Dummkopf, Idiot, Verrückter und noch vieles mehr, wurde ich beschimpft, wegen meiner Wahrnehmung. Einer ganz anderen Wahrnehmung als ülblich. Denn das was für viele Menschen grenzwertig ist, ist für mich erst der Anfang. Und umgekehrt, "Lebensweisen" der Menschen, sind für mich nicht lebensmöglich. Ich reagiere sehr sensibel auf meine Umwelt. Dadurch empfinde ich ganz anderes. Ein Arbeitplatz, welcher für viele passend ist, ist für mich nicht ertragbar. Was zu ungeheuren Problemen am Arbeitmarkt führt. Eine klassische Menschenkenntnis besitze ich nicht. Ich erkenne zB. weder ob jemand auf mich sauer ist oder ob mich jemand begehrt. Also da müsste jemand schon mit gezogenem Messer vor mir stehen, damit ich erkenne was mein Gegenüber will.xD Fachlich wird das ja als "Wahrnehmungsstörungen" tituliert. Jetzt weiß ich auch warum.
Oh, ja ich war verdammt sauer auf die Menschen. Aber niemals wieder werde ich den Fehler machen und das wiederholen, vor dem ich mich bis heute noch schäme und für das es niemals eine Entschuldigung geben wird.
Ich war sauer, nein ich bin sauer, aber "richtig" sauer. Ich versuche nicht mehr zu zerstören, sondern zuerst zu beobachten und zu unterstützen. Je falscher die Welt der Menschen wird, desto mehr werde ich versuchen Menschen zu helfen.
Und dann kam die "Kreuzung". ich spürte irgendwie schon immer, dass dieser Weg, meine Entscheidung dem Wald zu folgen, irgendwann zu einer Weggabelung führt. Eine Richtung führt zum Lebensraum der Menschen, mit ihren Städten, Lebensgewohnheiten, Eigenschaften. Der andere führt in die Natur. Und zwar weit, weit intensiver als es vorher war.
 

Similar threads

Oben