Gedanken eines Melancholikers II

Fenrir

Guest
ich habe hier lange nicht weiter geschrieben...

es folgte die Hauptschule, weil ich mich jahre lang nicht konzentrieren konnte mit meinem Kopf in der Schule zu sein.

dort hatt ich eigentlich nur zwei freunde, die mich auch irgendwann durch Schulabgang verließen, nach aussage meiner Psychologin war ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich der Prototyp eines klassischen Amokläufers, sozial isoliert, am rande einer Gesellschaft, jemand mit dem man nichts zu tun haben will weil er einfach irgendwie merkwürdig ist, ich war der Außenseiter, weil ich mich in der 5. Klasse bereits mit Themen wie Philosophie, dem Sinn des Lebens und tieferer Metalltechnik, Metallurgie und Ingenieurwesen befasste.

irgendwann lernte ich durch beobachtung wie man in dieser Gesellschaft als "normal" angesehen wird, jedoch wiederstrebte es mir immer diese Maske zu tragen.

ich fand jeden der nicht mindestens ähnlich interessiert war als etwas minderwertiges an, und das war so gut wie jeder den ich kennenlernte, sogar leute die 4-5 jahre älter waren als ich waren mir in manchen Belangen nicht gewachsen.
alles was mich interessierte verschlang ich mit rasendem Tempo, und was mich nicht interessierte und nicht forderte ließ ich liegen, so konnte ich in der 6. Klasse aus dem DUBBEL rezitieren wie man technisch einwandfrei eine Druckkörperbelastungsprüfung durchführt, und die Belastungsobergrenze eines Stahlträgers Mathematisch herleitete und fühlte mich wie ein Außerirdischer als man mir sagte, dass ich kein Schulrefarat über solche themen halten dürfte weil zitat des lehrers: "das glaubt dir eh keiner dass du das selbst geschrieben hast"

Meine erste beziehung, führte ich mit 16, "Angela" ein durchaus sehr attraktives mädchen aus meiner Parallelklasse, ich war Glücklich, eigentlich das erste mal dass ich in meinem Leben bewusst glück empfunden habe, das erste mal einen liebevollen kuss erleben, das erste mal nebeneinander einschlafen ... die beziehung endete nach etwa zwei monaten, weil ihre besten Freundinnen mich nicht mochten. ab diesem zeitpunkt war ich wieder allein.

das blieb auch so bis zu meiner Bundeswehrzeit.
mit 17 ging ich zu diesem Verein vorzeitig meinen Wehrdienst ableisten, kurz vor meinem Auslandseinsatz in Bosnien lernte ich meine zweite Freundin kennen, Ieva, auch dieses Glück währte nicht lange, denn als ich aus Bosnien wieder kam, stellte sich heraus, dass die liebe wohl nicht groß genug war.

aus Bosnien kam ich nicht als der selbe Mensch wieder, Tote Menschen, verstümmelte Kinder und Menschen die Arme und Beine in Minenfeldern verloren hatten war ich gewohnt.
in jedem offenen Fenster und in jedem Gebüsch auf der Wiese vermutete ich ein MG oder einen Scharfschützen.
ich kam zurück mir drei Orden an der Brust, zwei davon für das Töten eines 16 jährigen der hinter einem MG saß und auf uns feuerte.
Blutorden... ich war nie stolz darauf.

Die Bundeswehr war trotz alledem eine schöne Zeit, ich hatte viele gute Kameraden, Freunde, Menschen die glücklich waren dass ich an ihrer Seite stand.

nach der Bundeswehr war mein leben noch dunkler und grauer, zynischer, und brutaler geworden.
aus heutiger sicht, war ich ein Monster. ich war laut, gefühlskalt, und war es gewohnt nur im Befehlston zu sprechen und angesprochen zu werden.

bis heute habe ich ein dezentes Problem mit Autoritäten.

gefühle zu haben musste ich erst wieder lernen, was nicht einfach war.
meine zeit nach dem Bund war eigentlich nur reines herumgehure, wieviele frauen ich genau hatte ... ich hab garkeine ahnung mehr, auf der Suche nach Gefühlen ergab es sich irgendwie dass jedes wochenende mindestens ein neues Bett besucht wurde.
ein paar beziehungen gingen daraus hervor, meist sehr kurz und sehr katastrophal.
aus zwei davon ging jeweils ein Kind hervor, eines davon kenne ich, das andere kenne ich nicht, beide Kinder wohnen auch nicht in Deutschland.

mit einer 2 monatigen Ausnahme und diversen kurzen Liebeleien die meistens schnell mit dem ziehen der Reißleine endeten bin ich nun seit 6 jahren Single und arbeite dran die Liebe zu finden.

Frauen die ich liebte gab es viele. nur nicht viele die das jemals erfahren haben weil es mir wichtiger ist mein eigenes Glück hinten anzustellen,
doch Glück wollen wir doch alle irgendwie.
wenn ich ehrlich bin, gab es eigentlich fast noch nie eine ernsthafte beziehung mit ernsthafter Liebe, von meiner Seite. meist ließ ich mich überreden. auf der Suche nach meinem Glück.

doch irgendwann fängt man an die Mauer die einen umschließt mit Stacheldraht zu verstärken...
irgendwann hab ich revidiert und aufgehört mich der Illusion hinzugeben glücklich zu sein.

hobbypsychologen können mich jetzt zerreißen.

viele kleinigkeiten habe ich hier ausgelassen, aus Selbstschutz.
denn bei aller Ehrlichkeit muss ich auch daran denken Menschen die mir böses wollen nicht zu viele möglichkeiten zu geben.
bitte seht es mir nach.
 

Silvana

Guest
Evtl wärst du in Sachen Liebe erfolgreicher wenn du nicht alles überinterpretieren würdest und die Gefühle deines Gegenübers nicht ignorieren würdest ;)
Und den Damen nicht das Gefühl geben würdest, dass dir jede recht ist, sondern es dir um die Person geht.
 

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