Excidiums Reise

Rogue

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Hier habe ich mal die Geschichte meines Sergals^^
Ich schreibe gerne wenn ich die Zeit finde und hier ist mal das was bisher rauskam.

Karte: http://www.directupload.net/file/d/3562/4fecngfk_png.html (von Lox Flammenpfote :3)
~ Kapitel 1: Spuren im Schnee ~
Der liegende Schnee dämpfte alle Geräusche, die die graue Wölfin sonst verursacht hätte.
Ihr Fell wich an dem Unterkiefer, dem Bauchraum, den Pfoten und dem Schweifende einem hellen Eisblau, zudem waren an dem Kopf und den Unterschenkeln goldene Zeichnungen.
Sie hob den Kopf und schnüffelte, ihr Körper wirkte angespannt, aber man sah nichts in ihrer Nähe, nur viel Weiß und umliegende Berge, die in der Nacht bedrohliche, schummrige Umrisse darstellten.
“Es ist das Nichts das hier herrscht…”, flüsterte sie in den Wind, der ihre Worte davontrug und rannte los. Dabei achtete sie wachsam auf ihre Umgebung, während die kreisartige Zeichnung an ihrem Kopf in einen goldenen Licht leuchtete und ihr den Weg wies.
Sie wandte sich von den Bergen ab, weiter ins Landesinnere und setzte all ihre Kraft ein, um möglichst schnell voranzukommen, während um ihr immer stärker der Schnee fiel.
So lief sie etwa eine Stunde, bis sie stoppte und ihren Kopf senkte, der hechelnde Atem wurde in der eisigen Luft als Nebel sichtbar.
In der Zeit hatte sich das Wetter gewandelt und der Wind pfiff einem Sturm gleich ihre Flanken entlang, die Kälte ließ sie trotz des Fells frösteln.
“Das ist nicht normal…”, keuchte sie und sank in den Schnee. “Es war hier immer schon sehr kalt…aber jetzt…alles spielt verrückt…” Sie schüttelte sich und befreite ihr Fell von dem Weiß, richtete sich auf und versuchte weiterzugehen.
Doch dann schien vor ihr die Erde einen Spalt aufzureißen und ein rotes Licht strömte in den Himmel, jaulend sprang die Wölfin zurück als sich der Spalt nach rechts und links weiter ausbreitete und fortlaufend dieses Licht in die Höhe warf.
“Was zum Urvater…”
“Ehania!” Sie zuckte zusammen, als ihr Name in einem unheimlich zischenden Ton gerufen wurde, sah aber nur den Umriss eines Wesens, das auf sie zuschnellte.
Kurz darauf spürte sie einen großen Schmerz, die Welt wurde in einem schwarzen Strudel verschlungen und sie sank ohnmächtig zu Boden.
Der Schatten verfestigte sich und schlang die Klauen um den wehrlosen Wolf.
Einige Stunden später erwachte Excidium aus seinem Schlaf.
Der Blick aus dem Fenster verriet ihm, das die Sonne gerade erst aufgegangen war und er seufzte.
Heute hätte er nicht viel zu tun gehabt, ein paar Stunden mehr Schlaf wären ihm wirklich zugute gekommen.
Der 25 Jahre alte Sergal stand auf, zog sich eine kurze, schwarze Hose über und ging ans Fenster.
Sein allgemein kurzes, gepflegtes Fell war größtenteils weiß, aber an seinem Nasenrücken, dem oberen Kopf, den langen Haaren die über den Rücken fielen, dem Rücken selbst, sowie an Ober- und Unterschenkel hatte es einen grünen Ton. An seiner Brust waren einige abstehende Haare, was ihm zusammen mit seinem buschigen Schweifende ein verwegenes Aussehen verlieh.
Seine Wohnung bestand aus einem Schlafzimmer, in dem ein Schreibtisch, ein Regal sowie sein Bett stand, einer kleinen Küche und einem Badezimmer mit einem hölzernen Waschzuber. Das Wasser wurde in Rohren aus einem nahen Fluss gepumpt, musste aber erst erhitzt werden, bevor man drin baden konnte.
Unschlüssig starrte er nach draußen, dann drehte er sich um, ließ den Blick über das fast leere Regal wandern und ging durch die Tür raus, wo er in einen langen Flur kam.
Excidium wohnte in einer kleinen Stadt nahe dem Drachenrücken, einem kleinen Gebirge südwestlich des Kontinents gelegen.
In einem Teil der Stadt waren drei große Gebäude, in denen je 10 Wohnungen untergebracht waren. Bezahlen tat man eine Wohnung, in den man in dem Dorf einfach 20 Stunden in der Woche arbeitete, aber man musste mehr arbeiten damit man auch sein Essen und anderes finanzieren konnte.
Trotz 300 Einwohnern gab es genug zu tun; es gab eine Schmiede, zwei Schenken, Gerber, Metzger, Bäcker, Glaser und einen Schneider.
Excidium verdiente sich seinen Unterhalt, indem er in den Drachenrücken ging und Materialien für die Schmiede sammelte. Es war anstrengend, aber gut bezahlt und da er alleine war, war es auch jedem egal, ob er mehrere Stunden am Tag einfach weg war.
Trotz der frühen Stunde waren schon einige auf den Beinen, er sah Wölfe, Füchse, Katzen und andere Wesen beschäftigt durch die Stadt laufen.
Die meisten hier wohnten mit ihrer Familie in einer der Großunterkünfte, nur wenige hatten ein Haus.
Die Stadt war von der Stadtmauer in drei Bereiche geteilt,welche dann einmal um sie verlief.
Der eine Teil war der der Großunterkünfte, einer mit den ganzen Geschäften und der letzte der Teil jener, wo normale Häuser standen.
Normale Besucher kamen durch ein großes Tor nur in den Geschäftsteil. Die Bewohner konnten dann noch in den Bereich, wo sie wohnten; es war strikt getrennt und je zwei Wachen standen an jedem Tor, um wirklich aufzupassen.
Auf der Stadtmauer selber standen auch vereinzelt Armbrust- und Bogenschützen, welche die Sicherheit zusätzlich gewährleisteten, aber eher für ängstliche Blicke zu sich führten.
“Exi!” Kurz vor dem Tor hielt der Sergal inne und sah über seine Schulter.”Felia?”
Eine kleine Katzendame kam auf ihn zugetrippelt, etwas über einen Meter hoch und gerade mal etwas über 12 Jahre alt.
Ihr Fell war rostrot, mit hellbraunen Streifen durchzogen und ihr zuckendes Schweifende war annähernd in ein schwarz getaucht.
Sie verschränkte die Arme schüchtern hinter dem Rücken und trat von einem Fuß auf den anderen, wobei ihr langes Kleid wippte.
“Ich dachte, du musst heute nicht arbeiten”, sprach sie und blinzelte zu ihm hoch.
“Nein, eigentlich nicht, aber da ich nicht mehr schlafen konnte, dachte ich mir das ich schon mal für morgen etwas vorarbeitete. Dann hab ich weniger zu tun.”
Er schaute in den Himmel hoch und sein Schweif zuckte etwas hin und her. “Ich bin eh meistens alleine. Daher ist das egal.”
“Gibt es nicht andere deiner Art? Ich habe noch niemanden gesehen, der so aussieht wie du.”
“Früher lebte ich mit anderen zusammen, in der silbernen Steppe, kurz vor der Grenze zur Eiswüste.”
“Warum jetzt nicht mehr?” Da Excidium in einem leichten Tempo weiterging, folgte sie ihm.
“Du währst noch zu jung dafür. Wenn du älter bist, erzähle ich sie dir.”
“Menno…” Die kleine Katze schmollte sichtlich, Excidium konnte darüber nur kichern.
Dann aber schien ihr etwas anderes in den Sinn zu kommen und sie fragte mit einem Lächeln. “Hast du schon einmal einen Drachen gesehen? So einen richtig großen, fliegenden?”
“Jap.” Excidium sah auf den Weg und wich einem Schäferhund aus, der hastig in die entgegengesetzte Richtung rannte. “Als ich etwa 7 Jahre alt war, flog ein Eisdrache über mein Dorf. Er war vermutlich einer der letzten, die hier in diesem Land lebten. Die meisten sind übers Meer verschwunden, um den Legenden über ein anderen Kontinent nachzugehen, der wohl perfekt für sie war. Da keiner zurückkam wird es wohl stimmen, nehme ich an. Nun leben nur noch vereinzelt welche hier, auf dem höchsten Berg des Drachenrückens soll es aber noch antromorphe Drachen geben. Ich habe zwar noch nie welche gesehen, aber sie sollen auch Fliegen und Feuer spucken können wie ihre großen Verwandten.”
“Das ist ja gar nicht weit von hier!”, rief Felia aufgedreht und sah zu dem Drachenrücken rüber, dessen Ausläufer etwa drei Kilometer hinter der Stadt begannen.
“Was aber nicht heißt, dass du und deine Freunde dahingehen, um sie zu suchen. Ich gehe nur auf die kleinen Bergen zum suchen. Der Größte ist fast doppelt so hoch wie die anderen.”
Er wies auf den Berg, der sich deutlich hinter den anderen hervorhob und in den Wolken zu verschwinden schien.
“Nicht umsonst haben diese Drachen da ihr Zuhause, sonst kommt niemand so hoch.”
“Aber…”, setzte Felia an. “Wenn ich ganz groß bin besuche ich sie!”
“Jap…wenn du groß bist.” Zum Abschied zerwuschelte er ihr die Haare und ging durch das größte Tor, das die Abgrenzung darstellte.
Felia grinste und winkte ihm freudig hinterher, dann rannte sie zurück zu ihren Freunden, um mit ihnen Drache frisst Tier zu spielen.
 

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~ Kapitel 2: der Drachenrücken ~


Excidium trat aus dem großen Tor heraus und seufzte wohlig, als die Sonne ihm ins Gesicht schien und ihm ein Gefühl der Freiheit überkam.
In der Stadt war alles eingeengt und durch die Mauern fielen die Schatten sehr lang, man fühlte sich schon stellenweise sehr unwohl.
Der Sergal ging weiter und sah zu dem Drachenrücken, der unweit von der Stadt lag und machte sich auf den Weg dorthin.
Er war ausdauernd und ein schneller Läufer, darum konnte er die 10 Kilometer bis zum Beginn der Ausläufer in weniger als eine Stunde hinter sich bringen.
Jetzt kam der schwierigere Teil. Der Aufstieg war steil und man konnte sich kaum festhalten, wahrscheinlich der Grund warum diese Berge gemieden wurden und weshalb auf den höchsten Berg die letzten Drachen angeblich leben sollten.
Mit den Klauen am Ende seiner Pfoten konnte er in kleinsten Unebenheiten Halt finden und hangelte sich so nach und nach den ersten Abschnitt hoch, der dann zu einem Vorsprung führte, der genug Platz bot, dass Excidium sich dort hätte hinlegen können.
Ein Stein lag dort, den er kurz beiseiteschob und darunter eine kleine, selbstgegrabene Kuhle zum Vorschein brachte, in der ein Werkzeug lag: ein Holzstab, an dessen Ende etwas Spitzes aus einem Material angebracht war, das aus gefallenen Sternen stammte und so hart war, dass es problemlos durch Stein drang. Zu dem Stab gehörte ein Korb, in den er das Werkzeug hineinlegte, um ihn sich dann auf den Rücken zu schnallen.
Dann kletterte er höher, erst beim nächsten Vorsprung war der Eingang in den Berg, ein Stollen der gebaut wurde als die Stadt noch jung war.
Die drei Jahre die er hier lebte, hatte er fast nur da drin verbracht mit dem schürfen.
Asirian, ein seltenes und nur im Drachenrücken auftretendes Metall, war hier zu finden und ließ sich teuer verkaufen, um damit Waffen und anderes herzustellen.
Excidium kam nun auch beim zweiten Vorsprung an. Dies war auch der letzte, bevor der Berg nur noch grade nach oben ging.
Die Berge hier waren bis zu 1800 Meter hoch, wobei es der Größte in der Mitte wohl 3000 war.
Diese Messungen stammen aus alten Zeiten und wurden von einem namenlosen Wolf durchgeführt, der dies vor mehr als 200 Jahren mithilfe eines Drachen maß, indem der Drache um die Berge immer weiter hochflog und der Wolf es an der Körpergröße des Drachen abschätzte.
Ob diese Zahlen nach so langer Zeit noch stimmten, war zweifelhaft, aber man konnte es auch nicht herausfinden wenn nicht gerade ein großes, fliegendes Wesen einen half.

Dunkelheit umhüllte Excidium, als er eintrat, nur schwache Sonnenstrahlen von draußen erhellten leicht den Innenraum.
Er nahm sich eine Laterne, die auf einem verstaubten Holzbrett lag und zündete sie mit einem speziellen Funkenstein an, der extra dafür daneben lag.
Er musste den Stein nur gegen die Wand schlagen und er ging lichterloh in Flammen auf, danach wagte er sich ins Innere der Höhle rein.
Ein langer, schmaler Gang führte ihn immer weiter in die Eingeweide des Berges, hin und wieder gab es Abzweigungen, die er allesamt ignorierte.
Nach langer Zeit, die sich hier unten endlos zog, kam er in einem größeren Raum an und nahm sein Werkzeug zur Hand.
An einigen Stellen der Wände glitzerten schwarze Teile dieses Erzes, das wofür er überhaupt hier war.
Mit voller Kraft schlug er auf die Wand ein, mehrere Teile des Steins flogen durch die Luft, aber auch kleinste Trümmer des Begehrten.
Er las es auf und warf es in den Korb, bevor er weiter so verfuhr.
Sonst arbeitete er immer in den Stollen bis die Sonne unterging, aber heute würde er nur paar Stunden verweilen, um etwas extra Geld zu verdienen.
Irgendwann würde er die Stadt verlassen und in die weite Welt ziehen, wenn er genug hatte, alles kennenlernen, die drei großen Städte besichtigen und nicht hier in den Drachenbergen tagein, tagaus nur dieses Erz zu schürfen.
Bald war sein Fell schweißnass und klebte an ihm dran. Er schüttelte sich etwas und arbeitete unermüdlich weiter.
Erst als der Topf etwa zur Hälfte voll war, schien auch Excidium zufrieden zu sein, schnallte diesen auf den Rücken und nahm das Werkzeug in die Hand, während er sich zurück wandte.
Es wunderte ihn allerdings, dass er hier alleine war, normalerweise waren am Tag zwei oder drei seiner Kollegen da um zu arbeiten.
Oder hatten heute alle frei?
Als er draußen war, schien die Nachmittagssonne auf sein Fell und dampfte den Schweiß weg, kurz streckte er sich, um dann runterzuklettern.
Das Werkzeug und den Topf versteckte er wieder unter dem Stein, das Erz hüllte er in ein Tuch ein und nahm es mit.
Nachher brauchte er auf jeden Fall eine kräftige Dusche, sonst würden ihm alle vermutlich mit einigen Metern Abstand aus dem Weg gehen.

Naru ging die verbrannte Erde entlang, es war ein Teil der silbernen Steppe, nördlich von Greven.
Hier wehte ein kalter Wind, da wenige Kilometer weiter die Eiswüste begann, der unwirtlichste Ort des kleinen Kontinents, zu dem es niemanden hinzog.
Naru war ein Sergal, er war hauptsächlich weiß, hatte aber einen orangenen Streifen am Kopf der sich über die Haare den ganzen Rücken bis zur Schweifspitze entlangzog.
Die Oberseite seiner Arme und der Unterschenkel mit den Füßen hatten ebenfalls diese Farbe.
Die Ohren waren länger als die von Excidium und kleine, spitze Zähnchen ragten sichtbar aus seinem Oberkiefer.
Sein Blick wirkte traurig, als dieser über die Steppe schweifte, an einigen Stellen loderten lilane Flammen in die Höhe und verbreiteten eine Wärme, die einen eher schaudern ließ, von purer Bosheit erfüllt.
Naru erinnerte sich an die ganzen Blumen, die hier damals geblüht hatten und drehte sich seufzend um.
War er der einzige der überlebt hatte? Wo waren die anderen?
Es war alles zu schnell gegangen und seine Erinnerungen waren verschwommen, auch wenn es nun 2 Tage her war. Alles was er noch wusste, war das ein riesen Schatten über das kleine Dorf geflogen war und er kurz darauf etwas gegen den Kopf bekam, das ihn umschlug.
Als er aufwachte, waren überall nur diese Flammen um ihn herum, die sich durch die Gebäude fraßen und er war ganz alleine.
Er hatte die Umgebung abgesucht, aber von seinen Artgenossen fehlte jede Spur.
Hier konnte er nicht bleiben, aber er wusste schon wohin er konnte, jemanden der ihn helfen konnte.
Wankenden Schrittes, der immer fester wurde, ging er Richtung Süden los und hoffte das alles gut werden würde.
 

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~ Kapitel 3: Vorahnung ~

"Du riechst wie ein Haufen Köter, die gerade aus dem Wasser kommend sich in der Sommersonne trocknen", merkte ein stämmiger, auf zwei Beinen stehender Stier an.
Sein kurzes Fell war schwarz wie die Nacht, die Füße endeten in kräftigen Hufen und auf seinem Kopf wanden sich mächtige Hörner, die jeden sofort zeigten, dass man sich mit diesem Wesen besser nicht anlegte.
Seine Hände umfassten das Schwert, welches er gerade geschmiedet hatte und die Muskeln an den Oberarmen traten hervor, als er dieses schwang, um den Luftwiederstand zu prüfen.
Offensichtlich zufrieden, legte er es auf die Werkbank.
Seine Schmiede, die er selbst gebaut hatte, war beeindruckend.
Der große Ofen, die Feuerstelle neben der Werkbank, das große Wasserfass und die vielen Hämmer und der Blasebalg zum beheizen.
Es herrschte eine Hitze die Gregorn nichts auszumachen schien.
"Es ist ja auch nicht einfach, den Berg hochzukraxeln und dann noch abzubauen", erwiederte Excidium und tat das Erz in ein separates Fass.
"Davon abgesehen, dass du heute frei hast", grunzte der Schmied und schüttelte den Kopf. "Überarbeite dich nicht. Wenn du länger ausfällst gleicht die Mehrarbeit das auch nicht aus."
"Ich weiß, keine Sorge. Ich pass auf mich auf."
Gregorn nickte und schien es so hinzunehmen. "Ich habe im Moment nun genug Erz hier, um alle Aufträge abzuwickeln. Deswegen möchte ich dich um etwas bitten."
Der Sergal wurde hellhörig. Bisher war dies seine einzige Aufgabe gewesen. "Was denn?", hakte er nach.
Der Stier hielt inne und kratzte sich am Kopf, wobei man an seinem linken Unterarm hässliche vernarbte Striemen zu sehen waren, die er im Kampf mit einem Drachen erhalten hatte, den er nach einem langen und harten Kampf den Kopf abtrennen konnte. Dazu hatte er ein eigens geschmiedetes Schwert benutzt, das länger als Excidium und um einiges breiter als üblich war, eines was nur der Schmied führen konnte.
Er hatte den Körper vergraben und den Kopf mitgenommen, dieser hing nun vor der Schmiede als Mahnmal für andere, die sich mit dem Schmied anlegen wollten.
"Wie soll ich es erklären..." Er schüttelte den Kopf. "Vor vielen Jahren habe ich im Herzen des Drachenrückens eine Höhle gefunden. Ein Stein lag da drinnen, der anscheinend vom Himmel fiel und sich in den Berg gebohrt hatte. Ich nahm Proben davon mit und fand heraus, dass dieses Metall was ich daraus gewann, noch härter war als das, was ich sonst benutze. Schwerter und Messer, die daraus geschmiedet werden, verschleißen nie."
"Hast du ein Schwert hier, was daraus gefertigt wurde?", fragte Excidium ihn.
"Nein..." Gregorn schüttelte den Kopf. "Ich hatte eins, aber bald erkannte ich, dass dieser Stein mit der purem Bosheit erfüllt war. Es löste in mir Hass und andere negative Emotionen aus und deswegen legte ich es nieder. Ich konnte es nicht weiter benutzen. Was immer in diesem Stein war oder ist, es ist die Finsternis. Das Schwert an sich..."
Er schaute nach oben und seufzte. "Ich wollte es zerstören, aber nichts konnte ihm etwas anhaben. Dann wurde es gestohlen, ich habe nur Umrisse gesehen... Ich weiß nicht wer oder was es war, aber es war groß und unheimlich schnell."
Excidium verzog das Gesicht. Das hörte sich eher negativ an, aber warum sprach der Schmied das an, was war der Grund, dass Gregorn ihn dies anvertraute?
"Das Schwert hätte nie geschmiedet werden sollen. Das ist mir jetzt klar“, fuhr Gregorn fort. "Ich möchte, dass du in den Drachenrücken reist und diese Höhle suchst. Ich habe eine Karte mit den Koordinaten. Nimm ein paar Proben von dem Stein mit und bring sie mir, zerstöre aber die Höhle vorher, damit sie nie jemand findet... Es ist ein dunkler und grausiger Ort.
In letzter Zeit habe ich das Gefühl dass dies gemacht werden muss, aber ich kann hier nicht einfach weg. Darum bitte ich dich um diesen Gefallen."
Excidium nickte. "Da ich ja sonst nicht viel zu tun habe...nehme ich es an. Ich werde morgen früh gleich aufbrechen... aber danach möchte ich Urlaub haben."
"Kannst du haben. Danke das du dich dieser Aufgabe annimmst."
"Keine Ursache." Excidium nickte und lächelte leicht.
Gregorn drückte ihn die Karte in die Hand und dann verabschiedeten sie sich herzlich voneinander.


Sinnend sah Excidium in die Nacht, es gab ihn schon zu denken was da passiert war.
Warum klaute jemand ein Schwert?
Gerade dieses besondere, was seinen Träger negativ beeinflusst?
Ein Zufall war unwahrscheinlich, aber es machte auch so keinen Sinn.
Darüber nachzudenken brachte ihn auch nicht weiter. Es fiel ihm nicht ein was es bringen sollte, aber vielleicht klärte es sich irgendwann auch selbst auf.
Er schlenderte nach Hause, außer ihm war niemand unterwegs zu dieser Stunde und er kam schnell bei seiner Unterkunft an, wo er nur baden ging und sich dann ins Bett legte. Es dauerte nicht lang und er war eingeschlafen.


Tief in der Nacht schreckte er hoch und starrte blind in den dunklen Raum, sein Brustkorb hob und senkte sich angestrengt und er zitterte.
War es ein Alptraum?
Nein, eher eine Vorahnung, die ihn schaudern ließ.
Irgendetwas war im Gange, etwas war anders als sonst.
Er stand auf und starrte aus dem Fenster, das bleiche Mondlicht ließ die Konturen seines Körpers schimmern.
Excidium besann sich und versuchte zur Ruhe zu kommen, aber das Gefühl ließ ihn nicht los.
War es das gleiche, was Gregorn verspürt hatte, das er diesen Auftrag erteilen musste?
Er zog seine Hose an und nahm einen Rucksack zur Hand, in den er etwas Essen und eine Trinkflasche verstaute, sowie die Karte und schloss für einen Moment die Augen, dachte nach, tauchte in die Abgründe seiner Seele um herauszufinden, welchen Ursprung das Ganze hatte, aber er spürte dennoch nur dieses ungute Gefühl und den Drang aufzubrechen und es schnell hinter sich zu bringen.
Es wäre unklug, dieses Zeichen zu missachten und so machte er sich auf den Weg nach draußen.

Zu diesem Zeitpunkt war niemand draußen unterwegs, nur ein paar Wachen, die ihn aber eher nicht beachteten, jeder der hier wohnte durfte verfahren wie er wollte.
Es gab ja auch Nachtarbeiter hier, was aber eher selten der Fall war.
Excidium ging durch die Stadttore und drehte sich noch einmal um, der Anblick der Stadt hinterließ in ihm ein Kribbeln.
Was passierte hier?
 

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~ Kapitel 4: Das Tal der Leere ~



Excidium rannte, so schnell wie seine Beine ihn trugen, wieder Richtung Drachenrücken.
Es war ein innerer, ureigener Drang, der ihn dazu brachte, dieses Tempo beizubehalten. So erreichte er die Ausläufer in kurzer Zeit, musste dann aber innehalten und kurz verschnaufen.
Er warf einen Blick zu den von Wolken umgebenden Bergspitzen und meinte etwas Lilanes aufblitzen zu sehen, was er aber als reine Vorstellung abtat.
Jetzt würde ihn der Weg in die Eingeweide der Bergkette führen; er kramte die Karte raus und warf einen prüfenden Blick auf diese. Es würde ein weiter Fußmarsch werden, sodass er die Karte wegsteckte und dann begann den ersten Berg zu umrunden.
Der Mond gewährte ihm etwas Licht auf seiner Reise, stumm sah der funkelnde Sternenhimmel ihm zu.

Viele Stunden vergingen und ihm kam es so vor, als würde er sich kein Stück vorwärts bewegen.
Bisher war er noch nie hier gewesen, immer nur bei dem ersten der Berge, um seinen Job zu machen. Von alleine wäre er auch nie weiter gegangen.
Der Wald umgab ihn gänzlich, Bäume ragtenweit in den Himmel und wenn er hochschaute konnte er fast nicht die Berge sehen, sodass er Gefahr lief die Orientierung zu verlieren.
Zwischendurch studierte er die Karte, die zum Glück nur die Berge behandelte und so auch die Täler beschrieb, die er durchqueren musste.
Gregorn hätte diese Strecke wahrscheinlich um einiges schneller geschafft; der Stier hatte eine reichhaltige Ausdauer, wenn man bedachte, dass er einen Drachen geköpft und danach dessen, um einige Meter langen, Körper vergraben hatte, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.
Der Sergal schlug sich durch die Büsche und dachte weiter nach über das Erzählte, es ließ ihm keine Ruhe.
Der Schmied hatte augenscheinlich Angst gehabt zurückzugehen, oder irrte er sich da?
Was konnte schon mehr Angst machen als eine riesige, fliegende Eidechse, welche die ganze Umgebung in ein Aschenmeer verwandelte?
Unmerklich beschleunigte er seine Schritte und huschte durch Buschwerk, wobei er hoffte, dass er am nächsten Tag nicht voll mit Zecken war.

Mittlerweile stieg auch die morgendliche Sonne in den Himmel auf und zeigte das Tal von einer neuen Seite. Tau sammelte sich auf den Blättern im Wald und reflektierte das Sonnenlicht wie ein funkelnder Diamant.
Excidium konnte zwar in der Nacht fast so klar sehen wie am Tag, hielt aber trotzdem inne, um die Natur zu bestaunen.
Auch sein Fell war von leichtem Raureif bedeckt und so war er auch ein kleiner Diamant inmitten dieser Schönheit.
Er schmunzelte, ob der Gedanken und setzte seinen Weg fort, bis er die Einmündung ins nächste Tal fand.
Ein kleiner Fluss schlängelte sich durch die Gegend und plätscherte vor sich hin, es hörte sich an als würden Wasserwesen leise und verzückt ein Lied singen.
Einige Rehe standen am Rand und schienen ihm keine Beachtung zu schenken, während sie tranken.
Bisher war die Reise recht ereignislos verlaufen, aber wie lange das noch so verblieb, konnte Excidium nicht sagen, sein ungutes Gefühl steigerte sich mit jeder vergangenen Stunde weiter, je mehr er sich dem Ziel näherte.
Ein Blick auf die Karte verriet, dass er nach diesem Tal nur noch eins durchqueren musste und danach würde an einem Bergeinschnitt die Höhle zu finden sein.

Ein Brüllen aus weiter Ferne ließ ihn zurückschrecken, es hallte durch das ganze Tal und wurde von den Bergen zurückgeworfen.
Welches Wesen konnte so einen schrecklichen Laut erzeugen?
Excidium lief, nein rannte weiter und blieb dann stehen, als er durch einen Spalte in den dichten Bäumen zum Himmel hinaufschauen konnte.
Das einzige was er erkannte, war der größte Berg von allen, der durch die Wolkendecke reichte; gleichzeitig glommen Blitze auf.
War das doch nur das Grollen des Donners gewesen?
Unsicher schaute er hoch, entschloss sich dann aber weiterzugehen. Wenn das Unwetter da oben tobte, würde es auch bald hier unten seine Wirkung zeigen.
Tatsächlich spürte er wenig später auch die Regentropfen sein Fell herunterrinnen, die Sonne verschwand nun hinter dieser geballten Naturkraft.
"Das hatte mir noch gefehlt...", brummte der Sergal und beschleunigte seine Schritte, wobei er darauf achtete unter dem Blätterwerk zu bleiben, eine Erkältung hier in den Bergen konnte einen umbringen.
Als der Regen immer heftiger wurde und auch das starke Blattwerk diesem nicht mehr standhielt, lief er zum nahen Berg hin und lief weiter, bis er eine kleine Höhle fand, in der er sich einrollen konnte.
Nach kurzer Zeit fiel er in einen traumlosen Schlaf, aus dem ihn nicht einmal mehr der prasselnde Regen wecken konnte.


Als Excidium erwachte, war es draußen trocken, nur der Boden war noch etwas nass.
Ein Blick zur Sonne verriet ihm, dass er bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen hatte. Es war ein großer Zeitverlust, den er nicht so leicht verschmerzen konnte, aber durch seine neu aufgetankten Energien konnte er nun auch wieder schnell rennen.
So dauerte es nicht lange, bis er auch das Ende von diesem Tal erreichte, aber als er das nächste sah, stockte er.
Die anderen waren so voller Leben und grün gewesen, dass es schien, als würde er in eine andere Welt kommen.
Das Gras aus diesen Tal reichte noch etwas weiter, wich dann aber langsam aber sicher einem ausgetrockneten, rissigen Boden, aus dem spärlich braune Grashalme hervorschauten.
Schwarzer Rauch stieg aus einigen offenen Kluften und eine Aura des Bösen umgab diesen Ort.
Die Berge an der Seite schienen relativ unangetastet, der an der rechten Seite war sogar der größte des Drachenrückens, aber der am Ende des Tals, wo vermutlich die Höhle lag, wirkte gedrungen und krankhaft, als würde ihm etwas das Leben aussaugen...was bei einem Berg eigentlich unmöglich war.
Die Umgebung war lebensfeindlich, aber da seit vielen Jahren keiner mehr in den Drachenrücken vorgedrungen war, hatte natürlich niemand das gemerkt.
Gregorn hatte es auch nie erwähnt, also war zu dem Zeitpunkt noch alles normal gewesen? Er musste mit ihm reden, wenn er zurück war.
Excidium setzte sich hin und aß etwas, bevor er den Mut fand weiter zu gehen.
Sein eigener Urinstinkt drängte ihn mit aller Macht dazu umzukehren, aber er hatte es versprochen und so überwand er sich und ging weiter.
Sein ganzer Körper kribbelte und durch die Rauchschwaden musste er oft husten und konnte durch die Reizung seiner Augen fast nichts sehen, während sein Körper von einer leichten, schwarzen Schicht bedeckt wurde, die er sich dann und wann runterstrich.
Zu seinem Glück war das Tal relativ klein und er konnte es in zwei Stunden durchqueren, wobei ihm der stete Rauch oft behinderte.
In der Mitte des Tals lag der riesige Kadaver eines Drachen, der nicht zu verwesen schien, obwohl man an den Schuppen erkennen konnte, dass er da schon länger lag. Die Seite des Körpers war von riesigen Krallen aufgeschlitzt worden und er schien an den Wunden gestorben zu sein. Die blauen Schuppen des Wesens waren fast schwarz durch die ganzen Partikel des Rauchs, die auf ihn regneten.
Excidium stimmte es traurig zu sehen, dass ein gewaltiges Wesen so einen Tod fand und nun hier lag in dieser Einöde.
Dann erreichte er den Berg, die Höhle war nicht zu übersehen, obwohl es weniger eine Höhle war sondern etwas, was in den Berg geschlagen war, eben dieser Meteorit den Gregorn erwähnt hatte.
Die Aura des Bösen schien hier noch dichter und es stellte sich ihm die Haare auf, als er das sah, dort musste er rein.
Mit einem Seufzer kraxelte er einige Meter hoch, bis er sich am Eingang hochziehen konnte, blieb kurz stehen, um dann mit einem Hauch der Entschlossenheit hineinzugehen.
 

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~ Kapitel 5: Spuren im Sand ~​



Das Einschlagsloch, in dem er sich befand, war riesig. Der Stein hatte sich regelrecht durch den Berg gebohrt.
Excidium konnte fast nicht atmen, es schien als wäre die Luft geschwängert mit der Finsternis, die ihn umgab.
Er begann den den Gang entlangzustoplern, wobei ihm das Atmen schwerfiel. Etwas in der Luft setzte sich in seinem Hals als schwarzer Schleim fest, den er oft aushustete, wodurch er kurzfristig wieder freier atmen konnte.
Bald hing er förmlich an der Wand und hielt sich fest um nicht hinzufallen, es war furchtbar anstrengend auch nur einen seiner Muskeln zu bewegen.
Dann- eine unbedachte Bewegung, ein Ausrutscher - fiel er nach vorne, drehte sich einmal und kullerte dann etwas den abfallenden Gang entlang, wo er sich an einem Stein das Knie aufschlug und die Zähne fest zusammenbiss, um nicht aufzustöhnen.
Mit sichtlicher Mühe stemmte er sich auf und starrte nach vorne, er war am Ziel angelangt.
Dort lag ein schwarzer Stein, nur halb so groß wie der Einschlag um ihn herum.
Seltsame Adern gingen von ihm aus und gruben sich in die Eingeweide des Berges, um ihn zu vergiften.
Zum Glück hatte er sein Messer mitgenommen und so trennte er die Adern durch, die nicht aus Stein bestanden, sondern irgendeinem eigenartigen, halb flüssigen Stoff, der beim Durchtrennen austrat und den Boden benetzte.
Sorgsam passte er darauf auf, dass ihn nichts berührte, schlug mehrere große Stücke von dem Stein ab und packte diese in seinen Rucksack, um sie später dem Schmied zu geben.
Für den Rest des Steines musste er sich was einfallen lassen und sah konzentriert drein.
Grade als ihm etwas einfiel, begann der Boden zu wackeln und Steine rieselten von der Decke.
"Verdammt, was ist das?"
So schnell es ihm sein Knie erlaubte, rannte er nach draußen, wo er die zwei Meter Abstand zum Boden vergaß und dann mit einem dumpfen Knall auf dem Boden landete.
Ächzend schnappte er nach Luft und schaute eher zufällig nach oben.
Sofort erschrak er und versuchte sich klein zu machen, was dank des ganzen Drecks und Staubs nicht schwer war.
Über ihm schwebte ein großer Vogel, der lediglich aus lilanen Flammen zu bestehen schien. Man erkannte sonst nur rot glimmende Augen und einen Schnabel der aus Materie zu bestehen schien, während der Rest des Körpers nur pures Feuer war.
Er kreischte einmal in einem so hohen Ton auf, dass es Excidium fast das Trommelfell zerriss und er sich die Pfoten auf die Ohren drücken musste.
Als das Biest sich dem Boden näherte, stieg die Temperatur ins unermessliche. Dann hielt es kurz inne und schrumpfte in sich zusammen, stieß schnell in die Höhle und kam genau so schnell mit dem Rest des Steines im Schnabel wieder raus.
Der Vogel wurde wieder größer, zog seine Kreise am Himmel und stieß dann zu dem blauen Drachen herunter, der am Boden lag, wobei es so schien als würde er den Stein in die Wunde packen.
Aus der Entfernung bekam Excidium nicht viel mit, aber als sich die Erde mit heftiger Intensität bewegte, hielt er sich an Steinen fest.
Die Höhle über ihn stürzte in sich zusammen, aber er hatte das Glück das nichts weiter runterfiel außer Staub und Dreck, trotzdem packte ihn die blanke Angst angesichts der Geschehnisse.
Die Rauchschwaben überall verdichteten sich und schienen zu dem Stein zu quellen, selbst die Partikel auf und in Excidiums Körper strebten zu dem Ziel rüber.
Der Vogel stob hoch, während der Stein alles in sich aufnahm. Als er fertig war, verschloss sich die Wunde am Drachen und der Körper verschmolz mit dem Stein.
Schwarze Ranken überzogen den Körper des Drachens und bohrten sich durch die Schuppen ins Innere. Die zerrissenen Flügelhaut löste sich auf und wurde ebenfalls durch die schwarze Substanz abgelöst, die sich dazwischen spannte.
Es sah einfach furchterregend aus, aber noch schlimmer wurde es, als das Ding sich zu regen begann.
Erst zuckte ein Flügel, sodass Excidium dachte es wäre nur ein Windstoß, doch dann bebte der ganze Körper und erhob sich, streckte die Flügel in den Himmel und grollte.
An einigen Stellen, wo die Ranken waren, schimmerte das bloße Fleisch durch, die Augen wirkten leer und ein Gestank der Verwesung umgab ihn.
Excidium schlug sich die Hände auf die Nase und keuchte, in seinem Magen grummelte es, als ihm schlecht davon wurde.

Der Drache stieß sich vom Boden ab, taumelte in der Luft und schraubte sich dann nach und nach höher.
Die unheimlichen Ranken zogen sich enger um ihn und bedeckten wie ein Netz die blauen, dumpfen Schuppen.
Der Vogel kreiste weiter oben und sah wachsam nach unten, beobachtete den Drachen genau, jede seiner kleinsten Bewegungen.
Dieser brüllte ein weiteres Mal und schlug dann den Schweif, dessen Ende mit einem Haufen Dornen gespickt war, gegen den größten Berg, der stark bebte, worauf sich viele kleinere Felsbrocken lösten und zu Boden fielen.
Zwei, dreimal wiederholte er das ganze und brüllte die ganze Zeit, bis der Vogel genug hatte und zu ihm herunterstob, sich um ein vielfaches vergrößerte und den Hals des Drachen in seinem Schnabel packte, um in einem steilen Aufstiegsflug in den Himmel zu entschwinden.
Dabei wurde der ganze Staub am Boden durch die Flügelschläge in die Luft gewirbelt und Excidium konnte kaum noch etwas sehen.
Er lag da und keuchte leise, sein ganzer Körper tat weh, als hätte der Drache seinen Schweif auf ihn niedersausen lassen.
Der ganze Körper schien steif und bewegungsunfähig, mit aller Mühe schaffte er es vorwärts zu kriechen.
Zum Glück waren die schwarzen Schwaden weg und der Staub legte sich langsam, aber viel verbesserte sich nicht an seiner Situation.
Er robbte von dem Berg weg, der jeden Moment einzustürzen drohte. Seit der Stein weg war, durchzogen ihn immer wieder neue Risse und er verlor seine Stabilität.
Der andere Berg, welcher der Zerstörungskraft des Drachen hatte standhalten müssen, stand genau so fest wie vorher, aber eine Seite war fast komplett weggebrochen.
Inmitten den Steinen lag etwas...rotes.
Angestrengt starrte Excidium dorthin, aber er konnte nichts genaueres erkennen.
Einfach nur ein roter, kleiner Haufen, der sich nicht regte.
Er war zwar fertig, aber mit seiner scheinbar letzten Kraft raffte er sich auf, stand auf wackeligen Beinen und zischte, als sein Knie schmerzhaft protestierte.
Mehr humpelnd als gehend kam er in einem langsamen Tempo vorwärts und näherte sich dem Haufen.
Seine Hose konnte er auch wegschmeißen, die hing in Fetzen an ihm runter und man konnte fast gar nicht mehr erkennen, was es ursprünglich mal war.
Die ganzen kleineren Felsbrocken bohrten sich zusätzlich in seinen Fuß, was ihm noch mehr Schmerzen bereitete.
Als er näher kam, erkannte er was da tatsächlich vor ihm lag - es war ein Drache!
Aber etwas war komisch, denn er hatte keine Flügel, etwas von dem er noch nie gehört hatte.

Der Drache vor ihm hatte rote, glänzende Schuppen, lange Ohren, riesige Hörner, die sich nach hinten bogen und einen Stachelkamm am Kopf und am Schweif, sonst war der der Hals sowie der Rücken komplett frei.
Faszinierend war auch das Schweifende, an dem eine kleine Flamme loderte
An dem Hals, den Beinen und den Körper hatte er zusätzlich noch gelbe Streifen wie ein Tiger, unter den Augen waren es kleinere Punkte in der Farbe.
Excidium sank neben ihn zusammen, als ihn die Kraft verließ.
Ob es noch lebte, oder nicht konnte er nicht erkennen, obwohl auch so ein Wesen einen Sturz aus dieser Höhe nicht überleben konnte.
Er seufzte und schloss die Augen.
Die Welt drückte schwer auf ihn und er fühlte sich wie erschlagen, er war zu schwach....und sank in Ohnmacht.
 

Rogue

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~ Kapitel 6: Kazairl ~


Als Excidium aufwachte, starrte er nach oben und sah nur grün.
Grün?
Er besann, sich indem er den Kopf schüttelte und blinzelte mehrmals bis er erkannte, dass über ihm alles voll mit Blätter war.
Halb richtete er sich auf und spürte immer noch Schmerzen in seinen Körper, die aber zum Glück weniger geworden waren.
Er schaute zur Seite und erkannte die Einmündung zum Tal, wo er vorher gelegen hatte. Der instabile Berg war ganz in sich zusammen gesunken und überall verteilt lagen Steinbrocken herum.
Wie war er hierher gekommen?
Hektisch sah er sich um und erblickte dann den Drachen, der weiter weg lag und schlummerte.
Sein Körper war an einigen Stellen blutig, aber sonst hatte er es anscheinend unbeschadet überstanden und konnte so in Ruhe schlafen.
Anscheinend hatte er ihn gerettet, aber wieso konnte Excidium nicht sagen und so schaute er nur zu dem Drachen, der anscheinend kein Feind war.
Es wäre unhöflich gewesen, einfach loszugehen, aber er war eh noch zu kaputt, als das er groß etwas machen konnte und legte sich wieder mit einem Seufzer ins Gras.
Das Geschehene musste er erst einmal verarbeiten, dieser riesige Vogel und das was mit dem Stein passierte, wie er Besitz von dem Drachen nahm und den toten Körper entweihte, indem er ihn für seine Zwecke nutzte.
Zum Glück hatte er noch seine Tasche dabei, die wie durch ein Wunder fast unbeschädigt war.
Die Teilstücke des Steines lagen noch drin, anscheinend hatte der Stein sie sich nicht zurück geholt und so konnte er doch noch sein Ziel erfüllen.
Aber es war eine unaufhaltsame Kette der Ereignisse ins Rollen gekommen... was für Ausmaße das annehmen würde stand noch in den Sternen.
Er seufzte und stand auf, dabei protestierten zwar seine Muskeln aber er schaffte es trotzdem.
"Auch wach?", grollte eine Stimme und erschrocken drehte er sich um.
Der Drache saß da und blinzelte ihn müde an, dann riss er das Maul weit auf und gähnte, was von einer kleinen Stichflamme begleitet wurde.
"J...jap", antwortete Excidium mit etwas Ehrfurcht.
Der Drache wirkte zwar klein, nicht länger als 4 Meter, aber dennoch hatte er etwas atemberaubendes an sich, als er auf ihn zuging.
"Ich bin Kazairl, ein Feuerdrache", stellte er sich vor und reichte ihm eine Pfote, die der Sergal nahm und kurz schüttelte.
"Ich heiße Excidium, meines Zeichens bin ich Sergal."
"Ah ein Sergal! Bisher habe ich dort oben gewohnt." Er nickte zu der Spitze des höchsten Berges. "Aber nun bin ich hier unten. Ich hatte grade Streit mit meinem Bruder, als der Boden wackelte und an meiner Stelle wegbrach. Mit etwas Glück wurde ich bei meinem Sturz oft ausgebremst und so war der Aufschlag doch nicht ganz schmerzhaft. Aber da ich nicht fliegen kann... ich werde wohl nie wieder hoch kommen." Er reckte den Hals und seufzte.
Excidium wusste nicht was er sagen sollte, er wollte dem Geschöpf auch nicht zu nahe treten.
"Habt ihr denn keine Flügel?"
"Normalerweise; alle aus meiner Familie haben Flügel, selbst die Drachen die viel kleiner sind und auf zwei Beinen stehen. Ich kam ohne auf die Welt." Er zuckte mit den Schultern. "Hier ist es wahrscheinlich besser, weil die da oben immer angeben mit ihren Flugkünsten. Es ist zum verrückt werden...ich wäre da eh nicht glücklich geworden."
Kazairl stellte sich neben ihn und lag sich hin. "Steig auf!" grinste er nur, als wäre alles vorige vergessen.
"Uhm...okay..." Unsicher folgte Excidium und setzte sich auf seinen Rücken, der Drache stieg auf und Excidium hielt sich an dem Hals fest, bis er merkte dass die gewundenden Hörner sich dafür etwas besser eigneten.
"Lass uns mal weg hier, das ist viel zu langweilig und öde...wo wohnst du?", meinte der Drache, woraufhin Excidium ihn halbwegs so gut er konnte den Weg beschrieb, aber anscheinend reichte es dem Feuerdrachen der zielsicher lossprintete.
Was er an Flügelmuskeln nicht hatte, machten seine Beine wett. Sie waren trainiert und er rannte schneller als jedes Lebewesen, das der Sergal je gesehen hatte.
Mit einem freudigen Jauchzen genoss der Feuerdrache die frische Luft hier und stob ohne Probleme durch das Buschwerk, die harten Schuppen seiner Rasse wurden nicht mal im geringsten angekratzt.
Excidium musste sich etwas zusammenreißen, er hatte schon etwas Angst, besonders bei diesem Tempo das Kazairl hinlegte. Er hätte gerne noch etwas geschlafen, da er immer noch ziemlich erschöpft war, aber bei diesem Ruckeln war es fast unmöglich, auch nur an Ruhe zu denken.

Es dauerte mehrere Stunden, bis Kazairl endlich anhielt und erschöpft keuchte.
Er trat an einen Fluss und trank etwas, um sich zu erfrischen, während Excidium schaute wo sie waren.
Anscheinend waren sie im ersten Tal, das Excdium betreten hatte, so musste er nicht mehr viel nach Hause laufen.
Aber den Feuerdrachen konnte er schlecht mitnehmen, es würde vermutlich eine Panik auslösen wenn dieser plötzlich vor den Toren stand und reinkommen wollte.
"Wo wohnst du denn?", fragte Kazairl, als hätte er seine Gedanken erahnt.
"In einer Arbeiterstadt, nicht weit von hier. Von dort sieht man den Drachenrücken ganz gut."
"Ah die. Ich kenne die Stadt, die kann man auch von uns aus ganz gut sehen. Wir dürfen da nicht hin, weil es die Bewohnern sonst zu sehr erschrecken könnte. Aber ich bring dich in die Nähe, wenn du versprichst, mich mal zu besuchen."
Excidium lachte. "Das mach ich doch gerne, Gesellschaft ist immer gut, alleine sein eher nicht."
"Das stimmt allerdings."
Sein neuer Freund brachte ihn bis zum Rand des Tals und umrundete den Berg, wo er sonst immer arbeitete.
"Ich bleibe im ersten Tal und verstecke mich, du musst nur rufen. Ich habe gute Ohren und werde dich ohne Probleme hören können", sagte der Drache und stubste ihn sachte gegen die Seite, bevor er sich umdrehte und ohne ein weiteres Wort verschwand.
Der Sergal sah ihm hinterher, um sich dann ebenfalls auf den Rückweg zu machen.
Heute Abend brauchte er erst mal einen freien Kopf um alles zu verarbeiten, es fühlte sich an als würde er platzen ob der ganzen Informationen.
Mit Gregorn musste er ebenfalls über die Ereignisse sprechen, vielleicht wusste der Schmied ja irgendetwas, nur unsicher war er sich, ob er Kazairl erwähnen sollte.

Als er in Gedanken versunken so langging, merkte er gar nicht den Schatten, der plötzlich auftauchte und stieß dagegen, wobei er recht schmerzhaft auf sein Hinterteil fiel.
"Was zum...", setzte er an, erkannte dann aber was da lag - ein Artgenosse!
Er kannte diesen Sergal sogar, er hieß Naru und stammte ursprünglich aus der gleichen Gegend wie er, aber was hatte ihn hierher verschlagen?
Naru schien ausgezehrt und erschöpft und so machte Excidium kein langes Federlesen und nahm ihn hoch, was auch ihm ziemlich schmerzte, da seine Wunden nicht gerade verheilt waren, aber hatte er sonst eine Wahl?
Er sah Naru genau an, aber dieser schien nur ohnmächtig geworden, aber er war noch in der Gefahr zu dehydrieren, weshalb er schnell Versorgung brauchte.

So schnell seine Beine ihn trugen, brachte Excidium ihn zur Stadt und rannte sofort zur Krankenstation im ersten Ring, dort arbeiteten einige Ärzte, allen voraus eine grüne Schlange und einige Krankenschwestern, die vorwiegend aus Katzen bestanden.
Sie konnten ihm versichern dass Naru sich komplett erholen würde, aber noch über Nacht zur Beobachtung dableiben sollte.
Beruhigt machte er sich auf den Weg zu dem Schmied, dort wollte er erst einmal Antworten haben, bevor er am nächsten Morgen als allererstes Naru ausfragen würde.
Was war los in dieser Welt? So viele Geschehnisse, ob sie einen Zusammenhang hatten? Oder einfach wirr entstanden?
 

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~ Kapitel 7: im Licht der Sterne ~



Gregorns Gesicht verfinsterte sich, als Excdium mit der Erzählung der Ereignisse fertig war, wobei der Sergal aber Kazairl ausgelassen hatte und hoffte der Schmied würde ihm auch so seine schnelle Rückreise abkaufen, aber das kümmerte den wohl am wenigsten.
„Die Welt kippt. Es sind im Moment einige Gerüchte im Umlauf... Sichtungen eines Vogels aus Flammen, eine Barriere die sich plötzlich undurchdringbar um die Eiswüste gebaut hat. Das kam erst einen Tag nach deiner Abreise durch einen Falken hierher. Aber deine Geschichte bestätigt das nur alles. Wegen der Barriere... gut das sei dahingestellt, aber wer sollte so etwas erfinden?"
Unruhig ging er im Kreis herum, während die Steine schwach leuchtend auf den Tisch lagen.
"Ein toter Drache, wiederbelebt aus den Meteoriten... das sind schreckliche Neuigkeiten. Dieser Vogel und das Wesen... beides Geschöpfe aus der tiefsten Finsternis geboren. Ich werde die Steine die du retten konntest verarbeiten. Vielleicht bringt es ja was. Wir können jetzt nichts tun als abwarten, auch wenn es schwer ist. Hör erst mal was dein Freund zu sagen hat und dann sehen wir weiter. Besuche mich bitte in zwei Tagen nochmal."

2 Tage?
Viel zu viel Zeit die verstrich. Andererseits konnte er sich dann an Naru wenden und schauen was dort los war.
Es war früher Abend als Excidium vor de Schmiede stand, viel Treiben umgab ihn und geschäftig huschten die Tiere umher.
Er fühlte sich nicht dazugehörend, die letzten Tage hatten etwas in ihm zerbrochen.
Dies hier schien fern, fern aller Realität - normal Arbeiten gehen, ein sorgenloses Leben führen.
Orientierungslos stand er da, erst nach einer schieren Ewigkeit schien er sich vom Fleck bewegen zu können.
Er schleppte sich zu seiner Wohnung hin. Antriebslos schloss er die Tür auf und ging hinein, zog diese wieder zu und stand kurz da. Die Tasche ließ er fallen, ging dann langsam rüber zum Badezimmer und ließ sich in den Waschzuber sinken um dann den Zufluss für das Wasser zu öffnen, welches nach kurzer Zeit mit einer Menge Geblubber hervorschoss und sein dreckiges Fell einweichte.
Excidium seufzte leicht und starrte an die Decke, er wusste selbst nicht was mit ihm los war.
Er musste wieder runterkommen und nach vorne schauen, eine andere Wahl hatte er nicht, wenn er nicht die ganze Zeit so sein wollte.
Anscheinend war eine Welle der Ereignisse losgetreten worden die gigantische Ausmaße anzunehmen schien, aber was hatte diese Barriere mit all dem zu tun?
Er konnte sich nicht viel darunter vorstellen, anscheinend musste man soetwas selber sehen um es ansatzweise zu verstehen.
Das Problem dabei war, dass die Eiswüste am anderen Ende des Kontinents lag und es lange dauern würde, da es noch ein ganzes Stück hinter den beiden größten Städten des Landes lag, Greven sowie Eragan.
In letzterer war er bisher einmal gewesen, es war eine große, gewaltige Stadt mit großen Stadtmauern.
Es war schon so lange her, dass er sich kaum dran erinnerte, er wusste nur das ein Fürst sie verwaltete wie es auch bei den anderen beiden Städten der Fall war.
Excidium griff nach dem Waschlappen und schrubbte sich sorgfältig den ganzen Dreck aus dem Fell.
Dabei versuchte er an etwas anderes zu denken. Naru galt in diesem Moment seine Hauptsorge.
Der Sergal war sehr friedfertig und hatte ein ausgeglichenes Gemüt, er kam mit jedem klar, also was war mit ihm passiert?
Mit einem leichten Seufzer ließ er das Wasser ab und stand auf, trocknete sich ab, um dann wieder zurück zu gehen und sich auf das Bett zu legen.
Er versuchte zu schlafen, war aber zu unruhig, gleichzeitig wirbelten seine Gedanken umher und er schaffte es so unmöglich einzuschlafen.
Bereits nach kurzer Zeit stand er wieder auf, hielt kurz inne und rannte dann fluchtartig nach draußen, seine Muskeln schienen zum Zerreißen gespannt und er atmete mehr als hektisch.
Er rannte, rannte immer weiter und hielt nicht einmal inne. Erst als er an der Krankenstation war, lehnte er sich gegen die Wand und keuchte stoßartig, sein Herz hämmerte förmlich gegen seine Brust und eine unbändige Angst erfüllte seinen ganzen Körper.
Excidium war nun unfähig sich auch nur ein Fingerbreit zu rühren und schloss die Augen.
Panik und Angst beherrschten ihn nun. Jetzt wo er ganz alleine war, fühlte er sich einsam und angreifbar.
Es brauchte etwas, aber nach einer Weile verlangsamte sich sein Herzschlag und er wurde etwas ruhiger, wenngleich das Zittern nicht ganz aufhörte.
Er legte den Kopf in den Nacken und seufzte leise, gab sich einen Ruck und setzte dann den Fuß nach vorne bis er es schaffte, sich aus seiner Starre zu befreien.
"Verdammt!" Excidium schlug gegen die Wand und keuchte als der Schmerz ihn durchzuckte, aber sonst ließ er sich nichts anmerken und ging zum Eingang des Krankenlagers rüber.
"Ich darf Naru nicht noch mehr beunruhigen... es passt auch nicht zu mir so ängstlich zu sein... er würde sich total Sorgen machen."
Auch wenn es schon spät war, hatte das Krankenlager immer noch geöffnet, damit man zu jeder Zeit einen Krankenbesuch abhalten und sehen konnte, wie es seinen Freunden ging.
Es war auch noch nie passiert, dass jemand einen Kranken angegriffen hatte, warum sollte jemand auch so etwas tun?
Excidium trat ein und sah sich um. Als eine Katzenkrankenschwester an ihm vorbeihuschte, fragte er schnell nach dem Weg und bedankte sich für die Auskunft.

Naru lag im Ostflügel in einem Zimmer mit drei Betten, war jedoch der einzige Patient. Er schlief tief und fest, sein Fell war wieder sauber und gepflegt. Anscheinend hatte er gebadet und war danach zum Ausruhen ins Bett gebracht wurden.
Excidium strich Naru die Haare aus dem Gesicht und setzte sich dann neben sein Bett, um aus dem Fenster zu schauen. Das sanfte Mondlicht kitzelte seine Nase etwas und er musste aufpassen nicht zu niesen, er wollte Naru ja nicht unnötig wecken.
Er sah kurz zu Naru rüber, seufzte kurz und schloss dann die Augen.
Kurz danach nickte er schon ein und schlief seelenruhig die ganze Nacht durch.

Am nächsten Morgen schreckte er förmlich aus dem Schlaf und schüttelte den Kopf, bis er merkte das über ihm eine Decke gelegt worden war, vermutlich von einer der Krankenschwestern.
Excidium stand auf und legte die Decke sorgsam zusammen auf einen Stuhl, dann schaute er zu Naru rüber.
Dieser lag der Länge nach quer über dem Bett und schnarchte leise vor sich hin, er sah nun viel besser aus.
Anscheinend hatte ihm nur viel Schlaf gefehlt, er war einfach erschöpft gewesen.
Excidium musste dabei irgendwie lachen, es erinnerte ihn an früher.
 

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