"Gunned down"

Butch

Küchen-Bully
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Moin, ich moechte euch das Ergebnis meines gestrigen Schreibanfalls, der bis tief in die Nacht angedauert hat, nicht vorenthalten.
Wie immer sind Kommentare, Anregungen und Kritiken
willkommen und gern gesehen.


"Gunned down- die Feuertaufe"

Das Heulen des Fliegeralarms schallte ueber die staubbedeckte Piste des kleinen Feldflugplatzes
in der Naehe von Kursk. Podkin, der Schwarmfuehrer sass bereits in seiner Jakowlew und schnauzte seinen
ersten Wart an. "Mach hin, du Hund, ich muss in die Luft!" Der Barsoianthro am Boden riss an der
Kurbel des Anlassers, und jaulend erwachte der V12 von Podkins Jagdeinsitzer zum Leben.
Mit kuzen Gasstoessen trieb Podkin seine Propellermaschine zum Vorstart, wo bereits der Rest seines
Schwarms mit warmgelaufenen Motoren auf ihn wartete. Die beiden Samojeden Vit und Serge und der
Husky Vlad. Sie alle flogen den gleichen Typ wie Podkin. Er schnallte sich das Kehlkopfmikrofon um, und
meldete sich im Funk. "Ok, heut gehts folgendermassen ab- Vlad, du fliegst mit mir, Serge und Vit- ihr
fliegt zusammen. Und lasst dieses Mal um Himmels Willen die Faxen! Ich will dem Kommandanten heute
keine Verluste in meiner Staffel melden muessen."
Vit quittierte diese Order seines Kaept'ns mit einem gespielt gelassenen "Jaja". Serge war etwas
zuversichtlicher."Keine Sorge Cap' diesmal gibts kein Malheur."
"Also dann, holen wir sie uns, oder wollt ihr hier rumhocken und quatschen?!" Das war Vlads Stimme.
Der grauweisse Huskyanthro hatte bis jetzt geschwiegen.
"Ah, der Herr ist auch mit an Bord, wie schoen. Dann sind wir ja vollzaehlig, und koennen los" scherzte
Podkin."Die Welpen fliegen vor. Vlad, du und ich wir folgen mit 30 Sekunden Abstand. Raus richtung
eins- sieben, sammeln ueber dem Kursker Bogen." Seine Befehle wurden allseits mit einem knappen
"Verstanden" quittiert.
Nach dem Erteilen der Starerlaubnis gaben die beiden Samojeden Vollgas und jagten die Piste hinunter um,
einmal in der Luft, in einem weiten Bogen in richtung Kursk an Hoehe zu gewinnen. eine halbe Minute
darauf folgten Vlad und Podkin.

Auf dem Weg zum Kursker Bogen kam Podkin in seiner Maschine ins Gruebeln. Die beiden Samojeden
hatten jetzt ein paar Einsaetze auf dem Buckel, doch immernoch waren sie zu unerfahren, um ohne ihren
Schwarmfuehrer zu fliegen. Podkin, der es gewohnt war mit Vlad zusammen im Zweiergespann zu arbeiten
hatte es damals gar nicht gepasst, dass er von der Geschwaderfuehrung zwei Frischlinge vorgesetzt bekam.
Doch die damalige Situation hatte diese Massnahme erfordert, und gebessert hatten sich ihre Umstaende
seither nicht- eher das Gegenteil war der Fall. Seit Beginn des Konflikts hatten sie nur Boden eigebuesst,
und ein Ende des Rueckzuges war vorerst nicht in Sicht. Und so wurde die Versorgung mit Material und
Personal zusehends schwieriger. Das hatte zur Folge, dass Jeder, der in der Lage war einen,
Steuerknueppel zu halten, in ein Flugzeug gesetzt wurde, um im Luftkampf die Verhaeltnisse zu
Gunsten der roten Armee zu veraendern- mit dem Resultat, dass viele der Frischlinge bereits beim ersten
Feindflug, teilweise sogar von der eigenen Flugabwehr vom Himmel geholt wurden.
Podkin lief ein Schauer ueber den Ruecken bei diesem Gedanken. Er fasste den Knueppel seiner
Maschine fester, und drueckte den Leistunghebel nach vorn, um zu beschleunigen.

Unter Podkins "roter eins", so lautete das Rufzeichen seiner Maschine , zog grade der Kursker Bogen
durch, und er begann den Himmel nach feindlichen Maschinen abzusuchen- da meldete sich Vit.
"He, Schwarmfuehrer, wir haben Gesellschaft- 10 Uhr, hoch." Podkin suchte den Sektor vorne links seiner
Maschine ab und fand tatsaechlich an der von Vit angegebenen Position zwei Flugzeuge.
Schnell hatte Podkin, der Kuvaszanthro, einen Entschluss gefasst. Er oeffnete den Funkkanal. "Serge, Vit;
Linksskurve um die Wolkenbank, bleibt bei 5000. Setzt euch tief hinter sie, so koennen sie euch nicht
sehen. Schaut nach, obs Indianer sind. Wenn ja, es wird nicht geschossen, bevor ich den Befehl dazu gebe.
Vlad und ich geben euch Deckung." Serge und Vit wiederholten den Befehl des Schwarmfuehrers und
machten sich davon. Podkin und Vlad in der Maschine mit der gelben zwei auf dem Rumpf gingen auf
einen Kurs, der sowohl den Flugweg der beiden vermuteten Feindmaschinen als auch den der Frischlinge,
unterhalb kreuzte. Wieder war es der Husky, der die Funkstille brach. "Hey Nummer eins, meinst du die
Welpen haben ihre Abzugsfinger im Griff?" Podkin laechelte wissend. "Hab Vertrauen, mein Freund. Die
Zwei wissen, dass weder ich, noch der Kommandant undiszipliniertes Verhalten dulden. Ausserdem haben
die Zwei in vierzehn Tagen ein Wochenende Fronturlaub, das werden sie sich kaum versauen wollen."
Vlad lachte trocken. "Die Frischlinge bekommen frei!? Wie ungerecht; ich war das letzte mal im Februar
in Rostow am Don. Und es war schweinekalt, ich sags dir." Podkin hatte Vlads letzten Satz lautlos
mitgesprochen- er konnte ihn inzwischen auswendig. Er rollte mit den Augen und entgegnete: " Oh man,
Vladimir. Wie oft willst du diese Geschichte noch aufwaermen?! Du bist ein Husky, du bist in Sibirien
geboren- dir sollte Kaelte doch nichts ausmachen.""Hast du ueberhaupt eine Ahnung, wie kalt Rostow
im Februar ist?" fragte Vlad. " Da frieren dir die Nasenloecher zu, so kalt." Podkin laechelte spoettisch.
"Dein Argument wird beim einhundert und ersten Mal auch nicht einleuchtender, mein Freund. So, genug
geplaudert." Er wurde ernst. "Vit, was ist mit den beiden Fliegern?!"
Es dauerte einen Moment, bis der Samojede sich meldete. "Hier ist die weisse drei. Wir haben hier zwei
Stukas. Sind immernoch im toten Winkel. Die Jungs scheinen es eilig zu haben, die sind richtung Tazovo
unterwegs. "Podkin legte seine Stirn in Falten. "Die wollen das Treibstoffdepot ueberfallen- dann haben
wir nicht mal mehr Sprit fuer den naechsten Monat- verdammt." Nun wurde es geschaeftig im Funk.
Vlad rief die Frischlinge und erteilte einen Wartebefehl, waehrend er und Podkin eindrehten, auf
6000 Meter stiegen und mit Vollgas den beiden Welpen hinterher jagten, um den Rueckstand von
2 Minuten aufzuholen, der sich gebildet hatte. Aus der Ueberhoehung wollte Podkin die Stukas in die Zange
nehmen, ohne sich selbst oder die Welpen ins Kreuzfeuer zu begeben. "Alles klar, Vit und Serge- ihr nehmt
den Rechten: Vlad und ich holen uns den Linken, sobald sie sich trennen. Feuer frei auf drei.
Eins, zwei... ...drei!"

Auf den Feuerbefehl hin hagelte es Blei aus den Muendungen von insgesamt acht Maschinenkanonen.
Die rechte Maschine sackte durch und begann immer steiler abwaerts zu trudeln. Flammen schlugen aus
Kabine und Heck, aus der Motorverkleidung quoll oeliger, schwarzer Rauch. Die andere Maschine rollte
nach links und drehte ab, um in einer Steilkurve nach unten den anderen beiden Jaks im Tiefflug zu
entkommen. Podkin und sein Rottenflieger folgten ihr und beharkten die Maschine weiter mit
Feuerstoessen. Der Schwarmfuehrer rief die Welpen. "Weiss drei und vier- melden!"
"Hier weiss drei.","Vier hoert"kam es prompt." Folgt der Maschine, schaut nach, ob der Pilot aussteigt.
Keine Schuesse auf den Fallschirm, hoert ihr?" "Verstanden." Kam zeitgleich die Antwort.
"Der Heckschuetze ist ausgefallen." meldete sich Vlad. "Aber der Vogel kann sein Ei immernoch auf die
Tanks in Tazovo werfen, der muss runter vom Himmel." Podkin ueberlegt kurz." Lass mich das machen,
schau du nach, was die Welpen treiben. Wir treffen uns in zehn Minuten ueber Kursk." Vlad drehte ab
und wackelte als Bestaetigung mit den Fluegeln. Podkin schaute wieder nach vorn zur Stuka. Das
Kabinendach war geborsten, beide Tragflaechenenden durchloechert. Doch der Vogel war immernoch
in der Luft- das musste sich aendern. Der Kuvasz waehlte die 30mm Kanone, die durch die hohle
Antriebswelle der Luftschraube feuerte, nahm den fluegellahmen Bomber aufs Korn und drueckte ab.
Von der Salve 30mm Hartkernmunition in den Rumpf und die Tragflaechen getroffen brach die Stuka mit
einem dumpfen, trockenen Knall mitten in der Luft auseinander! Podkin flog eine Wende und beobachtete
den Absturz, bis er knapp 300 Meter ueber dem Boden die aufgeblaehte weisse Kappe eines Fallschirms
sah. "Der muss heut zu Fuss nachhaus." dachte der Kuvasz zufrieden.

Podkin drueckte seine Maschine flach in richtung Boden, fing die Jak in etwa 50 Meter Hoehe ab und
beschleunigte um rechtzeitig ueber dem kursker Bogen zu sein. Er war etwa 3 Minuten von Kursk
entfernt, da sah er am Horizont die schwarzen Splitterwolken der Flugabwehr am Himmel. Der erste
Gedanke Podkins galt seinen Maennern."Verflucht, sie waren mitten in diesem Inferno!" Er rief seine
Nummer zwei. "Was geht da vor sich?! Vlad, haben die am Boden Tomaten auf den Augen?"
Mit etwas Verzoegerung antwortete der Husky. "Teufel, wir sind auf eine Staffel Messerschmidts
gestossen, die waren wohl auf dem Rueckweg von Besedino- Jagdschutz fuer ne Staffel
Heinkelbomber. Die scheint wohl die Flak vor Ort kassiert zu haben. Und jetzt haben die Kutscher in
den Me's ne Scheisslaune!" "Und was ist mit der Flak?" erkundigte sich Podkin. "Die ballern seit eben
erst. Die schiessen auf alles, was groesser ist, als ein Storch verdammt! Und am Boden bekomm ich
niemand ans Rohr, die haben nen Taubstummen an den Funk gesetzt, wies scheint." Podkin begriff, hier war
schnelles Handeln gefragt. Er hieb auf die Sendetaste des Funks. "Vlad, Vit, Serge haut ab da! Ich versuch
ueber den Platzfunk was zu erreichen." Der Husky antwortete sofort."Wir hauen ab nach Sueden, zum
Platz."Podkin sah, wie drei Maschinen in enger Formation nach Sueden abdrehten. "Gott sei Dank."
er selbst stieg hoeher, ohne in den Wirkungsbereich der Flugabwehrkanonen von Kursk einzufliegen.
Dann rief er die Luftraumueberwachung des Heimatplatzes. "Luftraumueberwachung fuer Schwarmfuehrer
rot eins!" "Hoert, was gibts?!" " Ruft sofort die Flakbatterien in Kursk an, die sollen das Feuer einstellen,
sonst schiessen die meinen Maennern den Hintern weg, so ein Mist! Dawai, dawai!' "Verstanden." kam
die Antwort der Luftraumueberwachung. 30 Sekunden spaeter schwiegen die Geschuetze in Kursk.
Doch grade, als die drei Maschinen den Fluss ueberflogen sah Podkin wie mitten in der Formation eine
Flakgranate detonierte! Die mittlere Maschine scherte aus dem Verband aus und sank schnell, eine
Rauchschleppe hinter sich her ziehend auf den Fluss zu. Der Kuvasz rief seine Nummer zwei. "Vlad, wen
hats erwischt?!" "Serge hat die volle Ladung abbekommen" fluchte der Husky. Direkt darauf meldete sich
Serge." Cap, ich schaffs nicht bis zum Platz, diese Idioten haben mir die Seilzuege vom Seitenruder
zerschossen. Ich setz den Bock in den Fluss." "Verstanden, ich ruf den Platz, damit die nen Suchtrupp los
schicken." antwortete Podkin.

Der Samojede nahm ueber einem graden Abschnitt des Flusses Fahrt weg, hungerte seine Maschine aus
und liess sie ins Wasser durchsacken. Der Aufprall liess eine Wassersaeule emporsteigen, die weithin
sichtbar war. Podkin drehte bei und ueberflog die Stelle, an der Serge ins Wasser gegangen war in niedriger
Hoehe, um zu sehen, ob der Samojede verletzt war. Doch der war schon aus der Jak ausgestiegen und
bereits dabei ans Ufer zu schwimmen.
Ploetzlich peitschte eine MG-Garbe den Fluss zwischen Serge und dem Ufer auf! Zwei Messerschmidts
hatten das Flakfeuer offensichtlich ueberlebt und machten nun Jagd auf den ungluecklichen Serge. Sie
rasten zwischen den Baeumen hindurch, ueber den Fluss und stiegen in einer weiten Schleife, um direkt
fuer einen zweiten Anflug einzudrehen. Jetzt sah Podkin rot! "Vlad, du bleibst bei dem Jungen, Vit und ich
holen uns diese Himmelhunde! Die haben soeben ihr Testament unterschrieben!"" Aye Cap." Vlad wusste,
dass er seinem Lieutenant in solchen Situationen nicht zu widersprechen hatte. Vit rollte links von der
"roten eins" ein und sofort stiess Podkin den Gashebel auf Vollgas und stieg mit aller Kraft ins Seitenruder
um die Verfolgung aufzunehmen. Vit folgte ihm und verbog dabei fast den Steuerknueppel seiner Maschine,
so eng war die Kehre gewesen, die der Kuvasz gezogen hatte. Fuer einen Moment wurde dem Samojeden
schwarz vor augen, doch er hielt die Luft an, und presste das Blut zurueck in den Hundeschaedel, so wie sein
Cap es ihn gelehrt hatte. Dieses Manoever fuehrte Podkin und Vit auf einem direkten Abfangkurs zu den
Messerschmidts."Vit, was hast du in deiner 30er?!" fragte Podkin ueber Funk. Gemeint war die 30mm
Kanone in der Propellerwelle, mit der auch Vit's Flieger ausgestattet war. "150er Gurt Spreng/Brand."
antwortete der Samojede."Alles klar, schnapp dir den Rechten. Warte, bis er so nah ran ist, dass kein
Schuss vorbeigeht. Und dann mach schweizer Kaese aus diesem raeudigen Koeter!" Vit gab Vollgas und
schloss schnell zur rechten Messerschmidt auf. Er lud die 30er durch und als der Gegner die ganze
Windschutzscheibe ausfuellte drueckte der Samojede ab und zerfetzte die gegnerische Maschine
angefangen beim Heck in tausende brennende Truemmer! Die Wrackteile regneten auf ein Feld nahe
des Flugplatzes, und diesmal war kein Fallschirm zu sehen. Podkin fletschte die Zaehne, er wuerde nicht
ueber diese Bastarde richten- das war Aufgabe des Schoepfers, doch er wuerde das Treffen arrangieren.
Er zog den Spannhebel seiner 30er und schloss zur letzten Messerschmidt auf. Etwa 500 Meter hinter dem
Feindflugzeug zog er steil nach oben und aus der Ueberhoehung, mit der Sonne im Ruecken, stuerzte er sich
auf seinen Gegner. Aus kuerzester Entfernung drueckte Podkin ab und pumpte all seine restliche
Hartkernmunition der 30er in das gegnerische Flugzeug! Das Muendungsfeuer blendete ihn, die Kabine
fuellte sich mit Pulvergasen, doch der Kuvasz kniff die Augen zusammen und feuerte, bis die letzte Huelse
ausgeworfen war und das Klacken der Schlagbolzens ihm verriet, dass der Munitionsgurt aufgebraucht war.

Er war am Gegner vorbeigeschossen, ohne es zu merken. Nun fing Podkin seine Jak ab und suchte den
Himmel nach Anzeichen fuer den Verbleib seines Gegners ab. Hatte er ihn erwischt? Auf einmal meldete
sich Vlad. "Mein Gott, du hast die Maschine in zwei Haelften geschnitten, Cap! so etwas hab ich ja noch nie
gesehen- alles in Ordnung bei dir Podkin?" Dem Kuvasz war es, als ob er aus einer Trance erwachte. "Ja,
aehm ich bin ok. Was ist mit Serge?!" " Der Bergetrupp ist bei ihm, er scheint wohlauf- soweit ich das
beurteilen kann." antwortete der Husky. "Alles klar, dann ab zurueck zum Platz. Bei mir ist schon die
Reservelampe an; gleich gehts nur noch abwaerts fuer mich." entgegnete Podkin entkraeftet.

Vlad und der Samojede Vit waren bereits gelandet, als Podkin endlich die Landefreigabe erhielt.
Wie immer war der Cap der Letzte der vom Schwarm noch in der Luft war. Einen Kilometer vor der
Landebahnschwelle setzte der Motor aus. "Trocken geflogen- na super" dachte Podkin. Er zog am
Stellhebel und brachte den Propeller in Segelstellung. Gut, dass er noch hoch genug war, so wuerde er den
Platz in jedem Fall erreichen. Der Cap setzte seine Maschine auf und rollte direkt zum Sanitaetszelt, wo
sein Rottenflieger Vlad und der Samojede Vit auf ihn warteten. Er stieg aus der Jak und ging auf die beiden
zu. "Was ist mit Serge?!" fragte er. " Kannst ihn selber fragen." grinste Vlad. In dem Moment trat eine
in eine Decke gehuellte Gestalt aus dem Zelt. Es war Serge. "Wie gehts dir, Junge?!" fragte Podkin.
"Der Arzt meinte abgesehen von einer leichten Unterkuehlung bin ich ok." der Samojede laechelte matt.
"Dann ruh dich ein paar Stunden aus. Heutabend in der Staffelbar geht der Vodka auf mich." meinte der
Cap. Die Samojeden blieben beim Sanitaetszelt, als Podkin und Vlad zurueck in ihre Unterkunft gingen.
Auf dem Weg dort hin stiess Vlad den Kuvasz in die Seite." So kommst du aber nicht in die Staffelbar
heutabend." "Was meinst du?!" Podkin war irritiert. "Na, du bist ja ganz schwarz um die Schnauze." grinste
der Husky. "Ach so." Podkin schmunzelte."Vlad, ich sage dir, lieber den Pulverschmauch im Gesicht, als
dass sich einer von uns die Radieschen von unten anschaut."
 

Butch

Küchen-Bully
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Nach gefuehlten 8637 Wochen, ist endlich Chapter II fertig- enjoy!


„ [FONT=Tahoma, sans-serif]Gunned down-Die Fratze des Krieges"[/FONT]


[FONT=Tahoma, sans-serif]Die Sonne war grade hinter dem Horizont versunken, als Vlad aus der Holzbaracke trat, die ihm momentan als Unterkunft diente. Seit 3 Wochen waren sie hier am Kursker Bogen stationiert, und wenn es so weiter ging würde der Aufenthalt auf diesem Platz auch nur einer dieser kurzen Zwischenstopps auf dem Rückzug Richtung Osten werden, den sie nun schon seit einem Jahr betrieben. Der Husky schaute nach Westen- in Richtung Dämmerung. Etwa 50 Meter von seiner Baracke entfernt hatten die Flugplatzpioniere eine weitere Holzbaracke errichtet und in ihr die [/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Kommandantur und die Staffelbar der Piloten untergebracht. "Immer wieder erstaunlich, was diese fleißigen Bauarbeiter des Verbandes aus den Birken, die hier zuhauf wachsen, zusammenbauen." [/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]ging es Vlad durch den Kopf. Er kramte einen Tabakbeutel aus der Tasche seiner Fliegermontur, fingerte ein Blättchen und etwas Tabak heraus, und begann sich eine Zigarette zu drehen. Langsam und mit seiner Zigarette beschäftigt begann Vlad mit gesenktem Kopf auf die Staffelbar zu zu schlendern.[/FONT]


[FONT=Tahoma, sans-serif]Er war fast an der Veranda der Baracke angekommen, da blieb er stehen, hielt inne und blickte auf. Auf einer niedrigen Holzbank am Geländer der Veranda im Dunkeln saß ein weiterer Hundeanthro mit einer Pfeife im Maul. Als Vlads Gegenüber an seiner Pfeife zog erkannte der Husky Podkins breites Kuvasz- gesicht im orangen Schein des aufglimmenden Pfeifentabaks. Der Schwarmführer sah nachdenklich aus. "He, Cap- hast Du Feuer?" fragte Vlad. Podkin schwenkte langsam herum und zog noch einmal an seiner Shagpfeife. Dann stand er auf und kramte in den Taschen seiner Fliegermontur, bis er ein Sturmfeuerzeug gefunden hatte. Er warf es Vlad zu, der angelte das Feuerzeug mit einer flinken Bewegung aus der Luft und steckte sich seine Zigarette an. "Darf ich mich zu dir setzen Cap?"[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]"Natürlich, mein Freund."[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Podkin wies mit der Pfote auf den freien Platz neben sich auf der Bank. Der Husky schwang sich über das Geländer der Veranda und ließ sich rückwärts auf die Bank fallen. Erst jetzt bemerkte er, dass Podkin mit freiem Oberkörper auf der Bank saß. Die Fliegermontur hatte der Kuvasz halb geöffnet und mit den Ärmeln vorm Bauch verknotet, damit sie nicht herabrutschte. Zahlreiche Narben überzogen Podkins Oberkörper und die Arme- Einige fast 30 Zentimeter lang. Sie zogen sich wie kahle Schneisen durch Podkins weißen Pelz.[/FONT]

[FONT=Tahoma, sans-serif]Eine Zeit lang saßen beide schweigend nebeneinander und blickten in das schwächer werdende Büchsenlicht, bis der Husky Podkin anstieß "Über was denkst du nach, Cap?! ich kann sehen, dass dich etwas bedrückt" Podkin zuckte mit den Schultern. "Weißt du Vladimir, heute ist mir da oben wieder in den Sinn gekommen, dass ich im Falle eines Falles nichts für die Welpen, oder dich tun kann. Und das macht mich fast ohnmächtig vor Wut!" Der Kuvasz hieb mit der geballten Pfote gegen das Geländer der Veranda- das Splittern von Holz war zu hören, als der Balken unter Podkins Schlag nachgab. "Beruhige dich, Genosse. Natürlich ist das, was wir tun, gefährlich Da gebe ich dir recht. Das wussten aber du, genauso wie ich oder die Welpen bevor wir hierher verlegt wurden. Und irgendjemand muss diesen Pudeln, Rottweilern und Schäferhunden in den Kisten mit den eisernen Kreuzen auf dem Leitwerk Einhalt gebieten. Sonst werden die nicht Halt machen, bis sie in Kamschatka sind und den Pazifik sehen." drang Vlad auf ihn ein. Podkin lehnte sich wieder zurück, langsam steckte er sich die Pfeife zwischen die gebleckten Zähne. Er biss auf das Mundstück und zog sich mit der linken Pfote unter schmerzerfülltem Knurren einen ansehnlichen Splitteraus der Rechten. Achtlos schnippte der Cap den Splitter auf den Holzfußboden der Veranda."Du hast natürlich recht, Vladimir." lenkte er ein. "Und doch bereitet dieser Umstand mir schlaflose Nächte" Vlad blickte dem Kuvasz ins Gesicht. "Ich verstehe das. Glaub mir, ich könnte es mir auch nicht verzeihen, wenn du oder die Welpen nicht heile zum Platz zurück kämen Versprich mir nur, deinen Frust nicht in Vodka zu ersäufen, gestern haben sie Georgi, den Windhund von der Bodencrew hier waagerecht raus getragen. Der ist nach der 2. Flasche Vodka vom Hocker gekippt und nicht wieder aufgewacht." Podkin zog mit nachdenklichem Gesichtsausdruck ein letztes Mal an seiner Pfeife. " Jetzt muss ich mich also vor dem Blei, das hier durch die Luft fliegt, und vorm Vodka fürchten. Ziemlich ungesundes Pflaster, der kursker Bogen, wenn du mich fragst Vlad." "Ich gebe schon Acht auf dich, Kamerad. Komm, gehen wir einen Absacker heben." munterte der Husky ihn auf. Beide erhoben sich und Podkin folgte seiner No. zwei in die Staffelbar.[/FONT]

[FONT=Tahoma, sans-serif]Vit und Serge waren schon einige Zeit vor den beiden in der Staffelbar gewesen- dementsprechend war ihr Alkoholpegel. Die beiden Samojeden saßen am Bartresen und hatten jeder eine ansehnliche Sammlung von leeren Vodkagläsern vor sich. Als Podkin und Vlad die Kaschemme betraten blickten die zwei Piloten auf und luden den Cap und die Nummer zwei auf ein weiteres Glas ein. Vlad ging ohne Umschweife direkt hinter den Bartresen, schob den dort arbeitenden Spitzanthro mit den Worten "Die Zwei da hinten sehen durstig aus- kümmer' dich mal um die. Ich habe das hier im Griff." beiseite und stellte vier neue Gläser auf den Tresen. Podkin hatte sich inzwischen hinter den beiden Samojeden aufgebaut und diese begrüßt. Vlad fischte eine Flasche mit klarem Inhalt unter der Bar hervor und wandte sich in richtung des Barkeepers um, der mit seinen beiden anderen Kunden beschäftigt war. "He, ist das Zeug zum Trinken überhaupt geeignet? Oder muss ich dann ab morgen nach Gehör fliegen, weil ich blind bin?!" Der Spitz zuckte mit den Schultern "Bisher hat sich noch keiner beschwert." Nun mischte Podkin sich ein " Ich weiß auch warum- weil sie ohne Augenlicht den Weg zurück zu deinem Loch nicht gefunden haben, die armen Teufel!" Serge und Vit grinsten sich an."Hast du unter dem Tresen noch 'ne Pulle von dem Zeug? Damit ließen sich unsere 30er Maschinenkanonen bestimmt einwandfrei von Pulverresten befreien." Vlad musste ebenfalls lächeln- die Anspannung des Tages begann sich etwas zu lösen und die kleine Gruppe wurde lockerer. Schnell war die Flasche geleert und die Stimmung der kleinen Gruppe hatte sich entsprechend aufgehellt. Es wurde gescherzt und gelacht.[/FONT]


[FONT=Tahoma, sans-serif]Eine Stunde später war die Kneipe bis auf die vier Piloten und den Wirt ausgestorben. Die Stimmung der kleinen Gruppe jedoch war, mehrerer Flaschen Vodka sei dank, sehr ausgelassen. Vlad gönnte sich eine Pause und verdrückte sich auf die Toilette. Podkin und die beiden Welpen blieben, in eine Diskussion vertieft, an der Bar zurück. Als Vlad zurück kam, hörte er Flüche und Gebrüll von der Bar her. Er beschleunigte seinen Gang. Als er die Gaststube erreicht hatte war Podkin grade dabei unter Flüchen die beiden Welpen auseinander zu halten, die sich offensichtlich über irgendetwas in die Wolle bekommen hatten. Sofort griff der Husky beherzt zu und fixierte dem einen Samojeden die Arme hinter dem Rücken, während Podkin den anderen Kampfhahn in Richtung Ausgang drängte. Er hatte Vit bereits durch die Tür hinaus in die Nacht geschoben, da steckte er den Kopf noch einmal in die Gaststube. "Ich glaub die 2 haben genug, Vlad. Ich bring den hier ins Bett, kümmer' du dich um den Anderen. Wir treffen uns in 15 Minuten vor meiner Stube, in Ordnung?"[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Der Husky nickte. "Alles klar, ich bin gleich bei dir, Cap."[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Mit diesen Worten griff Vlad sich den Samojeden am Hosenbund und trug ihn wie einen Koffer am langen Arm durch den Hintereingang aus der Staffelbar.[/FONT]


[FONT=Tahoma, sans-serif]Eine Viertelstunde später trafen die 2 sich vor der Hütte, in der Podkin sein Quartier hatte. Podkin hatte wieder seine Pfeife zwischen den Zähnen und kaute darauf herum. Er sah verärgert aus. Vlad klopfte ihm auf die Schulter.[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]"Hast du ihn deinen ins Bett gebracht?"[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Der Kuvasz schnaubte verächtlich.[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]"Ins Bett? Der weckt doch seine Kameraden auf mit seinem Rumgestolpere und -lamentiere. Ich hab ihn hinter dem Küchenzelt ins Schweinegatter gesperrt- der soll erst einmal seinen Rausch ausschlafen!"[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Der Husky zuckte mit den Schultern[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]"Bei Vit setzte so langsam die Vernunft ein, am Ende war er ganz kleinlaut, offensichtlich war er nicht so betrunken um zu vergessen, was ihm morgen droht."[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Podkin bleckte die Zähne. "Morgen werden die 2 nicht fliegen, ich will sie um 11 Uhr beim Staffelkommandanten stehen haben- in Ausgehuniform..."[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Vlad musste schlucken "Was hast du vor Cap?!"[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]"Ich werde den beiden eine Lektion über Verantwortung und Zusammenarbeit erteilen." Podkin nahm einen letzten Zug und drückte die Glut in seiner Pfeife mit bloßem Daumen aus. "Derartige Disziplinlosigkeit dulde ich nicht, und der Kommandant genauso wenig. Aber genug für heute, ich geh schlafen. Wecken morgen um 6, dann darfst du den beiden die frohe Botschaft überbringen."[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Der Husky schlug die Absätze seiner Fliegerstiefel zusammen. "Befehle für den Vormittag, Captain?"[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Der Cap kratzte sich am Kinn.[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]"5 Runden um das Landefeld als Frühsport, anschließend eine Stunde Waffendrill. Den Rest des Vormittags kannst du sie mit Jagdfliegertheorie traktieren, sorg' nur dafür, dass sie pünktlich beim Chef sind."[/FONT]
„[FONT=Tahoma, sans-serif]Aye Cap'.“ [/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Vlad deute einen militärischen Gruß an.[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Und womit bist du morgen beschäftigt, wenn ich fragen darf?“[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Podkin klopfte seine Pfeife aus, und sah nachdenklich zu Boden.[/FONT]
„[FONT=Tahoma, sans-serif]Ich habe meinerseits auch einen Termin beim Kommandanten- mehr darf ich dir aber auch nicht sagen. Weisst schon, Geheimhaltung und so.“[/FONT]
[FONT=Tahoma, sans-serif]Podkin reichte dem Husky die Pfote. Vlad schlug ein, und sie suchten beide ihr Quartier für die Nacht auf.[/FONT]
 

Propper

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Was ich bisher davon gelesen habe hat mir schon sehr gefallen. Du hast einen sehr flüssigen Schreibstil der einer roten Linie folgt und für mich als Geschichtsinteressierter ist es mal etwas anderes.
kann mich nicht beschweren. ;-)
 

Butch

Küchen-Bully
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Danke für deine Kritik. Dann fällt es also nicht auf, dass das 2. Kapitel knapp 6 Monate unangetastet bei mir auf dem Desktop gelegen hat. ;-)
Ich war schon ein wenig besorgt.
 

Propper

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Dann fällt es also nicht auf, dass das 2. Kapitel knapp 6 Monate unangetastet bei mir auf dem Desktop gelegen hat. ;-)
Ich war schon ein wenig besorgt.
Mir ist es eigentlich bloß wegen den Datum aufgefallen, aber ansonsten ist es mir nicht so ins Gesicht gesprungen.
 

Butch

Küchen-Bully
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Wie gesagt, das 2. Kapitel hat lange auf seine Vollendung gewartet. Diese Geschichte hier ist einer meiner Erstlinge. Und in der Zwischenzeit habe ich soviel anderen Kram gemacht, dass dies hier einfach zu kurz kam. Ich bin mir auch nach wie vor noch uneins, ob ich noch ein Kapitel schreibe, weil es vom Stoff her schwer ist so etwas an den Mann zu bringen. Soviele Tech- und Militaryfreaks haben wir halt nicht unter den Lesern hier. ^^

Mal schauen, ob es noch mehr Resonanz gibt, dann haue ich vielleicht noch ein paar Kapitel raus- an Ideen mangelt es weiss Gott nicht.
 

Yaiko

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Wie gesagt, das 2. Kapitel hat lange auf seine Vollendung gewartet. Diese Geschichte hier ist einer meiner Erstlinge. Und in der Zwischenzeit habe ich soviel anderen Kram gemacht, dass dies hier einfach zu kurz kam. Ich bin mir auch nach wie vor noch uneins, ob ich noch ein Kapitel schreibe, weil es vom Stoff her schwer ist so etwas an den Mann zu bringen. Soviele Tech- und Militaryfreaks haben wir halt nicht unter den Lesern hier. ^^

Mal schauen, ob es noch mehr Resonanz gibt, dann haue ich vielleicht noch ein paar Kapitel raus- an Ideen mangelt es weiss Gott nicht.

bitte schreib noch was x3 die ersten beiden teile waren interessant ^^
auch wenn man es bei mir vllt nicht vermutet, so bin ich doch ziemlich an dem militärkram, der technik interessiert... ^^
 

Butch

Küchen-Bully
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Okay, dann werden Podkin und seine Mannen nicht in der Versenkung verschwinden. Vielleicht bekomm ich über den Jahreswechsel noch ein Kapitel gebaut. Ich halte euch auf dem Laufenden, wenn es was Neues gibt.
 

BloodPath

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Wär ne coole sache Butch und wir haben ja auch noch ne Projekt offen.

Ma kucken ob wir das beim Apreski nach weihnachten hinbekommen das ma zu bequasseln.
 

Butch

Küchen-Bully
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Ich erinnere mich, Duke. Oh man, das werden stressige 4 Tage. ^^
Okay, btt:

Hat irgendjemand Anregungen, Kritik, Meinungen oder Kommentare?
Dem Autor duerstet es nach Resonanz.... :lol:
 

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