Drachenkummer (Gedicht ohne Reimschema)

Silberwolf

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Drachenkummer
(13.07.2007)

Einst lebten die Drachen,
ungebunden und stolz.
Mit ihren mächtigen Schwingen
waren sie die Wächter des Himmels.
Mit ihren mächtigen Klauen
waren sie die Wächter der Erde.
Ihr Feuer,
ein Leuchten der Hoffnung in der Nacht.
Ihre Gedanken,
so alt wie die Welt.
Ihre Seele,
so rein wie das Himmelsblau.

Doch dann kamen die Menschen.

Zuerst waren sie auf der Hut
vor den Drachen.
Dann fürchteten sie
die Drachen.
Zum Schluss hassten sie
die Drachen.
Sie zogen in den Krieg,
diese prächtigen Wesen zu töten.
Warum?
Weil sie anders waren!
Weil sie die Drachen nicht verstanden!
Weil sie die Drachen nicht beherrschten!

Die Drachen vergossen eine Träne
für jeden Drachen der fiel
und zwei Tränen
für jeden Menschen,
den sie töteten.
Wo ihre Tränen zu Boden fielen
blühte das Leben.
Wo der Mensch einen Fuß hinsetzte,
verging es wieder.

Als der letzte Drache im Staub
vor den Menschen lag,
die Flügel gebrochen,
das Fleisch geschunden,
doch die Seele
noch immer rein wie der Morgen,
sah er ein letztes Mal zum Himmel
und sprach mit seinem letzten Atem
Ich vergebe Euch.

Blicke ich heute zum Himmel
frage ich mich,
fliegt dort ein Vogel
oder ein Drache,
so hoch über der Erde,
dass ihm nichts geschehen kann.
Ich bete dafür
und ich weine,
um die Drachen.
 

SilverDrag0n

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Ein Sehr schönes Gedicht ( oder Geschichte ^^ ) macht mich auch sehr traurig als Halbdrache wie man die unsrigen alle niedergestreckt hat :(
 

Silberwolf

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Danke.
Als ich das geschrieben hatte, hab ich vorher Eragon gelesen und der Fakt, dass ein machthungriger, korrupter Mensch für die Ausrottung fast aller Drachen verantwortlich war, hat mich irgendwie nachdenklich und traurig gestimmt, vor allem weil ich mich so tief in die Geschichte reinversetzt hatte und Drachen von den mythischen Wesen meine absoluten Favoriten sind *SilverDrag0n bewundernd anguck* ^^

Aber es ist natürlich auch eine leise Kritik an die Menschen im allgemeinen, die sich einfach nehmen was sie gerade wollen ohne an die Konsequenzen zu denken.
(Ja, die Menschheit im ganzen ist mir eine Pest, aber die Menschen im einzelnen bedeuten mir etwas - irgendwie paradox, nicht wahr? :shock:)

Hoffe hier versteht mich jetzt keiner falsch, hab euch alle hier bisher eigentlich sehr gern ^^"
 

SilverDrag0n

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Leider sehr wahr

Ja das leider so war Menschen in massen vernichten mehr als jedes andere Lebewesen , aber wen man dann einen richtigen Menschen Gefunden hat würde man mit ihm bis ans ende der Welt gehen.
 

Skaith

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Wow :shock:, zuerst dachte ich so bei mir "kein Reimschema, das kann ja was werden" als ich bei der zweiten Stropfe war fand ich's schon beeindruckend aber spätesten als ich bei der dritten war musste auch ich meine Tränen zurückhalten.
Liegt wohl auch daran das wir bald noch einen Drachen im Forum haben *g*;-)
Bin jedenfalls echt berührt und begeistert von deinem Werk *Daumenklaue hoch* :-D
 

Silberwolf

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Vielen Dank. Ich hatte zwar damals versucht, das, was ich empfinde möglichst mit hineinzubringen, hätte aber nicht gedacht, dass ich jemanden damit fast zu Tränen rühre. :)
 

NathanTheWolf

Guest
Wirklich ein sehr schönes (und trauriges) Gedicht. Als ich das gelesen hab, hab ich richtig Gänsehaut bekommen. Hast du wirklich gut gemacht :)
 

Dragis

Frischling
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Dieses Gedicht wirft wahrlich einen Blick in das was ein wahrer Drache fühlt ... Einst waren wir diejenigen, die die Geschicke dieser Welt lenkten, doch nachdem uns die Menschen derartiges zugefügt haben sind nur noch wenige von uns übrig geblieben und noch weniger von uns tragen noch den alten Kodex der Drachen in Ihrem Herzen:

In der Tafelrunde
Unter dem heiligen Schwert
Ein Ritter muß geloben,
Den Kodex zu befolgen, welcher
Niemals endet, gleich dem runden Tisch -
Ein Ring, geschmiedet durch Ehre.

Ein Ritter hat geschworen ewige Tapferkeit
Nur Tugend kennt sein Herz.

Seine Klinge verteidigt die Hilflosen.
Seine Macht stärkt die Schwachen.

Er spricht nur die reine Wahrheit.

Sein Zorn vernichtet die Bösen

Das Recht kann niemals sterben,
Solange ein Mensch es noch kennt.
Die Worte sind nicht vergessen,
Solange eine Stimme sie laut ausspricht.
Der Kodex wird ewig glänzen,
Solange ein Herz ihn bewahrt.

"Aus Dragonheart, so in etwa jedenfalls" ...
 

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