Lost Place: Das Trainingscamp

Möhre

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Puh, wie es aussieht habe ich hier schon länger nichts mehr gepostet. Ändern wir das.

Mein letzter Ausflug in die vergessenen Welten führte mich in ein ganz besonderes Objekt.
Die Liegenschaft gehörte einst offiziell der Stasi, also dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Als solches war es militärisch gesichert und unterlag strengster Geheimhaltung. Doch eigentlich war es ein elitäres Trainingscamp für die Lieblings-Fußballer des Stasi-Chefs.
Ähnlich wie sich heute ein Dietmar Hopp seine Hoffenheimer oder Red Bull seine Leipziger Fußballer hochgepäppelt hat, war dieser Ort dafür da, die besten Trainingsmöglichkeiten zu bieten, die es damals gab. Fernab der gewöhnlichen Bevölkerung bekamen die Elitefußballer der DDR hier allen Luxus geboten, den das Ministerium aufwarten konnte. Es gab frisches Obst, ein Schwimmbad, Turnhalle, eine Bowlingbahn, eine Bar, Sauna- und Wellnessbereich, sowie Ställe für Reitpferde. Hier sollte es an nichts fehlen.

Am Abend des Mauerfalls saßen die Fußballer im Fernsehraum gemeinsam vor dem Gerät und es war klar, dass sich ihre Situation schlagartig geändert hatte. Schon wenige Wochen später hatten viele der Spieler lukrative Verträge bei Vereinen im Westen unterschrieben - selbst als Elitespieler im Osten waren nur 1500 Mark Monatsgehalt üblich.

Schnell folgte auch der sportliche und damit finanzielle Abstieg des Vereins, der ohne den staatlichen Geldgeber schnell zusammenbrach. Das einstmals hermetisch abgeriegelte Trainingslager wurde 1994 aufgegeben und gelangte in die Trägerschaft von privaten Vereinen, denen spätestens 2006 aber auch die Luft ausging.

Seitdem liegt das großzügige Gelände mitten im Wald brach, auf dem einstmals so gepflegten Fußballrasen sprießen bereits die ersten Kiefern. Rost nagt an den Flutlichtmasten, die Gebäude wurden vom Wildleben in Besitz genommen. Auf dem Gelände leben einige scheue Ziegen, ob ausgerissen und verwildert oder mit Absicht dort ausgesetzt - niemand weiß es. Alle Gebäude und Räume sind jedenfalls voll mit ihren Hinterlassenschaften, und das ist nichts für empfindliche Nasen.


Wer würde hier ein voll ausgestattetes Wellnesszentrum vermuten?


Im Erdgeschoss des Gebäudes war eine kleine Bar mit Gastraum.


Natürlich hatte auch der Vereinsarzt hier seine Praxis.


Der Ruhebereich sollte besonders edel wirken, die Wände sind mit Samt bespannt.


Hier war Hydrotherapie möglich, außerdem ein Kaltwasserbecken für Besuche in der Sauna und ein Warmbecken zur Entspannung.


Ein Blick auf die Becken.


Und noch ein Becken, diesmal das große Schwimmbad mit drei Bahnen. Leider waren die Metalldiebe hier schon am Werk.


Was hier aussieht wie eine Fabrikhalle, ist tatsächlich die 60 Meter lange Turnhalle.


Ich vermute, die Länge wurde gewählt, um auch bei schlechtem Wetter Sprint-Übungen machen zu können


Die Pfützen sind leider kein Regenwasser von der Decke, sondern Ziegenpisse.

Damit ist das 10-Bilder-Limit erreicht, und der Rest kommt dann etwas später. :)
 

Xonier

Frischling
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Das ist sehr interressant! Auch wie du die Informationen wiedergegeben hast. Was benutzt du zum Fotografieren? Sieht mir nämlich nicht nach Handykamera aus!
 
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