Namenlos

Silvana

die Trolljägerin
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Vorweg:
Die Geschichte hab ich schon mehrfach geschrieben, aber immer die eigentliche, mittlerweile ca 7 Jahre alte Grundgeschichte beibehalten, was man im Anfang auch gut zu spüren bekommt.
Eig war ich schon bei 30 Seiten, aber mir sind 21 Seiten abhanden gekommen...
Es ist also nur der holprigere alte Teil übrig geblieben, dennoch möchte ich ihn nun doch zeigen.
Evtl. motiviert ihr mich ja, den ruhigeren Teil der Geschichte erneut zu schreiben.
Auf Grund der Länge, bekommt die Geschichte auch einen eigenen Thread.
Ich bin mir nur noch nicht sicher ob die ganze Geschichte u18 bleibt.
Ab und an wird es gewiss mal böse werden.
Wobei, ich glaube selbst bei den 30 Seiten, gab es an Verletzungen nur ein paar Kratzer.
Verbesserungsvorschläge sind natürlich willkommen.
Beginnen wir mal:

Namenlos

Josy war fast 18 und tat sich schwer mit ihren Mitmenschen wie viele in ihrem Alter.
Doch das Ärgern und die kindischen Beleidigungen machten ihr wenig. Ein wesentlich größeres Problem war die Zeit außerhalb der Schule.
Während ihre Klassenkameraden raus gingen, mit anderen feierten, oder sich sonst wie einen schönen Abend machten, war sie zuhause in ihrem Zimmer.
Sie war keines Wegs unattraktiv, auch nicht dumm und auch nicht ganz unerträglich.
Trotzdem verbrachte sie die Freizeit in ihrem Zimmer, wo sie so viel lieber draußen wäre.
Warum? Die Familie machte es ein wenig schwer einfach raus zu gehen, um nicht zu sagen unmöglich. Die Erlaubnis zu ergattern raus zu gehen dauerte länger als die Zeit die man dann noch Draußen hatte.
Unsere Geschichte beginnt an einem Abend wie so viele.
Josy ist allein zuhause und liegt Gedanken versunken auf ihrem Bett.


Sie hatte noch eine Stunde für sich. Mit einem leisen Grummeln ärgerte sie sich darüber das sie ihre sturmfreie Zeit nicht nutzen konnte. Eine Runde mit dem Fahrrad hatte sie schon hinter sich, aber sie wusste nicht wohin sie noch sollte, vor allem da sie in einer Stunde wieder Zuhause sein musste.
Um sie herum lag Papier verteilt. Unzählige Skizzen, von Kreaturen aus ihren Träumen.
Ihre Träume waren ihr Zufluchtsort, ihr kleines Paradies, aber leider… Die Türklingel riss sie aus ihren Gedanken.
Sie hatte mit niemanden gerechnet. Ihre Familie hatte auch niemanden angekündigt.
Schnell eilte sie zu Tür.


Ein junger Mann, Anfang zwanzig mit recht kurzem schwarzem Haar und grau blauen Augen Stand vor ihr.
Sie kannte ihn nicht mal vom Sehen her, das war sehr ungewöhnlich. Was wollte er hier?
Plötzlich fiel ihr ein das sie den Fremden seit fast 2 Minuten einfach nur ansah ohne ihn zu begrüßen, was mittlerweile ein leicht verschlagenes Grinsen hervorgerufen hatte.
Etwas was sie so liebte diese selbstverliebten…sie führte den Gedanken nicht weiter, sondern beschloss den Fremden endlich zu begrüßen. „Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?“
Ein Schaudern durchfuhr ihn und sie sah ihn kurz irritiert an. „Guten Tag. Siezen musst du mich nun wirklich nicht. Das klingt falsch. Dürfte ich rein kommen? Ich würde nur gern etwas plaudern.“
Sie hatte noch fast eine Stunde, sie langweilte sich halb zu Tode, und irgendein Halbstarker der nicht zu ihrem Bekanntenkreis oder Schulkreis gehört wollte ins Haus zum Plaudern.
Ein Fremder der mit ihr allein sein wollte.


Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. „Warum auch nicht, komm rein“

Sie ahnte noch nicht, was sie soeben getan hatte.
Sie wollte nur einen Fremden ärgern, der ihr gerade Wegs in die Fänge läuft, um sich die Zeit zu vertreiben.
„Du musst aber in spätestens einer Stunde wieder weg sein“, fügte sie hinzu und wartete auf eine Reaktion seinerseits. „Das sollte reichen“ Er schien sich über ihren leicht irritierten Gesichts Ausdruck zu amüsieren.
Sie setzte sich auf einen Sessel und bot ihm mit einer Geste an sich einen Platz auszusuchen.
Er nahm dankend an und sah ihr in die Augen. Er schien sich auf etwas zu freuen. „Worüber möchtest du mit mir sprechen?“, fragte sie.


„Über deine Familie.“ Ihr klappte der Kiefer runter. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet.
„Und..?“ Er holte noch einmal tief Luft und schloss die Augen als würde ihm schwer fallen zu sagen was er nun sagen wollte. „Deine Eltern hier, sind nicht deine richtigen Eltern.“ Er sah ihr in die Augen und war überrascht über das was er sah, ihre Augen strahlten regelrecht, um gleich einem anderen Gefühl als der Freude Platz zu machen „Ich hätte nie hier sein müssen?!“ Sie fasste sich wieder offensichtlich ein wenig beschämt da drüber dass sie lauter wurde.
Er sah sie ein wenig irritiert an. „Ich hatte eigentlich erwartet dass du diese Neuigkeiten am schlechtesten auffasst. Deine Eltern hier wissen nicht dass du nicht ihre Tochter bist.“


„Wie das?“ Er zögerte eh er antwortete: „ Es wurde einiges durcheinander gebracht und das vertuscht“ Er schien dies nicht genauer erklären zu wollen also gab Josy sich mit der Antwort zufrieden, bis ihr eine Frage einfiel. „Wer bist du eigentlich?“
Er lachte, und dieses Lachen auch wenn es erheitert klang, ging ihr durch Mag und Bein.
„Entschuldige bitte“, sagte er als sein Lachen zu einem Kichern abgeflaut war und verklang. „Mein Name ist unwichtig. Wichtiger ist ich würde dir gerne die Heimat deiner Eltern zeigen.“
Sie sah ihn einen Moment lang an. Er war ein Fremder es gab keinen Grund ihm auch nur ein Wort zu glauben, auch wenn sie es gerne tun würde. Sagte er nicht dass ihm eine Stunde reichen würde?
Wie sollte er ihr in einer Stunde ihre Heimat zeigen? Wo sollte diese dann überhaupt sein?
„Gib mir nur einen Beweis für deine Worte eh wir weiter reden…bitte“


Seine Verwirrung wich einem Lächeln. „Ich möchte dir keine Überraschung nehmen, da du mir vermutlich dann erst recht nicht glauben würdest, aber so wird es natürlich schwieriger. Andererseits wärst du ein Narr mir ohne Beweis zu glauben.“ Er sah auf die Uhr und überlegte kurz.
„Was hast du an Hobbys?“, fragte er. Sie sah ihn nun völlig verwirrt an. „Ich zeichne gerne aber wieso…“ „Perfekt, würde es dir was ausmachen mir ein paar Zeichnungen zu zeigen?“
„Nein, ich hol sie eben.“
Sie ging in ihr Zimmer und überlegte welche sie ihm zeigte. Es gab viele, gute schlechte Fantasie volle, Studien, von Gegenständen und Lebewesen. Ihre Verwirrung machte es nicht gerade leichter. Die Situation überforderte sie doch ein wenig. Mit einem Mal stand er hinter ihr. „Mach dir nicht so einen Kopf welche, wenn du erlaubst stöbere ich auch selber.“ Es widerstrebte ihr aber sie wusste auch nicht wonach er suche und wüsste dass sie sich auch in einer Stunde noch nicht für Bilder entschieden hatte, und die Zeit lief weiter.


Er kniete sich hin, die Zettel lagen überall verteilt, manche waren von Tisch und Kommode runter gefallen, manche lagen auf dem Bett und eigentlich auf jeder Ablagemöglichkeit. Er nahm ein paar Zettel in die Hand, Josy konnte sein Gesicht nicht sehen was es ihr um einiges erschwerte seine Emotion abzuschätzen, weswegen sie zusammen zuckte als er ein triumphierendes „HA!“ von sich gab. Er zeigte eine Zeichnung von einem Menschen. Es lief ihr eiskalt den Rücken runter.
Sie hatte ihn gezeichnet, das Bild war nicht perfekt aber die Ähnlichkeit war deutlich zu erkennen.
Vor allem die Augen, sie hätte sie kaum besser treffen können. Wie konnte das sein? „Es gibt noch andere Bilder die für mich beweisen dass meine Worte wahr sind, aber das würden sie dir wohl auch erst im Nachhinein.“ Josy setzte sich auf den Boden und sah das Bild an. Sie Zeichnete so gut wie nie Menschen. Vor allem wenn sie wussten, dass sie sie zeichnet. Sie kann ihn also nicht gesehen und gezeichnet haben, aber so viel Ähnlichkeit konnte kein Zufall sein.
„Wie...ist das möglich?“ Er ließ eine Skizze unbemerkt in seiner Hosentasche verschwinden. „Also wollen wir?“ Sie sah ihn verwirrt an. „Ich wollte dir doch deine Heimat zeigen“ Josy sah auf die Uhr.
„Ich habe besten falls noch 15 Minuten…“
„Wir brauchen keine Zeit mehr, du musst nur noch zustimmen.“ Sie zögerte, aber nickte schließlich, und dann war alles schwarz.
 
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Deathlight

Faultier
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Also die story ist schon mal recht interessant geschrieben und ich will sie unbedingt weiter lesen.

Und zu deiner frage mit u18 kann ich nur sagen, dass wenn du die story ü18 machst greifst du das klischee vom reinlassen fremder menschen auf aber denke die story wird auch weiter gut bleiben wenn du bei u18 bleibst.

Aber im Endeffekt liegts dann doch bei dir ;)
 

Silvana

die Trolljägerin
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Danke^^
Naja die Story steht schon weitgehend fest. Ich weiß nur nicht ob das in ü18 fällt.
Ich frage bei meiner Geschichte nicht, was andere wollen was ich inhaltlich schreibe ;)

Dann geb ich dir gleich mal den nächsten Abschnitt.
____________________________

Namenlos Teil 2

Als sie wach wurde fand sie sich auf einer Wiese wieder. Wie war sie hier her gekommen?
Die Erinnerungen an den letzten Tag waren schwammig.
Während sie überlegte sah sie sich um, doch nichts half ihr weiter. Nur eins stand fest, diesen Ort kannte sie nicht und er war definitiv nicht bei ihr zuhause.
Dann viel ihr der Mensch auf, der am Rande der Wiese auf das Tal hinunter blickte.
Sie stand auf und ging in seine Richtung. Als sie ihn erkannte brachen die Erinnerungen an den letzten Abend wieder auf sie herein und brachten sie zum Stehen.
Ein unangenehmer Gedanke machte sich breit, sie war definitiv nicht zuhause als ihre Eltern Heim kamen. Das wird gewiss ein lustiges Wiedersehen.


Aber zurück zum eigentlichen Problem. Wo war sie? Wie kam sie hier her? Was hat er eigentlich vor? Warum war sie bewusstlos oder eingeschlafen? Und vor allem, wie geht es weiter?
Er drehte sich zu ihr um und lächelte, aber dieses Lächeln, als ob…
Ihre Gedanken wurden von einem Beben unterbrochen. Erschrocken stolperte sie zurück und fiel.
Das Beben wurde von einem donnernden Geräusch begleitet. Sie sah wie ihr Begleiter lachte, doch hörte sie es durch das Donnern nicht. Er stand am Rande einer Klippe während der Boden bebte und lachte? Er zeigte die Klippe hinunter,
und dann sah sie die Ursache des Bebens. Ein Pegasus jagte über die Klippe und sprang auf die Wiese, doch noch eh er gelandet war folgten ihm unzählige weitere.


Sie waren die Klippe hinauf gerannt, doch das Beben und Donnern der Hufen nahm kein Ende.
Wie eine riesige Welle kamen sie aus den Tiefen des Tals hervor.
Ihre Stärke und Eleganz, war Atem beraubend, so dass ein Gedanke erst spät bei Josy auftauchte:
Sie würden sie nieder trampeln. Erschrocken versuchte sie sich wieder aufzurappeln. Doch die wundervollen Tiere ließen sie unberührt.
Sie stürmten an ihr vorbei mit berauschender Kraft und Geschwindigkeit, doch krümmten sie ihr nicht ein Haar, nichts außer der Windzug streifte sie.
Das Beben wirkte nicht mehr Bedrohlich, die kraftvolle fliesende Bewegung der ganzen Herde änderte das eben noch so ängstliche Gefühl, nahezu in einen Rausch.


Sie wollte laufen, mit ihnen, sich mitreißen lassen von diesem Lauf. Sie schloss die Augen und versuchte nur nicht mit zu laufen, da sie doch Sorge hatte dann vor den Hufen der Tiere erwischt zu werden.
Mit einem Mal packte sie etwas und riss sie hoch. Eh sie sich versah saß sie auf dem Rücken eines der anmutigen Tiere. Sie schlang die Arme um das Tier und klammerte sich fest.
Doch die Kräftigen Bewegungen des Pferdes lockerte ihre Klammerung wie von selbst, um weiter ungehindert im Rhythmus zu arbeiten. Sie spürte den Puls, das Adrenalin des Tieres, diesen Rausch von Geschwindigkeit. Josy lies locker bis ihre Haltung und Bewegung mit dem des Pferdes mitflossen, was dieses zu einem freudigen Wiehern brachte. Josy sah nach oben, nur um ihre eben gewonnene Sicherheit wieder zu verlieren. Sie rannten in einen Wald. Die Herde floss durch das Geäst wie Wasser, ohne zu straucheln, zu stolpern, ohne scheinbar irgendetwas zu berühren.


Sie duckte sich und schloss die Augen. Sie spürte nur noch an den Bewegungen des Pferdes wo sie lang liefen, merkte aber beinahe zu spät den Sprung des Tieres und konnte den Aufprall nur schwer ausgleichen, womit sie sich gleich einen verärgertes Schnauben ihres Trägers einhandelte.
Sie Spürte wie die Muskeln schneller arbeiten, noch etwas mehr aus dem Tier holten.
Josy hatte ihre Augen mittlerweile wieder geöffnet und sah durch die Bäume ein Schimmern.
Das Pferd brach regelrecht aus dem Geäst hervor mit einem gewallten Sprung ins nichts.
Josy erschrak als sie sah des es einige Meter in die Tiefe gehen sollte. Doch in dem Moment Spannte das Tier die Flügel aus und lies sich sanft zur Wiese hinunter gleiten.
 

Falki

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Silvana du hast einen tollen und mitreissenden Schreibstil :) ein riesen Kompliment von meiner Seite :) Ich bin ja schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. Ich sage mal so solange du in gewissen Situationen nicht zu sehr ins Detail gehst, sollte das wegen ü18 oder u18 kein Problem sein.

LG

Falki
 

Silvana

die Trolljägerin
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Herzlichen Dank *verbeug*
Aber Details machen eine Geschichte doch erst so schön.
Naja man kann es dann ja immernoch verschieben.
Also 9 seiten hab ich.
Kann also wenn ich am rechner bin wieder ein zwei Seiten hochladen xD
Und bitte weist mich auch Rechtschreibfehler und co hin.
 

Falki

Soulfighter / Boardwächter
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Jap das ist definitiv so Silvana ^^ Ich meinte nur wenn du die Geschichte wegen den ü18 Sachen "zensieren" möchtest :) Bin echt riesig gespannt wies weiter geht *freudig die Pfoten reib*

Bisher wär mir kein Fehler aufgefallen, aber muss nix heissen... ^^'
 

Zero

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Ein paar Rechtschreibfehler. Ein Bisschen Vertipper, ein paar Grammatik- und Kommafehler. Aber nichts Weltbewegendes. Ich schreibe dir die Korrekturen per PN.
 

Silvana

die Trolljägerin
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Danke Zero.:)

Namenlos Teil 3:

Während es dies tat sah Josy sich die riesige Lichtung an auf der sie waren. Ein See, umgeben von einer Wiese, genug Platz für die ganze Herde. Es war ein wunderschöner Anblick.
Noch bevor sie auf dem Boden waren wurde Josy wieder von etwas gegriffen und nahm sie vom Pferderücken.
Sie sah nach oben und sah die Augen desjenigen der sie hergebracht hatte, mehr konnte sie auch nicht sehen da er sie fallen ließ.
Sie sah nach unten und Versuchte ihren Fall in einen Sprung um zu wandeln um möglichst gut ins Wasser eintauchen zu können.
Viel tiefer hätte sie so nicht fallen dürfen, doch das kühle Wasser war durchaus angenehm nach dem Ritt. Sie öffnete ihre Augen und sah wundervoll farbprächtige Fische umher schwimmen.
Sie sah zur Wasser Oberfläche und wie die Fische unter den Seerosenblättern spielten. Verborgen vor den Blick hungriger Jäger.
Josy schwamm zurück ans Ufer, wo sie bereits erwartet wurde. Ein Grinsen zierte sein Gesicht. „Hast du vor so pitschnass herum zu laufen?“
Sie betrachtete die vor Nässe an ihr klebende Kleidung. „Nicht wirklich, aber das is ja auch nicht ganz meine Schuld oder?“, fragte sie mit einem frechen Grinsen. „Wie hast du das eigentlich gemacht?“, fügte sie hinzu.
„Ich hab dich fallen gelassen, so schwer ist das nicht“, feixte er.


Er zog sein T-Shirt aus und 2 ledrige schwarze Flügel brachen aus seinem Rücken hervor.
Ihre Augen weiteten sich. Vorsichtig strich sie mit den Fingern an den Linien eines ausgestreckten Flügels entlang. Sie sahen aus wie Fledermausflügel, das feine Leder war gerade fest genug um genug Wind abzufangen um den Körper oben zu halten aber leicht genug um nicht eben diesen runter zu ziehen. Die armähnlichen Muskeln waren stark sie konnte der Linie bis in die mit Krallen versehenen Fingerspitzen folgen die die Haut der Flügel spannten. Eine dünne Haut umgab die Flügel zum zusätzlichen Schutz. Plötzlich fing die Haut unter ihren Fingern an leicht zu zittern und der Flügel zog sich zurück. Irritiert sah sie ihre Begleitperson an. Der sie mit einem unmöglich zu deutenden Blick ansah, aber was auch immer sie getan hatte war wohl nicht ganz ok gewesen. „Ist ja schön dass ich dich so fasziniere, aber ich würde es willkommen heißen wenn du mich weder kitzelst noch betatschst“ Josy wurde pur pur rot. „Das war nicht meine Absicht“, stammelte sie verlegen.
Er schüttelte seine Flügel noch kurz eh er sie wieder verschwinden ließ. „Davon gehe ich aus. Ich hatte auch mehr sorge das du vorhast einen abzuschneiden und zu examinieren anstatt mich zu kitzeln.“ Ihn durchlief ein leichtes Schaudern dann fuhr er fort: „ Ich wollte ursprünglich mit dir in die Stadt zum Haus deiner Eltern, dieser kleine Ausflug war nicht geplant, jetzt wäre es evtl. besser wenn du erst mal trocknest. Ich hol dir Kleidung, denkst du, du kommst solange allein zurecht?“ Sie nickte und damit war er auch schon fast außer Sichtweite.


Josy legte sich auf die Wiese und sah in den Himmel als ihr bewusst wurde, was überhaupt gerade vor sich ging. Eine Herde Pegasi, ein Mensch mit Fledermausflügeln, und ganz neben bei war sie an einem Ort der ihr völlig fremd war während zuhause vermutlich Ärger auf sie wartete da sie nicht da war… Sie war in einer fremden Gegend ohne die leiseste Ahnung zu haben wie sie zurück kam, und der einzige mit dem sie hier zu tun hatte war ebenfalls ein Fremder der fliegen konnte.
Die Gedanken wiederholten sich in ihrem Kopf, sie konnte es selbst nicht ganz fassen was war, warum war sie mit ihm mitgegangen? War sie nicht, aber sie hatte es ihm erlaubt, warum?
Weil sie ihn gezeichnet hatte, weit bevor er sie besucht hatte.
Sie durchstöberte in Gedanken einige ihrer Zeichnungen. Wenn diese weiter zutreffen, war ihr Begleiter kein Mensch. Sie bekam leicht Gänsehaut bei dem Gedanken. Wenn ihre Zeichnungen allein bezüglich ihn alle stimmten, war er ein Dämon, ein Monster. Sie überlegte weiter wie er sich verhalten hatte. Wie ein furchteinflössendes brutales Monster wirkte er nicht gerade.


Sie war so in Gedanken versunken das sie gar nicht merkte als er wieder da war.
Er setzte sich leise neben ihr hin und sah in ihre Gedanken verlorenen Augen.

Er legte die Kleidung die er ihr mitbrachte auf sein Bein ab und versuchte ihre Gedanken zu erahnen.
Ein Lächeln huschte über sein Gesicht als ihm einfiel wie durcheinander sie sein musste.
Mit einem Mal zuckte sie zusammen und sah ihn mit großen Augen an. „Du bist ja schon zurück“
Er lachte und erwiderte: „Erst seit einer halben Stunde denke ich evtl. auch schon seit einer ganzen. Mein Zeitgefühl ist hier nicht das Beste.“


Er reichte ihr die Kleider und sah ihren verwunderten Blick. „Ist etwas? achso“, er kicherte „Ja, wie du gewiss schon erraten hast ist das hier nicht ganz die Gegend die du gewohnt bist, und hier ist eben eher mittelalterlicher Stand, sei froh das ich dir kein Kleid aufzwinge, aber das wäre beim Fliegen sowieso hinderlich, außerdem wirkt es auf mich zugegebener Maßen seltsam, dafür war ich wohl zu lange bei euch.“


Sie nahm die Kleidung und schlüpfe hinein. Leinenstoff und Leder war nicht unbedingt ihre erste Wahl, aber wenn sie bedenkt was sie sonst hätte anziehen müssen, war das doch wesentlich eher ihr Geschmack. „Wenn es genehm ist würde ich dir lieber selbst zeigen wie man fliegt als dich in der Luft baumeln zu lassen. Zu Fuß ist es doch ein wenig zu weit, zumindest wenn man stattdessen fliegen kann. Ansonsten kannst du ja versuchen noch mal einen Pegasus zu rufen aber ich wage zu bezweifeln das einer hört.“ „Ich kann fliegen??“ Er Lachte und setzte sich zu ihr. „Menschen können es nicht, aber ja dir kann ich es beibringen.“ Ihr klappte der Kiefer runter. „Ich bin kein Mensch?“
Nun musste auch er sich eingestehen dass es ein wenig viel Info für einen Tag war.
„Ich glaube wir schaffen dich wirklich nur noch nach Hause und lassen es erst mal gut sein. Dafür müsstest du nur noch fliegen lernen“, er seufzte: „Na Hauptsache wir werden damit heute noch fertig.“
 
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Spirit

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Deine Geschichte macht irgendwie süchtig *~* Bitte noch mehr ja ;)
 

Silvana

die Trolljägerin
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Awww danke.
Dann gebe ich euch heute noch einen Teil ^-^
Ich hab nur Sorge wenn ich zu viel auf ein mal poste,
das manche keine Lust haben alles zu lesen.

Namenlos teil 4:



Sie standen sich eine Weile schweigend gegen über bis er leicht vor sich hin grummelnd ihr Oberteil abstreifte. Josy stolperte zurück. „Wa..“ Er rollte mit den Augen „Um zu fliegen brauchst du Flügel also würdest du das Oberteil gleich wieder kaputt machen“ er kicherte: „Keine Sorge, das war der einzige Grund, auch wenn es durchaus ein entzückender Anblick ist. Aber wenn Madam so will…“ Er nahm ein Stück schwarzen Stoffes aus seiner Tasche und kicherte. Josy wich einen Schritt weiter zurück, doch dann verband er sich selbst die Augen und ging wieder ein paar Schritte auf sie zu.
„Ich will ja nicht dass du dich unwohl fühlst.“ Nun war sie es die lachte.
„Gut, fangen wir an“, sagte er und trat hinter sie. „Wie kommt es das du trotz verbundener Augen nicht stolperst?“, fragte sie. Er Grinste. „Das liegt daran das ich meine Augen nicht brauche um zu sehen“ bei seinen Worten lief ihr ein Schauer übern Rücken. „Dann hat die Augenbinde ja viel gebracht“ er lachte und fragte: „Soll ich sie wieder abnehmen?“ „Nein“ er kicherte „Na also.“
Er strich mit den Fingern über Ihre Schulterblätter, und zeichnete somit die Ansätze der Flügel.

„Jetzt müsste ich dich nur noch überreden sie zu zeigen… darf ich?“ Sie wusste nicht was er meint als sie etwas leicht gegen ihr Bewusstsein drücken spürte. Sie zuckte kurz zusammen und er wiederholte die Frage und sie ließ ihn passieren. Er ging ein paar Schritte zurück und sie spürte wie seine Gedanken die ihren verdrängten ohne dass sie sie wirklich hören konnte. Ein seltsames, und nicht gerade behagliches Gefühl. Sie spürte den Befehl und das herausbrechen von Flügeln. Sogleich zog er sich aus ihrem Bewusstsein zurück. „Das ist wesentlich einfacher als erklären findest du nicht?“

Sie schauderte und ergatterte langsam wieder die Macht über ihre Gedanken zurück.
„Das war… beunruhigend“ „Verzeih mir aber ich wüsste sonst beim besten Willen nicht wie ich dir das bis heute Abend beibringen sollte“
Er überlegte kurz. „Es wäre das Einfachste dir so komplett das Fliegen bei zu bringen“
Josy stolperte zurück. Viel offensichtlicher hätte sie ihre Ablehnung gegenüber diesem Vorschlag nicht zeigen können. „Hat man dir fliegen auch so beigebracht?“, fragte sie.

„Nein, ich habe es mit der Zeit selbst gelernt. Verträgst du es im Freien zu schlafen? Dann kann ich dir in Ruhe das Fliegen beibringen, ansonsten sollten wir uns langsam auf den Weg machen. Zu Fuß wird es dauern eh wir da sind.“
Sie betrachtete ihre Flügel, und schwang sie leicht. „Ich würde es schon gerne können, aber haben wir die Zeit?“ Etwas flackerte in seinen Augen und ein Grinsen huschte über seine Züge.

„Wir haben alle Zeit der Welt…“ Seine Stimme jagte ihr einen Schauer über den Rücken, etwas an ihm behagte ihr nicht. Sie seufzte und streifte den Schauer ab. „Da wir scheinbar etwas länger miteinander zu tun haben würde ich doch gerne wissen wie du heißt.“ Das Grinsen verschwand aus seinem Gesicht. „Ich habe keinen richtigen Namen.“ Josy sah ihn ungläubig an. „Irgendeinen Namen musst du doch haben, irgendwie muss man dich doch nennen, oder nicht?“ Sein Lächeln wirkte ein wenig betrübt und es dauerte eine wenig eh er antwortete. „ Ja, man nennt mich ein Monster, den Albtraum, die verkörperte Angst oder auch Schatten“ Josy plumpste auf den Boden.
„Nette…Namen“ Er kicherte und setzte sich vor ihr auf die Wiese. „Ja man kann sich keine bessere Gesellschaft wünschen als die meine. Dir bleibt wohl nichts anderes übrig als bei mir zu bleiben. Ich denke alleine wirst du hier sehr schnell Probleme bekommen. Aber im Grunde verdanke ich diese Namen einfach meiner …Fähigkeiten“, er deutete auf ihre Flügel. „Unter anderen wegen denen. Menschen mögen nicht was anders ist.“
Josy sah sich ihre Flügel an, der Wind kitzelte an der feinen Haut und sie zog sie zusammen.
„Ja…da ist was dran“, sagte sie leise. „Was kannst du noch?“, fragte sie. Trotz der Augenbinde konnte sie sehen dass sich seine Augen weiteten.
„Wenn es dir recht ist, zeige ich dir das nur wenn es nötig ist.“

Josy ließ sich auf die Wiese fallen und sah zum Himmel hinauf. „Ich würde es wirklich gerne können, es muss schön sein da oben. Wenn der Wind einen unter die Flügel greift, und man sich einfach tragen lassen kann, und über alles hinweg gleitet. Man kann sich einfach fallen lassen.“
„Dann sollten wir anfangen zu üben, nicht wahr?“ Er reichte ihr die Hand und zog sie auf die Beine.
Er spannte seine Schwingen und ein verträumtes Lächeln zierte seine Lippen.
„Und du hast Recht, es ist nirgendwo schöner als dort oben, nie ist man den Sternen näher, nirgendwo fühlt man sich freier, ungezwungener, entspannter. Ob im Mondlicht zu baden, oder das Gefühl wenn die wärmenden Sonnenstrahlen durch die Flügel scheinen und einen mit Wärme erfüllen.
Um fliegen zu können hilft meist kein Studieren, keine Bücher, du musst es fühlen, das ist besser als jede Erklärung, und ich denke du wirst es schnell verstehen.“
 

Ice

Frischling
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Mach dir bitte keine Sorgen wegen dem zu viel posten, lesen hat noch niemandem geschadet. Außerdem ist die Geschichte wirklich fesselnd und kreativ. Werde auf jeden Fall alles lesen, egal wieviel du auf einmal postest.
lg :lol:
 

Falki

Soulfighter / Boardwächter
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*lesezeichen hier setz*

Silvana die geschichte ist der absolute hammer! Sie fesselt einen richtig, hast du schon mal daran gedacht autorin zu werden? Also wenn ich die geschichte so lese hättest du das zeug dazu.

Einfach nur hammer.
 

Silvana

die Trolljägerin
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Dank dir.
Naja ich hatte es mit der Geschichte versucht.
Wie gesagt von 30 Seiten sind nur noch 9 über.
War auch schon bei 20 und es gingen eieder Seiten verloren... schon drei oder vier mal gingen einige Seiten verloren.:|
 

Falki

Soulfighter / Boardwächter
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Das ist schade, also bist du dabei alles noch einmal zu rekapitulieren oder ist das der teil der noch über ist?

Heutzutage gibt es zum glück clouds um so etwas tolles zu sichern :)

Mach bitte auf alle fälle weiter silvana.
 

Silvana

die Trolljägerin
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Das ist, was über ist, aber mal schauen ob ich weiter schreibe.
 

Falki

Soulfighter / Boardwächter
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Ich würde es sehr schade finden wenn nicht die geschichte ist einfach nur toll
 

Spirit

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Allein die Vorstellung das man mal " normal" war und dann so Fliegen lernt usw. Ist mega genial *-* und super kreativ.
 

Silvana

die Trolljägerin
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Danke^^
Wobei sie es ja eig schon war, wie diese Welten zusammenhängen und wieso weshalb warum, wird hier und da immer mal wieder ein bisschen erklärt.

Namenlos Teil 5



Josy stand auf und machte ein paar Probeschläge mit ihren Flügeln.
Sie glaubte seinen Blick zu verstehen, dort oben, dort wollte sie hin, sie wollte diesen Traum erleben.
Wie oft hatte sie es sich vorgestellt zu fliegen? Und nun stand sie hier, mit eignen Flügeln unter dem herrlichen Himmel. Sie schloss die Augen und lies den Wind in die Flügel greifen. Es war ein schönes Gefühl im Wind zu liegen, so leicht. Sie stand nur auf Zehenspitzen und schloss die Augen.
Wie oft hatte man das als kleines Kind getan? Bei wind die Jacke als Segel benutzt und sich in den Wind gelegt. Doch so war es noch schöner. Sie ließ ihre Flügel ein paar Mal schlagen, was sie vom Boden löste jedoch gleich wieder dorthin beförderte. Ohne den Halt ihrer Füße kippte der Wind sie einfach um. Sie raffte sich wieder auf und versuchte es erneut, den Blick in den Himmel gerichtet, sie lehnte die Flügel ein wenig weiter vor, die Bewegung änderte sich, ihre Flügel fingen den Wind nicht ab, sie leiteten ihn, er strich die Haut entlang, Widerstand und Stütze, doch wieder fiel sie nach wenigen Augenblicken zu Boden. Sie stellte sich wieder hin, schloss die Augen und versuchte es erneut, als sie spürte wie er nach ihren Händen griff. Sie spürte wie seine Flügel schlugen, und er zog sie nach oben, seine Arme umschlangen sie und er jagte nach oben. Josy hatte nur Zeit die Flügel einzuklappen, er war so schnell das sie sorge hatte ihre Flügel würden reißen würde sie sie ausbreiten. „Was tust du?“, rief sie damit er sie durch den Zugwind noch verstand. „Wie lernen Vögel fliegen?“ Bei seiner Antwort wurde sie kreidebleich. Nein, er würde sie nicht… Doch da wurde er schon langsamer, bis sie schließlich auf einer Höhe blieben. Zögernd sah sie nach unten.
Sie sah den See, den nahezu endlosen Wald, die Klippe bei der ihre Erinnerungen angefangen hatten. Und noch so vieles mehr, die Welt schien endlos, aber so klein.
Ihre Angst wich, doch ihre Faszination für die Aussicht schwand schnell als sie wieder merkte was sie hier oben hielt. Sie sah ihn an und musste sich bemühen ihn nicht weg zu drücken.
Er lächelte und sagte: „Man lässt sie fallen“ Sein griff lockerte sich damit sie ihre Flügel ausbreiten konnte. Kaum hatte sie dies getan ließ er sie los.
Der Wind griff unter Ihre Flügel als sie fiel. Je schneller sie wurde desdo mehr spielte der Wind in ihren Flügeln, rollte sie herum, ries sie hoch, lies sie fallen. Josy rollte sich zusammen, Angst ließ sie so verharren. Ein griff an ihren Fußgelenken, und sie fiel kopfüber weiter, keinen Augenblick später griff er ihre Hände und zog sie von ihren Augen weg.
Er hatte die Augenbinde abgenommen und sein Blick fragte deutlich „was tust du?“
Josy sah ihn an, er schien die Ruhe in Person zu sein, seine Flügel waren zusammen geklappt. Sie sah nach unten, wie der Wald näher und näher kam. Als sie ihm wieder in die Augen schauen wollte, war er weg. Im selben Moment spürte sie seine Hände hinter sich. Ein Druck zwischen den Flügeln zwang sie ihre Flügel zu spannen, dann griff er ihre Schultern und mit den Beinen ihre Seite und spannte die seinen.
Ein mächtiger Windzug riss sie aus dem Sturz, Josy blieb kurz der Atem weg. Ihre Flügel, wenn auch nur mit gezogen schmerzten unter dem enormen Druck, doch es war genauso schnell vorbei.
Es wurde gleichmäßiger, der Schmerz ließ nach und der Wind trug sie behutsam durch die Luft. Vorsichtig löste sich der Griff von ihren Schultern und er ließ ganz ab.
Sie segelte zwar nur, aber es war ein unglaublich angenehmes Gefühl.
Josy schnurrte leise und schloss die Augen. Sich einfach vom Wind dahin tragen zu lassen, war wohl noch kein fliegen, und sie würde damit auch nicht so weit kommen, aber es war ungemein entspannend, der Wind strich an ihr entlang und ließ sie ganz langsam näher zum Boden. Die Letzten Sonnenstrahlen strichen sie mit letzter Wärme und sie lehnte sich leicht zur Seite, eher gedanklich als körperlich, doch es reichte aus um ihren Flug in eine leichte Kurve zu lenken.
Der Schatten gesellte sich zu ihr und sah sie lächelnd an eh er sich wieder die Augen verband.
Er schien um sie herum in der Luft zu spielen, er flog um sie rum, drehte sich, flog auf dem Rücken, und es sah alles so spielerisch aus.
Josy schnappte nach ihm und lies ein leises Knurren hören, was er mit einem Kichern beantwortete.
„Versuch es doch, aber versuch nicht wieder abzustürzen.“ Er streckte ihr doch tatsächlich die Zunge raus und flog weiter vor ihr umher. Sie Schlug mit den Flügeln um zu ihm aufzuschließen, zog jedoch erschrocken hoch als sie merkte dass es klappte. „Ich sagte doch, es ist nicht schwer“ Sie flog noch kurz verwundert neben ihm her, eh sie die Augen schloss und eine kleine Träne der Freude über ihre Wange floss.
Einen Traum hatte sie gemeistert, sie flog. Es waren ihre Flügel die sie durch den Abendhimmel trugen, und es war noch so viel schöner als sie es sich erträumt hatte, doch ihre Flügel wurden langsam müde, der Abfang des Sturzes hatte zu viel Kraft gekostet um noch lange herum zu spielen.


Sie ließ sich etwas steiler zu Boden gleiten, was sie sofort schneller werden ließ, sie war versucht sich fallen zu lassen, denn dieses Gefühl, war so verlockend, so befreiend, doch ihre Flügel würden heute keinen weiteren Sturz verkraften.
Der Schatten folgte ihr und sie ließen sich langsam zu Boden gleiten. Eh sie auf dem Boden angekommen waren, war es trotzdem schon dunkel, es war nichts mehr von der Sonne zu sehen und die Mondsichel stand schon weit oben.
„Das ging besser als erhofft“, sagte er. „Ich hoffe du nimmst mir den kleinen Sturz nicht übel“
Josy schüttelte nur leicht den Kopf, sie wollte sich nur noch irgendwo hinlegen und friedlich schlummern. Der Schatten reichte ihr, ihr Oberteil und wartete bis sie es anzog, eh er die Augenbinde abnahm. Er legte sich nahe einem Baum nieder und legte einen seiner Flügel über sich.
Josy setzte sich neben ihm hin und sah ihn an.
Ein paar Minuten verstrichen eh sie ein leicht schläfriges „Was?“ von ihm hörte. „Ich soll mich einfach so hinlegen und schlafen?“ Er nahm seinen Flügel etwas runter so dass er sie sehen konnte.


„Was möchtest du? Ein Bett? Das ist gerade schlecht.“ Es war deutlich rauszuhören das er ihr verhalten als verpönt sah, allerdings wusste sie auch nicht wirklich was sie drauf antworten sollte und versuchte es ihm gleich zu tun.
Am nächsten Morgen zitterte Josy als sie den kühlen Tau auf ihrem Flügel spürte, was dafür sorgte dass das kalte Wasser runter floss und sie erneut zum schaudern brachte. Sie war kurz geschockt als sie die Flügel spürte und brauchte eine Weile um sich wieder an den vorherigen Tag zu erinnern, so viel war geschehen, so vieles das vor kurzem noch so unwirklich schien. Sonnenstrahlen schienen durch den Spalt zwischen Boden und Flügel hindurch. Ein herzhaftes Gähnen begleitete ihr Strecken und sie schüttelte den letzten Rest Tau von ihren Flügeln.
„Guten….morgen?“, sagte sie ein wenig erstaunt als sie direkt in seine Augen sah.
„Guten Morgen.“ Sie rieb sich den Schlaf aus den Augen, der Schatten wirkte schon hellwach.
„Frühaufsteher?“, fragte sie leicht verwirrt. „So zu sagen“, erwiderte er mit einem seltsamen Grinsen, das irgendwie an der Wahrheit seiner Worte zweifeln lies.


„Schlaf wird überbewertet. Es wird Zeit das wir uns auf den Weg machen, oder ist das Dornröschen noch zu schläfrig?“ Wenn Blicke töten könnten, dachte er sich und musste kichern. „Wir können los“, zischte sie.
Auch wenn man nun wohl sagen konnte dass sie halbwegs fliegen kann, zog der Schatten sie mit sich hoch in den Himmel. Er ließ sie abrupt los so dass der Schwung sie noch ein wenig nach oben brachte und sie ihre Flügel ausbreiten konnte eh sie fiel. Sie stürzte ihm hinterher, flog um ihn herum während er in kunstvollen Bahnen sie in der Luft umspielte. Sie spielten noch eine ganze Weile so in der Luft eh sie eine Richtung einschlugen und sich auf den Weg machten.
Noch immer plagten Josy Gedanken an ihr zuhause. Zuhause… war es so?


Sie würde bestimmt Ärger bekommen wenn sie zurückkommt, oder würden sie wenn sie zurück springen wieder genau an der Stelle landen wo sie hier her gesprungen waren?
Sie erinnerte sich an den Ärger der sie immer erwartete wenn sie zu spät war, das waren aber nur Minuten, hier aber um Tage!
Was machte ein Zuhause eigentlich aus? Sie hatte viele Sprüche dazu gehört, viele Beschreibungen, ob Bilder, Texte, Gefühle die man damit verbindet, wie auch sachliche und rechtliche Beschreibungen.


Josy war so in Gedanken verloren das sie an Schatten vorbei flog.
Er sah ihr etwas irritiert nach, eh der Schalk in seinen Augen blitzte. Er schoss ihr hinterher und griff sie am Bein.
Erschrocken schrie sie auf ihre Flügel zog es nach vorne und schon hing sie kopfüber in der Luft. Er musste aufpassen dass er sie vor Lachen nicht fallen ließ. „Das ist nicht lustig“, meckerte Josy und schlug mit den Flügeln. Vergebens, sie zappelte nur in der Luft hin und her.


Mit einem Schnellen Griff hatte er sie wieder richtig rum gezogen und Flog vor ihr.
Es zuckte ihr in den Fingern es ihm irgendwie heim zu zahlen, aber sie brauchte ihre ganze Konzentration um in der Luft zu bleiben.
Sie beneidete ihn, wie er federleicht herum flog, als wäre es das natürlichste auf der Welt.
Ja er hatte Jahre der Erfahrung, trotzdem und sein Blick zeigte deutlich das er um ihren Neid wusste. Er grinste. „wir sollten landen, eh sie uns sehen“, sagte er und war schon fast im selben Moment auf dem Boden. Josy sah sich um, sie hatte gar nicht gemerkt wie lange sie schon unterwegs waren.
 

Fiete Langohr

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Endlich habe ich es auch geschafft hier mal reinzuschauen und ich muss sagen, das hat sich gelohnt. Ich habe die einzelnen Abschnitte regelrecht verschlungen und bin wie die anderen schon reichlich gespannt auf die Fortsetzung.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es Kraft und Überwindung kostet einen Text zu rekontruieren, den man bereits schon einmal komplett fertig geschrieben hatte. Aber sieh es mal als Chance den Text jetzt noch besser zu verfassen, weitere Details und Beschreibungen einzufügen. Es ist ein bisschen wie bei einem Bild, das du vor 10 Jahren gezeichnet hast und nun erneut zeichnest. Du hast dich in der Zeit entwickelt und bist in der Lage ein viel größeres Werk zu schaffen, Zeit und Lust dabei immer vorausgesetzt.

Von der Rechtschreibung, Grammatik und Sprache her sind da ein paar Kleinigkeiten, wie schon erwähnt worden, daneben geraten, die sich aber beheben lassen.
 
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