Wenn das Schreiben Bauen wäre

Tyger

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In dieser kleinen Story, die ich hier präsentiere, geht es nicht speziell um die Schreibabteilung in diesem Forum allein, sondern es sind gesammelte Allgemeinerfahrungen mit angehenden Autoren und solchen, die sich dafür halten. Vielleicht findet sich der Eine oder Andere darin ja wieder.


Verirrt in Autorshausen
oder
Wenn das Schreiben Bauen wäre

ein Reisebericht von Tyger


Auf dem Weg von Bilderstadt, der schönen bunten Welt der grafischen Kunst, in der sich jeder gern aufhält, komme ich heute in die eher trostlose Nachbarstadt Autorshausen; sie ist platt und kahl und hat kaum ein Gebäude vorzuweisen, das man als solches bezeichnen kann.
In der Vorstadt gehe ich zwischen Grundmauern entlang, die stellenweise bis in Hüfthöhe reichen, und rufe einem Maurer zu: „Sind das deine Bauten?“
„Ja“, erwidert er, offensichtlich froh, dass sich jemand dafür interessiert. „Das werden Wolkenkratzer, mindestens 30 Stockwerke hoch! Habe ich die nicht schön angefangen?“
„Aber wieso baust du dann jetzt dort drüben?“
„Das wird auch einer!“
„Baust du auch mal einen fertig?“
„Fertig?“ Er sieht erstaunt in den Himmel, kratzt sich am Kopf und überlegt, was das Wort wohl bedeuten mag.
Ich gehe weiter und komme zum nächsten Baumeister, der im Dreck sitzt und Steine, Holz und Eisenteile zu komischen Haufen übereinander baut, stapelt, mörtelt und klebt.
„Was wird denn das?“ frage ich.
„Das weiß ich auch nicht“, sagt er glücklich und popelt in der Nase. „Sich das vorher zu überlegen macht die künstlerische Freiheit kaputt, ich gucke einfach mal, was es wird.“
„Solltest du das mit dem Bauen nicht wenigstens erstmal so ein bisschen lernen?“ frage ich, worauf er in Tränen und Verzweiflungsschreie ausbricht: „Die künstlerische Freiheit!“
Erschrocken renne ich weg und komme erst auf einer freien Fläche wieder zum Stehen, direkt vor einer Gestalt in der Uniform eines Zirkusdirektors. Neben dem Zirkusdirektor steht ein Ghettoblaster, aus dem Zirkusmusik dudelt und vor ihm steht eine Kiste mit einem Schlitz im Deckel.
„Hereinspaziert, hereinspaziert!“ ruft er. „Hier entsteht das größte Einkaufs- Kultur- und Überhaupt-Alles-Zentrum der Welt! Das Einzige, was dazu noch fehlt, sind ein paar Milliarden an Spendengeldern für mein Projekt! Der Name jedes Spenders wird auf einer goldenen Plakette im Gebäude verewigt!“
„Wie weit ist der Bau denn schon?“ frage ich.
„Ich habe schon erste Ideen zu Planentwürfen!“ verkündet er mit stolzgeschwellter Brust und hält mir ein Bündel mit Bleistift bekritzelter Zettel vor die Nase.
„Nun … ähm … ich habe nichts“, rede ich mich eilig heraus und setze meine Flucht fort.
Ich komme an einem Grundstück vorbei, wo eine Schippe im Boden steckt. Jemand läuft darum herum und lamentiert darüber, dass sich niemand für seine großartige Leistung interessiert.
„Was hast du denn geleistet?“ frage ich ihn.
„Ich habe die Schippe in den Boden gesteckt!“
Ich gehe weiter, lasse ihn lamentieren und komme schließlich doch zu ein paar ganz hübschen Bungalows. Sie sind nicht groß, aber fertig. Hier und da bilden sie sogar eine ganze Siedlung und manches größere Haus ist auch schon entstanden. Ich unterhalte mich mit den Erbauern, tausche mich mit ihnen über diese und jene Schwierigkeit aus und gebe auch gern Rat, weil ich sehe, dass er hier auf fruchtbaren Boden fällt. Manche der Bauleute sind sich auch nicht zu schade, Buswartehäuschen, Trafohäuschen und Hundehütten zu bauen; all das wird fertig und funktioniert. Leider allzuschnell bin ich an dieser Minderheit vorbei und begegne wieder irgendwelchen Leuten, die Matschburgen zusammenkleckern und lauthals verkünden, dass sie an Palästen arbeiten. Einer von ihnen erklärt mir, das ganze Problem bestehe nur darin, dass er seine Matschburgen viel bekannter machen müsse, weshalb er sich mit einer Trommel davorsetzt und Krach macht; währenddessen belegt ein anderer seine Matschburgen mit Blattgold.
Als ich zurückschaue, ist von einer Stadt nicht viel zu sehen außer einigen hübschen Häuschen mit elektrischem Licht, rauchenden Schornsteinen und gepflegten Vorgärten inmitten einer großen weiten Einöde, in der mit viel Aufwand hauptsächlich Ruinen und Luftschlösser gebaut werden.
 

Aotora

Frischling
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Das erschreckendste an dieser Geschichte ist, dass sie wahr ist. Du hast den Kern der Sache erfasst fürchte ich. Jeder kann schreiben, ist nur die Frage ob es jeder tun sollte. Ich bleib lieber bei meinen Gedichten, auch die kleinen Hundehütten werden benötigt ^^
Diese Kurzgeschichte hat auf jeden Fall Bungalow-Qualität. Du hast mit wenigen Worten gesagt was ab und an auch mal gesagt gehört, so schmerzhaft es vielleicht auch ist.
 

Easdragar Bolognese

Guest
Damit hast du den Nagel auf dem Kopf getroffen. Da gebe ich dir Recht mit der Geschichte. Zu beachten, dass es noch die Sorte von Leuten gibt, die gerne die Gebäude, egal wie klein oder groß das Gebäude ist, einfach versuchen, zu zerstören und dann den Macher auszulachen und fertig zu machen.
 

Larc

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Man darf nicht vergessen, dass es in Bilderstadt Investoren und "Motivationsmörtel" gibt, die hilfreich dabei sind, das Ganze "aufzubauen". Ja ich ziehe mir den Schuh an, dass ich in diese Richtung auch mal meckere...
Ebenso, dass ich mit meinem aktuellen Projekt "nur" ein unfertiges Bauwerk bieten kann, das sich Fortseztungsgeschichte nennt. Warum wählt man dieses Modell bei größeren Projekten? Wäre man zum einen der Meinung, man könne "marktgerechte" Romane schreiben, dann würde man das tun. Diese würden aber sicher in keinem Forum landen. Was würde denn passieren, wenn man eine "große" Story nach monatelanger Arbeit im Ganzen in einem Forum hochläd?

10-20 Klicks----> Versenkung! Grund: Wall of Text. Hat kaum einer Zeit dafür, wenn man sich auf Hobbyniveau und auf der Basis umsonst bewegt. Auf Gallerieseiten ist es noch schlimmer! Da biste nach einer Stunde oder ein paar Minuten aus dem sichtbaren Bereich. Gelegentliche Threadwiederbelebung könnte man die Taktik nennen. Ab und an schaut dann vielleicht jemand rein und bleibt hängen. Anders gehts nicht online bei größeren Projekten. Man arbeitet und postet schrittweise, weil man als "Hobbyautor" eben auch nur in dem Maße vorankommt, sich vielleicht etwas Aufbauhilfe erhofft und sein Werk (Betonung) umsonst der Community zur Verfügung stellt.

Der Comiczeichner, der auch an was Größerem arbeitet hingegen, macht sich seinen Patreonaccount und sagt sich:
Wenn ihr was wollt von mir, dann zahlt! Auch bei Comics wird nach und nach fortgesetzt. Bei Serien auch. Am Saffelende muss man warten, bis neue Folgen kommen und das manchmal auch beachtlich lange. Möchte das nun nicht vertiefen...

Ich kann es verstehen, wenn ein Leser sich sagt:
"Das ist nicht fertig! Ich weiß nicht, ob es je fertig wird. Soll ich Zeit investieren?"
Absolut nachvollziehbar!

Jetzt kommt der Knackpunkt:
In Bilderstadt und Fursuitingen geben sich die "Bauarbeiter" gegenseitig Hammer und Spachtel in die Hand. Die kommunizieren über ihren Bereich! Kommt ein Zeichner an und sagt:
"Ich habe Probleme mit der Anatomie! Könnte mir mal jemand mit Redlines helfen?"
Ruckzuck findet sich jemand!

Bei den Suitern genauso.
"Ich bastel gerade einen Kopf. Wie stelle ich mich bei Diesem und Jenem am Besten an?"
Da kommen Antworten von Leuten, die das Selbe machen!

Wir haben in unserem "Städchen" unter anderem auch Baustellen, weil wir uns nicht selbt organisieren und uns im Quervergleich von Interessierten zu Interessierten an der Sache weniger austauschen. Schon allein dadurch entsteht der "Überschuss" an Uploadern im Vergleich zu Lesern. Ich habs auf mehreren Seiten und Foren angesprochen und auch versucht, andere zu unterstützen, damit vielleicht ein Echo zu erzeugen. Fakt ist, dass nur ein kleiner Anteil bereit ist, Feedback anzunehmen und Feedback zu geben. Man muss dazu sagen, dass es im Internet alles gibt und von allem viel. In Kombi mit zig Seiten, die nur dazu gemacht sind, um sein Zeug reinzuschmeißen, ergibt das einen mordsmäßigen Haufen, in dem ein jeder "Unbekannter" untergeht. Das übertrage ich auch auf Zeichner. Selbst da gehen viele, die gut sind unter in der Masse, aber ich merke schon wieder, dass ich ausschweife und manch einer wird sich sagen:
"Jetzt hat er wieder sein Lieblingsthema...:cry:"

Hab auch schon Ungeschickteres zum Thema gesagt und ich sage an der Stelle einfach mal Danke für den Text, der zum Nachdenken anregt. Vielleicht ist das Erfolgsmodell der Onlineschreiberei wirklich die abgeschlossene Kurzgeschichte.
 
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Silvana

die Trolljägerin
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Larc aus welcher Traumstadt kommst du? xD
Zeichner sind nicht anders als Schreiberlinge.
Im Internet stolperst du über so viele die ihre kindergartenhaften Kritzelleien auf karriertem Papier für 10€+ verkaufen und heulen brüllen zetern, wenn man sie darauf hinweist das sie evtl etwas üben sollten oder was sie ausbessern sollten.
Da dröhnt es auch "Künstlerische Freiheit!"
Kritik is doch ein Thema worüber Künstler sich seit je her zoffen
Man bekommt einfach Redlines?
Man bekommt einen Kontrollleser leichter als Redlines.
Sachliche und gar ausführliche Kritik is rar gesät und so wie viele "Künstler" drüber abgehen, kann ich verstehen wie wenig sich die Mühe machen.
Aus der Ferne sieht man immer nur die schönsten und größten Gebäude,
aber auch wir haben unsere abertausend verkrüppelten Gebäude.
Auch im Kunstbereich gleichen viele Können mit Marketing aus.

Der wesentliche Unterschied ist nur: Ein Bild schaust du dir nur ein mal an, eine Geschichte muss man lesen.

Aber ja Tyger du hast die negativen Aspekte gut getroffen^^
Von hundert Personen die sich Autor nennen, hat meist nur einer wirklich eine Geschichte zustande gebracht die man als solche bezeichnen kann, was nicht unbedingt etwas mit der Länge zu tun hat.
Kritikfähig? Wirklich die wenigsten.
Einen Plan? Eher eine grobe Idee.
Ich liebe ja wirklich bei "Schreibern" auch dieses "Schreibt mir was im nächsten Kapitel passieren soll"
oder "Dieses Kapitel hat zu wenig Kommentare, wenns nicht mindestens xy werden höre ich auf"
 

Larc

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Larc aus welcher Traumstadt kommst du? xD
Grummelfing!:D Und nebenbei dort wo nur Touristen kommen, um Fotos von den grümmsten Gebäuden und Baustellen zu schießen.:p
Verzeih, dass ich den Satz so rausreiße! Klar hast du Recht, dass es überall Solche und Solche gibt und dass das Thema Kritikfähigkeit auch wieder eine Wissenschaft für sich ist, die einen die Lust am Austausch nimmt. Der Punkt, dass im Quervergleich in anderen "Städten" mehr Austausch passiert, war jetzt eigentlich nett und anerkennend gemeint. Klar hat man da auch das volle Spektrum von "reinschmeißen und abwarten" bis hin zu Collaborations und gemeinsamen Projekten.

Übertrieben finde ich, wenn sich mit Rechtschreibkritik zweistellige Seitenzahlen füllen innerhalb weniger Stunden und über Tage hinweg. Wenn einer Schwächen anspricht und aufzeigt, kann man das Kritik nennen. Wenn es 20 tun, die sonst kein Interesse am Thema haben, nenne ich das... *enthält sich seiner Stimme.:p Ich glaube nicht, dass "Pokespam" irgend jemand hilft.
Geschichten von der "anderene Seite"...;)

Ich meine da braucht man sich nicht wundern, wenn sich die Fraktion, die sich zumindest Mühe gibt, irgendwann mal sagt:
"Könnts mich gern haben!"

Man könnte es so darstellen in unseren sprachlichen Breitengraden:
"Ich hab nix zu tun! Du auch nicht? Weißt was? Gehen wir auf FA und spammen Bilder von Strichmännchen mit Anmerkungen voll, dass da Verbesserungspotential besteht. Klingt geil oder? Ich hab noch nie in meinem Leben ein Bild angeschaut oder kommentiert, aber da hab ich jetzt voll Bock drauf!" Bloß halt auf Text gemünzt. Das hat dann auch nichts mehr mit Kritik zu tun, sondern mit der Lust am "Poken".

Sorry Tyger, dass ich hier mein Herz ausschütte. Habe Redebedarf!:p Dein Text spricht viel Wahres an auf der einen Seite der Medaille, aber auf der anderen gibt es auch so manch Anmerkung loszulassen und ich mache das gerade in einer Art und Weise, die den entsprechenden Herrschaften auf den Sack geht.:p

Die beste Marketingstrategie für deutsche Furryschreiber ist die taktische Platzierung von Fehlern in der Überschrift. Das bringt die Leute dazu, mit den Hufen zu wetzen und wie ein Trampel reinzuplatzen, um den vor dem Spiegel einstudierten Satz zu bringen:
"Installiere dir eine Rechtschreibprüfung!!!11"
Ich hab nun tatsächlich vor dem Schlafzimmerspiegel ein paar Posen dazu ausprobiert... Ich glaub ich bekomme langsam einen Wasserschaden!:p

So sollte man damit umgehen!:p Man sollte sich drüber lustig machen und sich nicht ärgern, aber Stirnrunzeln trainiert gewisse Muskelpartien. Von dem her stellen "WTF-Moments" im Internet in gewisser Weise einen Beitrag zur allgemeinen, gesellschaftlichen Ästhetik dar, weil man ein Sixpack am Hirn bekommt nach gewisser Zeit!:p

Ich für meinen Teil installiere mir lieber etwas, das effektiv ablenkt!:p

Ohne viel textlichen Larcblabla zusammengefasst:

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
 
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Tyger

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Die beste Marketingstrategie für deutsche Furryschreiber ist die taktische Platzierung von Fehlern in der Überschrift. Das bringt die Leute dazu, mit den Hufen zu wetzen und wie ein Trampel reinzuplatzen, um den vor dem Spiegel einstudierten Satz zu bringen:
"Installiere dir eine Rechtschreibprüfung!!!11"
Da bin ich voll und ganz auf Deiner Seite, Larc. Diese Typen kotzen mich mindestens genauso an wie Dich. Dabei sind es nicht einmal besonders viele, aber wie das so ist mit den Vollpfosten: Sie sind diejenigen, die am offensichtlichsten in der Gegend herumstehen und am meisten stören.

Aber um nochmal auf die armen Schreibenden selbst zurückzukommen. Ja, jeder weiß, dass es schwierig ist, etwas zu veröffentlichen (es sei denn, man betrachtet es als Veröffentlichung, wenn der Text im Internet steht). Ich kenne das Problem aber von beiden Seiten: Ich habe selbst die drei Fur-Fiction-Anthologien herausgegeben und eins der Probleme war dabei immer, genügend Material dafür zusammenzubekommen (am Anfang ganz schlimm, beim dritten ging es dann halbwegs). Selbstverständlich kommt nicht alles, was eingeschickt wird, auch ins Buch, sondern es ist mindestens das Dreifache an Material nötig, um das beste Drittel heraussuchen zu können - aber das war auf jeden Fall eine gute Chance, gedruckt zu werden. Ich habe auch schon mal selbst an einem Autorenwettbewerb teilgenommen (okay, ist schon Ewigkeiten her, aber die Ausschreibung war öffentlich im Internet zu finden), der dann ausfiel, weil ich der einzige Teilnehmer war! Dabei war sogar ein ordentlicher Geldpreis ausgeschrieben. Und ganz ehrlich: Noch nie war eine Buchveröffentlichung so leicht wie heute, in der Zeit der Kleinverlage und kleinauflagigen Druckverfahren.
 

Larc

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Ja solche Projekte zur Erstellung von Sammelbänden finde ich auch toll. Bei deinem Nachfolger gab es keine Preise soweit ich weiß und ich muss mir eingestehen, dass sich in Sachen Deadlines bei mir die "Traineephase" am deutlichsten äußert. Da komme ich im Kreativbereich noch nicht so recht klar damit. Wenn der Impuls kommt, was zu machen dann gehts, aber ab und an gibt es Phasen, in denen ich wochenlang keinen Absatz auf das virtuelle Papier kriege und das ist nicht selten just dann, wenn sowas ansteht!:p

Um kreativ zu sein, brauche ich viel Ruhe und der Alltag macht einem da oft einen Strich durch die Rechnung...
Ich glaube so richtig angreifen kann ich erst in der Rente!:p
 
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Silvana

die Trolljägerin
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Sorry Tyger, dass ich hier mein Herz ausschütte. Habe Redebedarf!:p Dein Text spricht viel Wahres an auf der einen Seite der Medaille, aber auf der anderen gibt es auch so manch Anmerkung loszulassen und ich mache das gerade in einer Art und Weise, die den entsprechenden Herrschaften auf den Sack geht.:p
Auf wessen Sack?
Meinen nicht. Ok ich hab auch keinen höhö... oh man der war flach.
Deine andere Seite der Medaille waren die anderen Städte, so als wenns bei Bildern und Suits besser laufen würde als bei Geschichten.
Denn wenn es darum geht zu sagen: Ja es gibt viele Leute die keine Ahnung haben aber ihre "Werke" hochladen, aber in allen bereichen gibts welche mit unglaublichen Fertigkeiten, Kritikfähigkeit, Hilfsbereitschaft(müssen ja nicht alle diese Punkte in einer Person vorkommen) und die auch mal zusammen arbeiten.
Achja Deviant ist genauso voll mit Schrott ;)
Wechsel nur mal auf "Nach Neueste sortieren"

Mich störte also nur das du es so da stelltest, als liefe es woanders besser^^

Oja... "sachliche" Kritik-.-
Da könnte ich manchmal auch mit ner Axt los gehen.
 

Larc

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Da habe ich auch nun nicht dich gemeint Silvana weil ich von dir den Eindruck habe, dass man mit dir reden kann, auch wenn man unterschiedlicher Ansicht ist.;)
Vielleicht ist es eine verstrahlte Ansicht, dass man glaubt, auf der Wiese der anderen Seite der Straße wächst saftigeres Gras.:p
Nö aber ernsthaft: Die positiven Beispiele, die sich untereinander austauschen und zusammenarbeiten, finde ich richtig klasse! Ich bin nicht auf vieles neidisch, aber da fragt man sich halt schon, warum wir das in unserem Bereich nicht breitflächiger hinbekommen. Liegt vielleicht auch daran, weil wir zum einen weit weniger sind und sich vielleicht jeder für sich denkt:
"Ich krieg ja auch nichts!" Ein Teufelskreis!:p Wie gesagt wird in unseren Kreisen so viel schaffenstechnisch im Positiven wie im Negativen gewurstelt, dass auch in euren "Städtchen" manch Gallerie von fähigen Leuten im Kellergeschoss und im Schatten der glänzenden Hochhäuser untergeht.
Einer polierten Glasfassade kann man symbolisch gesprochen nun auch keinen Vorwurf machen, dass sie glänzt.

Der Punkt ist, dass die Kellerkinder mehr miteinander "spielen" sollten!:p
 
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Tyger

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Denn wenn es darum geht zu sagen: Ja es gibt viele Leute die keine Ahnung haben aber ihre "Werke" hochladen, aber in allen bereichen gibts welche mit unglaublichen Fertigkeiten, Kritikfähigkeit, Hilfsbereitschaft(müssen ja nicht alle diese Punkte in einer Person vorkommen) und die auch mal zusammen arbeiten.
Achja Deviant ist genauso voll mit Schrott ;)
Wechsel nur mal auf "Nach Neueste sortieren"
Da ist aber zumindest so gut wie jedem klar, dass er sein Bild wenigstens fertighaben sollte, bevor er es präsentiert. Da kommt niemand mit: Ich hab mal zwei Striche aufs Blatt gemalt - findet ihr das Meisterwerk, das daraus irgendwann mal werden soll, nicht superklasse? Da gibts, glaube ich, auch nicht so viele, die dauernd verkünden, dass sie demnächst was Tolles gemalt haben werden und beim nächsten oder übernächsten Wettbewerb, Ausschreibung usw. ganz sicher dabei sind, und darüber klagen, dass die Menschheit ihre nichtexistenten Werke nicht zu würdigen weiß.
 

Larc

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Ich weiß schon worauf du hinaus willst Tyger. Ein kleines Minitextfragment verschafft keinen ausreichenden Eindruck vom Gesamtwerk. Hingegen dazu sieht im zeichnerischen Bereich gut gemachte "Lineart" schon was gleich, wenn da Talent dahintersteckt. Da siehst du bereits in der Phase: Hö die Person hat was drauf!

Wenn ich zeichnerisches Talent hätte und relativ neu und unbekannt wäre, würde ich so anfangen. Erst mal ein Best off an Sketches hochladen. Bisschen schattiert und ausgearbeitet, damit es nicht ganz so roh aussieht, aber immer noch recht flott von der Hand geht. Wenn sich das verbreitet und Leute anzieht, würde ich langsam den Aufwand steigern.
Ich glaube jemand, der da gekonnt ist, bringt sowas recht zügig hin.

Im Textlichen funktioniert das nicht! Da kannst du theoretisch von ganzen Kapiteln abschätzen, in welche Richtung es qualitativ geht. Da muss eine gewisse Aussagekraft vorhanden sein und wenn der gezeigte Einblick zu kurz ist, erhält man den halt nicht.
Da gebe ich dir Recht!
 

Silvana

die Trolljägerin
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Stimmt, in dem Maß wie beim Schreiben gibt es das nicht, aber tatsächlich gibt es unfertige Arbeiten.
Wips und YCH's und manches was als "Zeichnung" betitelt wird, was aber nicht mal zur Skizze reicht.
Und dazu haben wir die "Photoshop-Künstler" ;)
Es gibt Leute die mit Photoshop eigene Werke machen, aber gefühlt 90% von dem was ich da sehe...
ist so viel Arbeit wie zwei Kleckse Farbe auf ein bereits fertiges Bild zu klatschen.

Hauptausrede "Das ist eben mein Stil" wo ich dann fragen will ob es eine Mischung aus Abstrakt und Minimalismus is der an die Kindergartenzeit erinnern soll.
Bisher konnte ich mich aber zusammenreißen derartiges nicht zu schreiben.
Sie laden "Werke" auf Karopapier hoch o_O

Wir haben nicht eure Schwachstellen, aber dafür eine Reihe an eigenen^^
Ich meinte ja nur, das unsere Städte nicht weniger Fehler plagen als eure, das war der einzige Punkt.
 

Aotora

Frischling
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Tja, ihr habt irgendwo beide recht. Im textlichen ist einfach nicht der... nennen wir es Zusammenhalt... da, die Zusammenarbeit. Das ist im künstlerischen aber schon von daher leichter weil man das Bild nur anschauen muss um es zu sehen, es aufzunehmen. Texte muss man lesen, das ist mehr "Arbeit" und sich danach noch Gedanken dazu machen.
Aber ich stimme zu das es auch in der Kunst "Künstler" gibt, die es lieber bleiben lassen sollten. Das ist bei beiden so. Nur muss man trotzdem jedem zunächst die Chance geben etwas zu erschaffen und ihm nicht gleich alle Hoffnung nehmen. Wenn derjenige Fehler macht, zu diesen steht, sie verbessert und dazulernt, dann ist es genau die Person die schreiben/malen soll. Aber wenn er sichtlich ohne jedes Talent ist und trotzdem denkt er sei der größte, wüsste alles besser ect., dann sollte er es lieber lassen. Die guten Sachen entstehen aus der Kritik, aus konstruktiver Kritik. Jeder hat mal bei 0 angefangen. Larc hat schon recht mit dem "Bau in den Titel drei Rechtschreibfehler und du bekommst di Aufmerksamkeit". Haben wir ja erst erlebt. Das was einfach schade ist, ist, dass sowohl bei Schreibern als auch bei Künstlern die meisten Leute kommen, sich die Werke anschauen und wieder gehen ohne einen Kommentar zu hinterlassen. Das hat schon vielen den Mut genommen.
Aber wir sollten vielleicht echt mal versuchen besonders in der eher schlecht besetzten Schreiberling-Fraktion des Forums mal mehr zusammenzuarbeiten. Kann ja nicht schaden. In Furbase hat das bei den Poems gute Früchte getragen will ich mal sagen, warum also auch nicht bei den Geschichten?
So, jetzt hab ich auch mal mein Statement dazu abgegeben ;)
 

Nosnibor

Faultier
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Bei Bildern ist wahrscheinlich die Reihenfolge der Arbeitsschritte allgemein bekannt. Man kann also ein unfertiges Werk hochladen und z.B. um Hilfe mit den Proportionen bitten, und niemand wird sich beschweren, daß es noch nicht koloriert ist und der Hintergrund fehlt.

Geht so etwas auch mit Text? Beschreibungen fehlen, Rechtschreibung saumäßig, und z.B. die Frage, ob es besser wäre, bei drei Hauptcharakteren zu bleiben, oder ob man zwei davon zu einem verschmelzen sollte?
 

Fiete Langohr

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Ein richtig toller Thread! Erst einmal ein dickes Lob an Tyger diese Diskussion überhaupt angestoßen zu haben!

Ich schreibe gelegentlich auch kleinere Sachen und hinterlasse, sofern es meine Zeit zulässt, hier im Forum konstruktive Kritik. Einen Wolkenkratzer habe ich mir noch nicht vorgenommen zugetraut, weil ich glaube, dass es dazu ähnlich wie bei der Bauwerk-Metapher eines Architekten mit einem komplexeren Bauplan bedarf.

Momentan helfe ich jemanden bei seinem Roman, was auch mir einiges bringt. Meine Hilfe sieht so aus, dass ich Rechtschreibung, Sprache/Stil, Grammatik und Inhalt überprüfe und gerade beim Inhalt dann auch ein Dialog stattfindet. Zudem kann ich mich sprachlich kreativ austoben und konnte mir da ein gewisses Vertrauen beim Autor erarbeiten. Wie bei anderen schon angeklungen, ist diese Arbeit allerdings zeitintensiv und ermöglicht nebenbei kaum noch andere Projekte. Natürlich dankt mir der Autor und es macht mir auch Spaß einmal am Enstehungsprozess eines Romans beteiligt zu sein, aber ich kann verstehen, dass viele dem nichts abgewinnen können.
 

Phelan

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Auf einer polemischen Ebene hast Du absolut Recht, Tyger und der Text ist genial.
Die Realität sieht aber so aus, dass man sich drei, vier "Mistbaustellen" ansieht und sich dann neben die nächste setzt und sich darüber scheckig lacht. Bis zu dem Dörfchen mit den tollen kleinen Häuschen und den gepflegten Vorgärten kommen nur die Wenigsten.
Zumal: Du schreibst aus der Sicht von jemandem, der durch diese Autorenstadt geht und sich alles ansieht, der sucht, was toll ist. Wie viele gibt es, die das wirklich machen? :)
Und da viele Autoren auch Inspiration und Betaleser suchen - was würde Dein protagonist machen, wenn ihm einer der Baumeister ne Schaufel hin hält "hättest Du Lust, mir zu helfen?"
Oder würde er sich selber bei einem Baumeister melden, wenn es nur ein Schild gäbe "Betaleser gesucht?" :)
Deine kleine geschichte stellt die Situation mit einem guten Blick und sehr unterhaltsam dar - aber kratzt nur an der Oberfläche der ganzen Problematik. Aber das ist auch ein Teil der Geschichte: viele erwarten nur die unterhaltsame Oberfläche. Alles darunter, also das, worüber man nachdenken, abwägen udn sich informieren müsste, ist vielen zu anstrengend.

Es geht um Unterhaltung.

*

Larc, Du hast Recht - aber Du ziehst die falschen Schlussfolgerungen.
Viele der Baumeister hier haben, genau wie ihre Pendants im echten Leben, selbstgemachte Probleme. Es geht nicht darum was man leistet, sondern wie sich Leistung udn die Aussage darüber in der Balance halten.
Alles, was man über seine Leistungen sagt, erweckt Ansprüche.
Wer groß herum tönt, ein toller Comicschreiber zu sein, etliche Ideen zu haben und diese auch umsetzen möchte, der sollte schon etwas vorweisen können, was diesem gesetzten Anspruch gerecht wird.
Aber es geht auch umgekehrt - und da lehne ich mich mal aus dem fenster und nehm mich selbst als beispiel. 3 Kurzgeschichten im Forum, 2 Kurzgeschichten in der Anthrologie veröffentlicht. Dazu eine Reihe angefangener Geschichten, bei denen von Betalesern großartiges Feedback kam. Ich sehe mich zwar als Autor - ich tu mich aber schwer damit zu sagen, ich hätte schon groß was geleistet. Also sind die Erwartungen in mich eher gering. Als Autor bin ich nicht sonderlich bekannt.
Akeyla hingegen hat ihr Buch fertig, die Fortsetzung dürfte demnächst erscheinen, wenn sie nicht schon raus ist. Aber sonst ist nicht viel bekannt. Aber sie zeigt auf ihre Werke, bewirbt sie ohne zu übertreiben - der entstehende Anspruch und ihre Leistung halten sich auf hohem Niveau in der Balance. Und damit ist sie (positiv) bekannt.
Es gibt aber auch viele, die zwar groß über ihre Werke tönen, aber eben solche nicht haben - es entsteht eine Imbalance zwischen Erwartungen und Leistung. Und dieses Ungleichgewicht wird negativ bewertet.

Larc, Dir geht es augenscheinlich nciht darum, diverse Ungleichgewichte zu beheben - Du forderst nur, die Bewertung dessen zu verändern.
Jeglicher vergleich mit Zeichnern hinkt - ein Bild kann man mit einem Blick erfassen udn auch Entwürfe und Fortschritte bringen schnell deutliche Unterschiede. Eine geschichte hingegen ist linear und zwischen "hier ist der Entwurf" und "schaut mal, ich habe den einen Charakter besser gestaltet" liegt eine Menge Text, der sich nicht geändert hat. Sich dutzendfach durch ein udn dieselbe Geschichte zu wühlen, um dem Autor Feedback zu geben, ist nicht jedermanns Sache.
Das ist auch einer der Gründe, weshalb mein Forum so vor sich hin dümpelt: zwar wollen viele, dass man ihre Geschichten begutachtet und verbessern hilft, aber kaum einer ist bereit, dasselbe auch für andere zu tun. Und so bleibt das Forum den wenigen Ausnahmen vorbehalten.

Dass viele Leser Deinen Ansprüchen nicht grecht werden, kann einerseits an den lesern liegen, andererseits aber auch an Deinen Ansprüchen. Du solltest Dir überlegen, was davon Du eher ändern könntest :).
 

Foraxion

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2 Aug 2015
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In meinem Fall beispielsweise würde das mit dem "Nichts 100% fertig Machen" und dem "Matchburgen-Trommler" beispielsweise übereinstimmen...Mit der Geschichte hast du wirklich den Nagel aufn Kopf getroffen...hut ab....
 

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