Ich als Schreiberling

Pache

Faultier
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9 Apr 2012
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Hi Leute,
ich habe mich mal an meinen Computer gesetzt und mit einem Kumpel von mir eine kleine Geschichte getippt. Hoffe sie gefällt.
Um Kritik (positiv als auch negativ) wird gebeten, dann wissen wir ob die Story erweitert werden sollen, oder ob wir nochmal ganz von vorne anfangen sollen. :)
Also viel Spaß:

Die Begegnung der etwas anderen Art

Erschöpft von den Strapazen des Tages will Jon nur noch einen Platz zum Rasten finden. Da sich Wolken am Abendhimmel bilden sucht er nach einem geeigneten Unterstand für die Nacht. Schon fast schlafend findet er eine Höhle am Fuße eines Berges und macht sich daran diese für sein Nachtlager auszurüsten. In seinen Schlafsack gerollt und seinen Rucksack als Kopfkissen driftet Jon ziemlich schnell in die Welt der Träume ab.

Ein tiefes Grollen von irgendwo hinter ihm lässt Jon aufwachen und es kommt ihm so vor als hätte er höchstens ein Paar Minuten geschlafen. Er stützt sich mit einer Hand vom Boden ab und reibt sich mit der anderen die Augen. Bis sich seine Sicht dem düstern Umfeld angepasst hat, greift er mit seiner freien Hand in seinen Rucksack und zieht seine Taschenlampe heraus. Er knipst sie an und der helle Lichtkegel wirft eine Kreis auf die ihm gegenüberliegende Wand. Noch leicht schlaftrunken steht er auf und bewegt sich in die Höhle hinein, um herauszufinden, was ihn da so unsanft aus seinen Träumen gerissen hat.

Der Lichtkegel wandert von einer zur anderen Seite der Höhle. Nach einer leichten Kurve wird der Gang der Höhle zu einem riesigen Raum. Mit weit geöffneten Augen inspiziert Jon den gewaltigen Raum, der sich vor ihm aufgetan hat. Der Boden vibriert, als ein weiters Grollen, dieses Mal um einiges lauter, durch die Luft donnert. Vor Schreck fällt Jon die Taschenlampe aus der Hand und schlägt mit einem splitternden Geräusch auf dem Boden auf. Fast blind durch die plötzliche Dunkelheit tastet Jon nach der Lampe und hebt sie auf. Er schaltet sie ein und der Raum wird in Licht geflutet. Trotz des Sturzes scheinet die Lampe nichts an ihrer Leuchtkraft verloren zu haben. Erstaunt lässt Jon ein „Wow“ los und blinzelt dabei geblendet.

Bis er merkt, dass das Licht gar nicht aus seiner Lampe kommt, ist es schon zu spät. Mit einem gewaltigen „BOOM“ schlägt hinter ihm ein gigantischer Drache auf allen vieren auf und versperrt ihm den einzigen Ausweg. Von dem Aufschlag umgerissen fällt Jon um und landet auf seinem Bauch. Er rollt sich mit einer schnellen Bewegung auf den Rücken und blickt dem Ungetüm direkt in die gelben glühenden Augen. Der Kopf des Drachen bewegt sich ein Stück auf Jon zu, den Menschen mit seinem Blick am Boden fest haltend. „WAS MACHST DU HIER!?“, donnert es Jon entgegen. „ANTWORTE!“. „Ich…ähm, also…ich….Bi…bitte friss mich nicht!“, ist alles was Jon in seiner Furcht heraus bekommt. „ICH SOLL DICH ALSO NICHT DAFÜR FRESSEN, DASS DU IN MEINE HÖHLE EINGEDRUNGEN BIST?“. „J…ja das wäre nett.“, erwidert Jon. Mit einem weiten Grinsen im Gesicht hebt der Drach seinen Kopf von Jon weg. „WIE WÄRE ES, WENN ICH DICH DANN STATTDESSEN WIE EINEN KÄFER ZERQUETSCHE!?“. Und mit diesen Worten macht der Drach einen Schritt nach vorn und stellt eine seiner gewaltigen Vorderpfoten auf die Brust des Menschen.

Die Pfote des Drachens ist so groß, dass sie fast den kompletten Körper von Jon unter sich begräbt. Zappelnd und mit, vor Panik, weit aufgerissenen Augen versucht Jon sich zu befreien. Doch sein Gestrampel ist zwecklos. Die Kreatur legt zwar nur so viel Gewicht auf Jon´s Brust, das er nicht zerquetscht wird, es fühlt sich aber für ihn trotzdem so an als würde das gewaltige Gewicht des Drachen ihn zermalmen. Jon kann, den Kopf wischen zwei der drei, mit tiefschwarzen Klauen bestückten Zehen gelegt, das sadistische Lächeln auf der geschuppten Schnauze des Reptils sehen. Der Druck auf Jon´s Brust steigt und presst die gesamte Luft aus seinen Lungen. Der Drache wirft einen Blick nach unten auf den unter seiner Vorderpfote gefangenen Menschen, der seinen Kopf mit schmerzverzerrtem Gesicht hin und her wirft. „Du wolltest nicht das ich dir den Kopf abreiße, dass wäre um einiges weniger schmerzhaft geworden.“, sagt der Drache schon fast flüsternd.

Jon reißt die Augen auf, als er einen stechenden Schmerz in seinem Brustkorb fühlt. Eine seiner Rippen hat sich soeben verabschiedet. Das Knacken ist dem Drachen wohl genauso aufgefallen, trotz der dicken Ballen an seiner Pfote. Und er beugt sich zu seinem Gefangen hinunter und erhöht dadurch noch einmal das Gewicht auf Jon´s Brust. „Mh, da ist wohl was gebrochen, aber das ist dir wahrscheinlich nicht entgangen, oder?“, flüstert der Drache Jon in einer ironischen Stimmlage zu.

Bei jedem Wort, das aus dem großen Maul des Drachen kommt, strömte Jon heiße Luft entgegen und es fühlt sich für ihn an, als würde die Haut auf seinem Gesicht verbrennen. Die Schnauze des Drachens so nah vor seinem Gesicht, kann er jedes der kleinen, schwarz glänzenden Schüppchen, die Nasenlöcher und die messerscharfen Zähne sehen. Mit dem letzten bisschen Luft in seinen Lungen bringt Jon einen Satz heraus. „Wenn… du mich am Leben lässt, dann mache ich alles was du willst.“. „WER HAT DIR ERLAUBT ZU SPRECHEN!?“, wird Jon von dem Drachen angefaucht. „Ich tue alles, wenn du mich nur am Leben lässt.“, wiederholt Jon unter Schmerzen. Interessiert von der Aussage des Menschen, hebt der Drache seine Vorderpote ein bisschen an. Mit einem tiefen Atemzug befüllt Jon hastig seine Lungen mit frischer Luft. „Du tust alles was ich will?“, fragt der Drache interessiert. „Ja, ja alles!“. Langsam hebt der Drache seine Vorderpfote von der nach Luft gierenden Brust des Menschen, legt sie auf den Boden und setz sich vor ihn hin. Immer noch leicht nach Luft schnappend, stützt sich Jon auf seine Hände und schaut dem Drachen in die Augen. Mit einem beruhigenden und zugleich angsteinflößenden Blick starrt dieser zurück. Nach einigen Minuten des Schweigens, setzt Jon zu einem neuen Satz an. „Was hast du jetzt mit mir vor?“, fragt er leise und zögerlich, in Angst jedes Wort könnte die schwere Pfote wieder dazu bringen auf seiner Brust platz zu nehmen.

Der Drache wendet seinen Blick ab, steht auf und beginnt den Menschen zu umkreisen. Dabei lässt Jon seinen Blick über die Figur des Drachen wandern. Die großen Schwingen, die der Drache an seinen Körper gelegt hat, der lange Schweif, der an seinem Ende jeweils links und rechts eine Reihen von blutroten Federn hat, die riesigen, mit schwarzen klauen bestückten Pfoten und das Maul, in dem Jon mit Sicherheit drei Mal Platz gefunden hätte, machen das Gesamtbild der Kreatur doch ziemlich angsteinflößend. Jon mahlt sich die schlimmsten Dinge in seinem Kopf aus, die der Drache mit ihm anstellen könnte. Gedanken wie „Hätte ich doch nur zugelassen, dass er mich platt macht.“ oder „Was wird er wohl mit mir machen?“ huschen durch seinen Kopf. Die schwarze Schnauze reißt ihn aus seinen Gedanken, als sie neben ihm auftaucht. „Ich behalte dich erst mal hier, mal sehen zu was du mir nützlich sein kannst!“, verkündet der Drache mit einer Stimme, die einen eiskalten Schauer über Jon´s Rücken jagen lässt. „Aber das du mir ja nicht ausbüchst!“. Mit erhobenem Kopf holt der Drache tief Luft und atmet einen Feuerstrahl aus, der den Steinboden vor dem Ausgang zum glühen bringt. Jon hebt die Arme vor sein Gesicht um sich vor der entstehenden Hitze zu schützen. „ Nur eine kleine…Sicherheitsmaßnahme.“, grinst er Jon von oben herab an.

Mit schweren Schritten trottet der Drache in die Mitte der Höhle und kringelt sich dort auf einer etwas erhöhten Steinplattform zusammen. Die Hinterpfoten übereinander gestapelt, den Kopf auf die ausgestreckten Vorderpfoten gelegt schaut er zu Jon hinüber, der immer noch an der selben Stelle sitzt, an der er zuvor von dem Ungetüm von den Füßen gerissen worden war. „Willst du da die ganze Nacht sitzen bleiben? Komm her!“, ruft der Drache in einem befehlendem Ton und klopft mit der flachen Pfote auf eine Stelle neben seinem Bauch. Zögernd und unsicher steht Jon auf und dreht sich, mit seinem Blick dem des Drachen ausweichend, um und läuft zu der Steinplattform, auf der es sich der Drache bequem gemacht hat. Einen Schritt vor der Plattform bleibt Jon stehen und dreht seinen Kopf so, dass sein Blick den des Drachen kreuzt.

„Was ist? Komm rauf, ich tue dir schon nichts.“, sagt er und fügt in einem flüsterndem Ton noch hin zu. „Zumindest für Heute!“. Nach dem der letzte Satz des Drachen in der Höhle verklungen war, steigt Jon auf die Platte, klettert über den Schwanz der Echse und setzt sich im Schneidersitz auf die Stelle, die ihm der Drache zuvor zugewiesen hatte. Mit einem Seufzer schließt Jon die Augen und lehnt sich ein bisschen gegen den Bauch des Drachen. Das unbehagliche Gefühl, dass er zuvor verspürt hat, wird durch ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit ersetzt, das von dem Drachen ausgeht. Trotz der unheimlichen und angsteinflößenden Erscheinung der Kreatur, fühlt sich Jon doch Sicher. Das letzte was er mitbekommt, bevor er einschläft, ist das gleichmäßige heben und senken der Seite des Drachen und das Rauschen der Luft, die bei jedem Atemzug der Echse zu hören ist.

-be continued-
 

Propper

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17 Sep 2011
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Was ich auf jeden Fall positiv anmerken kann ist der recht flüssige Schreibstil, der bisher auch einen guten roten Faden folgt(guten Spannungsbogen). Es liest sich somit angenehm. Mir gefällt persönlich aber noch mehr das es bis jetzt eine interessante Charakterentwickung hat.
Der Charakter des Drachens mag ich gerne, er spielt mit der Angst von Jon und scheint mir trotzdem symphatisch.
Die Opferrolle von Jon ist einigermaßen glaubhaft und hat bisher doch eine interessante Ausgangssituation herbeigeführt, die mal abseits von manchen Stereotypen nicht von völlig blutrünstigen Drachen berichtet. So etwas habe ich bisher seltener gelesen und es hat etwas sehr erfrischendes. Freue mich sehr auf den nächsten Abschnitt. ;-)
 

Sheroth

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30 Aug 2011
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Mjam!! *genüsslich schmatz* Das ist, was voll und ganz meinem Geschmack entspricht^^

Der Herr vor mir *auf den vorangehenden Post zeig* hat soweit alles gesagt, was ich auch gesagt hätte^^, auch wenn meine Formulierung anders wäre^^. Aber egal!
Fakt ist, dass ich erhoffe noch mehr lesen zu dürfen^^

Weiter so!!!^^
 

Pache

Faultier
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9 Apr 2012
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43
Wenn ich es schaffe, gibt es morgen die Fortsetzung :D
 

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