Früher oder Später...

Wolf-Sansoldat

Frischling
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28 Feb 2015
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Es war ein heißer Sommer Nachmittag gewesen. Die Sonne war im begriff unterzugehen und in einem kleinen schäbigen Zimmer erwachte ein Mann. Er gähnte laut und kräftig so als wollte er seiner Umwelt sagen: Ich bin wach. Fürchtet mich. ,,Ein kleines Schläfchen nach der Arbeit tut immer gut." brummte er zufrieden. Er griff nach einer Flasche Wasser und trank daraus. Draußen an der Straßen Kreuzung herrschte das übliche Verkehrschaos. Viele Leute fuhren jetzt nach Hause. Sein Zimmer war in einer Pension. Dessen Vorderfront wesentlich schöner anzusehen ist als die Behausung. Sein Zimmer in einem Wort: Loch. Es störte ihn aber wenig. Solange er Strom hat, seinen Laptop und seine Konsole war er zufrieden. Draußen hörte er eine knarzige Stimme. Sie klang pöbelnd und dumm. Er bezeichnet viele Menschen als dumm die lauthals rumschreien ohne ersichtlichen Grund oder vernünftigen Inhalt. Z.b wenn jemand um Hilfe rief, war das ein vernünftiger Grund zu rufen. Aber wenn jemand Leute auf der Straße anschreit, dann war es für ihn ein Zeichen von Intelligenzminderung. Er wartete 5 Minute auf seinen Bett. Reglos und in Gedanken versunken. Doch die Stimme wollte nicht ruhig sein. Grummig schaute der Mann aus dem Fenster. Er sah einen verwahrlosten Rollstuhlfahrer. Er war um die 50-60 Jahre alt, hatte keine Schuhe an und hielt eine Wodka Flasche in der Hand. Er betrachtete ihn eine Weile. Er sah jämmerlich aus und schwankt zwischen Aggression und Selbstmitleid. Dann wurde es dem Mann zu bunt und er schloß das Fenster. Er schaltete die Konsole und den Fernseher ein und spielte eines seiner Lieblingsspiele. Dennoch konnte er sich nicht konzentrieren. ,,Blöder Hase. Kannst du nicht fliegen oder was? Wie kannst du überhaupt den Fetten Kater mit dir schleppen?" knurrte er den Fernseher an als er erneut ein Leben verlor. Er seufzte, drückte den Start-Knopf und ging aus dem Zimmer. ,,Jeder Asylant hat ne bessere Unterkunft als das hier. Und ich Depp zahle noch 400€ im Monat." knurrte er und ging die Treppen runter aus dem Haus raus auf die Straße. Er setzte sich auf einen Blumenkasten und schaute dem Mann im Rollstuhl zu. Keinen kümmert es was mit Ihm ist. Es ist unglaublich heiß. Nach 10 Minuten erhob er sich von seinem Platz und ging zum Rollstuhlfahrer. Er blieb vor ihm stehen. Beide sagten nichts. ,,Ich will über die Straße." lallte der Rollstuhlfahrer. Ein bestialischer Gestank ging von ihm aus. ,,Warum?" fragte der Mann. ,,Weil ich dort wohne." Der Mann schaute rüber. Gegenüber war ein verfallenes Gebäude das mal einst ein Hotel war. Es war schäbig und es lebten viele Arme Leute darin. Der Witz war das es sogar ein Pflegeheim war. ,,Wo ist den Ihr Pfleger?" brummte der Mann. ,,Bin alleine." lallte der Rollstuhlfahrer und rülpste. Der Mann seufzte und sagte: ,,Nehmen sie Ihre Flasche mit." Er reagierte nicht. Ich hasse alte Leute sage sich der Mann und legte die Flasche in ein Fach des Rollstuhls. ,,Wo sind den die Fußablagen ihres Gefährtes?" Keine Antwort. Mühsam versuchte der Mann den Rollstuhlfahrer zur Ampel vor zu rollen. Vergeblich. Die Füße des Rollstuhlfahrers schliffen auf den Boden und machte ein vorankommen schwierig. Am liebsten hätte der Mann den Rollstuhlfahrer seinem Schicksal überlassen. Gesagt: Dann lecken sie mich doch. Aber nein. Es war warm, er war betrunken und zudem an einer belebten Straße. In seinen Zustand konnte er womöglich versuchen die Straße zu überqueren. Dem Rollstuhlfahrer fielen 50€ aus der Hand. Ohne nachzudenken steckte der Mann die 50€ Euro in die Hosentasche des somolenten Rollstuhlfahrers rein. Nach dem er mit strenger stimme sagte: ,,Latschen hoch." ging es endlich voran. Er wollte die Straße überqueren als der Rollstuhlfahrer wieder die Füße auf den Boden legte und die Fahrt blockierte. ,,So nicht Freundchen!" gröllte der Mann und schob erbarmungslos den Rollstuhl weiter. Der Rollstuhlfahrer zog die Füße wieder hoch vor Schmerzen. ,,Dummheiten kannste alleine machen." sagte der Mann. Endlich erreichten sie den Eingang des gegenüberliegenden Pflegeheimes. 30 Meter Wegstrecke. Dauer: 25 Minuten. ,,Sie sind drüben." sagte der Mann. Ein Pfleger kam heraus und nahm ihm den Rollstuhlfahrer ab. ,,Danke das sie ihn zurück gebracht haben. Wir fragten uns gerade schon wo er den sei." der Mann winkte ab, verabschiedet sich und ging wieder zurück in sein schäbiges Zimmer. Oben angekommen wusch und desinfizierte er sich die Hände als es draußen krachte. Er schaute nach draußen. An der Stelle wo der Rollstuhlfahrer vorhin saß, sah er Bremsspuren. Ein Fahrzeug hatte scheinbar die Kontrolle verloren und war gegen einen Laternenpfahl gekracht. Der Fahrer fluchte und schimpfte, wedelte mit der Faust in entgegen gesetzte Fahrtrichtung, womöglich der Grund weswegen er auf den Gehweg ausweichen musste. Der Mann schloss das Fenster drückte den Start-Knopf und spielte weiter.

2 Jahre später:

Der Mann saß in einem Zimmer. Es war klein jedoch ordentlich. Plötzlich vibrierte sein Handy. Eine SMS von einem ehemaligen Arbeitskollegen. Ihm sei gerade ein Patient verstorben. Ein Stammkunde. Es war jener Rollstuhlfahrer vor 2 Jahren der an der Straßenkreuzung saß. Er ist eines natürlichen Todes gestorben. Der Mann las sich den Rest des Inhaltes der SMS durch fand jedoch den oben genannten Teil interessanter. Nach einer Weile sagte der Mann: ,,Naja der Tod holt sich früher oder später was ihm zusteht." Dann ging er online und schrieb seine Begegnung mit dem Rollstuhlfahrer, dem er vielleicht unbewusst sein Leben gerettet hatte, nieder.
 

Tyger

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Eine schöne kleine Story. Ich denke, der punkige Stil ist gewollt, aber die Zeitformen solltest Du noch mal durchschauen, da gehen Präsens und Präteritum ziemlich durcheinander.
 

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