Schriften aus meinen Gedanken...

Sefarias

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Ich schreibe immer öfter kurze Texte die oft durch Musik beeinflusst werden, ich werde die tage mal einige dieser Texte reinstellen, ich würde gern wissen was ihr davon haltet, ALSO BITTE AUCH WAS DAZU SAGEN WÄRE WIRKLICH NETT!

Abschied

Mein Blick richtet sich zum letzten mal zur untergehenden Sonne. Ein letztes mal lasse ich mich von diesem Anblick verführen und befreie mich von all meinen Sorgen. Der angenehm kühle Wind weht wie ein Begleiter durch mein graues Fell. Je tiefer die Sonne sinkt, umso näher kommt mein Ende, doch ich fürchte mich nicht. Meine letzten Minuten will ich nicht in Angst verweilen, ich will sie in vollen Zügen genießen.
Zwei Schwalben die am Abendhimmel in einem Tanz ihre Anmut zeigen, lassen mich erneut Glück und Freude verspüren. Selbst im letzten Moment meines Lebens kann ich nicht trauern. Zu schön war mein leben, auch wenn es oft gepflastert war mit Schmerzen die mich zu Boden drückten. Es war nicht immer einfach, doch... was wäre ein Leben ohne Herausforderung.
Das Gras unter meinen Pfoten scheint zu leben und einen eigenen Puls zu haben. Ich kann es fühlen, wenn auch nicht sehr stark. Die meisten machen sich nur darüber Gedanken was sie tun können um ihrem Tod zu entgehen, aber warum? Man sollte keine Angst davor haben, jedoch ihn auch nicht herbei sehnen. Man muss es so sehen, alles was einmal beginnt, endet auch und so ist es mit allem auf dieser und auch jeder anderen Welt. Für manche ist der Tod eine Qual, für die anderen eine Erlösung. Manchmal frage ich mich für wen der Tod wohl schlimmer ist... für den der stirbt... oder für die, die er zurück lässt.
Die letzten Sonnenstrahlen an diesem Abend glitzern wundervoll an der Oberfläche des Meeres und bieten mir ein Farbenspiel das mir deutlich macht wie unbedeutend wir doch sind. Ob ich es überhaupt wert bin diesen Anblick genießen zu dürfen?
Blütenblätter, die vom Wind hinfort getragen werden, wehen an meinem Körper entlang. Ein rosa farbenes Lilienblatt verfängt sich in meinem sonst so trist grauen Fell. Ich befreie es und schaue zu wie es wieder mit den anderen im Wind tanzt. All das was ich an diesem letzten Abend bemerke scheint so unbekannt, als wäre es das erste mal das sich ein solches Schauspiel vollzieht. Erst jetzt wird mir klar das wir in unserem Leben viel zu wenig auf die schönen Dinge achten und uns von Geld und Zeit viel zu beeinflussen lassen.
Die Luft riecht nach Wald und die befreiende Stille macht deutlich das es endet, hier und jetzt. Ich bin dankbar aus tiefster Seele. Dankbar dafür gelebt zu haben, dankbar für all diejenigen mit denen ich mein Leben teilen durfte, dankbar für diesen letzten Augenblick in meinem Leben der mir gezeigt hat welch Schönheit sich auf dieser Erde verbirgt, wenn man sich nur die Zeit nimmt einmal genauer hinzusehen.
Ich bin bereit zu gehen, ich fürchte mich nicht, im Gegenteil, nach alle dem was ich erlebt habe und erfahren durfte bin ich Glücklich... und daran kann sich auch nichts mehr ändern. Lebe wohl du erfülltes Leben, lebt wohl meine Freunde die ihr mir so oft beigestanden habt wenn ich am Boden lag, lebe wohl Anblick... den ich in den letzten Minuten meines Lebens genießen durfte. Die Sonne ist am Horizont erloschen und ich weiß das meine Zeit jetzt vorüber ist. Ein letztes mal schaue ich zum Himmel hinauf und trage ein lächeln im Herzen.
Ich sinke auf die Knie und fühle wie ich immer schwächer werde. Das Atmen fällt schwer und mein Herz verlangsamt sich. Ich fühle es, dass ist das Ende. Jedoch, ich bin nicht allein... meine Freunde die mit mir mein Leben teilten werden immer bei mir sein, auch im Tode lassen sie mich nicht alleine zurück. Zu schwach um aufrecht zu bleiben sinkt mein gesamter Körper unter seinem eigenen Gewicht zu Boden. Ich schließe die Augen und atme ein letztes mal tief ein, dann bleibt mein Herz stehen.
Meine Seele verlässt ihren leblosen Körper, doch sie verlässt ihn mit einem weichen funke der Freude. Mit einem lächeln im Gesicht liegt mein Körper dort im feuchten Gras und meine Seele schwebt zu den Sternen um einer der ihren zu werden.
Zum Stern geworden wacht meine Seele nun über all diejenigen die ihr Leben noch vor sich haben, auf das sie ein genauso erfülltes Leben haben mögen wie das meine...

Es entstand während dieses Liedes
http://www.furaffinity.net/view/2406295/
A Wolf with no Name - by foxamoore
 
Zuletzt bearbeitet:

Kiba

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Ach mein süßer...was ich davon halte?
Der Text ist schön, ohne Zweifel..aber wenn er ein Resultat deiner Gefühle war, dann macht mich das schon leicht traurig.
Sicher, Trauer gehört mit zum Leben, aber glaub mir, bin ich erst einmal bei dir, tut ich alles, damit du ein glückliches Leben hast. *anlächel*
 

Sefarias

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Nicht immer ist Trauer etwas schlechtes, genauso wie Frohsinn nicht immer gut sein muss. Zu verstehen welches Gefühl uns wann und wie bewegt macht sie erst zu den dingen die uns formen und uns fürs Leben zeichnen. Niemand sollte nur Glücklich oder nur Traurig sein, es sollte immer eine gewisse Ordnung zwischen den einzelnen Gefühlen herrschen damit sie am Ende ein gesamtbild ergeben.
 

Yuu_Saitoh

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Oh man o.o
Ich hatte am letzen Teil des Textes richtige Gänsehaut... als ob ich es miterlebt hätte. Erstaunlich wie schöne Geschichten du schreiben kannst Sefi.
Wirklich toll.
 

Sefarias

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Sowas entsteht bei mir öfters wenn ich meinen Gefühlen einmal freien Lauf lasse... und das habe ich an diesem Abend getan
 

Roslarb

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Ich finde diesen Text wunderschön. Ich musste echt schlucken an manchen stellen. Aber ich muss sagen er enspricht schon der wahrheit bzw. gibt einem doch schon zu denken. Also Sefarias *dir meine Pfote auf die Schulter leg* wunder toll hast du das gemacht, geht einem echt an die Seele
 

Sleezy

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Gefällt mir sehr gut, Ich bin der Meinung das es eine Gabe ist wenn man Dinge so wunderschön umschreiben kann, weiter so

freue mich schon auf die Nächste Geschichte :)
Vllt. dann mit Glücklicherem Inhalt :3


Hier fehlt glaub ich ein Wort "Ich bin dankbar aus tiefster." ;)
 

Ryan25

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Wirklich toll geschieben. Sehr traurig aber es bringt einen richtig zum nachdenken.
 

Sefarias

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Ich danke euch, welche Text als nächstes kommt weiß ich noch nicht, das hängt ganz vom Moment ab.
@Sleezy
Habs Korigiert, danke dir
 

Lucky

Faultier
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Wow, Sefi.
Ich muss sagen ich bin begeistert.
Nie hatte ich sowas zu vor gelesen.
Zwar hab ich die selben Gedanken wie du, doch nie hatte ich diese Aufgeschrieben.

Ich glaube, ich sollte auch mal all meine Gefühle und Gedanken aufschreiben.
Dann schick ich es dir und dann sagste mir wie dus findest okay? ;D
 

Sefarias

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Kannst du gerne tun, aber ich bin kein guter Kritiker, also erwarte nicht zu viel von mir ^^"
Ich werde heute abend etwas neues schreiben wenn ich Zeit habe, werde es dann morgen wieder einstellen.
 

Sefarias

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Hab gleich zwei Texte, diesmal aber nicht so schön wie der erste... finde ich zumindest...


Macht

Ich habe in meinem Leben schon vieles gesehen was von großer Macht zeugt, doch selten jemand der es auch wirklich würdig gewesen wäre eine solche Macht zu besitzen. Missbrauch dieser Macht ist eigentlich nie das Ziel, doch verleitet sie uns oftmals dazu, weil wir nicht wissen wie wir mit ihr umgehen sollen.
Auch ich hatte eine solche Macht, die Macht alles so zu verändern wie ich es wollte. Ich erhoffte mir immer ein besseres Leben zu bekommen und so war es auch, jedoch nur für mich. Ich hatte den Partner den ich immer wollte, viele Freunde, ein eigenes Zuhause... es war ein Traum. Alles war wie es sein sollte doch in meinem Übermut habe ich vielen sehr weh getan, auch denen die mir viel bedeutet haben.
Alles was ich getan habe geschah ohne Rücksicht auf womögliche Folgen. Durch mein Handeln und meinen Egoismus starben Leute die ich nicht einmal kannte. Durch meinen Machtmissbrauch verloren viele ihre Liebe. Durch meinen Egoismus stehe ich nun ganz alleine da. Alles was ich wollte war Glücklich zu sein, doch erst jetzt fällt mir auf das ich es bereits war.
Nun habe ich weder Freunde, noch einen Partner oder gar ein eigenes Zuhause. Alles was ich noch habe bin ich selbst. Hätte ich nur früher erkannt das es genauso wichtig ist das mein Umfeld Glück erfährt wie ich wäre es nicht so gekommen wie es nun ist.
Der kalte Regen der an diesem Abend seine Runde macht beißt grausam auf der Haut und der starke Wind verstärkte dieses Gefühl zusätzlich. Ich fror und hatte niemanden mehr an den ich mich wenden konnte. Ich drehte meinen alten Freunden den Rücken zu als ich alles haben konnte was ich wollte. Ich habe denen vor den Kopf gestoßen die mich für das mochten was ich war und nicht weil ich es wollte. Nun sitze ich frierend in einer kalten Seitenstraße und hoffe darauf das der Regen bald enden möge damit wenigstens das Kältegefühl abschwächen würde. Ich schloss die Augen, winkelte die Knie an und versuchte mich mit meiner eigenen Körperwärme etwas aufzuwärmen.
Mein Blick erhob sich rasch als ich ein platschendes Geräusch wahrnahm das am anderen Ende der Seitenstraße zu hören war. Ich konnte nur eine Silhouette erkennen die wohl auf mich zu kam, doch wer es hätte sein könne war mir nicht klar. Nach einigen Schritten die die Person auf mich zugegangen war, senkte ich wieder den Kopf um dem spöttischen Blick zu entgehen mit dem ihn schon viele zuvor angesehen haben. Als er jedoch merkte das der Regen der auf ihn einprasselte aufhörte als die Person unmittelbar vor ihm stand sah er nach oben. Das Gesicht das er sah kam ihm merkwürdig vertraut vor.
Die ihm scheinbar bekannte Person packte ihn an Arm und zog sachte daran. Ich stand auf und erblickte im schwachen Licht seine Augen. Augenblicklich wurde mir klar wer gerade vor mir stand, es war einer meiner alten Freunde, einer von jenen, welchen ich damals den Rücken gekehrt hatte. Ich sah ein sanftes lächeln auf seinen Lippen und auch wenn ich es nicht verdient hatte umarmte er mich. Seit langem fühlte ich mich wieder geborgen und war das was ich immer Zwanghaft erreichen wollte... ich war Überglücklich.
Mir standen Tränen der Freude im Gesicht. Nach dem wie ich ihn damals einfach fallen lies hätte ich nie gedacht das er auch nur die selbe Straßenseite benutzt wie ich und jetzt? Es war als wäre nie etwas gewesen, als wären wir noch immer die selben Freunde wie vor einigen Jahren. Jetzt endlich verstehe ich was Macht wirklich bedeutet: Macht bedeutet zu wissen wie stark sie in Verbindung mit wahrer Freundschaft ist.
Ich hoffe das es niemandem ergeht wie mir. Zwar hat mich diese Erfahrung einiges an Klarheit gegeben und mir auch bewiesen das niemand wirklich die Kraft hat als einziger große Macht zu haben, sondern die Macht die ist, die man in seinen Freunden hat.
Freundschaft ist die größte Macht auf Erden und kann viel bewegen!

Das war der erste... jetzt der andere


Kämpfen

Einen Kampf zu führen der nie der meine war, ein Schwert zu ergreifen welches nie hätte geschmiedet werden dürfen und ein zweiter der den Tod ebenso wenig verdient hatte wie ich. Den Befehlen eines Monsters zu folgen welches selbst nie den offenen Kampf suchen würde ist keineswegs das was ich mir erdacht hatte, doch ich hatte keine andere Wahl. Ich ging in den Krieg um eine Schlacht zu bestreiten die ich niemals gewinnen könne, um Leben zu beenden die mir fremd waren, um das zu töten was einem anderen im Weg ist.
Meine Brüder des Krieges folgten mir in die Schlacht. Am Fuße eines Hanges standen wir, in dem Wissen das uns dieser Kampf viele Opfer kosten würde, doch für unsere Familien war selbst dieser Preis nicht zu hoch. Niemand war wirklich Schuld an dieser Fehde, dennoch mussten wir dafür gerade stehen und unser Blut vergießen. Am Horizont blitzend die ersten Rüstungen im gleißenden Sonnenlicht auf und machte mir und meinen Brüdern deutlich das die noch herrschende Ruhe ein baldiges Ende finden würde.
Mein Griff um den Schaft meines Schwertes wurde enger. Er war beinahe so stark das es mir selbst weh tat. Bereit zum Kampf warteten wir, wohl in dem wissen das wir einige der hier stehenden Soldaten nicht wieder sehen würden und sie im Staub der Kampfes in Vergessenheit geraten werden. Angst kroch in mir auf, angst davor das ich in dieser Schlacht fallen würde und ich meine Familie nie wieder sehen werde.
Der Boden unter unseren Füßen bebte. Die Armee unseres Gegenüber marschierte in strammen aber schnellen Schritten auf uns zu. Ein Schlachtruf unsererseits zeigte das wir bereit waren, auch dafür bis in den Tod zu gehen um die zu schützen die wir lieben. Auch wir bewegten uns in einem geordneten Sprint auf das anstürmende Heer zu. Der Geruch von Stahl war zu vernehmen. Die Moral unserer Krieger war gut, aber das sollte sich schon bald ändern.
In der Mitte des Schlachtfeldes trafen zuerst die Berittenen und dann die Fußsoldaten aufeinander und begannen sofort in einem heftig tobenden Schlagabtausch auszubrechen. Funken sprühten als die Schwerter, Äxte und Hellebarden auf die Rüstungen und Schilde der Soldaten schlugen. Schon bald veränderte sich der Geruch auf dem Feld in eine Mischung aus Staub und Blut das bereits an den Waffen einiger Krieger klebte. Auch mein Schwert bohrte sich durch einige Körper, jedoch fühlte ich bei jedem niedergestreckten Feind auch einen tiefen Schmerz in meinem Herzen. Ich hatte diese Seelen noch nie gesehen, aber trotzdem tötete ich sie ohne wirklich darüber nachzudenken was ich tat. Auch ich wurde an meinem Brustpanzer einige male getroffen, doch er hielt stand. Der Eifer der in der Hitze des Gefechts entstand war kaum noch aufzuhalten. Immer mehr von uns vielen den Waffen unserer Feinde zum Opfer, wohingegen ihre Zahl schier nicht abriss. Obwohl es aussichtslos war griff ich weiter wie ein Berserker an, in der Hoffnung das wir das Blatt doch noch herumreißen könnten, doch es war zwecklos. Von den anfangs tausenden Kriegern waren nur noch etwas über hundert übrig.
Der bittere Kupfergeschmack von Blut füllte meine Kehle als einer der feindlichen Soldaten sein Schwert von hinten durch meinen Panzer stieß und meine Lunge schwer verletzte. Meine wilden Angriffe kamen Augenblicklich zum erliegen und weitere Hiebe streckten mich zu Boden. Ich keuchte und spuckte Blut. Ich war nun einer der letzten der noch am Leben war, doch das galt nur noch für Sekunden. Tränen schossen mir in die Augen, nicht aus Schmerz der mich lähmte, sonder wegen dem was mir in diesem Moment klar wurde: Ich lasse meine Familie im Stich...
Ich fühlte wie sich ein Schwert mit der Klinge an meinen Hals legte, meine Krallen bohrten sich in die rote Erde und tränen fielen zu Boden. Doch entgegen meiner Erwartung enthauptete mich mein Gegenüber nicht sondern schlug mir mit der flachen Seite seines Schwertes gegen die Schläfe was mich beinahe bewusstlos werden lies.

Mir wurde schwarz vor Augen und die Stimmen meiner Tochter und meines geliebten Weibes jagten durch meinen Kopf der durch den Schlag eine breite Platzwunde erlitten hatte. Bilder von ihnen zeichneten sich vor mir und steigerten meine Trauer. Ich verlor das Gefühl in meiner unteren Körperhälfte und japste nach Luft, zog dabei aber nur mein eigenes Blut in die Lunge. Kurz schlug mein Herz unglaublich schnell, doch dann bliebt es Augenblicklich stehen. Ein Schrei, der durch das Blut in meiner Kehle zu einem nassen und grauenhaften Gurgeln wurde war das letzte was ich mit meiner verbliebenen Kraft noch machen konnte. Schwärze legte sich um all meine Sinne und erlöste mich von meinen Qualen und meiner Furcht.
Ich ging in den Krieg um für jemanden zu Kämpfen der nicht einmal meinen Namen kennt, ich barg Angst in vor dem was wohl kommen würde, ich kämpfte in der Hoffnung meiner Familie würde nichts geschehen, ich vernichtete Leben die wohl ebenso wie ich fühlten und ich starb wegen einer Fehde die nicht die meine war. Meine letzten Gedanken waren: Wofür das alles? Lohnt es sich zu töten um einen Streit beizulegen? Ist es wirklich richtig das Leben eines anderen zu nehmen um das eines anderen zu schützen? Wird jemals Krieg etwas sein wovon nur noch in Büchern zu lesen ist? Wird durch meinen Tod eigentlich irgend etwas auf dieser Welt besser oder auch durch den Tod eines jeden anderen?
Mir wurde leider viel zu spät klar das es manchmal wichtiger ist, seinen Gefühlen und dem an das man glaubt zu folgen, als dem Befehlen eines machthungrigen Monarchen. Doch nun ist es für ein solches Einsehen zu spät...

Ich hoffe das war euch jetzt nicht zu viel auf einmal...
Bitte um rückmeldungen
 

Sefarias

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Gemeinsame Zeit...

Viel ist in meinem Leben schon passiert, doch nur weniges zeichneten es so wie dieser Abschnitt... wie dieser Teil MEINER Geschichte...

Ich war Einsam, auf der Suche nach Freunden, auf der Suche... nach einer Familie. Lange Zeit wandelte ich umher ohne zu wissen wohin, ohne zu wissen ob meine Reise ein Ziel haben würde. Ich traf viele Gestalten in meinem Leben, jeder einzelne war auf seine Weise einzigartig und doch glichen sich alle auf ihre Art. Eines Tages nahm mich jemand an die Pfote. Ich kannte ihn nicht und wusste nicht einmal seinen Namen. Er sagte mir ich könne ihm Vertrauen.
Seine Worte wahren stark, doch zugleich auch so sanft und liebevoll. Ich ließ mich auf seine Worte ein, folgte ihm in eine mir unbekannte Welt und obwohl ich sie zum ersten mal betrat, trug ich ein Gefühl der Geborgenheit in mir.
Alles hier war so neu, die Wesen die hier zuhause wahren, den Odem der in der Luft lag... ich fühlte mich zum ersten mal seit einer Ewigkeit zuhause. Harmonie und Friede war hier beheimatet und ich wusste, hier würde ich endlich das finden was ich mir all die Jahre gewünscht hatte.
Die Zeit verging und ich fand zu einem Rudel aus Gleichgesinnten dich mich in ihre Reihe aufnahmen. Ein winziges lächeln durchzog mein Gesicht und zeigte auch den anderen das es mir gut ging. Eines Tages lernte ich einen Wolf kennen, er war etwas besonderes, das fühlte ich schon sehr früh, doch war es mir verwehrt ihm näher zu kommen. Stunden der Unwissenheit zierten meine Tage und mit jedem weiteren wollte ich mehr weinen, da mir das einzige, was ich bei mir wissen wollte, nicht erreichbar war.
Wieder wartete ich in der Einsamkeit auf Hilfe und wieder wartete ich vergebens. Ich war erneut allein und wurde von allen verlassen, die mir etwas bedeutet hatten. Tränen rollten Tag ein Tag aus meine Wangen hinunter und fielen zu Boden. Ich fühlte wie der Tod nach meinem Leben trachtete denn mein Lebenswille zerbrach immer mehr.
Den seelischen Schmerz nicht mehr aushaltend, nahm ich mir eine silberne Klinge, ein Erbstück meines Großvaters, der schon seit langem verstorben war. Eine ganze Weile betrachtete ich mein Ebenbild in der schimmernden Klinge und sah dabei zu wie sich immer wieder Tränen in meinen Augen bildeten. Ich fühlte wie der kalte Stahl sich auf die Haut meines Armes legte. Ein neuerlicher Schmerz durchzog meinen Körper als sich die Klinge ihren Weg durch mein Fell suchte. Eine feine rote Linie bildete sich auf meinem Arm und ich schloss weinend die Augen.
Alles fühlte sich so unwirklich an, die Qualen die ich durchlebte, die Schmerzen die ich fühlte... einfach alles. Ich öffnete meine Augen wieder und betrachtete erneut die Klinge. An ihr klebte nun warmes Wolfsblut, mein Blut. Ein Tropfen meines Lebenssaftes fiel von meinem Arm zu Boden und färbte ihn ebenso wie zuvor die Spitze der Klinge in ein dunkles Rot das in den schwachen Strahlen der Sonne etwas glitzerte. Ich lies das Messer fallen, legte meine Pfoten aufs Gesicht und weinte bitterlich.
Eine Pfote legte sich auf meine Schulter und ein mir bekanntes Gesicht offenbarte sich mir. Es war der Wolf den ich damals so in mein Herz geschlossen hatte. Er sah mich mit einem feinen Lächeln an und legte seine Pfoten um mich. Ich schmiegte mich an sein weißes Fell und benetzte es mit meiner feuchten Trauer. Er sprach kein Wort sondern hielt mich einfach nur fest. Ein wohliger Schauer fuhr durch meinen gesamten Körper und ich fühlte die Wärme seines Leibes an meinem. Ich spürte endlich wieder etwas das Glück nahe kam.
Die Zeit verstrich, ich und der weiße Wolf kamen uns näher. Wir redeten oft miteinander und verbrachten viel Zeit damit uns zu treffen. Ich genoss jeden einzelnen Moment mit ihm, ich war endlich Glücklich. Immer wenn es mir schlecht ging war er für mich da, immer wenn ich Angst hatte hielt er meine Pfote um mir Mut zu machen, immer wenn ich einsam war, nahm er mich in seine Arme.
Wir verbrachten im Sommer eine wundervolle Zeit zusammen. Wir gingen Spazieren, lagen uns oft in den Armen und auch sonst schien alles Perfekt, doch das sollte nicht so bleiben. Am Tag des Abschiedes als ich nach Hause musste, kamen wieder Tränen der alten Zeit in mir auf und ich begann wieder zu weinen und je weiter ich mich von ihm entfernte umso größer wurde meine Sehnsucht nach ihm. Immer wieder brach ich in feuchter Trauer aus und klammerte mich an den Moment in dem ich ihn zuvor noch im Arm hatte und seine sanften Lippen auf den meinen Spürte. Ich wusste ich würde ihn wieder sehen, doch alles sollte anders kommen.
Ich war schon seit langer Zeit wieder zuhause und die Tage verstrichen. Wir Redeten jeden Tag miteinander um uns wenigstens nicht zu verlieren, aber... mit jedem Tag der verging schien ich mich von ihm zu entfernen. Immer mehr verlor mein Herz die Verbindung zu ihm und meine Empfindungen wurden schwächer. An manchen Abenden lag ich ewig wach und wusste einfach nicht weiter. So wie es war konnte es nicht weiter gehen, denn meine Liebe erlosch immer mehr und ich wusste einfach nicht was ich tun sollte.
Eine weile lang distanzierte ich mich von ihm da ich dachte das es vielleicht zu viel des Guten gewesen war, doch es brachte nichts. Ich verlor meine Liebe zu ihm und trauerte jeden Tag mehr, denn der Wolf der mir seine Liebe geschenkt hatte und immer für mich da war... er würde es nie verstehen.
Tag um Tag verging und die inneren Schmerzen wurden immer intensiver. Immer wieder nahm ich den kalten Stahl in die Pfote und hoffte durch ihn etwas Erleichterung zu finden, doch es half immer nur für einen Moment der viel zu schnell verging. Meine Körper wurde immer mehr von Narben durchzogen die von mir selbst verursacht wurden und viele Personen machten sich Sorgen um mich, doch das einzige an das ich denken konnte war mein Wolf.
Der Schicksalhafte Tag kam an dem ich es einfach nicht mehr aushalten konnte und endlich einen Schlussstrich ziehen wollte. Bei dem bloßen Gedanken an ihn kamen mir die Tränen und ich versuchte mit meinen Freunden darüber zu reden, doch alle sagten mir nur das Gleiche... das machte es aber nicht besser. Ich wusste der heutige Tag mein Leben für immer verändern würde.
Das Telefon klingelte und ich nahm den Hörer ab, es war mein Wolf. Ich konnte meine innerliche Trauer kaum unterdrücken, doch ich wollte nicht das er mich weinen hört.
Mit einem schweren Herzen in der Brust begann ich meine Worte zu sprechen und fühlte wie ich meinem Wolf immer mehr weh tat und konnte auch immer wieder ein wimmern in seiner Stimme erkennen. Minuten kamen mir wie eine Ewigkeit vor und es fiel mir immer schwerer Worte mit meinen Lippen zu formen. Ich brach ihm das Herz.
Ich tat dem weh, der mir in jeder Lebenssituation geholfen hatte und für mich da war, dem der sich für mich aufgeopfert hatte, dem... der mich aus vollstem Herzen liebte. Mit jeder Sekunde wuchs mein Hass auf mich selbst und mein Wunsch nicht zu Leben festigte sich. Ich zerbrach seine Welt und das in wenigen Augenblicken. Alles tat mir weh und ich fühlte mich so leer wie lange nicht. Ich hatte ihm keine Chance gegeben um noch einmal anzufangen, ich verbat es mir selbst und es war mindestens ebenso schwer für mich wie für ihn.
Seit diesem Tag weine ich nachts immer in mein Kissen und wünsche mir das alles anders gekommen wäre, doch alles was passiert ist, kann man nicht mehr ändern. Ich habe ihm sehr weh getan und die Narben die ich dabei hinterlassen habe werden wohl noch ewig brauchen um zu heilen.... aber dennoch, auch wenn es ein trauriges Kapitel in meinem Leben war sollte es erzählt werden, denn....
es ist ein Teil MEINER Geschichte!

Kiba, ich werde die Zeit mit dir nie vergessen... du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben... es tut mir alles so Leid...
Bitte vergibt mir

Dein
Sefarias
 

Kiba

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5 Mrz 2011
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Schöne Gesichte. Ich weiss es.. Ich war live dabei.. Auch wenn ich das Ende schrecklich finde. Daran musst du noch arbeiten. ^^

Es war auch die schönste Zeit, die ich je gehabt habe. Niemand voher hatte mir so unglaublich viel Kraft gegeben, wie du. Ich hoffe, das weisst du. Alles hätte ich gegeben, damit es nicht geändet wäre, aber es war leider deine Entscheidung.
Bitte sei stark. Bitte. Ich bin es auch - wenn auch nur gespielt.
Ich bin immer für dich auch, auch wenn es unbeschreibliche Schmerzen sind. Ich kann dich nicht vergessen.

Ich... ich... lie... *ohren anleg*
*beschämt wegdreh*

Du bist ein starker und süßer Wolf.
Selten wirst du einen Grund finden, nicht glücklich zu sein.
Das weiss ich.
Vergiss mich nie. Ich jedenfalls werde es nicht..

Dein Kiba.
 

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