Liebesgeschichte - 469 Briefe

Latius Xeros

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13 Sep 2010
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469 Briefe



Es war früher morgen. Die Sonne schien durch die Ritzen der Fensterläden hinein und Vogelzwitschern begrüsste den neuen Tag. Dann schellte ein Wecker und die Ruhe war gebrochen. Brummend zwang sich der schwarz-weiße Husky, namens Remus, aus
seinem Bett und rieb sich seine müden Augen.
Wieso musste ihn seine Frau bloß heute, an seinem freien Tag, früh aufstehen lassen?
Natürlich um das Paket vom Postboten anzunehmen, der immer früh am Morgen die Post brachte. Er stand auf, streckte sich und gähnte einmal herzhaft. Seine Frau Mary war verreist und sollte heute Abend wieder von ihrem Urlaub auf Mallorca zurückkehren, aber natürlich kam sie auf die blöde Idee ein Paket, mit Dingen die sie auf Mallorca eingekauft hatte, nach Hause zu schicken, da sie sonst das Maximalgewicht für ihr Gepäck beim Flughafen überschritten hätte. Er hätte das Paket auch gemütlich beim Postamt abholen können, aber Mary bestand darauf, dass er es direkt annahm, weil sie dem Postboten keine Umstände machen wollte. „Und was ist mit mir? Ich will schlafen“, dachte er genervt und ging in die Küche um sich einen Kaffee zu machen. Die Morgensonne hauchte sein weißes Fell und seinen durchtrainierten Körper in einen sanften, goldigen Schein und er konnte spüren wie die schwarze Fellseite auf seinem Rücken langsam die Wärme des Lichtes einfing. Er zog eine schmerzhafte Miene als die Kaffeemaschine den Kaffee mahlte. Das Geräusch kam ihm vor, als würde er sein Ohr an einen Presslufthammer halten. Dann setzte er sich auf einen Stuhl und schlürfte, mit gelangweiltem Blick auf die Uhr, seinen Kaffee. Noch 30 Minuten bis der Postbote kam. Es blieb ihm noch Zeit sich frisch zu machen. Als Vize-Präsident der Firma seines Vaters und dem Vater seiner Frau musste er natürlich immer gepflegt und gesittet erscheinen, selbst wenn es nur für das Annehmen eines Paketes galt. Sein Vater und Marys Vater ließen die beiden verheiraten um eine Fusion ihrer beiden Firmen begünstigen zu können. Sowohl Remus, wie auch Mary mussten beide an diesem Tag große Opfer bringen, doch gegen ihre herrischen Väter konnten sie beide nichts tun. 9 Jahre sind sie nun verheiratet und ihre Väter haben inzwischen diese Welt verlassen und die Firma nun den beiden überlassen. Remus war nicht der Führungstyp, daher überließ er diese Aufgabe Mary, die dafür viel kompetenter war, was sie nicht als Fehlentscheidung entpuppte. Ihre Firma erblühte und wurde noch zu größeren Erfolg gebracht als ihre Väter es zu Lebzeiten jemals tun konnten. Doch in den Bereichen Liebe lief im Grunde nicht viel zwischen Mary und Remus. Sie beide sahen sich eigentlich nur als Freunde an, doch ihren Vätern und der Presse gegenüber haben sie beide ein verliebtes Ehepaar vorspielen müssen. Dies hatte sich auch nach dem Tod ihrer beiden Väter nicht geändert; Sie waren nur als Mittel zum Zweck verheiratet. Es herrschte keine Liebe zwischen den beiden, es bestand nur enge Freundschaft. Vor allem lag es daran, dass Remus sich mehr zu anderen Männchen und Mary sich eher zu anderen Weibchen hingezogen fühlte. Daher schliefen sie auch in getrennten Zimmern. Inzwischen hatte Remus seinen Kaffee ausgetrunken, ging in das Bad um sich zu waschen und sich ein gemütliches, aber dennoch gutaussehendes Hemd anzuziehen. Nachdem er das Paket angenommen hatte, würde er ohnehin wieder schlafen gehen; daher bemühte er sich nicht sehr bei der Auswahl seiner Kleidung. Er wählte seine schlichte Alltagskleidung, bestehend aus Hemd, Jeans und einer Krawatte. So sah er wenigstens nicht so aus als sei er gerade bei der Arbeit, aber auch nicht so als wäre er ein „durchschnittlicher“ Arbeiter, wie sein Vater immer zu sagen pflegte.
Gerade pünktlich klingelte auch schon die Türglocke. Der Husky setzte einen gespielt freundlichen Blick auf um seine Müdigkeit zu verbergen und machte dem Postboten die Türe auf, der ihn schon mit einem Grinsen erwartete. Ein Fuchs im blauen Arbeitsmantel stand mit einem riesigen Paket, in der Größe eines Wandschranks, davor und atmete sichtlich ermüdet schnell ein und aus.
„Grüß' dich, Grünschnabel! Deine Frau bringt mich noch um, wenn sie in ihren Ferien so viel einkauft!“, jammerte der Fuchs und gab ihm erstmal die normale Briefpost.
Remus versuchte ein Lächeln aufzusetzen, was ihm beim Anblick des Paketes nicht sehr gelang. Er mochte den Postboten nicht sonderlich; Vor allem, da er andere Leute nie siezte. Sein Vater war ein enger Freund des Fuchses, der diesen gelegentlich bestach um bestimmte Briefe an seinen Sohn nicht weiterzuleiten. Ausserdem war der Fuchs jemand von der Sorte, der wirklich nur was tut, wenn man ihm Geld gibt.
„Wenn dein Vater noch am Leben wäre...tststs...“, quasselte der Fuchs weiter,“ er hätte Mary zusammen gebrüllt wenn er dies sehen würde!“ und deutete auf das Paket neben ihnen, das auf einem Hubstapler lag.
„Ach stimmt, diese Briefe muss ich dir ja auch noch geben. Dein Vater bezahlt mich ja nicht mehr. Also hab ich keinen Grund diese länger zu behalten. Wieso trage ich die eigentlich auch immer bei mir...“ Der letzte Satz sagte er wohl zu sich selber. Die Miene des Huskys hellte sich auf und er fragte sich welche Briefe sein Vater ihm nun verheimlicht hatte. „Bitte schön: 468 Briefe von demselben Absender – okay 469, denn um genau zu sein hat er heute noch einen geschickt. Der Junge ist echt hartnäckig. Schreibt dir weiter Briefe obwohl du ihn schon verlassen hast. Dein Vater wollte nicht, dass du diese Briefe bekommst, da er Angst um die Firma hatte. Würde ich auch wenn ich so erfolgreich wäre. Aber da der alte Schlawiner ja nicht mehr unter uns weilt und er mich nicht bezahlt hat um diese Dinger zu zerstören, sondern sie dir nicht zukommen zu lassen, gibt es für mich keinen Grund mehr, sie zu behalten. Hier nimm sie ruhig, auch wenn es dich wahrscheinlich nicht mehr interessiert.“
Der alte Fuchs lachte mit einem Hauch von Sarkasmus und drückte Remus, der leicht geschockt da stand, das große Bündel Briefe in die Pfote. Dann schubste er den verwirrten Husky leicht zur Seite, der stillschweigend auf das Bündel in seiner Pfote sah, um das große Paket in Marys Zimmer zu bugsieren. Nach einer Weile kam er mit dem leeren Hubstapler wieder heraus und klopfte Remus auf die Schulter der leicht erschrak.
„Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen. Und eins noch: Rufus ist nicht mehr und er kann
dir auch nichts mehr antun, also bestimme dein Leben selber und entscheide selber mit wem du dein Leben verbringen willst.“
Der Fuchs ging zum Lift und drückte auf den Knopf.
„Ah, doch noch etwas. Ein Spaziergang im Park würde dir gut tun, vielleicht lernst du dort jemand kennen. Treffe dort oft Leute, die zu gerne auf andere warten“
Der Postbote zwinkerte ihm schelmisch zu und verschwand dann im Lift. Der Husky stand nur noch geschockt da. Dann drehte er sich um und schloss die Tür zu. Er ging zu seinem Bett und setzte sich darauf. In seinen Pfoten lagen 469 Briefe. Alle waren von der gleichen Person. Ein Brief für jede Woche also. Remus ging zu seinem Nachtisch und kramte ein wenig in der Schublade um ein zerknittertes Foto heraus zu nehmen, worauf er und ein junger Schäferhund zu sehen waren, wie sie sich grinsend vor der Kamera posierten. Dieser Schäferhund war komplett weiss und kleiner als er und sie hatten beide Halsbänder an mit je einer Herzhälfte. Auf seinem Stand Remus Name drauf und auf Remus Herz stand der Name seines Ex-Freundes darauf; Julian. Er setze sich wieder aufs Bett und strich über das Foto und tat so als würde er das Gesicht des kleinen Schäferhund streicheln. Julian war vor neun Jahren sein Geliebter gewesen. Sein Vater war überhaupt nicht erfreut darüber das sein Sohn einen anderen Mann liebte und drohte ihm damit, Julian Schmerzen zuzufügen, wenn er Mary nicht heiraten würde. Er musste mit Julian Schluss machen und so tun, als würde er ihn nicht mehr lieben, was für beide sehr schmerzhaft war, da Julian genau an diesem Tag um seine Pfote anhalten wollte.Daßelbe geschah auch bei Mary und ihrer Geliebten. Nach der Hochzeit sahen sich beide nie wieder, so auch Julian und Remus. Selbst nach diesen neun Jahren war die Liebe zu seinem kleinen Julian noch da und er fragte sich jeden Tag wie es seinem kleinen „Amethyst“ so ging. Da Julian anscheinend ihn nicht mehr kontaktierte, dachte Remus, dass Julian mit ihm wahrscheinlich abgeschlossen und einen neuen gefunden hätte. Doch dies stimmte nicht. Julian hatte ihn wöchentlich geschrieben, doch Remus Vater Rufus hatte den Postboten bestechen lassen um diese Briefe vor ihm zu verbergen. Bei diesem Gedanken kam grenzenlose Wut seinem Vater gegenüber hervor und er war mehr als nur froh, dass dieser nun nicht mehr lebte. Sein Vater war ein skrupelloser Mann, der nur Geld wollte und dafür war ihm jedes Mittel recht. Remus ballte seine Pfoten zu Fäusten und schlug mit einer Faust gegen die Wand, wo eine Delle zurückblieb. Remus knurrte leicht auf, als der Schmerz seine Pfote ergriff. Er beruhigte sich erstmals und sah dann wieder auf das Bündel Briefe...jedes sah älter aus und Remus griff nach dem Brief der vom Datum her der Älteste war und öffnete ihn. Er las sich jede einzelne Zeile durch und je länger er in den Zeilen versunken war desto mehr Tränen rannen seine Wangen hinab. Er hatte sichtlich Mühe seinen Tränen zurückzuhalten. Er legte diesen Brief beiseite und nahm den nächsten.

Lieber Remus
Ich hoffe es geht dir gut. Ich vermisse dich, mein Rubin.Du kannst mich nicht reinlegen, Schatz. Deine Schauspielkünste waren nie die Besten. Ich hatte dir im letzten Brief schon geschrieben, das ich bemerkt habe, dass dein Vater nur dahinter stecken kann. Aber der Alte hat eh nicht mehr soviele Jahre auf den Buckel und dann kannst du sicher wieder zu mir zurückkehren und wir können gemeinsam friedlich leben, wie du es mir versprochenhast.. Nur du, ich, Mary und Sally. Richte ihr schöne Grüsse von mir aus. Ich werde auf dich warten, Remus.
In Liebe
Julian


Remus griff sich einen Brief nach den andern. Die meisten handelten davon das Julian an ihn denken musste, dass er auf ihn wartete und wie es ihm selber so erging. Und mit jedem Brief den Remus las, so kamen ihm immer mehr Erinnerungen seines Geliebten hervor, doch mit jedem Brief schien Julian immer trauriger zu wirken.

260. Brief:

Hallo Schatz
Es ist schon 5 Jahre her, das du mit Mary verheiratet bist...bist du eigentlich glücklich mit ihr?...Du brauchst mir nicht zurückzuschreiben...das hast du ja auch die letzten Jahre nicht mehr. Das kann ich auch verstehen, du bist sicher sehr viel beschäftigt, jetzt wo dein Alter tot ist und ihr beide die Firma übernommen habt. Weisst du noch, das wir unser Leben zusammen verbringen wollten? Ich glaube fest daran, dass du...zurückkommst...das tust du doch, oder? Du hast es mir versprochenund ich habe dir versprochen immer auf dich zu warten...Hey, kürzlich habe ich Sally getroffen. Ihr geht es sehr gut. Sie ist nach Mallorca ausgewandert und hat dort einen Friseursalon aufgemacht, aber anscheinend vermisst sie Mary immernoch. Überall im Salon hängen Fotos von ihr, Mary und uns beiden...Ich vermisse dich auch... Tagtäglich gehe ich in den Park spazieren und setze mich auf die Bank neben dem Baum wo wir immer gekuschelt haben, weisst du noch? Ich werde dort auf dich warten.Ich liebe dich...
Julian


400. Brief:

Hi Rubin
Ich bin müde Liebling...aber ich werde weiter auf dich warten. Aber wenn du es nicht willst, dann schreibe mir doch bitte endlich mal...sag mir vier Worte und ich werde nicht mehr auf dich warten...aber ich weiss das du mich immernoch liebst. Aber wieso schreibst du mir nicht mehr... Dein Vater ist schon lange tot und Marys Vater auch...du hast es mir doch versprochen mit mir zusammen zuleben...ich wollte dir einen Antrag machen, genau an dem Tag als du mit mir Schluss machtest...aber in deinen Augen...ich wusste das es eine Lüge war...oder? Bitte schreib mir nur etwas...ich will wissen ob ich noch auf dich warten soll oder ob es sinnlosist...schliesslich habe ich es dir versprochen... Ich lege auch ein Zettel herbei und eine Briefmarke, wo du ankreuzen kannst mit Ja oder Nein. Ein Ja das du mich noch liebst und ein Nein für...das...du mich nicht mehr...liebst...Und wenn du nicht schreibst, dann warte ich weiter, ja? Du weisst ich bin hartnäckig, das war ich damals ja auch schon als wir zusammen waren, aber das hast du doch sehr gemocht oder? Immer wenn du in Rätseln sprachst und hab ich nicht locker gelassen bis ich von dir wusste, was du sagst.Du fandest das ja immer so süss.Bitte schreib mir zurück...
Julian


In dem Brief lag tatsächlich ein Zettel drinnen worauf ein Ja und ein Nein reingeschrieben war, die jeweils mit einem Herz und einem gebrochenen Herz verziert wurden. Remus konnte nicht mehr. Tränen liefen ihm über die Wangen. Er lachte ein wenig über die Naivität von Julian, dass dieser so lange auf ihn wartete wegen so einem Versprechen, war aber dennoch sehr dankbar und glücklich darüber, das Julian ihm so viel Treue schenkte. Remus fühlte sich schuldig dafür, das er Julian so lange in Unklaren hielt, doch diese Schuldgefühle wichen bald auch schon der Wut seinem Vater gegenüber. Remus, Julian, Mary und Sally waren sehr enge Freunde gewesen und sie wollten eigentlich zusammenziehen und friedlich leben. Wenn Remus zurückdachte und den Gesichtsausdruck von Julian sah, als Remus sein Heiratsantrag ablehnte, so bekam er ein Gefühl, als würde sein Herz in diesem Moment vor
Schmerz zerspringen. Er hatte seinen Geliebten so unendlich wehgetan, egal ob absichtlich oder nicht. Er hatte es getan und dieser kleine Schäferhund blieb ihm dennoch treu. Remus fasste sich langsam wieder und las sorgfältiger die nächsten Briefe durch. Und mit jedem Brief sah es so aus als würde Julian komplett die Hoffnung verlieren, aber seinVersprechen hielt ihn daran nicht aufzugeben, selbst wenn er zusammenbrechen würde. Remus bewunderte seinen kleinen Amethyst für diese Treue, doch er hatte Angst den letzten Brief zu lesen. Remus hatte Angst das Julian nun nicht mehr auf ihn wartete. Aber innerlich wünschte er sich, das er wieder bei seinem kleinem „Amethyst“ sein könnte. Wo er wohl gerade ist und was er so macht?, dachte Remus und las den nächsten Brief. Der Husky erschrak als sein Handy klingelte. Eine Kurznachricht kam an. Mary schien nun am Flughafen zu sein und bald zurückzukommen. Sie schien Besuch aus Mallorca mitgenommen zu haben. Remus interessierte das wenig.
Die Briefe waren ihm gerade wichtiger, als er entdeckte das er vor dem letzten Brief stand.Laut des 468ten Briefes sagte Julian, das er bald nicht mehr könne und ihn loslassen müsste, wenn Remus sich nicht mehr meldet. Remus befürchtete das Julian in dem letzten Brief, den er gerade diese Woche geschrieben hat, Remus nun endgültig loslässt.
Mit zittrigen Pfoten öffnete Remus den Umschlag; er war schockiert wie sich Tränenflecken auf dem Papier zeichneten. Ausserdem war die Schrift total zittrig woraus Remus schliessen konnte, das Julian beim Schreiben geweint haben musste.

Remus...Liebling...bitte antworte mir doch...ich kann langsam nicht mehr...ich will auf dich warten,aber meine Gesundheit macht es langsam nicht mehr mit, meine Mutter und meine Freunde machen sich total Sorgen und sagen mir ich solle dich endlich loslassen, aber ich kann das nicht...aber wenn du mich nicht mehr willst und mit mir nun wirklich nichts mehr zu tun haben willst, dann sag mir das doch endlich...es sind nun neun Jahre vergangen...genau neun Jahre. Ich bin jetzt 30 und warte immernoch auf dich.... ich würde mich ja schon lange bei dir blicken lassen...aber ich traue mich einfach nicht... Bitte melde dich doch endlich... Du weisst ja wo ich warte...bitte...ich will endlich wieder bei dir sein...es tut so weh ohne dich...9 Jahre ohne dich...du hast es mir versprochen...das wir zusammenbleiben...
Dein Julian.


„Du alter listiger Fuchs, bist doch unter Julian weich geworden was?“, murmelte Remus vor sich hin, als er sich an die Empfehlung des Fuchses wegen einem Spaziergang erinnerte. Er liess seinen Tränen nun komplett ihren freien Lauf. Der Husky hielt Julians Brief fest mit seiner Pfote umschlossen. Sein „Amethyst“ wartete also immer noch auf ihn. Remus musste ihn schnellstens finden. Um ihre Versprechen einzulösen und um wieder mit zusammen sein zu können.
Nach einigen Minuten stand er auf und wollte sich richten als plötzlich sich das Schloss zu seiner Wohnung öffnete und eine Huskydame hereinkam.
„Hi Remus. Bin wieder da. Hab je – was ist dem mit dir los? Du weinst ja!“, sagte sie
prompt als sie ihn erblickte. Dieser drückte ihr den letzten Brief von Julian in die Pfoten und zeigte auf die anderen Briefe die in seinem Zimmer verstreut sind.
„Von Julian...“, sagte er knapp und starrte sie hoffnungsvoll an.
Sie lass den Brief in einem Ruck durch und auf ihr schienen sich leichte Tränen. aber zugleich ein Lächeln abzuzeichnen.
„So eine treue Seele...er wartet also immernoch. Ich wusste, das dies eines Tages kommt und ich habe auch darauf gewartet. Du solltest wirklich zu ihm zurückgehen. Unsere Väter können uns nicht mehr kontrollieren. Und noch was, Schnuffel. Schau mal wer ich auf Mallorca getroffen habe.“
Eine Füchsin stand im Türrahmen und winkte dem Husky zu, der nicht sehr überrascht aussah.
„Hi Sally. Schön dich wiederzusehen. Wusste ich doch, dass Mary dich auf Mallorca treffen würde. Brief 260 ...“, begrüsste Remus seine alte Freundin.
„Brief was?“-
„Nicht so wichtig“, lenkte Remus ab.
„Remus?“, fragte Mary schliesslich.“Weisst du den wo Julian ist?“-
„Ich glaube ja...steht in den Briefen...und der alte Fuchs hat es mir auch gesagt“
„Na dann schnapp dir deine Julia, du Romeo!“, lachte Sally und klopfte ihm auf die Schulter.
Der Husky setzte ein schiefes Lächeln auf und sah dann Mary an. die ihm zurücklächelnd zunickte. „Geh. Das du ja mit ihm zurückkommst, klar? Sonst schmeisse ich dich hochkant aus der Wohnung!“
Und wieder lächelte Remus schief und rannte schon die Wohnung hinaus. Er tippte nervös auf den Liftschalter und stieg dann ein. Drinnen hämmerte er förmlich auf den Knopf für den Erdgeschoss bis sich der Lift in Bewegung setzte. Unten angekommen, zwang sich Remus aus dem Lift noch bevor dieser sich gänzlich öffnete und rannte aus dem Apartment hinaus. Er rannte den ganzen Weg zum Stadtpark und hätte wahrscheinlich einen Unfall mit einigen Autos gebaut, wenn er nicht auf den Weg aufgepasst hätte. Der Husky kam sich wie in einem schlechten Romantikdrama vor, aber das war ihm völlig egal. Im Park angekommen blieb er dann ein gutes Stück vor der Bank stehen, der in der Nähe des Baumes stand, unter dem sie sich immer aneinander gekuschelt haben. Julian war nicht da.
 

Latius Xeros

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Remus sank ihn diesem Moment das Herz in seine Beine und wollte schon wieder traurig umdrehen als er dann doch, am anderen Ende des Parks, jemanden erblickte. Ein weisser Schäferhund lief langsam auf eine Bank zu. Seine langsamer und müder Gang und seine Augen liessen Remus grosse Besorgnis fühlen. Es war Julian...nur neun Jahre älter. Seine Augen hatten einen leeren Blick und zeichneten die Strapazen des Schäferhundes in den letzten Jahren aus. Julian hatte den fröhlichen Glanz in seinen Augen und Fell verloren, den er einst vor neun Jahren hatte. Der gänzlich weisse Schäferhund lief stillschweigend zu der Bank und setzte sich hin und sah sich um. Er schien Remus nicht zu sehen, da dieser etwas weiter weg stand und blickte dann seufzend zu Boden. Remus konnte nicht mehr anders. Er lief langsam auf Julian zu und als er schliesslich vor ihm stand, sagte er den Freudentränen nahe:„Hallo mein Amethyst...“ Die Ohren des kleinen Schäferhundes richteten sich sofort auf und sahen Remus an der vor ihm stand. Sofort fing er an zu weinen und lächelte Remus an: „Du bist gekommen...“ Dann fiel er Remus um den Hals und schmiegte sich eng an ihn. „Mein Rubin...endlich sind wir wieder vereint...“
„Ja...und das werden wir auch für immer sein...
mein Amethyst“




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Eine kleine Kurzgeschichte, die ich vor ein paar Monaten geschrieben habe. Danke an Noumo, Akeban und meinem Mate Spencer, die mir beim Korrigieren geholfen haben.

Viel Spass beim Lesen =)
Feedbacks sind natürlich sehr erwünscht.

PS: Kurze Frage: Wie kann ich den Text zentrieren? Einige Absätze sind irgendwie durcheinandergeraten
 
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