Marie von Langroes

Fluffy

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Da meine andere Geschichte "Game Over" anscheinend fast Niemanden gefällt, da sie zu brutal/eintönig, was auch immer ist ... habe ich eine neue Story angefangen. Kritik ist gerne gesehen und gelesen! (Game Over ist nicht gestoppt, sondern ich schreibs für mich und Ausgewählte weiter)

Marie von Langroes

Wir schreiben das Jahr 1531 des Herrn. In dem kleinen, idyllischen französischen Dorf Langroes geht das Leben seinen gewohnten und gemächlichen Lauf. Der tüchtige Schmied beschlägt unter Anstrengung die Hufe von den edlen Hengsten.Der geldgierige Wirt des einzigen Gasthauses des Orts namens "Zur betrunkenen Schnecke", zieht noch die letzte Gulde aus den Hosentaschen der Säufer und der Feiernden. Die Bauern bestellen die Felder und pflügen diese, so wie jedes Jahr.In der Mitte des Dorfs, trohnt eine kleine Holzburg, umringt von Holzpalisaden. Der edle Ritter namens Louis regiert über sein Anwesen am Rande des französischen Königreichs. Er steht dem König genauso treu zur Seite, sowie seine Bauern ihm zur Seite stehen.Besser bekannt unter dem Namen "Feudalwesen", doch darum geht es hier nicht. Das Dorf liegt in einer malerisch schönen Landschaft, es grenzt ein Wald an, sowie eigentlich bei den meisten Orten, Dörfern, Städten, Metropolen, Festungen und so fort.Vogelgezwitscher harmoniert mit dem morgendlichen Glockengeläut in deiser sonst ruhigen Siedlung. Der Fünfte Schlag wird von einem Schrei verfolgt.

Unmittelbar neben der kleinen Steinkirche liegt das Heim von Luisa und ihrem Gatten Ludwig. Ein gottesfürchtiges Ehepaar, welches vor circa neun Monaten den Liebesakt in ihrer Hochzeitsnacht vollführt haben. Die Lust konnte man bis in die Kirche vernehmen, wo der alte Pfarrer gerade seinen Segen in der Abendmesse ausgesprochen hat. Das Ave Maria ist immer wieder durch Stöhnen unterbrochen worden. Ein Flüstern ist durch die Reihen gegangen. Die Schahm der Eheleute ist ihnen regelrecht in ihr knallrotes Gesicht geschrieben gewesen, welches beide am nächsten Morgen gehabt haben.Doch kehren wir zum Hier und Jetzt zurück. Die Presswehen haben eingesetzt. Luisa gebährt ihre erste Tochter, somit ihr erstes Kind. Die Schmerzen sind vergessen und das Mädchen kerngesund.Doch das Schicksal hat ein Problem mit diesem Glück. Nur wenige Tage nach der Geburt, stirbt die Mutter an einer Lungenentzündung. Der Tot umarmt sie und nimmt sie mit sich, sehr zur Überraschung und Trauer des frischgebackenen Vaters.


Der Aspekt, dass sie kurzerhand beigesetzt wird, mildert nicht wirklich den Schmerz von ihm. Denn bekanntlich sind die Friedhöfe meist hinter, oder neben der Kirche. Das Heim des nun alleinerziehenden Bauerns, teilt sich den Grund und Boden mit dem Gräberfeld. Auch wenn das Ehebett leer erscheint, liegt seine Frau nur wenige Meter südlich unter der Erde. Besser gesagt das halbe Dorf liegt dort. Der Lehensherr unterstützt den Vater und somit hat das Mädchen eine Chance getauft zu werden. An einem Sonntag im Juni des selben Jahres, ist es nun soweit. Sie wird vom Pfarrer getauft und gesegnet. Ihr name lautet Marie.Marie wächst gut auf. Doch ihre frühe Kindheit ist nicht gerade die Beste. Ihr Vater muss hart arbeiten und ist so gut wie nie daheim. Die Amme von ihr kümmert sich zwar um sie, doch nur wenn sie nüchtern ist. Meist liegt sie halb totgesoffen in einer Ecke am morastigen Boden oder im Gasthaus. Ist ja nichts Neues, da sie auch zur Zeugundsstunde ihres jetzigen Schützlings blau gewesen ist.Marie ist nichts desto trotz ein lebendiges und fröhliches Kind.Da es nur wenige Gleichaltrige gibt, ist sie meist mit sich selbst beschäftigt. Als sie ihr sechzehntes Lebensjahr erreicht, ist sie eine stadtliche junge Frau- Ich möchte nicht behaupten, dass sie eingebildet aufgrund ihrer Schönheit ist, doch sie ist es. Der Schein kann ja bekanntlich trügen. Nach außen hin benimmt sie sich wie eine Lady mittleren Adelsstandes, aber innerlich ist sie eine starke Kämpferin.


Man sagt ihr nach, dass sie einen grünen Finger hat, doch man hat auf die Anschuldigung "Bei ihr wächst Alles besser!! Sie ist eine Hexe! Verbrennt sie!", verzichtet, da man dem Vater nicht auch noch seine Tochter nehmen hat wollen. Doch ihre rotbraunen Haare und Sommersprossen haben immer wieder für Aufruhr gesorgt. "Marie! Marie wo steckst du?", ruft die Amme.



"Ich bin vor dem Haus und bete beim Grabstein von meiner Mére", antwortet sie sanft. "Marie, ich brauche deine Hilfe. Ich brauche ein paar Pilze für das Abendmahl unseres Herrn, doch ich bin zu beschäftigt mit den anderen Vorbereitungen.Die Steinpilze wachsen im naheliegenden Wald.", zischt die hektische Frau.Marie beendet ihr Gebet mit "Amen" und begibt sich ins Haus, um einen Korb sowie ein Messer und ihren Mantel zu holen.Die Amme betrachtet sie und schließt Marie kurz in ihre Arme "Wow, du bist deiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Welch verblüffende Ähnlichkeit. Der rote Mantel hat einst deiner Mutter gehört. Pass auf dich auf mein Kind.", bittet die Frau sie. Sie nickt und verlässt ihr Heim. Sie schlendert durch die einzig große Straße des Dörfchens. Es stinkt und überall ist Dreck und Morast.Nur knapp weicht sie einem stinkenden Regenguss, aus Jauche und Urin aus, welcher von einer Hausfrau per Kübel aus dem Fenster gekippt wird.Sie geht nicht an vielen Personen vorbei. Die Meisten sind bei ihren Arbeitsplätzen im Dorf, oder auf den umliegenden Feldern.



Sie verlässt das Dorf und hört noch einmal die Kirchenglocke zur fünften Stunde nach Mittag läuten. Nichts ahnend forstet sie sich durch das Dickicht auf der Suche nach genießbaren Pilzen. Sorgfältig gräbt sie die Früchte so tief wie ihr möglich aus und schneidet sie dann ab, verstaut diese wiederum in ihrem Korb und so weiter.Doch beim zehnten Pilz läutet erneut die Kirchenglocke, sie ist sehr gut im Wald zu vernehmen. Sie wird jedoch nicht regelmäßig geläutet sondern eher panisch."Etwas stimmt doch nicht. Ich gehe besser schnellst möglich zurück.", sagt sie sich zu. Über Wurzel und Stein hastet sie zurück. Der Lichteinfall von Oben wird stärker, der Wald lichtet sich. Geblendet von der grellen Nachmittagssonne hält Marie sich stützend bei einem Laubbaum fest.Die Glocke verstummt und für Marie geht eine Welt unter. Der Korb gleitet aus ihrer Hand und lässt den Inhalt herausfallen. Sie fasst nicht, was sich vor ihren Augen abspielt.



 

Yuu_Saitoh

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4 Aug 2010
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1.607
Ich finde du kannst super gut Geschichten schreiben.
Wie du dich in die damalige Zeit hineinversetzen kannst, dass ist unglaublich.
Ich kenne nur zwei Personen die das super toll drauf haben x3
Du und Roslarb.

Solche Leute bewundere ich, denn ich könnte niemals solche fesselnden Geschichten schreiben.

Schon mal daran gedacht ein Buch zu schreiben? :>
 

Sheroth

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30 Aug 2011
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528
Gefällt mir^^ würde gerne mehr lesen^^

Game over? o_O muss ich mir mal ansehen
 

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