Protokoll des Wahnsinns

Ariana

Guest
Es lief Fäulnis. So ist es stets, wenn mein Kopf beschließt jegliche Rationalität von sich abzuwehren, der Verzweiflung und der Verachtung heim zu sein. Letztendlich sind es Nichtigkeiten, die mich die Kontrolle verlieren lassen. Negativität prasselt stetig auf den Menschen ein, selig ist der, der zu filtern vermag. So belastet jeder Kommentar, jeder Blick, jede Angst und jede Illusion mein Sein.

Wann ich begonnen habe, meinen Verstand zu verlieren, weiß ich nicht mehr. Der Wahnsinn begleitet mich seit vielen Jahren. Zusätzlich macht es der Fakt kompliziert, dass ich keine Ahnung habe, wie ich diesen Wahn überhaupt definieren soll. Er befindet sich irgendwo zwischen Neurose und Psychose und umhüllt wie ein schwarzer Schleier meinen Kopf, verhindert dass ich klar sehen kann, raubt mir die Vernunft.


So begab es sich, dass der Wahn heute zuschlug. Normalerweise hätte ich für diesen Fall alles vorbereitet. Aber habe ich mir mehr Mühe gemacht. Denn zum ersten Mal brach ich nicht zu Hause zusammen. Ich war seit Tagen bei Freunden, sorgte dafür möglichst wenig alleine zu sein, dachte rational, solange ich es noch konnte.
Heute war ich allerdings alleine.


Es lief wie bereits genannt Fäulnis als ich den Einweg-Rasierer mit einem Buttermesser bearbeitete. Ich wollte den Kopf vorsichtig aufberechen um an seine Klingen zu gelangen. Meiner Erfahrung nach sind das die Besten. Sie schneiden Anfangs sehr tief, nach ein paar Schnitten verlieren sie allerdings ihre Schnittleistung.


Die Musik durchdrang meinen Kopf, betäubte mich, lies mich zu einer der Klingen greifen und ansetzen. Lange Zeit geschah nichts. Keine Bewegung, kein Schnitt, kein Blut. Doch dann: "Depressiv - Suizidal - Angstzustände - Scheißegal". Geleitet von der Extase der Gitarren führte ich die Klinge über meine Haut.
Ein Stich durchfuhr meinen Arm als das hauchdünne Metall meine Haut trennte. Die Haut klaffte, ein breiter Graben tat sich auf. Ich sah mein Fleisch ehe sich der Schnitt mit Blut füllte. Vom Schmerz benebelt setzte ich wieder an, und wieder, und wieder.


Irgendwann sah ich nur noch Rot. Der Arm, rot, das Bein, rot. Was einst die Bleiche des Winters war, färbte sich zunehmend. Äußerlich. Ein zarter Duft von Eisen setzte sich in meiner Nase fest, der Wunsch zu gehen wich den Tränen, der Verzweiflung und der Schuldgefühle.


Wann hört das endlich auf?

(Anmerkung der Redaktion: Ich klinge wie ein verdammter Emo. Letztlich wollte ich mir allerdings nur etwas von der Seele schreiben. Vielleicht klappt es ja.)
 

Silvana

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Es klingt recht philosopisch/abstrakt(irgendwo dazwischen) für nur mal eben runter schreiben.
Recht interessant zu lesen, auch wenn die Thematik kein Lese-erlebnis sein sollte.
Zur Thematik selber hüte ich lieber meine Zunge.
Ich bin da zu vorgeschädigt durch Heulsusen und Aufmerksamkeitssuchties und würde vermutlich viel fauchen,
was wenn es ernst ist (was es wirklich zu sein scheint) nicht gerade förderlich wäre.
Wahr sind solche Fälle eh zu individuell um mehr als 08/15 Sprüche bringen zu können.
 

Ariana

Guest
Silvana;bt1371 schrieb:
Es klingt recht philosopisch/abstrakt(irgendwo dazwischen) für nur mal eben runter schreiben.
Recht interessant zu lesen, auch wenn die Thematik kein Lese-erlebnis sein sollte.
Zur Thematik selber hüte ich lieber meine Zunge.
Ich bin da zu vorgeschädigt durch Heulsusen und Aufmerksamkeitssuchties und würde vermutlich viel fauchen,
was wenn es ernst ist (was es wirklich zu sein scheint) nicht gerade förderlich wäre.
Wahr sind solche Fälle eh zu individuell um mehr als 08/15 Sprüche bringen zu können.
Nein, keine Sorge... ich habe nicht vor irgendetwas Letales anzustellen. Mir ging es beim Posten tatsächlich um... den sprachlichen Stil.
 

Sari

Guest
Eben Silencer gehört.. komme rein.. und lese das. Passt. ^^

Interessant zu lesen. Der erste Part erinnert mich sogar ein wenig an Oswald Henkes Textereien. Ich denke zu wissen welche Art Wahn du hier beschreibst. Es erinnert mich sogar recht unangenehm an mich selbst.

Und übrigens, du klingst nicht wie ein "verdammter Emo". Mit Emo hat das wirklich nichts zu tun. -_-
 

Falki

Guest
Sehr gut geschrieben ;) Irgendwie dein typischer Schreibstil bei sowas, lässt mich sehr oft erschaudern...
 

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