Scitus

Vanuxx

Frischling
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1 Mrz 2015
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Hallo alle zusammen,

Ich habe eine Geschichte über einen Anthro angefangen ;-)
Und würde gerne eure Meinung dazu hören. Was genau passiert, wo es den Chara hin verschlägt... weiß ich selber noch nicht. Ich habe bisher nur einen groben Plot *hust*
Ehm. Ja. Sonst weiß ich gar nicht, was ich noch sagen soll *lach* Und poste einfach mal das erste kleine, unüberarbeitete, Stück.

Kapitel 1 Teil 1

Der Gong des Haupthauses läutete drei mal und verkündete damit das Ende des Arbeitstages.
Scitus' Ohren zuckten erfreut, aber er fuhr fort, das in seinem Griff strampelnde Schaf von seiner Wolle zu befreien. Es war erst zur Hälfte geschoren, und in dem kleinen Pferch warteten noch zwei weitere darauf, an die Reihe zu kommen. Der Rest der Herde tummelte sich bereits wieder auf der Weide. Er wollte seine Arbeit beenden, bevor er zum Abendessen ging.
Mit geübten Bewegungen trennte er die dicke Wolle von der zarten Haut des Schafs, legte das Vlies vorsichtig auf den Stapel neben sich und entließ das erleichtert blöckende Tier dann mit einem aufmunternden Klapps durch das Tor zu den anderen. Mit einem Griff schnappte er sich das Nächste, drehte es auf den Rücken und begann, die dreckige Wolle am Bauch zu entfernen. Obwohl auch dieses Schaf zappelte, als ginge es um sein Leben, arbeitete Scitus mit schnellen, routinierten Schnitten. Die letzte Wunde, die er einem Schaf zugefügt hatte, lag Jahre zurück. Das letzte Mal, das es einem der Tiere gelungen war, ihn in die Hand zu beißen, übrigens auch.
Als auch das letzte Schaf geschoren war, richtete Scitus sich zu voller Größe auf und streckte sich genüsslich. Sein Fell und seine
Kleidung waren verschwitzt und voller weißer Haare, die schrecklich juckten, er hatte Durst - und Hunger. Neugierig hob er die Nase in den Wind und schnupperte. Vom Haupthaus wehte der köstliche Duft von Eintopf zu ihm herüber, deftiger, sämiger Eintopf mit Fleisch, Kartoffeln, Bohnen und Mais. Vorfreudig leckte er sich die Leftzen und beeilte sich, die wertvollen Vliese in die an den Pferch angrenzende Baracke zu bringen, wo sie bis zum Wollmarkt aufbewahrt wurden. In der Baracke war es heiß, und es roch so penetrant nach Schaf, das Scitus unweigerlich die Nase rümpfte, trotzdem sortierte er die Wolle sorgfälltig nach Farbe und Qualität auf die bereits bestehenden Haufen. Die Wolle war Mr. Wilders kostbarster Besitz und die Haupteinnahmequelle der Familie. Fehler konnte, und wollte, Scitus sich nicht erlauben.
Als alles erledigt war, schlüpfte er wieder ins Freie, verschloss sorgfältig die Tür und machte sich auf den Weg zur Scheune, um sich vor dem Essen noch einen Schwung Wasser über den Kopf zu kippen.
Rasch ließ er die Schafsweide und den Pferch hinter sich, folgte dem festgetretenen Pfad nach links an den Stallungen vorbei und zu der kleinen Scheune, in der er und die anderen Wildlinge untergebracht waren. Rückwärtig des Gebäudes gab es einen kleinen Bretterverschlag mit einer Eisenstange statt eines Dachs, an der ein großer Eimer mit frischem Wasser befestigt war, völlig ausreichend, um sich nach der Arbeit Staub und Haare aus dem Fell zu spülen. Scitus betrat die kleine Kammer und zog an dem Seil, das von der Vorderseite des Eimers herunter baumelte. Sofort ergoss sich ein Schwall eiskalten Wassers über seinem Kopf. Im ersten Moment blieb ihm die Luft weg, im zweiten war die Dusche nur noch erfrischend und wohltuend. Er löste seinen Zopf, fuhr mit den Fingern durch sein langes, schwarzes Haar, rubbelte mit den Händen über sein Gesicht und zog dann sein Hemd aus um Brust- und Armfell zu reinigen. Das musste reichen.
Erfrischt verließ er den Verschlag, striff dabei mit beiden Händen Wasser aus seinem rostroten Fell und wrang das Hemd aus, bevor er wieder hinein schlüpfte. Es war ein lauer Frühlingsabend, die Sonne noch nicht ganz hinter dem Horizont verschwunden - er würde schnell wieder trocken werden. Während er sein Haar wieder im Nacken zusammen fasste, machte er sich auf den Weg in Richtung Haupthaus. Von den Anderen war nichts zu sehen, alle mussten schon beim Essen sein.
Hastig nahm er die drei Stufen auf die Veranda hinauf und schlüpfte durch die nur angelehnte Tür ins Haus.

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Copyright liegt bei mir, bitte nicht kopieren, tritratrullala... eh klar ;-)
Liebe Grüße,
Vanuxx
 

Aotora

Frischling
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11 Feb 2015
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28
Es heißt ja immer so schön dass der Anfang bei einer Geschichte das schwierigste ist, weil er den Leser derart fesseln muss dass er weiterliest....
Hast du aber super gelöst. Keine große Vorrede, sondern gleich ins geschehen einsteigen, keine ewig lange "so sieht der Hauptcharakter aus"-Stelle, bereits in so einem relativ kurzen Stück die Gegenwärtige Situation des Hauptcharakters beschrieben. Find ich super :)
Auch die Umgebung ist bereits relativ klar herauslesbar. Freu mich auf die Fortsetzung(en) :)
 
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