Die Gasmaske

Grivies

Guest
Hallo Leute, Grüß Gott, Servas oder einfach Hey :3

Heute möchte ich, nachdem manche bis einige Personen bereits nachgefragt haben, versuchen zu erklären warum ich eine Gasmaske trage bzw. mich oftmals Vermummt zeige. Dazu müssen wir in meine frühe Kindheit zurückkehren, dort wo alles begonnen hatte.

Als Kleinkind war ich immer schon der Versuchung erlegen aus meinen unzähligen Playmobilfiguren jene heraus zu suchen, die einen Bart hatten. Egal ob aufgedruckter Schnauzer oder echtem (wie ich später heraus fand) abnehmbaren Bart, nur Kinnbehaarung sollte alleine nicht vorhanden sein. Egal wie ich als kleines Kind spielte, niemals durfte einer dieser Männer "sterben", ob in langwierigen, übermächtigen Schlachten gegen Freunde oder einfach in etwas unausgeglichenen "Kriegen" gegen meinen Bruder.

Auch zuvor hatte ich immer schon das Bedürfnis, einen Bart zu tragen. Als ich im Kindergarten war, wollte ich unbedingt das mir meine Mutter einen Schnauzer für das Klassenfoto ausmalt, und nach Fasching war ich jene Person die noch zwei Tage nachher mit frisch gestrichenen "Oberlippenbart" durchs Haus eilte. Mir waren auch Menschen (also Männer) mit Bärten zu jener Zeit viel sympathischer als rasierte, und auch heute noch denke ich mir bei vielen Sandlern (nicht böse gemeint): So einen Bart hätte ich auch gerne. Meinen Vater versuchte ich immer zu überreden sich wieder einen Bart wachsen zu lassen, obwohl ich dazu sagen musste das dieser nur mit einem spärlichen Oberlippenflaum gesegnet war. Trotz allem war dies eine Behaarung auf dem Gesicht, und das fand ich schön.

Doch weiter im Kontext. Mit der Zeit kam ich auch darauf das man, wenn man das Gesicht des Männchens nicht sah, dieser ruhig auch keinen Bart tragen konnte. Somit mussten alle meine Soldaten damals Vollhelme, bzw.. Tücher tragen, sodass ihre wahren Gesichter verschleiert wurden. Außerdem fand ich Ritterhelme seit jeher als einen wunderbaren Schutz. Kreuzritter beneidete ich immer, egal wie viel Zerstörung sie gebracht hatten, immer wieder hatte ich mir gewünscht in jenen Kriegen gekämpft zu haben, sei es auch nur aus jenem Grund dar einige von ihnen jene Topfhelme trugen die nur zwei Schlitze zur Sicht ließen.

Auch brachte sicher Star Wars und Herr der Ringe seinen Teil. Darth Vader, doch vor allem General Grievous (beides Figuren aus Star Wars) waren meine absoluten Lieblingshelden bzw. Schurken, und traurig musste ich mit ansehen wie der beste aller Charaktere bereits im ersten Teil in dem er erschien wieder untergehen musste. Viele haben es wohl schon bemerkt das sich auch mein Name hier von ihm ableitet. Dazu eine kleine Geschichte.

Als ich mich mit 8 Jahren zum ersten Mal in ein Online-Spiel einloggen wollte (ich denke es war Travianer), brauchte ich einen geeigneten Nicknamen. Natürlich dachte ich sofort an jenen General, der mir doch so gut gefiel, und benannte mich nach ihm. Zu jenem Zeitpunkt wusste ich aber nicht wie er ausgeschrieben wurde, und so nannte ich mich eben so wie ich es aussprach. "Grivies". Bald darauf kam ich aber dahinter das mein Name mehr als falsch war, doch behielt ich ihn bei, da eben niemand diesen besaß. Heute assoziiere ich mich zwar nicht mehr mit Star Wars, doch blieb mir jener Name für Multiplayer und nun eben auch für mein Furry-Ich erhalten. Grivies wurde zu meinem persönlichen Synonym und auch heute noch sehe ich erst zwei Personen die sich mit mir jenen Namen teilen.

Und weiter. Nachdem mir meine Playmobilfiguren nicht mehr genug wurden, begann ich auch mich selbst ein zu kleiden, immer auf der Suche nach Dingen die mein Gesicht verdecken konnten. Ich sah mich nicht als dermaßen hässlich oder etwas in jene Richtung, doch hatte ich es einfach gerne mich zu verkleiden. Egal ob mit weißen Umhänge-Bärten, mit denen unsere Eltern uns einst zu Nikolaus zu imponieren versuchten, oder auch einfach nur mit Halstüchern, Stirnbändern und Einmalschutzmasken (Wir benutzen Chemisch-Biologische Spritzmittel in der Landwirtschaft, über die Ethik dahinter lässt sich streiten, ich stehe für den Anbau mit jenen Mitteln und auch für die Gentechnik). Ich war so überglücklich als mir meine Schwester einst eine Fahrermaske von der Cartbahn mitbrachte, und ganz zum Unglück meiner Mutter sah sie mich in den nächsten Tagen nur mit jener.

Und dann kam jener Tag als sich mein ganzes Leben mehr oder weniger ändern sollte. Ich sah zum ersten mal eine Gasmaske. Es war zwar in einem Buch über den zweiten Weltkrieg, eine deutsche Zivilschutzmaske (in jener Variation aber ohne erweiterten Nasenfilter (glücklicherweise)) und sofort war es der schönste Gesichtschutz den ich je gesehen hatte. Die Form, die Augengläser, die Möglichkeit sein gesamtes Gesicht hinter einem Schleier aus Gummi, Plastik und Metallteilchen zu verstecken. Es war wunderbar. Natürlich wollte ich solch ein Gerät sofort haben, doch meine Mutter wollte zum Glück nicht. Sei es da sie einfach nicht wusste wo man solch etwas her bekam, sei es da sie keinen Sohn wollte der auch noch mit Gasmaske im Haus her umlief. Doch natürlich ging mir jenes "Kleidungsstück" nie mehr aus meinem Kopf.

Zu jener Zeit spielte ich mit meinem Bruder auch Rollenspiele in freier Natur. Egal ob als Wikinger, spanische Eroberer, in einer Fantasiewelt oder einfach Star Wars. Doch sobald es eine Möglichkeit gab eine Maske (wenn auch nur in meinen Gedanken) tragen zu können, wollte ich diese ergreifen.

Das nächste Ausschlaggebende Datum war einer der sporadischen (für meinen Bruder zu sporadischen) Besuche auf einem Flohmarkt. Wir trafen dort auf einen Mann der Utensilien aus dem zweiten Weltkrieg verkaufte. Wie auch immer es genau passierte, schlussendlich hatte ich eine Gasmaske aus dem zweiten Weltkrieg, inklusive (wenn auch kaputten) Filter. Schon auf der Heimfahrt wollte ich sie aufsetzen, musste sie mir (genauso wie heute noch) auf mein Gesicht pressen, da es keine Halterung hinten mehr besaß. Ganz zum Schatten meiner Lunge, den der Filter war noch zerstörter als ich dachte.

Und so kam es eben zu dem wie ich jetzt bin. Als ich dann mit 12 Jahren zum ersten mal etwas über Furries gehört hatte, verwarf ich kurzzeitig meine Gasmaskenträume, verwandelte mich in einen Otter und war einfach nur glücklich etwas gefunden zu haben das so wundervoll war wie noch nichts in meinem Leben. Natürlich kannte ich schon Gnolle aus Spielen wie Heroes of Might and Magic 3 oder Warcraft III, doch ich kannte ja den Namen bzw. den Ausdruck Furry nicht. Als Bayshore (Dogs days of summer), sah ich mich oftmals, und kann auch sein Aussehen mit dem meines Fursona noch am besten assoziieren.

Doch dann kam es zu jenem Tag als ich mir begann meine Gasmasken zusammen zu kaufen. Die erste war jene, die ich auch heute noch als "Lieblingsmaske" trage. Diese ist auch auf meinem Profilbild zu sehen. Sobald ich sie in meinen Händen hielt wusste ich das ich mein Furry-Ich mit jener verbinden musste. Seit diesem Zeitpunkt war ich ein Gasmaskenotter. Dies beteutete für mein Fursona eine Gasmaske zu tragen. Diese ist natürlich abnehmbar, passiert aber eigentlich nicht, abgesehen für essen, duschen, schlafen und trinken und... einigen anderen Tätigkeiten. Natürlich gibt es einige Tage an der auch ich meine das mein Fursona besser ohne Maske aussieht, doch dies eher weniger als öfter. Somit rechne ich die Maske auch nicht als Teil der Kleidung, sondern als eigentliches Gesicht meines Furry-Ichs.

Dummerweise aber eigentlich auch erklärlicherweise asoziieren Personen aus jenen Reden heraus das ich auch bei sexuellen Tätigkeiten jene Masken tragen will. Doch genau in jenen Situationen sehe ich die Maske als vollkommen unpassend und einfach nur makaber. Nicht nur da ich eher abneigend gegenüber Bondage etc. bin, auch die einfache Vorstellung etwas so enges in diesen Situationen an zu haben stößt bei mir auf unweigerliches Verneinen. Noch dazu möchte ich meinem Freund es nicht antun seinen momentanen Gefährten im Bett mit Gasmaske sehen zu müssen. Auch ich würde schockiert sein wenn er so etwas machen würde.

Andere Aspekte warum ich die Gasmaske so wunderbar finde sind auch das ich Computerspiele wie STALKER, Metro 2033, Fallout 3 bzw. New Vegas sehr gut finde. Ein postapokalyptisches Szenario verbinde ich immer mit einer Gasmaske, genauso umgekehrt. Die Verbindung aus Kapuzenjacke, dreckiger Jeans und Atemschutz sind für mich der Inbegriff meines Aussehens wenn ich mit meinem Fursona postapo-RP's spiele. Wenn ich mich im echten Leben so fotografiere, sind auch dort Kapuzenjacke, ein schwarzes T-Shirt sowie Jeans und Arbeitsstiefel vorhanden. Für mein Fursona streiche ich letzten Punkt, da ich für mich selbst finde das barfüßige Furries am besten aussehen.

Doch um noch einmal auf die Enge zurückzugreifen. Normalerweise hasse ich enges Gewand, ein Grund mehr warum meine Jeans so weit und lang sein müssen, genauso wie meine Shirts, Jacken usw. Jeder kennt es doch wenn sich ein Hund verzweifelt versucht aus einem "Hunde" - Pullover zu retten. Genauso ist es auch mit mir (X3). Ich kann nicht sagen warum ich dieses Gefühl der Enge in der Maske nicht verspüre, wo ich doch schon in kleinen, feuchten Räumen Panikattacken bekommen kann.

Ja ich denke das war alles was ich über meiner Gasmasken-Sucht weiß. Ihr könnt mich nun gestört nennen. Wenn ihr diese Gedanken loslassen müsst: Ihr seit nicht die ersten, das verspreche ich euch. Ich kann nicht sagen warum ich Gasmasken bzw. seit wann ich sie mag. Ich kann diese Gedankengänge nur wie auch mein Furry-sein erklären. Irgendwann erfuhr ich davon, und seit jeher wollte ich es haben, es sein usw.

Das wäre nun alles denke ich. Ich habe mich für diese Schwäche nie geschämt und werde mich auch in Zukunft nicht schenieren. Danke fürs lesen, euer Gasmasken-Otter :3.
 

Wimasimba

Guest
Wiso soll ich das gestört nennen?
Ich gebe zu, dass ich anfangs immer etwas Irretiert war aber so, wie Du deine Geschichte hier erklährst finde ich die Zusammenhänge stimmig. Ich trage übrigens aus einem ähnlichen Grund ein Vollbart. *Grins* Wenn Du ein aktuelles Bild von mir sehen willst, findest Du es bei den Schwabenfurries (ich bin übrigens der Dicke mit Hut). Früher musste ich aus beruflichen Gründen häufiger mal eine Gasmaske tragen (wenn auch nur eine Halbmaske) dafür aber zusätzlich eine Schweißerbrille. Damals habe ich alte Heizkessel beim Kunden im Keller mit einem Schneidbrenner zerlegt. Die Dämpfe denen ich damals ausgesetzt war währen ohne entsprechende Filter gar nicht aus zu halten gewesen. Zum Feierabend war ich dann häufig genauso Schwarz wie meine Vorfahren aus dem Kohlebergbau. Damals war ich froh, wenn ich das Ding wieder absetzen konnte.
Im Moment habe ich übrigens auch eine Vollmaske bei mir im Bürocontainer auf der Arbeit liegen. Es ist aber eine Vollsichtmaske, da ich z.Z. an einer Anlage arbeite wo sich ätzende Dämpfe entwickeln. Zum Glück musste bis jetzt weder Ich noch meine Kollegen in die Anlage reinsteigen, so dass der Filter noch orginalverpackt ist.
Bei mir währe das sowiso nicht wirklich machbar, da ich neben meinem Bart auch noch Brillenträger bin.
In diesem Sinn wünsche ich dir noch viel Spass mit deinem Hobby.
 

-Luziferino-

Guest
Mansche Menschen verändern sich nicht-
sie lernen dazu...

Soetwas in der art kenne ich auch,
als ich das erste mal von Hirntot Records gehört hatte.
Manschmal findet man eben was im Leben wonach man eigentlich nie gedacht hatt^^
Sturmmaske,
Sonnenbrille & Cap fand ich schon immer schick^^
Und so ne' Gasmaske sieht doch auch toll aus xD
 

Fex

Guest
Hmmm…. Ich finde auch wieso sollte man so was gestört nennen o_O
Jeder hat so seine Macken und niemand ist normal und ich finde es auch bewundernswert dass du so frei darüber schreibst ;)
Ich meine jeder soll doch das machen was ihm am meisten gefällt egal was die anderen davon denken oder halten! Solange man sich dabei wohl fühlt, spaß hat und niemand zu schaden kommt ist doch alles in Ordnung
Und hat nicht jeder irgendeine Sucht nach irgendetwas ^^
Und hey noch einer der S.T.A.L.K.E.R kennt :cool:
 

Thunderstand

Guest
Lol ich musste bei deinem profilbild erst an S.T.A.L.K.E.R denken und dan an Kubaz aus starwars-a new hope.
Hab auch mal ab und an ne gasmaske auf wenn ich im S.T.A.L.K.E.R reallife spiele.
 

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