Erster Schnee

Winterkitsune

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19 Jan 2009
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Hier mal eine kleine Geschichte, welche aus einem ICQ-Gespräch heraus entstanden ist.
Falls das jemand ganz lesen sollte, ich wäre froh über etwas konstruktive Kritik ;) Egal ob hier oder per PM


Erster Schnee


Willkommen in der einzigen Irrenanstalt des Staats Furbasia. Hier findet sich ein Haufen verrückte, verwirrte oder gelangweilte Furries aus der ganzen Internetzwelt zusammen. Manche munkeln, dass irgend ein größenwahnsinniger Psychiater mit Weltherrschaftsplänen dahinter steckt, andere vermuten dass dies nur ein Ort ist, an dem hemmungslos mit Flammenwerfern oder Frühstücksfleisch um sich geworfen wird. Was wirklich dahinter steckt steht in den Sternen... oder in der Agenda, welche für die Irrenanstalt erstellt wurde.
Doch dies ist nicht, wovon hier berichtet werden soll, doch lest es selbst...

Es war einer dieser Tage, an denen man am liebsten in seiner Gummizelle liegen bleiben möchte, doch natürlich kam es anders... ganz anders...
Ich bin Ian Rogers, ein rotes Riesenkängaruh und bin seit nunmehr etwas mehr als einem halben Jahr in Furbasia ansässig. Warum ich hier bin und was ich hier will... nun das kann ein interessierter Leser in meiner Bewerbung finden, ich gerade etwas zu faul selbst nach zu sehen. Aber genug von mir, weiter im Text.

Es begann eigentlich wie jeden Morgen hier in der Irrenanstalt. Das Frühstück in der Kantine mit Brötchen und Tee, dann raus in die Raucherhalle, wo ich mich den wenigen anschloss, die hier ihr 'zweites Frühstück' einnahmen. Viele Raucher waren wir zwar nicht, doch sprang mir einer förmlich ins Auge, um genau zu sein sprang mich einer davon um und rollte mich durch die Halle. Überrascht quiekte ich auf und stieß das hibbelige Fellbündel von mir, jetzt konnte ich auch sehen wer es war.
„Winterkitsune?? Was hast du denn auf einmal, dass du so übertrieben wild hier rumrennst?“ Der Schneeleopardmischling grinste mich nur über beide Ohren an und zog mich wieder auf die Pfoten.
„Komm, komm, komm!!!“ Fast schon hyperaktiv wie ein Waschbär auf Kaffee zog er mich zurück in meine Gummizelle, wo ich mir dann endlich in Ruhe eine Zigarette rauchen konnte.
„Und jetzt mal in aller Ruhe, was hast du denn?“ Er schien noch immer meine Frage zu ignorieren, dafür wühlte er in meinem Kleiderschrank herum und warf nach und nach die Wintersachen heraus, welche hier jeder Insasse zu Beginn bekommt, gleich mit der feuersicheren Unterwäsche.
„Es hat geschneit!!!“ bekam ich schließlich als Antwort und ehe ich mich versehen konnte, packte mich Winterkitsune dick ein, auch wenn er mir die Daunenjacke mit dem Reißverschluss nach hinten anzog... Naja.... nicht sonderlich ungewöhnlich hier, scheint wohl ein Reflex gewesen zu sein. Der Schal, den er mir noch umwickelte, war allerdings etwas zu eng.

„Schön, dass es geschneit hat... Dir ist schon bewusst, dass ich Schnee hasse? Das weißt du doch, oder?“ Fast schon schuldbewusst ließ der Miezefuchs den Kopf hängen, nur um mich wieder anzugrinsen, hätte er noch breiter gegrinst, wäre der obere Teil seines Kopfes abgefallen.
„Weiß ich, weiß ich, aber egal.“ Noch ehe ich etwas darauf erwidern konnte, packte er mich an der Rute und zog mich durch die halbe Irrenanstalt. Ich habe mich nach Leibeskräften gewehrt, die Wärter angefleht, doch es half alles nichts und schnell hatten wir die letzte Tür vor dem Hof erreicht. So gut ich konnte stemmte ich meine Hinterläufe gegen den Türrahmen und es hielt ihn auf, auch wenn er kräftig an meiner Rute zog.
„Lass! Mich! Los!!“ schrie ich laut, doch dieser Fellball kicherte nur, kam näher und packte mich einfach an den Hinterläufen und zog mich raus.
Als wir im Hof waren, schlug mir eine Kältewelle entgegen, wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe, es fühlte sich an, als ob mein ganzer Körper taub sei und hastig sprang ich auf und rieb meine Vorderpfoten aneinander um wieder ein Gefühl zu bekommen, während ich auf der Stelle trat, dieser verdammenswerte Schnee war auch echt überall, er hatte selbst die Eingangstür verschwinden lassen!

„Was bei allem was mir grade einfällt hast du dir dabei gedacht!?“ Und schon wieder bekam ich keine richtige Antwort, dieser Winterkitsune ist echt schlimm manchmal, stattdessen 'antwortete' er mit einem Schneeball, welcher mich auf die Brust traf. Zusammenzuckend knurrte ich ihn an, doch er streckte mir die Zunge raus und ich sah das erste Mal, was er eigentlich an hatte... Bei allem was mir gerade in den Sinn kommt, er hatte wirklich nur diese kurze Armeehose an!
„Ach komm schon, lach doch mal, bist doch sonst nicht so ein Miesepeter. Entspann dich und genieß' es doch einfach.“ Er schien sich wirklich nicht an der Kälte zu stören, was für ein verrücktes Vieh. Entspannt, fast schon die Kälte genießend kam er auf mich zugetappst und strich mir die Flocken von der Jacke und grinste noch immer vergnügt vor sich hin.

„Rauch dir eine, das entspannt immer.“ Frech dreist fischte er meine Zigarettenschachtel aus der Tasche, steckte sich und auch mir einen Glimmstängel in die Schnauze und zündete sie an. Die Arme eng um mich schlingend murrte ich nur vor mich hin und suchte mir den nächsten Baum um mich dagegen zu lehnen.
„Sag, wie soll ich mich hier entspannen? Schon vergessen,“ ich winkte fragend zu ihm rüber, „dass ich aus dem australischen Busch komme? Wir haben keinen Schnee!“ Mit den Schultern zuckend streckte mir dieser Frechfuchs wieder die Zunge raus und tobte durch den Schnee, rollte sich hin und her, während ich das ganze nur verwundert beobachtete. „Dir geht’s grad echt zu gut, oder?“ kopfschüttelnd schaute ich ihm weiterhin bei seinem Spieltrieb zu.
„Klar, endlich mal ein wenig Schnee, warum sollte es mir da schlecht gehen, olla Spaßkiller...“ murrte er mir ungehalten entgegen, nur um dann wieder zu grinsen. Ob das angetackert ist? Ich weiß es nicht. „Hilfst du mir bitte mal? Ich will einen Schneefussel bauen und alleine ist das langweilig.“ Katzen... sie haben diesen Blick... große, plüschige Augen... Und er hatte diesen Blick jetzt auch...

Doch nun war ich an der Reihe mit dem breiten Grinsen. „Vergiss es... ich geh jetzt wieder rein, hier draußen friert man sich noch die Rute ab.“ Sichtlich enttäuscht ließ ich den Schneeleoparden hinter mir und ging zurück zum Eingang. „Mist!“ fluchte ich laut und drehte mich wieder um, wo Winterkitsune im Schneidersitz hockte und mir noch immer diesen Blick zuwarf, leise dabei fiepte. Nur die Zigarette, an welcher er immer wieder zog machte dieses fast schon niedliche Bild kaputt.
„Wenn du mir mit der Tür hilfst, helfe ich dir auch mit deinem Schneefussel, was auch immer das sein soll.“
Mit einem vergnügten Maunzen sprang er dann wieder auf und stürmte auf mich zu. „Was... hast du vor?“ wollte ich ihn eigentlich noch fragen, doch es war schon zu spät. In dem Moment wo das erste Wort meine Schnauze verlassen hatte, hatte er mich schon an den Schultern gepackt und rücklings in den Schneehaufen geworfen. Vergnügt kichernd hockte er auf mir und packte mich mit Schnee ein. Breitbeinig stellte er sich dann über mich und grinste zu mir runter.
„So, ich helf' dir mit der Tür und du mir mit dem Schneefussel... Also mach ich beides auf einmal.“ Noch bevor ich seine Worte begreifen konnte, beugte er sich nach vorne, versenkte seine Vorderläufe in der weißen Flockenpracht und zog einen großen Haufen zu sich und vor allem über mich. So etwas kaltes habe ich zuvor noch nicht erlebt... und es machte diesem Katzentier auch noch Spaß! Es gibt schon Furries, die wirklich hierher gehören in die Irrenanstalt. Und da wollte ich wieder hin. So gut es ging wühlte ich mich aus dem Schneehaufen heraus, der mich begrub und schüttelte mich ausgiebig.
„Du bist verrückt...“ knurrte ich dem lachenden Schneeleoparden entgegen und schob mich durch die Tür zurück in die warme Anstalt.

Was für ein Morgen...
 
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