Fietes literarische Seite

Fiete Langohr

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Es sollte eigentlich nur ein Gedanke werden, den ich unter "Thoughts" posten wollte. Irgendwie hat sich daraus dann folgendes Gedicht entwickelt. Es ist zwar recht persönlich, aber ich möchte es trotzdem gerne mit euch teilen und hoffe, dass es dem einen oder anderen gefallen mag. Lucky, das ist für dich:

Graue Wolken


Graue Wolken vor meinem Fenster wabernd,
Blick ich sie, dich wissend weit entfernt,
Erfüllt mit tiefster Sehnsucht schwermütig an.

Dein Umriss sich in ihnen formend,
Beschern sie mir einen glücklichen Moment.
Helfen so mich erinnern daran,

Wie schön und innig es doch gewesen ist,
Als du noch bei mir gelegen bist.
In meine Hufe ich dich liebevoll nahm

Und die Vertrautheit mit dir gespürt.
Hat es doch letztlich schmerzlich dazu geführt,
Dass dies Gefühl in mir aufkam,

Dass du mir bitterlich fehlst, sehr sogar.
So wäre es doch ganz wunderbar,
Wärst du, mein Esel, statt der Wolken bei mir.

Ich würd vor Freude mit dir schweben
Und so das größte Glück mit dir erleben.
Ich wär' dann endlich ganz nah bei dir.

Graue Wolken lassen dein Bild verschwimmen
Und die Erinnerung verglimmen.
Trauer und Schmerz kehren wieder dafür ein.

So sehr mein Hengst mir auch fehlen mag,
Weiß ich doch, dass es wird kommen dieser Tag,
An dem du in mein' Hufen bist mein.
 

Shayania

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Danke, dass du dieses Gedicht mit uns teilst. Es ist wunderbar. Du hast mich damit tief berührt.
 

Mick

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Hey Fiete,
echt schön geschrieben und ich schließe mich Shayania an: Danke für's Teilen
 

Fiete Langohr

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Erst einmal ein ziemlich verspätetes Danke an Mick!

Ansonsten wollte ich an dieser Stelle einfach mal auf die Erzählungen in meinem Blog hinweisen. Bisher sind es drei Stück:


  • Ich bin ein Esel
  • Ein Esel fiebert mit den Störchen (1 + 2)
  • Chronologie einer Erkältung (nichts für Zartbesaitete)
Ich habe mich bemüht, dass sie ganz unterhaltsam und teilweise sogar etwas humorvoll zu lesen sind. Ihr könnt sie gerne bewerten oder einen Kommentar hinterlassen. Erreichen könnt ihr sie über den Reiter Blogs oder ganz einfach indem ihr auf die Zahl meiner Blog-Einträge in dem Beitragshead klickt. Viel Spaß beim Lesen!
 

Fiete Langohr

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Es gibt mal wieder eine neue Erzählung vom Esel.
Sie heißt "Mehr Bewegung wagen" und ihr könnt sie bei meinen Blogeinträgen hier finden.
Viel Vergnügen beim Lesen!
 

Fiete Langohr

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Habe mal im Rahmen eines Forenspiels hier eine Kurzgeschichte einfach zu einem Avatarbild von Magor geschrieben.

Ihr findet sie hier
und über Meinungen, Anmerkungen und Kritik an dieser Stelle dazu freue ich mich natürlich immer :-D.
 

Fiete Langohr

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Das ist jetzt die erste Geschichte aus meiner Aktion "Fiete schreibt dir eine Geschichte for free".
Die erste, die ihre Fursona zur Verfügung gestellt und sich eine Geschichte gewünscht hat, war Terrorshito mit ihrem Charakter Myrra.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich über Rückmeldungen aller Art von euch.


Die Wandlung


Ihr Magengrummeln durchbrach die Stille des Morgens. An Schlaf war für Myrra nicht mehr zu denken. Gekonnt kletterte sie von dem Ast, der ihr Nachtlager gewesen war, weiter sich mit ihren Krallen in der Rinde festhaltend am Stamm des Wacholderbaums herab, um fürs letzte Stück abzuspringen und grazil auf dem mit Tau bedeckten Wiesenboden zu landen. Sie setzte ihren Weg durch das nasse Gras fort und labte sich gelegentlich an einigen Pfützen, die der nächtliche Regen hinterlassen hatte. Einen Zitronenfalter, der um sie flatterte, verfolgte sie mit ihrem Blick aufmerksam. Als dieser sich auf ihrer Nase niederließ, konnte sie nicht an sich halten und musste niesen. Der Schmetterling zog seines Weges weiter und so auch Myrra. Ihr stand nicht der Sinn danach sich ihr Frühstück unter größerer Anstrengung zu jagen, wusste sie doch, wie sie es weitaus einfacher haben konnte. Vor ihr tauchte hinter ein paar Sträuchern ein der Maneki-neko geweihter Schrein auf. Um diese Zeit lag der Schrein noch völlig friedlich dar. Vor der großen winkenden Katzenstatue befand sich ein Opferaltar, auf dem bereits in den frühen Morgenstunden eine Gabe in Form eines Fisches niedergelegt worden sein musste, dessen Geruch nun auch zwei Katzen auf den Plan rief, als sie sich dem Opfer näherte. Die beiden, die ihr Frühstück ihr streitig machen wollten, fest im Blick buckelte sich Myrra und ließ dabei gleichzeitig ihre Gestalt anwachsen, was sie mehr Kraft kostete, als sie beabsichtigte, aber den gewünschten Effekt erzielte. Die beiden Katzen nahmen Reißaus und Myrra konnte sich wieder zurück in ihrer normalen Größe ungestört über den vor ihr liegenden Fisch hermachen. Die Gräten fein säuberlich abgenagt putzte sie sich zufrieden das Maul. Die Sonne wärmte wohltuend ihr braunes zart getigertes Fell. Das wollte sie an einem geeigneten Plätzchen noch ein wenig genießen und so schritt sie weiter zu einem geschützten Felsvorsprung, auf dem sie sich niederließ.

Aus dem Tal herauf dringende Kinderstimmen rissen Myrra aus ihrem Nickerchen und ließen sie aufhorchen. Das wollte sie sich genauer ansehen. Hatte sie doch in den vergangenen Tagen diese jungen und kleineren Menschen bereits mehrfach mit großem Interesse beobachtet. Sie war fasziniert davon, wie offen und unbekümmert die Kinder miteinander umgingen. Bei älteren Menschen hatte sie stets eine emotionale Schutzmauer verspürt und ein angestrengtes Bemühen um Beherrschtheit festgestellt, was sie nicht verstehen konnte. Doch diese Heranwachsenden waren da ganz anders. Es schien sie überhaupt nicht zu kümmern ihre Gefühle so offen zu zeigen. Das weckte in Myrra große Neugier und auch einen bis dahin ihr völlig unbekannten Ehrgeiz. Sie wollte unbedingt Kontakt zu diesen jungen Menschen aufnehmen, doch war in ihrer derzeitigen Gestalt nicht daran zu denken. Als Youkai konnte sie schließlich ihre Gestalt als Katzendämon in die eines Menschen wechseln. Allerdings hatte sie diesen Zauber in ihren für ihre Verhältnisse jungen 443 Lebensjahren immer noch nicht beherrschen gelernt, weshalb sie von ihrem Clan in die Welt geschickt worden war. Sie hatte bis dahin keine große Eile empfunden daran etwas zu ändern und nur vereinzelt einige halbherzige Versuche unternommen, die allesamt mit teilweise verheerenden Nebenwirkungen scheiterten. So hatte sie beispielsweise einmal wochenlang grünes Fell gehabt oder einzig ihr Katzenschwanz war verschwunden. Doch daran dachte Myrra jetzt nicht mehr. Sie bezog ihren bewährten Beobachtungsposten auf dem Dach einer kleinen Korbflechter-Werkstatt, die nach hinten raus an ein kleines Wäldchen grenzte und somit eine perfekte Fluchtmöglichkeit bot.

Vorsichtig über die vorstehenden Dachziegel lugend, erspähte sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Jungen, der in einem Buch versunken war. Auf seinem Schoß schlummerte eine schwarze Katze mit weißen Pfoten. Der Junge selbst saß auf einer Bank vor einem einfachen, kleinen Wohnhaus, aus dessen Schornstein schwacher, weißer Rauch und aus einem Fenster ein herrlicher Duft nach köstlichem Essen stieg.

Mit einem Schmerz verheißenden Klatschen wurde der Junge aus seiner Lektüre gerissen. Ein lederner Ball hatte ihn seitlich im Gesicht getroffen. Die Katze war von seinem Schoß gesprungen und davon gelaufen. Umgehend zeichnete sich ein runder, roter Abdruck auf seiner rechten Wange ab. Der Ball rollte vor dem Jungen in Myrras Richtung auf die Straße.

„Hey Kouhei, spiel den Ball zu uns!“, rief einer der drei größeren und deutlich kräftigeren Jungen dem sich nun die Wange vor Schmerz haltenden Jungen zu, der sich bereits zu ihnen gewandt hatte, um den Ursprung des unerwarteten Angriffs ausfindig zu machen. Kouhei rang offensichtlich mit sich, seine Tränen zurückzuhalten. „Hörst du schlecht?“ Mittlerweile hatten sich die anderen Jungen um Kouhei aufgebaut.

„Hey Nibori, siehst du? Der Kleine weint ja gleich, hehe.“, meinte einer der Jungen zu einem der anderen.

Der dritte sprach ebenfalls zu dem: „Du hast ihn aber auch voll im Gesicht erwischt. Schau mal, wie rot seine Wange ist.“

„Verdammt Kouhei, was soll das? Muss ich wirklich erst herkommen und mir den Ball selbst holen?“ Der Schütze des Balles packte Kouhei am Hemd und hob ihn daran vor sich in die Luft. Kouhei zitterte vor Angst. Der andere Junge schwenkte ihn herum und warf ihn in Richtung des Balles auf die staubige Straße. Unsanft landete er neben dem geforderten Rund. Er rappelte sich nur langsam wieder auf. Zu langsam für den Geschmack seines Peinigers. Der trat erneut gegen den Ball, so dass dieser diesmal Kouhei frontal im Gesicht traf und von dort dem Jungen in die Arme sprang.

„Danke, sehr freundlich! Das nächste Mal lässt du dir besser nicht so viel Zeit.“ Lachend wandte er sich mit seinen Freunden von dem Jungen ab, ging fort und überließ Kouhei seinen Tränen und seinem Schluchzen.

Myrra, die alles mitangesehen hatte, durchzuckten vielerlei heftige Gefühle. Diese Ungerechtigkeit, dessen Zeuge sie soeben wurde, rief eine selten empfundene Wut in ihr hervor. Ebenso wollte sie dem verletzten Jungen helfen. Ohne weiter darüber nachzudenken löste sie den Wandlungszauber intuitiv aus. Anders als zuvor durchfuhr ihr gesamter Körper eine angenehme Wärme. Von einem auf den anderen Moment hatte sie sich in einen Menschen verwandelt. Sie fühlte sich schwach. Die Verwandlung hatte viel Kraft gekostet. Ihre grünen Augen erblickten eine blasse, unbefellte, ganz offensichtlich menschliche Hand. Als sie sich aufzurichten versuchte, wurde ihr klar, dass sie sich nicht mehr auf vier Pfoten sondern auf zwei Füßen aufrecht stehend befand. Myrra wankte taumelnd zum hinteren Rande des Daches, um über einen Baum herabzusteigen. Allerdings verschätzte sie sich mit den Eigenschaften und Fähigkeiten ihrer neuen Gestalt komplett. In ihrer Katzengestalt wäre es für sie ein Leichtes mit ihren Krallen gewesen vom Dach zu kommen. Aber so rutschte sie mit einem Schrei von einem Ast und konnte sich mit einer Hand gerade noch für einen Moment an dem Ast festhalten, bevor sie nun noch ihre letzten Kräfte verließen und sie abstürzte.

Als sie wieder ihre Augen öffnete, fand sie sich zugedeckt auf einem Futon in einem kleinen, einfach eingerichteten Zimmer wieder. Das fremde und einengende Gefühl des Lakens löste Panik in ihr aus und sie versuchte hektisch die Decke abzustreifen.

„Obaa-chan, ich glaube unser Gast ist aufgewacht“, hörte Myrra eine Stimme aus dem Nachbarzimmer rufen. Kurz darauf wurde die Tür aufgeschoben und Kouhei strahlte sie voller Freude und eine Schale mit dampfender Nudelsuppe in den Händen haltend an. Myrra schaute ihn mit großen Augen verängstigt an. Als der Duft der frischen Suppe ihre Nase erreichte, änderte sich ihr Ausdruck. Neugierig schnupperte sie und krabbelte auf Händen und Knien langsam auf den sie immer noch fasziniert beäugenden Jungen zu. Der hielt ihr die Schale mit der Suppe und ein Paar Essstäbchen entgegen. Sie nahm beides entgegen, wusste aber nicht so recht, wie sie mit dem Besteck umgehen sollte. Deshalb führte sie die heiße Suppe mit der Schale direkt an den Mund. Ein Schmerz an Lippen und der Zunge ließ sie aufschreien und Suppe tropfte an ihr herab. Kouhei musste bei diesem Anblick lachen. „Du musst doch pusten und schlürfen, wenn du die Suppe essen möchtest, und die Nudeln erwischt du nur mit den Stäbchen. Komm, ich zeige es dir.“ Er nahm die Essstäbchen und ergriff dabei ihre rechte Hand. Sie schaute ihn verträumt an, während er die Stäbchen in die richtige Haltung ihrer Hand brachte und ihr zeigte, wie sie die Stäbchen bewegen musste. Als sich ihre Blicke trafen, errötete er sofort und blickte verlegen auf den Boden. Myrra hatte den Dreh sofort raus. Wenn es ums Essen ging, war ihre Lernbereitschaft unglaublich hoch. Mit einiger Geschicklichkeit beförderte sie die Nudeln aus der Suppe in ihren Mund und leerte anschließend gierig schlürfend die Suppenschale in einem Zug. Satt und zufrieden entwich ihrem Mund ein kleiner Rülpser. Beide mussten kichern. Er, weil ihm ihre Ungeniertheit so überraschte. Sie, weil sie das Geräusch und das Gefühl nicht kannte. Myrra spürte, wie ihre Kräfte zurückkehrten und ihr wurde mit einem Mal wieder ihre Situation bewusst. Sie musste vom Baum gefallen sein und er musste sie hierher gebracht und sich um sie gesorgt haben.

„Oh verzeih, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt“, fand er seine Worte wieder, „mein Name ist Kouhei, wie heißt du?“ Er blickte sie fragend. Ihre Lippen formten die Worte und sie verließen wie selbstverständlich ihren Mund: „Ich heiße Myrra.“ Der liebliche Klang ihrer Stimme ergriff sein Herz und er starrte sie völlig betörrt an. Nicht wissend, wie sie damit umgehen sollte, nutzte sie seine Regungslosigkeit, ging zum offenen Fenster, kletterte heraus und lief in den Wald.

Noch eine ganze Weile mochte Kouhei so dagesessen haben, bis seine Großmutter zu ihm trat und ihn aus seiner Trance riss. „Kouhei-chan, wo ist das Mädchen, das du hergebracht hast?“ „Ich weiß es nicht“, brachte er als einziges hervor.
 
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Malice

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Ouu schon durch, dabei wurde es grad niedlich. Hätt ich glaube noch ewig weiterlesen können xD
 

Fiete Langohr

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Danke, freut mich, dass es Lust nach mehr macht, war auch ein wenig so beabsichtigt. Es sollte für sich genommen abgeschlossen sein, aber andererseits Interesse nach mehr wecken bzw. die Phantasie anregen, wie es wohl weitergehen mag.
 

Fiete Langohr

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Hatte den Thread "Schöne Momente" heute gesehen und mir gedacht, so einen Moment hatte ich doch letzte Woche erlebt. Natürlich hätte ich die Erzählung zu diesem Moment auch dort posten können, da ich aber meinen Blog generell für Geschichten aus meinem Leben nutze und sie auch etwas umfangreicher geraten ist, ist sie eben in meinem Blog gelandet.

Viel Spaß beim Lesen! Bin wie immer um eine gut zu lesende Sprache bemüht und hoffe, es ist mir gelungen.

Ein magischer Morgen
 

Fiete Langohr

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Mal ein kleines Gedicht für euch lieben Fussel zum Jahreswechsel:

Fietes Silvestergruß

Lasst es heute krachen oder macht es euch gemütlich!
Was ihr auch tut, bleibt zum Wohle aller friedlich.
Ob Sekt, Bier, Schnaps oder gesüßter Kamillentee -
sieht es keiner gern, erbrichst du dich ins Glücksklee.

2016 ist passé -
wie ein China Böller D.
Begrüßen wir gemeinsam 2017:
Flauschiges Knuddeln und Zusammenstehn!

Pläne, Ziele, gute Vorsätze -
Der Startschuss fällt mit großem Geknall.
Doch was soll all das Gehetze?
Seit entspannt, bleibt einfach am Ball!

Alles Gute, Glück und Gesundheit -
Ist's, was wir uns alle wünschen.
Ist auch, was euch der Esel nun schreit:
Liebe euch Tieren und Menschen!
 

Silvana

die Trolljägerin
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Wie schön. Danke Fiete und auch dir nen guten Rutsch^^
 
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