Geliebter des Bruders

Latius Xeros

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Nun, eine Geschichte, die mir vor langfer Zeit eingefallen ist, aber nie Zeit hatte, sie zu schreiben.
Ich habe nun den Prolog und den ersten Kapitel (etwas kurz ich weiss) und auch den zweiten und dritten reingetan.Weitere folgen...
(Sry für meine Grammatikfehler ^.=.^')


Prolog

Nächtliches Gewitter.
Der Regen prasselte auf den, im Sterben liegenden, Huskys.
Er sah in die tränenden Augen seines Mörders und flüsterte leise: „Ich liebe dich...“
Und mit einem Lächeln verliess er die Welt...


Kapitel 1:
Gebrochenes Herz


Ein Jahr war vergangen. Ein Jahr nachdem Arros grosser Bruder Kain ermordet worden war. Er fand Kain eines Tages einfach leblos und blutend auf dem Boden. Jegliche Hilfe kam zu spät. Kain war schon fort. Es war ein Ereignis, an dem für Arro eine Welt zusammenbrach. Sein Bruder war der Einzige, den er noch hatte. Ihre Eltern waren schon vor langer Zeit an einer Seuche erlegen. Seither zog Arro mit Kain allein durch die Welt; und nun war auch Kain tot. Arro war allein.
„Hey Arro, kommst du nun oder nicht? Es wird bald dunkel und wir sollten langsam einen Unterschlupf finden. Es sieht sehr nach Regen aus!“
Arro sah auf; nun so allein war er auch wieder nicht. Er hatte noch seinen besten Freund Jisak, ein Tiger, der etwas kleiner war als er. Arro war ein komplett weisser Husky von 17 Jahren. Nur sein Haar, das er sich bis zur Schulter wachsen lies, war schwarz. Seine Kleidung, ein Lederwams, eine Lederhose, ein Metallschwert und Seitentaschen, zeichneten ihn als Reisender. Ohnehin wiesen sein gut trainierter Körper daraufhin, dass er sich in seinem Leben bisher allein durchschlagen musste.
Doch in seinen Augen spiegelte sich ein sanftes, schüchternes Wesen, das niemand etwas zuleide tun würde, da es selber verletzt war.

„Arro, träumst du?“ Jisak hüpfte vor seinem Freund herum und fuchtelte mit seinem Federhut. Arro hatte den kleinen Tiger zufällig getroffen, als er und Kain ihn aus einer Schlacht gerettet haben. Dabei kamen Jisaks Eltern um.
Seither begleitete Jisak sie und unterstützte sie, wo er immer konnte. Arro war wie ein grosser Bruder für ihn.

„Äh, was nein...nein; hab bloss nachgedacht.“, antwortete Arro leicht abwesend.
Jisak seufzte. Er wusste genau, das, wenn Arro abwesend wirkte, dann war er sicher mit den Gedanken bei seinem Bruder. Tröstend umarmte er Arro und strich ihm über Rücken.
„Hey, es ist wegen Kain, stimmts?“
Arro nickte schwach und man konnte spüren, dass er den Tränen nahe war.
„Ich vermisse ihn so sehr, Jisak!“, er fing an zu schluchzen. “ Erst unsere Eltern und dann auch noch Kain...wieso hat der elende Schweinehund nicht mich anstatt ihn getötet! Wieso muss es ausgerechnet ihn erwischen? Ich schwöre dir; wenn ich den treffe der ihn umgebracht hatte, dann werde ich mit ihn auf die gleiche Weise umbringen, wie er es mit Kain getan hat!“
Jisak sagte die ganze Zeit über nichts, sondern strich Arro sanft über den Rücken. Seit Kain nicht mehr war, war Arro wie ausgewechselt. Aus den einst so fröhlichen und lebensfreudigen Husky, war nun ein gebrochener Canide mit Schuldgefühlen und Resignation geworden. Der Tiger wollte seinem Freund helfen, aber wusste nicht wie. Dieses Gefühl, seine Geliebten verloren zu haben kannte er nur zu gut. Aber dennoch konnte er Arro nicht helfen, als nur für ihn da zu sein.
Und auch machte ihm der Verlust Kains zu schaffen. Schliesslich war Kain auch für ihn wie ein Bruder gewesen.

Eine Weile standen sie da, Arro weiterhin schluchzend, bis es immer dunkler wurde und die Nacht einbrach.
Arro flüsterte leise: „Wir sollten langsam einen Unterschlupf suchen...“
Jisak sah ihn erst besorgt an, nickte aber und sie machten sich auf den Weg. Sie waren zum Glück in einem Wald, das an einem Gebirgskette lag; also hatten sie keine Mühe eine kleine Höhle zu finden um dort die Nacht, vor dem Gewitter geschützt, zu verbringen. Arro fand einen grossen Haufen, trockene Blätter die er, in zwei Teilen, auf dem Boden verteilte, damit sie wenigstens eine weiche Unterlage zum Schlafen hätten.
Jisak nahm inzwischen ein paar trockene Äste aus seinem Rucksack, die er gesammelt hatte und trug sie zu einem kleinen Haufen zwischen ihren „Betten“ und begrenzte die baldige Feuerstelle mit ein paar Steinen. Arro legte sich wortlos hin und fiel langsam in den Schlaf, während Jisak mit dem Feuer beschäftigt war. Dies nun auch geschafft, legte er sich auf seinem Blätterhaufen und sah dem traurigen Husky besorgt an. Ach Arro, wenn ich dir bloss nur helfen könnte, dachte er und seufzte.
Er war sehr traurig darüber, dass Kain nicht mehr war, aber mehr noch, dass er Arro nicht helfen konnte. Er liebte ihn. Er liebte Arro wirklich und wollte ihm helfen glücklich zu werden.
Während er sich noch eine Weile den Kopf darüber zerbrach, fiel er langsam, aber sicher müde in den Schlaf.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~​

In derselben Nacht, im Reiche Arbons...


„Herr, ich habe soeben erfahren, wo sich Kains Bruder Arro aufhält!“, sagte eine Stimme.

„Gut, wurde auch Zeit. Geh und erledige ihn, so wie du es mit Kain getan hast!“, sagte eine andere Stimme, die durchaus kalt klang. Man konnte das Böse in seinem Klang wortwörtlich spüren.

„Aber Herr, gehen wir nicht langsam zu weit? Wir haben schon alle seine Angehörigen getötet. Reicht das etwa nicht sch...“

„Widersetzt du dich mir etwa?“, durchhallte es den Raum und gefolgt von lautem Klirren von Glas schlug er zornig mit seiner Faust auf den Tisch.

„Nein, Vater...vergebt mir...“, winselte der Sohn.

„Nun geh! Und komm erst wieder wenn er tot ist!“, befahl der Vater.
Nachdem der Sohn gegangen war, ging der Vater zu seinem Fenster und sah über die weite, herrliche Nachtlandschaft. Dies alles gehörte ihm; ihm, Zarafin dem schwarzen Drachen, bekannt im Lande auch als Todesdrache. Und niemand sollte es wagen, ihm dieses Reich wegzunehmen. Denn es standen ihm noch einige Leute ihm weg, bis dieses Reich wahrlich ihm gehörte. Und einer dieser Störfaktoren war Arro...
 
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Neue Gefährten, böser Herrscher
und traurige Erinnerungen




Arro wachte am nächsten Morgen als Erster auf, noch bevor die Sonne am Horizont erschien.
Das Feuer war fast zur Gänze erloschen, nur an einigen Stellen sah man noch ein wenig von der Glut. Er sah zu Jisak hinüber der noch zu schlafen schien. Arro streckte sich ein wenig und stand zu schnell auf, worauf ihm schwindlig wurde und er sich wieder in sein „Bett“ fallen liess. Nachdem er sich wieder ein wenig erholt hatte, ging er raus an die frische Luft. Er atmete ein paar Mal tief ein und aus und genoss die Morgendüfte. Die Sonne, die ihm ins Gesicht strahlte, blendete ihn und der Morgentau verstärkte den Effekt noch.
Der Husky hielt sich die Pfote vors Gesicht, um sehen zu können, wo er überhaupt hinlief. Müde tapste er durch den Wald um einem Bach zu suchen zum sich waschen. Arro liess sich von seinen Instinkten leiten und fand daraufhin den Bach. Langsam kniete er sich am Rand hin und sah sein Spiegelbild an. Auch wenn der Bach sein Ebenbild verzerrte, so konnte er sein Gesicht erkennen und für einen kurzen Moment dachte er, er sähe seinen Bruder. Wieso musstest du gehen und nicht ich, dachte der junge Husky und tauchte sein Gesicht in das Wasser. Die plötzliche Kälte liess für einen Moment lang sein Fell zur Berge stehen, worauf er sein Gesicht sofort wieder aus dem Wasser zog - als er plötzlich eine verschwommene Gestalt, zwischen den Bäumen, auf der anderen Seite des Bachs registrierte. Durch das Wasser in seinem Gesicht konnte Arro nicht sehen, wer dies war.
Schnell wischte er sich das Wasser aus seinem Gesicht und sah tatsächlich jemand zwischen den Bäumen stehen. Dieses Wesen machte aber sofort Anstalten zu flüchten, worauf Arro ihn verfolgte. Der Fuchs, wie Arro jetzt erkannte, rannte genau in die Richtung ihres Unterschlupfes! Ausserdem war der Fremdling bewaffnet. Arro wusste, dass er jetzt keine Chance gegen den Fremden hätte, falls dieser ihn angreifen würde. Da er seine Waffen in der Höhle liegen liess versuchte der Husky nun nicht mehr den Fuchs einzuholen, sondern ihn zu überholen; es funktionierte. Der fremde Fuchs schlug einen anderen Weg ein, wahrscheinlich im Glauben, dass Arro in fangen wollte. Doch dieser zischte einfach an ihm vorbei zur Höhle und verlor ihn nun aus den Augen, nur um daraufhin vom Fuchs verfolgt zu werden. Was will der Kerl nur von mir fragte sich Arro, als er in ihre Höhle rannte und Jisak weckte.
„Wach auf, Kleiner! Da ist jemand hinter uns her!“, rief er ganz aufgeregt, als er sein Schwert suchte. Jisak stürzte sich daraufhin auf seine Waffe, einen Bogen, den er von Kain geschenkt bekommen hatte.

„Pack dein Schwert wieder ein, Arro! Ich will dir nichts tun!“

„Ich weiss das du mir nichts… “, wollte Arro antworten, da er dachte der Satz war von Jisak. Aber sie kam von dem Fuchs, der nun vor ihrem Höhleneingang stand.
Jisak, der immer noch ein wenig verschlafen war, richtete den angespannten Pfeil seines Bogens auf den Fuchs und knurrte:“ Wer seid Ihr und was wollt Ihr von uns?“
Durch seine noch vorhandene Müdigkeit konnte er die Sehne nicht gespannt halten und der Pfeil schoss direkt auf den Fremden zu, der ihn aber ohne ein Augenzwinkern zu Asche verarbeitete. Geschockt sah Arro den Fuchs an. Gegen einen Gegner mit Magiefähigkeiten, hätten sie beide keine Chance.
Noch mehr geschockter wurde der weisse Husky als der Fuchs sie mit den Wurzeln, die in der Höhle wuchsen, fesselte. Daraufhin setzte sich der Fremde auf einen Stein und seufzte. Er war ein ganz normaler Rotfuchs, nicht viel älter als Arro, höchstens drei Sommer. Er trug nur einen schwarzroten Reiseumhang und etwas, das Aussah wie kreisförmige Klingen. Beim genaueren Hinsehen bemerkte Arro, dass ein Stück seines rechten Ohres fehlt.

„Da ihr mir nicht freiwillig zuhören wollt und ich nicht nochmals unabsichtlich von einem Pfeil attackiert werden möchte, muss ich euch wohl oder übel fesseln!“,
sagte dieser.
Seine Stimme klang ganz ruhig und freundlich, und Arros erster Eindruck wäre eigentlich ein Guter gewesen, wenn dieser ihn woanders getroffen hätte. Wütend knurrte der Husky den Fuchs an, während Jisak wild in seinen Fesseln rumzappelte.

„Was wollt Ihr von uns?“

„Also, nochmals von vorne. Ich will euch nichts tun...wirklich, deshalb kannst du aufhören mich so anzuknurren, Kleiner!“, fügte er noch hinzu, als Arro ihn weiter anknurrte. „ Ich werde gleich die Fesseln von euch nehmen, aber dafür müsst ihr mir das Wort geben, dass ihr nicht gleich wegrennt, ist das klar?“ –
„Wir hätten so oder so keine andere Wahl, du könntest uns ja locker mit deiner Magie einholen…“, murmelte Jisak resigniert.
„Kluges Kerlchen!“, lachte der Fuchs.
„Na, schön...lass uns bitte los!“, sagte Arro misstrauisch, woraufhin sich die Wurzeln zurückzogen und sie wieder frei gaben.
„Wer bist du? Und von woher kennst du Arros Namen?“, war das erste was Jisak sagte, als er sich gesetzt hatte, seinen Bogen immer noch in der Pfote.

„Ich bin Keynan und an Arro wollte ich mich gerade wenden.“ Der Fuchs drehte sich zu Arro um der ihn immer noch misstrauisch anstarrte.
Dazu muss ich dich aber noch vorher was fragen: „Wie sehr kennst du unsere Welt?“

Arro wusste nicht wieso Keynan ihn dies fragte, aber dennoch beantwortete er die Frage.
„Ich bin viel herumgereist, ich war in jedem der sechs Königreiche Arbons und kenne sie gut.“-

„Perfekt, das erspart mir einige Erklärungen. Du kennst doch das Reich Anarcis, das im Westen jenseits des Sinthoras-Gebirge liegt, oder?“-

„Klar, doch Anarcis wird momentan von einem schrecklichen Tyrann regiert, der anscheinend die Königsfamilie ausgerottet hat. Erben gibt es keine, die Söhne des vorherigen Herrschers kamen als Welpen ums Leben, ebenfalls durch die Hand von Zarafin, dem Todesdrachen!“, sprach Jisak. Mal wieder in seiner Faszination als Geschichtenerzähler erzählte er weiter.
„ Zarafin war ein guter Freund des gestürzten Königs. König Rubino und er waren seit ihrer Geburt an gute Freunde. Doch dann, als Rubino zum Herrscher über Anarcis ernannt wurde, wendete sich Zarafin von ihm ab. Wahrscheinlich aus Neid. Was genau passierte, weiss niemand. Lange Zeit galt der Drache als verschollen, aber dann kehrte er zurück, völlig verändert. Er kam nicht mehr als Zarafin, der Drache zurück, sondern als Zarafin der Todesdrache. Er befehligte ein Heer von Schattenwesen, die die dunkle Seite von allem darstellten. Getrieben von Machtgier brachte er die Brücke zum Einstürzen, auf der die Söhne von Rubino spielten. Seither gelten sie als verschollen, beziehungsweise tot. Ihre Leichen wurden nicht gefunden. Rubino war zutiefst bestürzt über seinen Verlust. Nicht nur, dass er seine Söhne verloren hatte, sondern weil sein ehemaliger Freund nun sein grösster Feind war.
In einem alles entscheidenden Krieg gewann Rubino die Oberhand. Doch kurz vor dem Todeshieb hielt er inne, nicht imstande über seinen ehemaligen, geliebten Freund zu richten und dies wurde ihm zum Verhängnis. Zarafin nutze die Blösse und rammte seine Klaue in das Herz des Königs von Anarcis und riss es ihm aus seiner Brust. Dieses Herz bewahrt er als Trophäe auf, immer neben sich, eingeschlossen in einem Kristallmantel. Zarafin übernahm die Herrschaft über Anarcis und machte sich zur Aufgabe, jeden der ehemaligen Königsfamilie auszurotten, aus Angst, sie könnten ihn vom Thron stossen.“

Keynan musste grinsen, als er sah wie fasziniert Jisak in seinem Erzählen gefangen war.
„Und was hat das alles mit mir zu tun?“, fragte Arro sichtlich verwirrt.

„ Nun, dazu muss ich etwas ausholen. – Jisak, lass mich jetzt bitte erzählen“, fügte er hinzu als Jisak anscheined begriff worauf Keynan hinaus wollte und wieder zu erzählen begann. Schmollend liess er die Ohren hängen, er mag es nicht, wenn er nicht der war, der etwas erzählte.
„Wie gesagt, befehligt Zarafin eine Armee von Schattenwesen. Um nebenbei zu erwähnen, besitzt er auch eine Eliteeinheit, die ihm als rechte Hand dient. Darunter befindet sich auch sein Adoptivsohn, dessen Name aber keiner kennt. Niemand hat ihn jemals gesehen, somit weiss man auch nicht, ob dies nur ein Gerücht ist oder nicht. Nun, da Zarafin über schwarze Magie verfügt, ist es unmöglich nur einen Fuss in Schloss Anarcis zu setzen, geschweige nur mal in dessen Nähe zu gelangen. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit.
Jeder der sechs Königreiche besitzt einen Elementarkristall, wobei jeder für ein Element und eine Tugend steht. Jisak darf sie gerne aufzählen, sonst geht er noch ein, wenn er weiterschmollt!“, lachte der Fuchs.

Der Tiger schaute wieder ganz glücklich aus und jedes Misstrauen gegenüber Keynan vergessend, zählte er auf:“ Also, da wäre Anarcis selber, das besitzt den Kristall des Windes, der für die Freundschaft und die Liebe steht. Dann kommt Infaron mit dem Kristall des Feuers und der Kraft. Florana, Kristall der Erde für Weisheit; wir befinden uns übrigens in Florana, auch Reich der Bäume genannt. Aquadis besitzt den Kristall des Wassers, der für den Mut steht. Das Reich grenzt ans Meer und besitzt sehr viele Flüsse. Solaria, das Reich besteht nur aus einer Stadt – einer grossen Stadt, muss ich sagen – und beherbergt den Kristall des Lichts, er bedeutet Hoffnung. Und zuletzt das Reich Darkan. Mit den Sümpfen besitzt es den Kristall der Finsternis zu Recht. Er steht für die Trauer, wobei ich nicht weiss wieso Trauer eine Tugend sein sollte, aber es ist passend für eine trostlose Landschaft!“

Als Jisak Anstalten machte, weiter zu erzählen, legte Keynan sanft eine Pfote auf seine Schnauze um ihn zu stoppen.
„Darf ich jetzt bitte wieder erzählen?“, fragte der Fuchs freundlich, worauf Jisak beleidigt schwieg.

„Danke, also um Zarafins Herrschaft ein Ende zu bereiten, brauchen wir die Kraft der sechs Elementarkristalle. Nur so können wir Zarafin schwächen und ihn stürzen.

„Und was hat das nun mit mir zu tun?“, fragte Arro abermals, der die ganze Zeit aufmerksam zuhörte. Langsam verschwand auch sein Misstrauen gegenüber Keynan, was er selber komisch fand, da er normalerweise sehr misstrauisch war.
„Ich habe mich ein wenig umgehört und daher die Namen von euch beiden rausgefunden. Das beantwortet die Frage, wieso ich euren Namen kenne. Und ich weiss auch, dass dein Bruder Kain ermordet wurde, Arro!“, erklärte Keynan. Er machte eine ungewöhnliche lange Pause bis er weitersprach.“ Ich weiss auch wer es war…“

Geschockt schaute der Husky den Fuchs an. Wenn sein Fell ohnehin nicht schon weiss wäre, dann hätte man es ihm ansehen können, dass er bleich wurde. Seine Wut und Trauer stiegen plötzlich in ihm wieder hoch und liessen ihn ein wenig zittern. Jisak erging es nicht anders.

„E-e-es ist also Zarafin, der ihn getötet hat?“, hauchte Arro, fast zu leise.
„Indirekt ja…es war einer aus seiner Eliteeinheit, dem er dies befahl“ erklärte Keynan, besorgt Arro anstarrend. Jisak krabbelte zu seinem Gefährten und nahm ihn in die Arme und strich ihn sanft über den Kopf.
„Arro?“, fragte er besorgt.
Dieser sagte einer Weile nichts. Er musste dies erst alles verarbeiten. Es gab keinen Zweifel, das Keynan nicht die Wahrheit sprach. Als Arro damals seinen Bruder gefunden hatte, befanden sie sich in Anarcis. Also konnte nur ein Einheimischer oder einer von Zarafins Schergen die Pfote im Spiel haben. Mit Tränen in den Augen sah er Keynan an.
„ Gut, ich helfe dir. Aber nicht weil mich die Herrschaft eines Tyrannen interessiert, sondern weil ich es für Kain tue. Ich will nur seinen Mörder finden und ihn rächen. Ich will seine Leiche so entstellen wie er es mit ihm getan hat!“, die letzen Worte schrie er förmlich heraus, was sowohl Jisak als auch Keynan zusammenzucken liessen.

Nach einer kleinen Pause, fuhr Keynan fort.
„Gut, da wir zu viert keine Chance hätten, würde ich vorschlagen, wir gehen in die Hauptstadt von Florana und suchen Leute, die bereit oder verrückt genug wären, uns zu helfen.“-
„Ähm, habe ich richtig gehört? Zu viert?“-
„Ja, mein Weggefährte wartet in einem naheliegenden Dorf auf mich! Vor ihm müsst ihr keine Angst haben. Also wann wollen wir aufbrechen?“-
„Sofort.“

Arro hatte seine Sachen schon längst zusammengepackt und lief an ihnen vorbei, hinaus aus der Höhle. Jisak hatte ihn schon lange nicht mehr so ernst gesehen, packte seine Sachen und rannte ihm hinterher. Keynan kicherte und folgte ihnen. Dabei bemerkten sie nicht, dass sie beobachtet wurden.
 
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Du kanntest ihn nicht



Als Arro, Jisack und Keynan in dem kleinem Dorf Tulpis ankamen, begrüsste schon ein recht gut gebauter Drache den Fuchs. „Wie ich sehe, hast du es geschafft, die beiden zu überzeugen“, lachte er und wandte sich zu Arro und Jisack. „Grüsst euch Freunde! Ihr seid wohl Arro und Jisack, ich bin Zenas“, sagte er freundlich und macht eine höfliche Verbeugung. Seine blauen Schuppen bedeckten seinen ganzen Körper, ausser seiner Unterseite. Sein durchtrainierter, ledrig gelber Bauch zeichnete ihn als erfahrenen Krieger oder Abenteurer aus.
Seine Flügel waren jedoch klein und an der linken Flügelmembran befanden sich silberne Ringe.
Als Waffe trug er eine lange Lanze, die mit Eissymbolen verziert war, die auf seinem Rücken ruhte. Arro und Keynan begrüssten ihn mit einem leichten Kopfnicken. Keynan hatte nur noch die weissen Hörner von Zenas im Blick. Es war kein Geheimnis das Keynan ein Bewunderer der Drachen war; vor allem Drachen mit schönen Hörnern hatten es ihm angetan.

„Nun, wie ist dein Plan, Arro?“, fragte Keynan.
„Seit wann bin ich auf einmal der Gruppenführer?“, entgegnete Arro ein wenig verwirrt.
„Seit wir uns getroffen haben, Kleiner!“, lachte der Fuchs. “Aber wenn du keinen Plan hast, würde ich vorschlagen, dass wir uns mal in Tulpis für die Reise vorbereiten sollen. Vielleicht finden wir noch Leute die mitkommen wollen. Morgen können wir dann nach Florana aufbrechen“
Arro bestätigte dies mit einem leichten Kopfnicken, während Jisack schon verschwunden war.
„Was ist mit dem Tiger auf einmal los? Der war ja schneller weg, als von `ner Biene gestochen.“
Arro der Jisack natürlich bestens kannte sagte ein wenig abwesend: „Wenn es ums Vorbereiten geht ist Jisack unschlagbar“
Die drei sahen zu Jisack rüber der zwischen den Marktständen von Tulpis herum huschte und mit einigen Leuten redete. Keynan musste sich einen Lachkrampf verkneifen, während Zenas nur mit dem Kopf schüttelte und kicherte
„Der Kleine ist irgendwie komisch, aber amüsant! Ich helf ihm mal beim Tragen“, sagte der Drache und ging zu Jisack.

Arro drehte sich zu Keynan um der sich gerade die Tränen aus den Augen wischte, die bei dem Versuch nicht loszulachen hervortraten.
„Wer genau ist Zenas eigentlich?“
„Zenas ist ein guter Freund von mir. Er begleitet mich schon sehr lange. Sowohl er als auch ich, stammen aus Aquadis. Eigentlich könnte man sagen, dass ich ihn schon seit unserer Welpenzeit kannte. Er wirkt zwar recht ernst und höflich. Ist aber eigentlich im Grunde nur eine grössere Version von Jisack. Er gibt es aber nicht gerne zu“, erzählte der Fuchs.
„Darf ich dich mal was fragen?“
„Nur zu.“
„Wieso willst du eigentlich Zarafin stürzen oder gar mir helfen?“
Das Lachen verschwand aus Keynans Gesicht und seine Miene wurde plötzlich ganz ernst.
„Zarafin hat meine Eltern umgebracht, sowie auch Zenas Eltern. Und um mich bei ihm zu rächen, brauche ich jede Hilfe die ich kriegen kann. Also kämpfe ich eigentlich aus dem gleichen Grund wie du. Wie du siehst, sitzen wir alle im selben Boot.“
„Und wieso suchtest du gerade direkt mich und nicht jemand anderes dem das Gleiche widerfahren ist?“
Keynans Stimme wurde leiser und er sah Arro mit einem traurigen Blick an den der Husky nicht deuten konnte. „Weisst du…in Wahrheit kannten Zenas und ich deinen Bruder, als wir in Anarcis waren und du in diesem Krankenhaus warst, wollten wir einen Weg finden Zarafin zu stürzen, er wollte mir helfen, aber als wir fliehen wollten…er bat mich auf dich aufzupassen und diesen letzten Wunsch will ich ihm erfüllen…“
Eine Träne floss an Keynans Wangen herunter.
Arro dagegen sah den Fuchs schockiert an und eine Mischung aus Wut, Unglauben und Dankbarkeit machte sich in ihm breit, bis er Keynan anbrüllte.
„Gibt es überhaupt noch Etwas, was ich über Kain wissen sollte? Ich habe das Gefühl, dass ich ihn gar nicht kannte. Und wieso hat er dir überhaupt geholfen?! Was warst du überhaupt für ihn, dass er dir helfen wollte? Wegen dir ist er tot!!! Kain wurde wegen dir ermordet! Wegen dir!!!“
Das letzte Wort warf Arro ihm buchstäblich an den Kopf. Schweigend liess Keynan das alles über sich ergehen.
„Arro…du bist sein Bruder...aber du kanntest ihn nicht. Du weisst nicht wer ihr wirklich s- “, wollte Keynan sagen, aber der Husky unterbrach ihn.
„Ich wusste nicht wer er war?! Haha, ja und was war er dann? Einer der jemanden hilft den ich nicht mal kenne und dabei draufgeht?!
, Keynan, ich habe meinen Bruder geliebt! Ich war immer für ihn da und nun sagst du, dass ich ihn nicht kennen würde? Und das nur, weil er bei dem Versuch einen deiner verdammten Pläne zu verwirklichen, draufging? Du hast ihn da reingeritten! Wegen dir ist er tot! Du bist ein Verd ..." “
Weiter kam Arro nicht als ihm jemand plötzlich, mit einem lauten Klatschen eine Ohrfeige verpasste.
Jisack stand mit tränenverschmiertem Gesicht da, mit Zenas, der jede Menge Waren bei sich trug, und einer grauen Wölfin.
„Seit wann seid ihr wieder da?“, fragte Keynan entsetzt.
„Ungefähr, dann als du ihm erzählt hast, dass wir Kain kannten“, sagte der Drache.
„Arro…“, sagte der kleine Tiger leise. „Ich weiss, du bist sauer auf ihn, aber gib ihn nicht die Schuld, dass dein Bruder gestorben ist. Ich denke Kain hatte seine Gründe wieso er Keynan damals geholfen hatte. Ausserdem war er schon mehrere Tage ohne uns unterwegs gewesen. Es gibt sicher vieles, was wir nicht über ihn wussten…jeder hat seine Geheimnisse…“
„Jisack…“, flüsterte Arro, sah den kleinen Tiger ungläubig an und hielt sich eine Pfote an die Stelle, die ihm schmerzte. Dann brach der Husky in Tränen aus und schlussendlich klappte er ohnmächtig zusammen.




Als Arro langsam wieder zu sich kam, hörte er zuerst jedem Menge Stimmen, die er nicht zuordnen konnte.
„Das ist normal bei ihm…wenn er sich zu sehr übernimmt, passiert das immer…“
„Arro hat also Kains Tod immer noch nicht verarbeitet.“
„Nara, jeder braucht halt ein wenig länger um schlechte Dinge verarbeiten zu können!“
„Pscht, ich glaube er wacht wieder auf!“
Der Husky öffnete müde seine Augen. Er lag in einem Bett; wahrscheinlich befanden sie sich in der Herberge von Tulpis.
„Hey, Kleiner. Geht es dir wieder besser?“ fragte Keynan und sah Arro besorgt an, der seinen Blick von ihm abwandte.
„Du bist schon wieder zusammengeklappt, Arro! Das ist mit der Dauer nicht gesund…du brauchst professionelle Hilfe!“, sagte eine weibliche Stimme.
„Ach, halt die Schnauze und lass mich in Ruhe!“-
„Sag mal, begrüsst man so eine alte Freundin?“, sagte erwiderte die Frau empört und Arro sah jetzt, dass sie von einer Wölfin kam die er vor Kurzem erst gesehen hatte.
„Nara, bist du das?“
„Jau, Kleiner und ich freu mich auch, dich zu sehen!“, lächelte die Wölfin ihm zu.
„Was machst du denn hier?“-
„Ach, ich bin auf dem Weg nach Solaria und habe euch dort in der Höhle beobachtet. Habe natürlich die ganze Geschichte mitbekommen und will euch deshalb ein Stück begleiten“, erklärte Nara und grinste Jisack an. „Wann haben wir uns zum letzen Mal gesehen? Als ihr in Infaron wart, oder? Es ist wirklich schön meine alten Freunde wiederzusehen, stimmt’s äh…Yiffsack?“
Alle fingen fast gleichzeitig an zu lachen, nur Jisack nicht.
„Ich heisse Jisack, merk dir das endlich…“, grummelte er. Nara kratze sich verlegen am Hinterkopf und streckte ihm eine Zunge raus. „Verzeiht, mein Herr!“
„Arro…“
Keynan wollte was sagen, aber Arro unterbrach ihn.
„Lasst mich alle in Ruhe!“, brummte er und versteckte sich unter seine Decke.
Der Fuchs seufzte ein paar Mal und sah dann Zenas plötzlich gereizt an, der die ganze Zeit schweigend dastand, der daraufhin schwach nickte und mit ihm rausging.
„Ich sagte alle!“, knurrte Arro, worauf auch Nara und Jisack sich aus dem Zimmer begaben.

Der junge Husky lag noch eine Weile so unter der Decke bis es ihm darunter zu heiss wurde. Er schmiss die Decke zur Seite und legte sich auf den Rücken, um gegen die Wand über ihm zu starren.
Er konnte es nicht glauben, dass er seinen Bruder nicht richtig gekannt hatte…er wusste alles über seinen Bruder…schliesslich reisten sie immer zusammen. Aber je länger er nachdachte umso banaler kam ihn die Vorstellung vor, dass er seinen Bruder in und auswendig kannte. Kain war schon mehrere Tage fort gewesen oder unternahm mal was alleine. In dieser Zeit hatte Arro nie gewusst, was Kain wirklich gemacht hatte. Kain hatte nie von seinen Ausflügen erzählt oder wurde von seinem kleinen Bruder gefragt. Also traf er wahrscheinlich in dieser Zeit Keynan und Zenas. Aber dann als Arro damals sich verletzte und in Anarcis auf der Krankenstation lag, ging Kain abermals fort. Aber er kam nie wieder zurück…weil er Keynan half.
Aber woher hätte Keynan wissen sollen, das Kain draufgehen würde? Der Fuchs war nicht für den Tod seines Bruders verantwortlich. Also, wieso bin ich dann so sauer auf ihn?, dachte Arro.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~​


Ein wenig später in der Nacht, nicht weit von Tulpis…

„Wieso erlegst du ihn nicht jetzt wie du es damals mit Kain gemacht hast?“, sagte eine gereizte Stimme.
„Denkst du, das geht so einfach und schnell? Dafür braucht man Zeit, aber ich weiss wirklich nicht, ob wir es langsam übertreiben…er hat doch keine Ahnung, also lassen wir ihn doch in Ruhe.“, sagte eine andere zitternde Stimme, da er den Tränen nahe war.„Du widersetzt dich dem Befehl unseres Herrn?“-
„Nein, aber…“-
„Na also, tu deine Arbeit! Ich habe keine Lust wegen dir unnötig draufzugehen! Ich geh Bericht erstatten.“, befahl die Stimme und entfernte sich.
Der andere blieb eine Weile bis ihn zwei andere Stimmen aufschreckten.
„Willst du ihn wirklich töten, wie du es mit deinem Geliebten getan hast?“, sagte eine weibliche Stimme
„Was ist denn mit deinem Herz? Was sagt es?“, sagte die andere Stimme die von einem Männchen stammte.
„…was macht ihr beide denn hier?“-
„Ach, da du gerade in der Nähe bist, dachte ich, dass wir dich besuchen könnten."-
„Ihr solltet nicht hier sein! Vielleicht sind Zarafins Schergen noch hier!“-
„Ach, komm...von dir brauchen wir doch keine Angst zu haben!“-
„Nein ich meinte meinen Partner! Vielleicht ist er noch hier…und wenn er uns entdeckt, sind wir alle in der Patsche. Ihr wollte doch sicher nicht mit einer Horde Füchse und Drachen kämpfen, oder?“, sagte Kains Mörder besorgt.
„Ist uns egal. Ich will dir bloss sagen, dass du lieber den kleinen Husky in Ruhe lassen solltest…Wir können die Elementarkristalle auch ohne Arro holen!“-
„Schwester! Du weisst ganz genau, dass nur Arro die Aufgaben der Kristalle lösen kann.“-
„Leute, seid bitte leise! Ich will wirklich nicht dass er uns noch erwischt. Ich will Arro nicht töten…es war schon schwer genug meinen Liebsten sterben zu sehen…durch meine Pfoten…wir brauchen ihn um meinen Meister für seine Taten büssen zu lassen. Er hatte meine alte Familie getötet, er hat mich zu seinem Sohn gemacht, er hatte Arros und Kains Familie ausgerottet, er hat Kain töten lassen…“-
„Genau genommen warst du das…Autsch! Was sollte das?“, sagte der Bruder. Anscheinend hatte ihn seine Schwester geschlagen.
Sie sah ihren Bruder an und sprach: „Wie erklärst du das dann deinem Vater? Zarafin wird sicher misstrauisch werden, wenn Arro nicht bald ausgelöscht wird. Und dann würde es nicht nur für dich schlimm aussehen; nein, unser ganzer Plan wäre auch dahin!“-
„Ich werde mir schon was einfallen lassen. Aber ihr solltet nun echt wieder verschwinden“, bat Zarafins Sohn.
Seine Stimme zitterte nur noch und er liess seinen Tränen nun ihren freien Lauf.
„Also ich geh nicht zurück…du weisst ja, ich bin nur ein Beobachter¨!“-
„ Halt die Klappe, grosser Bruder! Es geht ihm schlecht und wenn er seine Ruhe, will dann lassen wir sie ihm auch. Ich wünsch dir jedenfalls viel Glück, mein Grosser! Kain wird immer in deinen Herzen sein, denke daran.“, sagte das Weibchen und drückte ihn fest.
„…danke …“-
„Naja, ich wünsch dir jedenfalls alles Gute und möge Kain über dich wachen. Ich werde mich nun auf dem Weg nach Aquadis machen. Latius braucht seinen Bericht. Lebe wohl!“-
Das Geschwisterpaar entfernte sich und liess Zarafins Sohn alleine.
„…Arro, Kain…vergebt mir…“
 
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