Kurzgeschichtensammlung

Grivies

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Hey Leute :3
Dieses Thema hier habe ich erstellt um meine Kurzgeschichten posten zu können. Von Zeit zu Zeit werde ich hier aktualisieren. Ich garantiere nicht für die Vollständigkeit der Geschichten und Sachtexten. Sollten Fragen auftreten, so bitte ich sie offen als Antwort in diesem Thema zu Posten und würde mich auch auf Bewertung im Sinne von Sternen freuen. Danke :3

Geschichten setze ich immer einen Titel voraus. Somit kann man schneller die Fortsetzungen zu Geschichten finden, die ich nach vielen anderen Posts wieder aufgreife. Danke für euer Verständnis.

Dann fangen wir besser gleich an.

Der Nekromant

Der Berg
Es schneite. Winzige, hellgraue Eiskristalle gingen zu Boden, wurden aus dem überladenen, von düsteren Wolken belagerten Himmel abgegeben. Sie landeten auf dem kalten, rohen Gestein des Berges, bedeckten jenes mit einer Schicht aus ergrautem Weiß. Doch es unterschied sich dennoch in einem beinahe untadeligen Kontrast von dem Felsen auf dem es lag. Doch wer würde den Schnee schon dafür tadeln wie er auszusehen habe? So sagen wir einfach, sagen wir einfach die weiße Pracht lege in einem perfekten Kontrast zu dem eisig kalten Stein auf dem es sich niederließ. Dem einst so majestätischen, von Tannen und Fichten bewaldeten, schroffen und jungen Berg interessierte sich nicht im Geringsten über die Tätigkeiten des gefrorenen Wassers auf seiner Ummantelung. Er war alt geworden, alt und verbittert. Die Jahrhunderte waren ins Land gezogen, der einstige Quell der aus seiner Flanke entsprungen wart war vergangen. Die Bäume starben und brachten keine Nachkommen, und die Tiere gingen mit dem Wasser und dem Wald. Dann brachen Wind und Wetter auf jene nun ungeschützte Höhe herein, trugen seine steilen Hänge ab, gruben Löcher in die Innereien des Gebirges. Qualvolle Schmerzen mussten es gewesen sein, als das eisige Wasser sich penetrant in seine Gedärme drängte, sie schliff und zerriss. Doch dies war erst der Beginn seines Martyriums, noch viel schrecklichere Dinge hatte er zu bewältigen gehabt.

Denn schon bald zogen Menschen in die Nähe des Berges, denn trotz des Versiegens seiner Quelle hatte sich mit Hilfe einiger anderer Flüsse ein glatter, klarer See im Tal zwischen ihm und einem seiner Artgenossen gebildet. Imposant spiegelte sich seine ganze Masse in jenem natürlichen Spiegel und der Berg erfreute sich an jenem Zeitvertreib und vergaß er all den Schmerz den er zu erleiden hatte. Doch eines sonnigen Tages wagte sich eine Gruppe von Menschen, drei oder vier an der Zahl, in die ausgeschwemmten Eingeweide des Gebirges vor. Mit arg stinkenden Fackeln erhellten sie die Dunkelheit, durchforschten die Höhlengänge und Hohlräume, fanden kleine unterirdische Seen, die noch aus jenen schrecklichen, für immer in den Gedanken des Berges eingebrannten Jahren stammten. Doch dies war nicht alles was sie fanden. Denn der Regen hatte nicht nur Seen in den Innereien des Berges hinterlassen. Metalle wie Kupfer und Eisen waren teilweiße aus dem Stein freigeschwemmt worden, waren gut erkennbar als die solche. Und die Gier nach Reichtum begann die Herzen der Menschen zu verzehren. So kam es das das Werk des Wassers von jenen Kreaturen mit Spitzhacke und Schaufel, Lore und Fackel fortgesetzt wurde. Immer wieder trieben sie ihr Werkzeug in das steinerne Fleisch des Berges. jahrzehntelang trieben sie so ihr herzzerreißendes Spiel mit jenem Felsen, schlugen ihm klaffende Wunden, unheilbare Löcher in den Körper. Das Eisen, das sich in langen Erzadern quer durch den Berg gezogen hatte, wurde in dem Bergsee gewaschen, sodass dieser von dem gemarterten Gebirge als Feind angesehen wurde. Er paktierte mit diesen Menschen, gab sich ihnen bereitwillig hin. Hämisch ließ das Gewässer den Berg sich selbst erblicken, mit all den in ihm geschlagenen Löchern, den Stollen und Bergwerken.

Und schlussendlich hatte die Höhe so gut wie all ihr Metall verloren. Und mit dem letzten Rest Metall verließ auch das große Herz für alles Lebende den Berg, ließ in erkalten und verbittern. Die Menschen aber zogen nicht weiter. Denn auch ohne Metall ließ es sich gut leben in jenem schützenden Tal, denn der Baumbewuchs war nur von den Bergen gewichen und im Tal gab es Leben in Hülle und Fülle. Waldtiere wie Rehe und wilde Schweine, Füchse und Hasen aber auch Elche und Wölfe belebten die großräumig bewaldeten Stellen der Bergmulde und Fische sowie Schalentiere die Flüsse bzw. den See. Und so jagten die Menschen jene Tiere, und so begannen sie jene Bäume zu fällen, sodass ihr Dorf und später ihre Stadt immer weiter wuchsen. Fachwerkhäuser reihten sich bald eng aneinander, Schmieden und Werkstäte entstanden. Der Herr der Stadt hatte sich bereits in einer ansehnlichen Feste niedergelassen, die zu eigenem Schutze zur Hälfte in den Berg gegraben worden war.

Doch jener hatte die Qual nicht vergessen die von jenen Menschen ausgegangen war, er hatte sie nicht vergessen und würde es niemals tun. Ein tiefes Grollen legte sich in den nächsten Monaten über das Tal, und so manches Tier und auch Mensch erkannte die Zeichen und verließen sogleich jenes Gebiet. Doch viele aus der Bevölkerung taten es als unnötig ab, allen voran der Fürst jener Siedlung. So wurde jenes Grollen überhört, jene Drohung des Berges an die Menschheit. Nur zu ihrem eigenen Schutz hatte er ihnen diese Botschaft zukommen lassen. Sie sollten das Tal verlassen und niemals wiederkehren, sodass endlich wieder Friede herrschen konnte. Doch so hatten die bestialischen Kreaturen ihre Möglichkeit zur Flucht vertan, und noch eine würde ihnen das Gebirge nicht geben. Da halfen auch nicht die Bitten der Flüsse und der anderen Berge dass er den Menschen keinen Schaden zufügen solle. Zu groß war bereits der Hass auf jene, zu mächtig die Wut und der Schmerz der noch immer in den Innereien jenes Felsen pulsierte. Und so kam es das am nächsten Tag eine Lawine abging. Eine Lawine aus Stein und Felsen. Eine Lawine aus Kieseln und grauen Brocken. Eine Lawine aus Wut und Verzweiflung. Und diese Lawine traf die Menschen, traf die Wälder und Tiere, traf die Flüsse und den arglistigen See. Leben wurde unter jenen schweren steinernen Massen begraben, Gebäude stürzten ein, wurden hinweg gerafft von meterhohen Felsen. Viele hauchten an jenem Tag ihr Leben aus, sei es die Tiere in den Wäldern oder die Menschen in der Stadt.

Für den Fürsten jener Siedlung aber hatte sich der Berg ein noch viel schlimmeres Schicksal ausgedacht. Er verschloss all die Ausgänge der Burg, verriegelte die Tore mit gewaltigen Gesteinsmassen. So war er gefangen in seiner eigenen Feste, er und seine Familie. Noch heute wird von fahrenden Barden davon berichtet das jener Fürst, nachdem Nahrung und Wasser zuneige gegangen war seine eigenen Kinder mit dem blanken Schwerte erschlug um sich von ihrem Fleisch zu ernähren. Die wahnsinnige Seele jenes Mannes würde, nachdem er an Hunger, Kälte und geistiger Umnachtung von dieser Welt geschieden war, noch heute in jenen Gemäuern nach seinen Kindern suchen, denn er konnte sich nicht erklären was mit seiner lieblichen Tochter und ihrem anmutigen kleinen Bruder geschehen war.
Nachdem die Menschen von dem Berge erschlagen worden waren, und die letzten Überlebenden niedergeschlagen und erschüttert das Tal verließen, begann auch die Natur sich zu verändern. Den jene Figuren die den Berg so viel Schmerz bereitet hatten, hatten auch die Wolfsbevölkerung so derartig dezimiert das nun die Zahl an Wild und Hasen bald die Überhand im Walde bekommen hatte. Auch waren die Flüsse von dem Steinschlag blockiert worden, das Wasser im See begann zu versiegen. Da half auch der Regen nicht, der verzweifelt versuchte dem sterbenden Gewässer mit Wassergüssen am Leben zu erhalten. Nur schlimmer machte er es noch. Den Anstatt zu helfen richtete der Regen in den bereits teilweiße zerstörten bewaldeten Gebieten Murenabgänge an, riss Gestein und Pflanzen in gewaltigen Schlammwellen mit sich. So verging das Leben allmählich, den als die ungejagten Tiere Teile des Tals vollkommen zerfressen hatten und der See dem Wasserentzug erlag, verließen auch jene alsbald das Gebiet, weshalb in binnen wenigen Jahren das Tal verlassen wart. Alleine einige Höhlenhyänen ließen sich in den weit verzweigten, teils eingestürzten Minenschächten nieder. Als Brutstätten und Lager wurden sie von jenen Kreaturen genutzt, vor allem wenn sie sich von einem erfolgreichen Raubzug zurückzogen.

Und so kam es nun das so gut wie kein Leben mehr in dem einstig so fruchtbaren Tal vorzufinden war, geschweige denn entstand. Die Jahre vergingen, und der Berg wurde älter. Dann kam es zu jener Zeit, die schon bald vor den jetzigen Handlungen spielen sollte. Ungewohnt große Massen von Eis und Schnee, Kälte und Frost legte sich über den verbitterten Berg. Der Wind trug ihn herbei. Aus Norden blies er über die Berge und dem Tal, hinterließ weiße Landschaften, die aber recht trostlos wirkten, denn keine Bäume oder Flüsse waren vorzufinden die das Land stimmig hätten machen können. Es waren ungewöhnliche Temperaturen die sich bisweilen auf jenen verschneiten Bergen abspielten. Sogar die Unterirdischen Seen gefroren beinahe zur Gänze zu Eis, weshalb die dort entstandenen Fischarten beträchtlich dezimiert wurden. Jene Fische waren auf weit verzweigten Umwegen in die Höhlen gelangt, und man könnte heute noch darüber spekulieren wie genau sie sich dort drunten in den Tiefen des Berges ein Leben schaffen konnten. Mit der Zeit hatten sie sich aber auch jener tiefschwarzen Dunkelheit angepasst, wenngleich ihr Aussehen stark darunter zu leiden hatte. Riesige, bleiche Augen starrten aus ihren Gesichtern, messerscharfe Zähne und leuchtente Köder, die von ihren Schädeldecken hingen und so die Aufmerksamkeit von Beute auf sich zog. Ein gar unnatürliches Ökosystem. Doch seit wann kann man der Natur Unnatürlichkeit bezichtigen? Doch wir schweifen ab. Die Kälte kam also von Norden über das Areal, legte sich anscheinend für immer auf diesem nieder. Denn Jahre lang tobte der Schnee über die Bergwipfel, bedeckte die Leiche des Sees, die morschen Balken der zerstörten Menschenbauten und nicht zuletzt die Festung des einst so edlen Fürsten. In jenen Nächten waren die Laute und das Heulen der hungrigen Hyänen zu hören. Sie lechzten bereits nach Nahrung, doch alles was sie fanden waren die erfrorenen Kadaver der Tiere die sich nicht schnell genug in schützende Baue retten hatten können.

Und so kommen wir zurück zu dem Beginn unserer Geschichte. Denn der Schnee legte sich sanft auf den kalten, verbitterten Stein des Berges. Und es war ihm egal, es war ihm egal geworden was außerhalb seiner zerstörten Eingeweide passierte, er kümmerte sich nicht mehr darum. Die anderen Berge hatten sich von ihm abgewandt, die Flüsse waren erfroren. Der Regen zog nicht mehr über das Gebiet, und der Frost war ein gar zwielichtiger Zeitgenosse. Einem Geiste dem man nicht trauen konnte. Sporadisch blies er geflüsterte Worte über das Tal, leise Phrasen aus längst vergangenen Zeiten. Wenn dies geschah, dann zogen sich die Höhlenhyänen ängstlich tiefer in die Höhlen zurück und pressten sich eng aneinander, denn dann waren die bereits eisigen Temperaturen noch unerträglicher. Die Fische wurden starr und schienen den Worten zu lauschen und selbst der Schnee ließ ab von seinem alltäglichen Gestöber. Geisterhaft ging das Geflüster über die Berge, es war wie ein Hauch, kleinste Wortfetzen in einer solch tonlosen Sprache ausgesprochen dass es wohl für ein menschliches Ohr als Nichts abgetan gewesen wäre. Doch mit der Zeit wurde das Flüstern lauter, hallte nach einigen Monaten schon von den Bergwänden zurück ins Tal um dann langsam zu vergehen. Doch nie verließ es den Radius der leisen Geräusche. Auch der Berg lauschte den Worten, er lauschte ihnen doch verstand er den Sinn jener nicht. So konnte er nur lauschen und nachdenken. Und dies tat er. So wie er es immer schon getan hatte. Doch dann kam der Tag, jenen gedenkwürdigen Tag als er erschienen war.
Aus Norden war er gekommen. Seine Beine und Füße umhüllt mit dunklem Stahl, genauso seine Arme und Hände. Ein Umhang verhüllte seinen Körper, sein Gesicht wart von einer langen, düsteren Kapuze schwarz gestellt. Selbst wenn auf aufblickte, nie sah man ein Anzeichen von Leben in der unendlichen Dunkelheit. Vielleicht besaß er gar kein Antlitz, wer weiß. Schwer schliff er seine Klinge nach sich, ein helles, leicht bläulich schimmerndes Schwert. So zog sie eine schmale Furche in das eisige Ödland. Ein leises Keuchen entkam monoton aus der Dunkelheit, die Anstrengung die Waffe hinter sich herzuziehen war ersichtlich. Doch trotz diesen Lauten bewegte er sich beharrlich mit derselben Geschwindigkeit durch die Eiswüste. Und jeder seiner Fußabtrücke ließ vereisten Schnee zurück. So zog er durch das Tal, immer gen den verbitterten Berg gewandt. Dieser erblickte das Wesen, dieser schwarze Schatten der so träge auf ihn zu steuerte. Schon wollte er einen weiteren Steinschlag auf dieses menschenähnliche Geschöpf herab regnen lassen. Doch zum einen erkannte das Gebirge mit dem ersten Schritt der Kreatur auf dessen Fuße das es sich nicht um ein lebendes Wesen handeln konnte, zum anderen sprach jenes mit solch flüsternder, harmonischer Stimme zu dem Berge, dass dieser sich von jenen Worten einlullen ließ. Und so erklomm die Kreatur den Berg, Stein bei Stein, Felsen für Felsen. Über Schnee und Frost stieg es hinweg, hinterließ eine tiefblaue, eisig eingebrannte Spur. Der Atem des Unbekannten verwandelte sich an der Luft zu weißem Dampf, blies aus der Dunkelheit ins Licht und entschwebte dann in den Himmel. Immer höher stapfte das Wesen, griff mit seinen eisigen, klauen-artigen und metallenen Handschuhen nach den Felsen. Zur selben Zeit begann es immer heftiger zu stürmen, gefrorenes Wasser strömte nur so ins Tal und bedeckte bald die Flüsse und Ruinen mit gewaltigen Schneemassen. Ab diesem Zeitpunkt verhungerten auch die letzten Hyänen in ihren tiefen, düsteren Minenschächten und auch die wenig verbliebenen Höhlenfische mussten um ihr Leben bangen.

Schlussendlich hatte das Wesen den Gipfel des Felsen erreicht, und zum selben Zeitpunkt erreichte der Sturm sein höchstes Ausmaß. Hagel und Schnee ging in solch großen Massen nieder das in binnen kürzester Zeit die verfallenen Stollen im Fleische des Berges mit Frost gefüllt waren. Der Wanderer jedoch setzte sich nieder auf einem der alten Steine auf dem verschneiten Gipfel, jene Steine die schon seit Äonen von Jahren dort lagen und den ganzen Zorn des Berges erlebt hatten. Er setzte sich nieder, und sofort gefror jener Stein zu frostigem Eis. Die Klinge hob er auf seine Beine, legte sie dort ab und blickte starr gen Süden. Er starrte und wartete. Und sofort ließ der Sturm nach, gleich darauf fiel kein Schnee mehr aus den Wolken. Es war ruhig geworden. Kein Lüftchen regte sich, kein Wind blies über das von Regen geschliffene Hochplateau des Berges. So vergingen die Jahre, Jahre des Wartens. Der Wanderer wartete. Der Berg wartete. Und er dachte nach. Er machte sich Gedanken über den Wanderer und sah ein dass dieser eine Verbindung mit dem Schnee und der Kälte haben musste. Doch just als er sich seiner Meinung sicher war begann das Wesen zu ihm zu sprechen. Er sprach ohne sich auch nur auf geringste Weiße zu rühren. Er sprach über die Welt und die vergängliche Zeit, er erzählte dem Berg von den Dingen die er gesehen und die ihm wiederfahren waren. Und dann fragte er den verbitterten Berg etwas über das jener lange Zeit nachdenken musste. Er fragte ihn Worte die nur er selbst beantworten konnte. Und so sann der Berg. Wieder Jahrelang. Und als er sich seiner Antwort bewusst war gab sie ihm den Wanderer weiter. Und nur eine Nacht war vergangen als eine Burg wie aus dem Erdboden entstanden war. Eine dunkle Feste, aus düsterem Stahl geschmiedet. Zinnen und Mauervereidigungen die das Aussehen von kolossalen Dornen besaßen dazu Tore aus ergrautem Stein die scheinbar nur von gewaltigen Mächten geöffnet werden konnten. Eine kalte Festung die sich über die gesamte Bergebene erstreckte. Schwere Verteidigungswaffen wie gigantische, aus beinahe schwarzem Eisen gefertigte Ballisten schreckten die potenziellen Angreifer, sollte jemals jemand in diesen verlassenen Landen auftauchen, ab.
 
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Todai

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Ich find' gut, dass du nen schönen chronologischen Erzählverlauf drin hast und dass es viele expressionistische Elemente gibt. Die Beschreibungen sind auch sehr sympathisch.

Allerdings ist das eine Erzählung, keine Kurzgeschichte.

Rechtschreibung und Grammatik sind recht gut, aber an einigen Stellen gibt es noch Fehler, was aber nicht weiter schlimm ist, denn das passiert schon mal bei solch großen Texten.

Wenn du das Genre überdenkst bekommste 4 von 5 Sternen :)
 

Grivies

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The World after the End

(Einleitung für die Erzählung/den Roman: The World after the End)

Um mit etwas anzufangen. Ich habe diese Erzählung aus verschiedenen mir bekannten post-apokalyptischen Szenarien, Filmen, Spielen usw. zusammengestellt. Ähnlichkeiten und Verwechslungen kann ich nicht ausschließen und sollte ich irgendeinem Artisten bzw. Autor oder Filmemacher irgendwelche Rechte streitig machen, so tut mir das sehr leid und es geschah sicher nicht mit Absicht. Danke fürs Lesen.

The World after the End


Wenn man mich heute fragen würde, wie ich auf das alles hier reagiert hatte, ich würde nicht die Wahrheit erzählen. Es hört sich vielleicht unsinnig an, aber Schwäche zu zeigen funktioniert hier nicht mehr. Zeigt man Schwäche, dann geht man unter. Das war auch vor dem „Breakout“ so gewesen. Ich, tut mir Leid wenn ich jetzt lache, aber mein Leben war bereits weggewischt worden bevor alles begonnen hatte. Ich hatte nichts. Einfach nichts. Von meiner Familie wurde ich rausgeworfen, da ich mit zweiundzwanzig noch keine Arbeit hatte. Mein Vater sagte immer das, wenn man sich nicht bemühte, nichts aus einem werden würde. Er hatte Recht behalten. Das Sozialamt hatte sogar versucht mir zu helfen. Natürlich nahm ich nicht an. Daraufhin wurde ich als arbeitsfaul abgestempelt und seitdem hatte sich jeder einen Dreck um mich gekümmert. Natürlich verlor ich dadurch dann schlussendlich meinen Freund, denn der hatte ja nichts Besseres zu tun gehabt als mich zu beschimpfen wenn ich einmal mehr betrunken zu ihm in seine Wohnung getorkelt bin. Im Nachhinein denke ich aber dass das Ende unserer Beziehung etwas Gutes war. Es war einfacher für mich alles zu verkraften wenn ich nicht wusste was mit Personen passiert die man liebte.

Wie ich davon erfahren hatte? Von was? Oh ja, ja ich verstehe schon. Ja es war in den Nachrichten. Sie wissen schon: News und so. Es soll ja am Anfang von Afrika ausgegangen sein. Wie AIDS. Ich weiß der Witz war nicht gut. Aber genau wie bei AIDS war auch die USA daran schuld. Sie kennen doch die Gerüchte von den Amerikanern die dort mit Affen experimentiert hatten. Ja die Gerüchte kennen wir alle. Zumindest war es dann in den Nachrichten. Obst, Gemüse und alles andere essbare was aus afrikanischen Staaten kommt wurde verboten. Einfach so. Ade Bananen. Wie auch immer, der Virus, diese Krankheit war dadurch aber nicht gestoppt. Die Nachrichten brachten viel zu wenig in die Bevölkerung, zumindest war von Säuberungsverfahren, aggressiven Infizierten und so weiter die Rede. Und das er sich ausbreiten würde. Einen Monat nach Ausbruch des Virus wurden alle Schotten dicht gemacht. Sie wissen wo Algerien ist? Ja genau dort, also im Süden von dem Land dort, dort, also von dort weg haben sie begonnen eine Linie zu ziehen. Einfach quer durch ganz Nordafrika. Schön das sich die Staaten dabei vertrugen, doch schlimm für alle die sich damals unter der Grenze befanden. Zeitungen berichteten von Stacheldrähten, Maschinengewehrstellungen, Radaranlagen, Betonwällen und was weiß ich. Sogar ganze Panzerkompanien sollen dort stationiert gewesen sein. Überlebende, die von den in Quarantäne gesetzten Staaten fliehen wollten, wurden erschossen. So „Ratatatata!“ wenn sie verstehen was ich meine.

Wie auch immer es passierte, der Virus ging trotzdem durch. Und das Wort in aller Munde: „Evakuierung.“ Millionenschwere Flüchtlingswellen preschten gegen die damals noch vorhandene EU. Ein leichtes für rechte Parteien da stark zu werden. Menschenrechte wurden gestrichen. Die Länder machten dicht. Da gab es kein reinkommen mehr. Die, die ihre Grenzen offen hielten, wurden überschwemmt. So wie die Medien es sagten, war in nur wenigen Wochen ganze Staaten infiziert worden. Zu diesem Zeitpunkt, als auch schon Ägypten und die Türkei zu wanken begannen, sprach man zu der verzweifelten Weltbevölkerung endlich „Klar“-Text. Ein terroristischer Akt irgendwo in einer Bananenrepublik hätte einen biologischen Kampfstoff freigesetzt der einem das Gehirn teilweise herunter fährt. Dies würde unter anderem zum Verlust der Sprache führen. Alleine Kehllaute und Geschrei wäre noch möglich. Genauso hatten sie gesagt das dieser Virus zu schrecklicher Wut führen würde. Ein normales Lebewesen würde sich in binnen weniger Stunden in ein „Monster“ verwandeln das andere attackiert und umbringt. Von kannibalischen Akten war die Rede. Und während sich viele fragten ob nicht etwas anderes als Terrorismus dahinter steckte, brach schlussendlich das komplette Chaos aus. Dies weitete sich, als bekannt wurde dass der Virus auch schon in Bulgarien Einzug gehalten hatte. Von Griechenland sprach ab diesem Zeitpunkt keiner mehr.

Zumindest wurde die Situation schnell geklärt. Während Supermächte wie die USA, Russland und China ihre Länder verriegelten und Südamerika von jener Infektion heimgesucht wurde, Asien zitterte und Europa unterging, brach auch der letzte Kontakt zu der Türkei ab. Aus den vereinigten Staaten kamen nur Worte. Worte des Mitleids, Worte zum Mut und Worte des Drohens. Fundamentalistische Gruppierungen sprachen vom Ende der Welt und man hörte immer wieder Gerüchte über den Bau einer Rakete für überreiche Personen. Sie würde Platz für mehr als 7.000 Menschen bieten, und Indien, das sich anscheinend noch Gedanken um ihre Zukunft machte, würde die Kosten für den Bau decken. Eine Karte würde auch nur 50.000 Euro kosten. Ph! Ein lächerlicher Preis für überreiche Bonzen.

Zirka eineinhalb Jahre als das erste Anzeichen der Infektion auftrat, beziehungsweiße Medien sich dazu äußerten, war die europäische Bevölkerung von 740 Millionen auf wenige tausend geschrumpft. Auswanderungsversuche in die USA scheiterten. Asiatische zweite Welt Staaten wurden von den Massen überrannt. Man stelle sich die Ironie vor. Rechtsradikale auf der Flucht in ein anderes Land. Zum Totlachen. Selbst der Papst soll ins Exil gegangen sein. Die sakrosankte Kirche war untergegangen. Und jeder beschuldigte Jeden für diese Invasion der „Dämonen“ verantwortlich zu sein. Einzig noch belebbare Gegenden in Europa waren Island sowie die nördlichsten Teile Schwedens, Norwegens und Finnlands. Diese nahmen auch so viele Flüchtlinge auf wie möglich, aber irgendwann ging einfach nicht mehr.

Und jetzt ist es vorbei. Die Menschheit hatte den Kampf gegen einen von ihr erschaffenen Virus verloren. Ich weiß nicht wie lange die USA oder Asien gekämpft hatte. Zumindest hörte man nichts mehr und ich traf auch nur noch auf Infizierte. Keine Nachrichten.

Und hier sind wir. Hier sind sie, hier bin ich. Wie? Ach nein. Nein, nein das sind keine Bissspuren. Die… das war ein Hund, wissen sie?

-Protokoll eines Überlebenden, Atomschutzbunker Alpe 2 ,Österreich, vier Jahre nach dem Ausbruch der Infektion, drei Wochen vor der totalen Funkstille.-
 
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Grivies

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(Begriffserklärung zu der oben genannten "totalen Funkstille".)

Die „totale Funkstille“ war ein Ereignis im März des Jahres 2013, als nach immer sporadischer werdenden Nachrichten und Telefonaten zwischen Luftschutzbunkern in den Alpen, Apenninen und dem Taygetos-Gebirge jenes Kommunikationsnetz vollkommen zusammenbrach. Das „Bunkerdreieck“ hatte vor dem Ausbruch der Infektion keinen Kontakt zueinander. Als der Virus bereits große Teile Europas verseucht hatte, befanden sich in den Gebirgsverteidigungsanlagen Soldaten der jeweiligen Nationen. Griechische, Italienische und Österreichische. Nachdem auch die letzten Kontakte zu den Hauptzentralen der Armee der Länder abgebrochen waren, begannen jene drei anscheinend letzten, kontaktfähigen Armeeposten miteinander zu kommunizieren. Mit dem Zusammenbruch dieses Kontakts verstarb auch der letzte Rest militärischer Funkkommunikation im Raum Europa.

Ein großes Ereignis im Bunkerdreieck war die gemeinsame Weihnachtsfeier im Dezember 2012. An jenem 24. Monatstag schalteten die drei Bunker ihre Signale auf eine Frequenz. Man wünschte einander frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr. Auch wurden Weihnachtsgeschichten erzählt und festliche Lieder gesungen. Es war wohl ein Versuch alte Sitten weiterleben zu lassen. Eine Besonderheit war, das auch die drei muslimischen Soldaten in dem griechischen Heer bei der „Feier“ teilnahmen. Insgesamt waren auf jedem Bunker zwischen 10 und 15 Soldaten stationiert gewesen.

Am 13. Februar 2013 begannen Nachrichten aus dem Bunker in den Apenninen immer dürftiger zu werden. Bis heute ist nicht geklärt, wie genau die Kommunikation zusammenbrach. Vermutet wird dass durch ein ungewöhnlich heftiges Gewitter die Sendeanlagen in dem Gebirge gestört wurden, weshalb das versenden und empfangen von Nachrichten teilweise unmöglich zu vollbringen war. Auch war bekannt geworden, dass die Nahrungsvorräte in dem italienischen Bunker immer mehr zur Neige gingen. Ab dem 17. Februar desselben Jahres gab es keinen Kontakt mehr mit jenem Bunker.

Dem österreichischen Bunker erging es indes nicht viel besser. Spannungen zwischen den Soldaten die hauptsächlich Klaustrophobie und Nahrungsmittelknappheit zu Grunde lagen eskalierten bei einem Schusswechsel zweier Gefreiter. Der mit einer Steyr-AUG a2 bewaffnete Soldat gab fünf Schüsse auf den anderen ab. Jener hatte seine Handfeuerwaffe gezückt und wiederum zwei Patronen gegen den bewaffneten Kameraden geschossen. Letzterer wurde schwer in der Bauchgegend verwundet. Die restlichen Soldaten konnten den Schützen schlussendlich niederringen ohne dass weitere Menschen verletzt wurden. Der Angeschossene starb einige Stunden später an den schweren Blutungen.

Der Gefreite, der jenen anderen erschossen hatte, wurde ohne Vorräte und Bewaffnung aus dem Bunker verbannt. Trauer und weitere psychologische Instabilität breitete sich durch jenes Ereignis in der Verteidigungsanlage aus. Der ausgewiesene, zu jenem Zeitpunkt bereits geisteskranke Soldat wollte sich seinen Einlass erzwingen, weshalb er einen Aufstieg zu den Sendeanlagen des Bunkers wagte. Halb erfroren erreichte er diese Stunden später. Er demolierte die Antennen mit Steinen, verbeulte die Satellitenschüsseln und schlug mehrere Male auf den Stromkasten in der Nähe der Anlage ein. Seitdem herrschte Funkstille im Alpinen Raum. Dieses Ereignis lässt sich nicht mehr genau bestimmen, sollte aber zwischen dem 3. und 18. März 2013 liegen. Der griechische Bunker im Taygetos-Gebirge stellte daraufhin eine Woche später die Versuche, mit dem österreichischen Bunker Kontakt aufzunehmen, ein.
Seitdem herrschte totale Funkstille.
 
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Grivies

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"Breakout"

Der „Breakout“
Worterklärung

Am 5. Juli 2011 brach in der afrikanischen demokratischen Republik Kongo der Virus aus. Während vor allem die vereinigten Staaten versuchten, Terroristen für das Aussetzen jenes Khit-Virus zu machen, gaben Russland, China und Nordkorea andere Vermutungen dazu ab. Demnach hätten amerikanische Wissenschaftler seit 2009 in Afrika an der lokalen Bevölkerung mit Test-Viren experimentiert, selbst Sicherheitsbehörden und Hilfsorganisationen wären in jenem illegalen Unterfangen involviert gewesen. Ausschlaggebend dafür war Professor Alexei Khitroski, einer aus der ehemaligen Sowjetunion ausgewanderter Biotechnikforscher. Er hatte zuvor der UDSSR revolutionäre Ideen zur Gentechnik unterbreitet, die auch schnellere Wundheilung und erhöhte Adrenalinschübe für Soldaten versprach. Sie würden, mit Injektionen versorgt, schneller laufen, höher springen und alles in allem ein erweitertes Bewusstsein besitzen können.
Die UDSSR war jenes Netz zu einfach gestrickt, auch konnte der Professor keine „funktionsfähigen“ Testpersonen vorweißen. Die Idee wurde abgelehnt. Gekränkt wandte sich Khitroski zuerst an die vereinigten Arabischen Emirate, danach an China. Keiner wollte und konnte seinen Vorstellungen zur Realität verhelfen. Angeschlagen tauchte er daraufhin unter, wurde aber des Öfteren in Zentralafrika gesichtet, wo er teilweiße auch „Medizin“ gegen AIDS und Lepra verteilte. Hilfsorganisationen und Entwicklungshelfer lobten den Einsatz jenes „Phantoms“, denn die von ihm verabreichten Präparate schienen zu funktionieren und halfen den HIV-Infizierten Menschen zumindest zu längerem Leben.
[h=3]Nachdem die USA als einzige Großmacht übrig blieb, die anscheinend keine Stellung zu den Ideen des Alexei Khitroski nahm, wurde bald die Nachricht verbreitet, das jene ihn mit Mitteln unterstützten. Die vereinigten Staaten stellten sich sofort pro-Khit ein, zumindest sagten sie öffentlich aus, ihn mit Geldmitteln zu unterstützen. Doch nicht nur scheinbar. Über 1,5 Milionen US-Dollar wurden dem Forscher, nachdem man ihn alleine in einem scheinbar verlassenen, selbsterrichteten Forschungs-Kontainer im Kongo gefunden hatte, zugesichert. Daraufhin ließ dieser mit den Geldern ein Labor-Hospital in der nächstgelegenen Stadt errichten. Dort wurden Personen mit dem humanen Immundefizienz-Virus behandelt und teilweiße auch erfolgreich geheilt.
[/h][h=3]Mit dem Erhalt des Nobelpreises für Medizin war der Weg für den Professor gesichert. Seine Praxis blühte auf, und der Virus, der seit den 1950 Jahren existierte und bereits Millionen von Leben gekostet hatte, schien besiegt. [/h][h=3]Am 3.April 2011 aber änderte sich die Lage. Die USA beanspruchte das Heilmittel für HIV für sich und gab als Erklärung dafür die beträchtlichen Geldsummen an, die sie für die Erforschung jener Mittel entbehren mussten. Trotz heftigen Protesten vonseiten vieler Experten und auch anderen Großmächten wie Russland oder der EU wurde die „AntiHII“ (Anti-humane-Immundefizienz-Injektion) oder auch „Anti2“ als Erfindung der USA proklamiert. Professor Khitroski wurde seines Amtes als Weiterentwickler der Spritze enthoben und musste all seine Forschungsergebnisse an die Weltmacht USA abgeben. Unentgeltlich wurde er auch aus seinem Labor verbannt. [/h][h=3] [/h][h=3]Mit tiefen Depressionen und Anzeichen von geistiger Umnachtung zog sich der Forscher in seinen, von der Zeit in Mitleidenschaft gezogenen Forschungs-Container zurück. Unter unhygienischen Bedingungen entwickelte er seine Präparate weiter und testete sie an Versuchstieren und sich selbst. Ziel war es, die HI-Viren positiv für den Körper zu nutzen, zum Beispiel als zusätzlicher Schutz gegen Krankheiten. Somit würde die Wirkung der Krankheit umgekehrt werden. Aus unerfindlichen Gründen erhöhte sich der Harnsäurespiegel einiger Versuchstiere rasant, das eine übernatürlich hohe Aggressivität zur Folge hatte. Anstatt aber mit jenen Versuchen aufzuhören, entschied sich Khitroski zu dem genauen Gegenteil. Er entwickelte seinen Aggressions-Virus weiter, verbesserte ihn auf mehreren Ebenen, ungeachtet der Tatsache dass die Infektion mit jener Krankheit zu sehr schmerzhaften Wasser- und Blutblasen auf der Oberfläche der Versuchswesen führen konnte. [/h][h=3]Um den 24.Juni sah Professor Alexei Khitroski sein Werk als vollendet. Einer der Versuchsaffen war vollständig zu einer aggressiven, verstörten Kreatur geworden. Sie gab nur mehr Geschrei und Brüllen von sich, erbrach des Öfteren Blut und andere Darmflüssigkeiten und bei Versuchen, ihn mit anderen Artgenossen in Verbindung zu bringen, attackierte jener infizierte Primat die anderen, ohne jegliche Vorwarnung oder Drohgebärden zu äußern. Nachdem er zwei der fünf Affen erschlagen hatte, nährte er sich an ihren Körperteilen und geriet danach in eine, einige Stunden andauernde, Ruhephase. Nach diesem „großen Schritt“ für die Forschung, setzte sich der Doktor mit einigen Warlords aus dem anliegenden Sambia in Verbindung. [/h][h=3]Der Handel mit jener biologischen Waffe sollte um den 3. Juli erfolgen. Sie wurde von dem Forscher nach sich selbst benannt. Der Khit-Virus, K-Virus oder einfacher : KV. Die Übergabe für umgerechnet 0,8 Millionen Euro wurde aber nicht mehr umgesetzt. Den in der Nacht von dem 1. Auf den 2. Juli entkam einer der infizierten Versuchsprimaten aus der Forschungsanlage, nachdem er mehrere Tage lang mit seinen Fäusten gegen die langsam immer poröser werdende Maschendrahttüre seines Käfigs getrommelt hatte. [/h][h=3]Am darauffolgenden Tag versuchte der geistesgestörte Wissenschaftler sich selbst das Leben zu nehmen, nachdem das ausgebrochene Experiment drei Menschen in einem Dorf in der Nähe des Containers angegriffen und somit infiziert hatte. Daraufhin wurde es von einem weiteren Einwohner erschossen. Doch binnen weniger Stunden und trotz schneller erster Hilfe begannen die Angegriffenen dieselben Syndrome wie der Affe aufzuweisen. Und zirka einen halben Tag später hatte sich der Virus in ihrem Körper eingenistet. Die Befallenen attackierten weitere Dorfbewohner. Am 5. Juli war jedes Lebewesen das nicht aus dem Dorf geflüchtet war von dem Virus erfasst worden. Man fand die Leiche des Professors zwei Tage nach dem Breakout in seinem Container. Er hatte sich den Virus selbst geimpft, und als der Warlord und seine Soldaten mit zwei Tagen Verspätung bei jenem Labor eintrafen, hatten sie den Infizierten wohl niedergestreckt. Zumindest wurden Schusswunden im Brust und Bauchbereich des Mannes gefunden. [/h][h=3]Ab dem 7.Juli verbreitete sich der Virus rasant über Orte in der Nähe des infizierten Dorfes. Die kongolesischen Streitkräfte wirkten nur träge auf die Bedrohung. Dies kann einerseits auf die nur unzureichend ausgestattete Armee jenes Landes hinweisen gleichzeitig aber sprach der Militärrat der Situation nur wenig Bedrohung zu. Erst zwei Wochen machte man Anstalten, dem Virus entgegenzuwirken. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 5.000 Menschen infiziert worden. Nach ersten erfolgreichen Scharmützeln mit den überaggressiven, sich übergebenden und geistig verarmten Kranken wendete sich das Blatt schnell als die FARDC (franz. Forces Armées de la République Démocratique du Congo; zu Deutsch: Streitkräfte der demokratischen Republik Kongo.) versuchte mit einer Art von Blitzangriff in das Zentrum der Infektion zu stoßen. Dort angekommen wurden die zweihundert leichten Soldaten nach vielen recht blutig verlaufenen Massakern von über 3.000 Infizierten zu beinahe hundert Prozent aufgerieben. Darauf folgten hohe Desertionswellen in den Reihen der FARDC. Grund dafür war die oftmals menschenverachtende Brutalität mit denen die Infizierten ihre Opfer umbrachten. [/h][h=3]Erst am Nachmittag des 5.August rief die Regierung der demokratischen Republik Kongo den nationalen Notstand aus. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits über 30.000 Menschen von dem Virus betroffen und er breitete sich auch schon in Nachbarländern wie Uganda und dem Sudan aus. Die schon längst geschwächte kongolesische Armee führte einen aussichtslosen Kampf gegen die Infektion, die täglich hunderte Opfer forderte. [/h][h=3]Am 12.August brach der letzte Widerstand des kongolesischen Heeres. Die Hauptstadt Kinshasa wurde von den Infizierten Horden überrannt. Über 10.000 Menschen wurden in binnen weniger Stunden infiziert. Kongo, der Staat neben der demokratischen Republik, hatte sich unzureichend abgesichert und wurde deshalb in binnen weniger Tage durch eine Woge der Seuche ausgelöscht. Zu diesem Zeitpunkt war der Virus unkontrollierbar geworden. [/h][h=3]Weder Luftangriffe des Tschads, noch Grenzwälle, Militärcheckpoints und Flammenwerfer hielten die Seuche noch im Zaum. Nach zwei Monaten war ganz Zentralafrika von dem Virus betroffen. Erst jetzt schaltete sich die Nato ein. Mit Hilfe von Spezialkommandos, gezielten Bombardements und Befestigungen wollte man der Seuche Herr werden. Ein totaler Fehlschlag. Die Welt hatte zu spät reagiert. Kritiker warfen der EU, USA und vor allem der North Atlantic Treaty Organization Trägheit vor und auch die allgemeine Weltbevölkerung nahm die zuvor bei dem Militärbündnis herrschende Untätigkeit schlecht auf. Man verlange mehr Eifer bei den Versuchen eine Quarantänezone zu errichten. Dies gelang aber nur teilweiße. Einzelne Stellungen in Zentralafrika konnten zwar Keimfrei gehalten werden, doch nichtsdestotrotz breitete sich die Krankheit immer weiter aus. [/h][h=3]Schlussendlich schaltete sich auch die Arabische Liga ein. Jemen und Saudi-Arabien schloss seinen Schiffsverkehr über das Rote Meer. Ägypten, Libyen, Algerien und Mauretanien schlossen ihre südlichen Grenzen, Sudan wurde, nachdem bereits weite Teile des Staates infiziert waren, aus dem Bündnis mit absoluter Mehrheit ausgeschlossen. Ein Grenzwall, die Mauer des Schutzes für die allgemeine Bevölkerung (Wall of Protection for the general Population) oder gekürzt: WoPP wurde an den Südgrenzen der arabischen Liga aufgezogen. Ein Aus- und Einreisen über diesen Wall gestaltete sich als unmöglich. Wachposten, Maschinengewehrstellungen, Minenfelder, Jagdpanzerbrigaden, Scharfschützenplattformen und ganze Boden-Boden Raketenstützpunkte wurden errichtet. Man wollte und durfte den Virus nicht über jene Grenze lassen. Dies geschah ganz zum Widerwillen der noch nicht oder nur teilweiße betroffenen südlicher gelegenen Nationen. Versuche von angsterfüllten Flüchtenden aus Niger oder Mali über die Mauer zu gelangen wurden mit dem Tode bestraft. Immer wieder wurde in jenen Tagen von der Brutalität der Grenzsoldaten an der WoPP berichtet. [/h][h=3]Ab dem dritten Oktober 2011 kamen keine Flüchtlinge mehr aus jenen Regionen. Der Virus hatte nun ganz Zentral – und Südafrika übernommen. Immer wieder sprach Russland und auch China von einer einfachen Endlösung, indem man nukleare Sprengköpfe in jenes nun absolut menschenfeindliche Gebiet fliegen lassen würde, um sich dem Virusproblem anzunehmen. Dies traf bei der breiten Masse der Bevölkerung zwar auf Ablehnung, doch trotz allem wurden in Russland am 7. Oktober über 20 Interkontinentalraketen in das Zentrum der Zone, Kongo, geleitet. Schwerste nukleare Schäden, Tonnen von zerstörten Urwaldlandschaften und eine totale radioaktive Verseuchung mit einer Halbwertszeit von über 25.000 Jahren war die Folge. Durch jene Supermacht veranlasst warf auch China über fünf atomare Sprengköpfe in jenes Gebiet ein, das die radioaktive Strahlung dort noch erhöhte. [/h][h=3]Die Welt war höchst gespalten über jene russisch-chinesische Aktion. Viele meinten das dieser Schritt die einzige Möglichkeit gewesen sein konnte und lobten auch die Schnelligkeit mit der Russland dieses Problem „beseitigt“ hatte. Doch in der Allgemeinheit war man darüber empört. Millionen Menschen protestierten in den folgenden Tagen und Wochen gegen das russische Regime, auch die EU und die vereinigten Staaten zeigten sich zutiefst betroffen. Russland äußerste sich zu seiner Tat wie folgt:[/h][h=3] „Wir waren uns bewusst welches Risiko wir eingehen würden, wir wussten auch um die Schäden die nukleare Waffen anrichten können. Doch in Notsituationen verlangt es einmal nach extremen Mitteln. Und seit versichert, all unser Streben galt nur dem Wohle der Weltbevölkerung.“ [/h][h=3]China antwortete auf ungefähr derselben Art und Weiße. [/h][h=3]Die Arabische Liga indes zeigte sich höchst neutral den Atomschlägen Russlands gegenüber und verhielt sich auch in den kommenden Tagen ruhig. Die Welt hoffte nun dass der Virus gebannt sein würde, und Russland sendete ganze Divisionen von Kampfverbänden nach Zentralafrika aus um die Seuche endgültig unter Kontrolle zu bringen. Es wurde weitgehend auf Bomber mit Brandmunition und Flammenwerfer gesetzt. Doch trotz dieses Aufgebots an Soldaten konnte der Virus nicht besiegt werden. Nur wenige, beinahe komplett aufgeriebene Verbände verließen Zentralafrika wieder. Man berichtete von zahllosen Massen aus Infizierten die sich immer noch von Leichen ernährten und bei jedem Anzeichen von Präsenz einer anderen Spezies sofort zum Angriff übergingen. Zu dieser Zeit wurde der infizierte Mensch bereits als eigene Rasse angesehen. Der „Homo iratus“ (zu Deutsch: der zornige Mensch.) Wurde sogar im Duden eingetragen. Auch das Wort: „Infizierter“ oder „Zombie“ kam in der allgemeinen Bevölkerung auf. [/h][h=3]Der 13. November 2011 markierte einen der wichtigsten Punkte des Untergangs der uns bekannten Gesellschaft durch den Virus. Um 3:50 Morgens gab es im algerischen Grenzdorf Bordj Moktar Viruswarnungen. Sofort wurde eine Quarantäne aufgezogen, Sperren und Sicherheitshelikopter schoss auf jeden Einwohner der Versuchte das Dorf zu verlassen. Auch große Teile der Bataillone die auf dem WoPP als Sicherungstruppen eingesetzt waren, wurden abgezogen. Tagelang hielt man das Dorf, in der sich kein Leben rührte, unter Beobachtung. Erst nach fünf Tagen machte sich ein Sondereinsatzkommando auf, mit Radpanzern und Flammenwerfern ausgerüstet. Doch man traf im Dorf auf keine Infizierten, lediglich verdurstete oder schwer traumatisierte Bürger. Es war eine Falschmeldung gewesen. [/h][h=3]Als die Truppen sich am 19. November wieder auf den Rückweg machen wollten war es bereits zu spät gewesen. Die wenigen Soldaten auf dem algerischen Abschnitt der WoPP wache gehalten hatten waren von Infizierten überrannt worden. Schnell breitete sich der Virus auf die Umliegenden Dörfer aus. In den Nachfolgenden Wochen und Monaten erfasste die Infektion immer mehr Staaten und Kontinente. Über Algerien hinweg durch Libyen, Ägypten, Israel, Saudi-Arabien, Türkei, Iran und so weiter. Über den Bosporus dann nach Griechenland, Bulgarien, Serbien und Ungarn. In binnen fünf Monate war der gesamte Orient und auch der Okzident von dem Virus betroffen und das trotz totaler Gegenwehr des Militärs. Die USA hielt sich, genauso wie Russland so gut wie komplett aus der Situation heraus. Das Ergebnis war fatal. Unifizierte bzw. nur leicht vom Virus befallene Teile der EU brachen alle freundlichen Kontakte zu den Supermächten ab. Darunter waren zu jenem Zeitpunkt noch: Großbritannien, Irland, Portugal, Dänemark sowie Belgien und die Niederlande, Schweden und Norwegen. [/h][h=3]Alleine der Norden Deutschlands versuchte seine guten Kontakte mit der USA zu halten, weshalb dort am 5.April 2012 ein Einsatzkommando von 500 US-Marines zur Vereidigung einer deutschen Küstenfestung im Norden Brandenburgs abkommandiert wurden. Russland aber schoss am 7. April drei Nuklearraketen auf den von dem Virus erfassten Raum Berlin ab. Eine der Raketen besaß aber einen Fehler im Getriebe, weshalb sie in den Raum Brandenburg einschlug und dort 5.000 nicht infizierte Menschen dem Tod brachte. Auch die Küstenfestung war davon betroffen. 213 des US-Marine Bataillons starben. Die USA reagierten entsprechend darauf, klagten Russland dem unvernünftigen Nuklearwaffengebrauch an und erklärten der Supermacht am 12. April den Krieg. [/h][h=3]Der Darauffolgende Nukleare totale Krieg zerstörte weite Teile Russlands und der USA, sodass der Virus beinahe ungehindert in jene beiden Staaten einziehen konnte. Dazu kam die ungeheure radioaktive Verstrahlung im Norden der Welt, veranlasst durch über 520 abgeschossene atomare Waffen. Alleine durch Wind und Wetterbedingungen und einem schier unmöglichen Zahl an Glücksfällen schaffte es Norwegen und Schweden weitgehend von der Radioaktivität frei zu bleiben. Nachdem Russland sowie die USA mehr oder minder zerstört worden waren, brach auch der Kontakt zu jenen Großmächten ab. Schnell wurde dann auch noch der Rest Deutschlands, Dänemarks und den anderen, zuvor noch lebensfähigen europäischen Staaten von dem Virus überrannt. Von Schweden und Norwegen gab es zwar keine Berichte über einen Virusausbruch, doch sollte dies nicht allzu viel heißen, meinen Experten. [/h][h=3]Schlussendlich waren 185 Staaten der Erde von dem Khit-Virus befallen worden. Lediglich der hohe Norden Schwedens und Norwegens soll heute noch vollkommen Virusfrei sein, sowie die Nordpolarmeerinseln und das Franz-Josephsland. Auch in die Arktis und die Antarktis würden keine Spuren von Viren gefunden worden sein. Inwiefern folgende Staaten bzw. Inseln von der Infektion betroffen sind kann man auch heute noch nicht genau feststellen: Nord- und Südkorea, Japan, Madagaskar, Neuseeland, die Falkland-Inseln sowie der Norden Schwedens und Norwegens. Von dem Rest der Welt muss man ausgehen das es von der Welle des todbringenden Virus erfasst wurde.
[/h][h=3]-Aus den Unterlagen des norwegischen Biologen Harald Faksen, Forschungsstation Troll in der Antarktis-[/h]
 
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