Der Schatten

The_Fenniak

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Hallo Leute,
Ich hab in letzter Zeit viel an einer Kurzgeschichte (wirds nur ne Kurzgeschichte? Keine Ahnung) geschrieben und würde gern das erste Stückchen hier vorstellen. Bis Kapitel 3 ist es schon fertig, also wird Kritik wohl nicht sofort egenutzt werden können, ich geb mir aber Mühe.
Ich hoffe, es gefällt euch:lol:

Das nachfolgende Gedöns trennt in der Geschichte unterschiedliche Erzähler ab.

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Der Schatten

Teil 1: Die Flucht


Kapitel 1


Die Füchsin, die grade noch im Türrahmen stand, erstarrte. Blut troff aus ihren Mundwinkeln, sie stieß ein leicht ekelerregendes Gurgeln aus. Dann kippte sie zur Seite und gab den Blick frei auf eine schemenhaft Gestalt zu, die hinter ihr stand. Ihre Konturen waren durch einen weiten Mantel verschleiert, das Gesicht war unter einer breiten Hutkrempe nicht zu sehen. Diese Gestalt wischte das Messer, das in ihrer Hand, noch rot vom Blut, schimmerte, an einem Tuch ab, welches sie danach achtlos zu Boden warf. Als sie von ihrer Arbeit die Augen hob, sah man im Schwarzen Schatten zwei milchige Opale funkeln. Dazu entblößte die Gestalt zwei Reihen Zähne und bedachte die im Raum sitzenden Gelehrten mit einem bedrohlichen Grinsen. Plötzlich, ohne dass man ein Geräusch gehört hätte, verschwand der Schatten spurlos aus dem Dunkel des Ganges.


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Es ist keine besonders angenehme Angelegenheit, jemandem die Kehle aufzuschlitzen. Und um diese Füchsin war es echt schade. Aber das ist mein Job und dieser hier war zu voller Zufriedenheit verlaufen. Sicher, die Eierköpfe haben ziemlich verdattert geschaut, dafür war der Abgang stimmig. Man muss ja seinem Ruf gerecht werden.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~



Der Schatten huschte durch die dunklen Gassen von Thansheim, weg vom Universitätsgebäude, in dem grade die Füchsin sterben musste. Gerne hätte er sich mit einem Mord in dieser Nacht zur Ruhe gelegt, aber ihn erwartete noch etwas anderes. Der Auftraggeber hatte ihm in seinem Brief eine echte Herausforderung versprochen.


Die Spelunke, die die Gestalt nun betrat, war nur spärlich durch zwei Öllampen links und rechts vom Tresen erhellt. Doch im Kamin prasselte ein Feuer, das zwar ordentlich rußte, jedoch angenehme Wärme verbreitete. In den Ecken der Kneipe sah man im Schatten gelbe Augenpaare leuchten. Die Gestalt in dem weiten Mantel trat an den Tresen, der Wirt, selbst durchaus beeindruckend von Gestalt, schien um 5 Zentimeter zu schrumpfen. Mit einem lauten Knall schlug der Mann eine Münze auf den Tresen und deutete auf eine Flasche mit Honigfarbenem Inhalt. Der Wirt schenkte sofort ein.

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So, Part 1 Ende. Das ist jetzt ungefähr die Hälfte des Kapitels.
 
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The_Fenniak

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So, hier kommt der zweite Teil des ersten Kapitels.

Weil meine Tatztatur rumspinnt mit anderen Begrenzungen.

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[FONT=Arial, sans-serif]Ein etwas nervös wirkendes Wiesel betrat die Spelunke. Es sah sich um, erblickte dann den Schemen am Tresen und gesellte sich zu ihm. Als der Schatten das Medaillon sah, welches das Wiesel zu ihm hinüberschob, leerte er sein Glas auf einen Zug und bugsierte das Wiesel mit einem Kopfnicken zum Wirt ins Nebenzimmer. Hier standen nur zwei Stühle und der Raum war fast noch dunkler als der Schankraum.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]________________________[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Ehe ich mich versah, wurde ich von der unheimlichen Gestalt auf einen der zwei Stühle gedrückt, die sich an einem Tisch gegenüberstanden. Die Gestalt, offenbar mit einem merkwürdigen Hang zur Theatralik setzte sich mir gegenüber. „Also, raus damit! Wer?“, knurrte eine raue Stimme.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Ich wollte so wenig wie möglich von mir preisgeben und schob einfach einen Brief über den Tisch. Noch bevor ich die Hälfte des Tisches passiert hatte, wurde das Papier von einem Messer durchbohrt. Ich sah auf, die Gestalt saß unverändert mit verschränkten Armen da. Sie musste das Messer geworfen und danach sofort wieder die ihre vorherige Position eingenommen haben.[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Keine Briefe. Entweder du sprichst, oder du siehst mich nie wieder. Und du brauchst mich für den Job.“, Grollte es aus dem Schatten seines großen Lederhutes.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]_________________________[/FONT]


„[FONT=Arial, sans-serif]Na gut“, setzte das Wiesel an, „Es geht um eine besondere Person...“[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Der Schatten lachte, „Mal was ganz neues. Das haben mir schon der letzte und der vorletzte Kunde erzählt. Bei dem einen war es der Dienstbote, der sich die Frau unter den Nagel gerissen hatte, bei dem anderen eine Professorin mit merkwürdigen Ansichten.“[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Tja, hier geht es um jemanden deines Standes. Sagt dir der Name „Daremona“ etwas?“[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Kann schon sein. Das Hauptziel von Attentätern ist es, unentdeckt zu bleiben. Wenn jemand gut darin ist, kann noch nicht einmal ich ihn aufspüren.“[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Das Wiesel grinste, „Ich weiß, wo sie ist. Und was sie ist. Aber alles zu seiner Zeit. Ich würde gern Auge in Auge mit dir sprechen.“[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Der Schatten entledigte sich seines Hutes. Zum Vorschein kam ein Wolf, offenbar schon fortgeschrittenen Alters. Die Haare um seine Nase waren ergraut und eine längliche Narbe zierte von oben nach unten verlaufend seine komplette linke Gesichtshälfte.[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Mein Name ist Febron. Meinen wahren Namen wissen nur noch die Toten und ich selbst. Auf der Straße heiße ich „Der Schatten“. „Ich weiß“, fuhr ihm das Wiesel dazwischen, „sonst hätte ich dich kaum kontaktieren können. Hier hast du nähere Informationen. Töte Daremona für mich.“ Mit diesen Worten schob er einen dicht beschriebenen Zettel und einen beachtlichen Sack Gold über den Tisch, dieses Mal ließ Febron ihn gewähren.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Er las den Zettel zweimal und stand dann wortlos auf.[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Moment. Übernimmst du den Auftrag?“, fragte das Wiesel.[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Das wird sich zeigen.“, antwortete der Wolf, während er seinen Hut zurechtrückte. Auf einmal Klang seine Stimme um einiges samtener. „Entweder du liest bald eine Todesanzeige oder es geht dir an den Kragen.“[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]________________________________[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Natürlich kannte ich Daremona. Allerdings nur vom Hörensagen. Sie war legendär unter uns und dieses Wieselchen maßte sich an, jemanden auf die anzusetzen. Das ringt mir Bewunderung ab...[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Wieso ich Killer geworden bin, kann ich gar nicht so richtig sagen. Ich mache den Job auch nicht wirklich gerne, was nicht bedeutet, dass ich einen anderen machen könnte. Die Faszination fürs Töten hatte ich schon immer und werde ich immer haben.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Immerhin bringt es gutes Geld...[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]_________________________________[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Der Wolf warf im Hinausgehen dem Wirt eine Münze zu und trat dann hinaus auf die Gasse. Er wollte nicht sofort zu Daremona, zuerst musste er noch Informationen über sie einholen. Er glaubte zwar, einiges zu wissen, allerdings widersprachen sich viele Gerüchte, die er gehört hatte. Himmel, nicht einmal wusste er, was sie eigentlich war. Einige Leute behaupteten, sie sei eine Mischung aus Fuchs und Flughund, andere hielten sie für eine Spinne mit Fledermausflügeln. Sie war absolut tödlich, das stand fest.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Ein paar Gassen weiter, näher am Hafen, fand der Wolf, was er suchte. In einer dunklen Ecke saß eine Bettlerin. Es war eine Katze, der man ansah, dass sie viele Jahre am Hafen gelebt hatte. Wortlos ging der Schatten an ihr vorbei und ließ dabei eine Jadegemme unter seinem Gewand hervorlugen. Sofort stand die Katze auf und folgte ihm.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]In einem Hinterhof hielten die beiden an, sahen sich ein paar mal misstrauisch um und setzten sich dann auf die Steinstufen vor dem Gebäude, dass den Hof einschloss. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Der Wolf nahm seinen Hut ab und schob der Katze den Brief zu, sie schlitzte ihn elegant mit ihrer „Zeigekralle“ auf und begann ihn zu lesen.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]_______________________________[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Dass Febron mal wieder hier auftaucht ist eigentlich kein besonders gutes Zeichen. Ich hab ihn bestimmt schon zwei Jahre nicht gesehen. Er hat sich kaum verändert, auch wenn seine Haare langsam immer grauer werden. Die Narbe ist auch neu. Er hat mir immer noch nicht anvertraut, wie er eigentlich sein täglich Fleisch verdient, aber es ist glaube ich auch besser, wenn ich so wenig wie möglich über ihn weiß. Die roten Flecken, die er manchmal am Mantelsaum mit sich herumträgt lassen einige Schlüsse zu. Als er noch jünger war, war ich mal etwas in ihn verliebt, aber die Tatsache, dass er ständig unterwegs war und mehrere Male abtauchen musste, machte diese Gefühle schnell zunichte. Trotzdem kribbelt es noch ein wenig, wenn ich die beiden Opale in seinem Gesicht betrachte.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Daremona. Merkwürdige Bitte, ich für meinen Teil wäre froh, wenn ich sie nie zu Gesicht bekommen würde. Aber bei Febron weiß man nie, wo seine Beweggründe liegen.[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Über Daremona weiß ich auch nicht viel.“, sagte ich, „Ihr Revier ist nicht hier im Hafenviertel, soviel ist klar, aber wo es dann ist – Keine Ahnung! Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich öfters oben bei der Kathedrale rumtreibt. Aber im Brief steht doch, sie wäre heute Nacht in der verfallenen Bibliothek. Wieso suchst du mich auf?“[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Ganz einfach, Yuna“, grollte er mit seiner Samtstimme, „Heute Nacht ist es noch nicht soweit.“[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Was meinst du damit?“ „Sie wird sterben. Aber noch nicht heute.“, knurrte er. Ich erstarrte.[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Du willst Daremona töten? Eins der wenigen Dinge, die ich von ihr weiß, ist, dass sie ziemlich gefährlich ist. Und wieso nicht die Bibliothek?“, fiepste ich etwas außer Atem.[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Weil ich dem Auftraggeber nicht traue.“, sagte er, „Und lieber warte ich noch eine Nacht, bevor diese hier meine letzte ist.“[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]_______________________________[/FONT]


„[FONT=Arial, sans-serif]Na gut“, schnurrte die Katze, beugte sich vor und tuschelte dem Wolf etwas ins Ohr.[/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Interessant“, sagte der Wolf, „weißt du vielleicht auch, was Daremona ist?“[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Die Katze schüttelte bedächtig den Kopf.[/FONT]
 
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Pawly Tigris

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Gefällt mir bis jetzt sehr gut, besonders das Du aus den verschiedenen Ansichten der Charaktere im stetem Wechsel schreibst. :) Anfangs hast Du noch einen kleinen Tippfehler drin denke ich, "tropfte" statt "troff". ;)
 

The_Fenniak

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Freut mich, dass es dir gefällt.
Ist schon richtig. Das ist ein älterer Ausdruck, den ich lieber verwende.
 
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Pawly Tigris

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Ah okay. :) Kannte ich noch nicht, wieder was gelernt! :D
 

Fiete Langohr

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Klingt bis dahin nicht schlecht und schon recht spannend.
Natürlich ist es noch ausbaufähig, aber wie es weitergeht, würde mich dann erst einmal doch mehr interessieren :lol:.
 

The_Fenniak

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Hier kommt Kapitel 2...

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Kapitel 2


Febron ging langsam durch dunkle Gassen nach Hause. Erst nach einer ganzen Weile bemerkte er seinen Verfolger.


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Es war kaum hörbar, aber unverkennbar das Knarren von Leder. Ich fuhr herum und sah nur noch, wie eine Person in einer engen Lederrüstung ausholte. Offenbar handelte es sich um eine junge Frau. Mit einem Sprung, der meine Knochen ganz schön malträtierte hechtete ich beiseite und wich dem Dolch aus, der im nächsten Moment auf mich zuschoss. Er bohrte sich bis zum Heft in die durchaus soliden Fässer hinter mir. Ich hatte leider keine Zeit zum Staunen, denn im nächsten Moment wirbelte das Mädchen auf mich zu und hätte mir fast einen weiteren Dolch zwischen die Rippen gestochen.


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Der Wolf sah den Dolch, bekam die Hand, die ihn führte zu fassen und warf die Frau über die Schulter gegen einen Palettenstapel. Obwohl dieser zerbarst und überall Splitter herumflogen, rappelte sich die Angreiferin sofort auf und sprintete die Gasse entlang. Febron, noch von dem Sprung etwas steif, rannte hinterher. Er verfolgte die Person gut drei Häuserblocks, bevor sie in eine Sackgasse lief.


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Es war äußerst ärgerlich, dass mein Angriff auf den alten Wolf erfolglos blieb. Abgesehen von der Tatsache, dass diese Memme von einem Wiesel ihn auf mich angesetzt hatte, reizte mich der dicke Sack Gold an seinem Gürtel doch ungemein. Er trug ihn verdeckt, aber es ist fast unmöglich, jemanden wie mich zu täuschen.
Als mich mein Verfolger in die Sachgasse drängte und schon seinerseits ein Messer zog, spielte ich meinen wichtigsten Trumpf aus. Ich sprintete auch die Wand zu, sprang, stieß mich mit einem Fuß daran ab und flog mit einem Rückwärtssalto über den Wolf. Im Flug stieß ich ihm meinen letzten Dolch durch die Schulter. Noch bevor ich landete, fuhr er herum. Ich spickte meine Visitenkarte auf einen Pfeil und rammte diesen dann in die Wand. Dann machte ich mich davon.


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Den Schmerz kaum bemerkend sah Febron hinter der Angreiferin her. Dann zog er sich den Dolch aus der Schulter. Es war ein schönes Stück, mit geschwungener Klinge in orientalischem Stil. Die Ränder der Klinge blitzten silbrig, der Rest war tiefschwarz. Auf dem ebenfalls schwarzen Knauf prangte ein filigran verschnörkeltes S. Stand es für Daremona? Grübelnd ging Febron zum Pfeil und riss ihn aus der Wand. Auf der Karte war nichts zu sehen, bis auf den Abdruck eines Kusses. Dieser stammte aber offenbar nicht von einem Menschen, sondern eher von einer Art Hund.

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Und das war der erste Teil.
Ich hab mal ne Frage: Mir kommt es so vor, als würde ich mit dem Stil massiv absacken. Stimmt das, oder ist es nur übertrieben Selbstkritik? Nehmt keine Rücksicht auf meine Ego, seid ruhig ehrlich.:lol:
 
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The_Fenniak

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Kapitel 2, Teil 2

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Nachdenklich huschte Febron zu seinem Unterschlupf. Vor einer Destille hinter der Brennerei am Hafen blieb er stehen, sah sich ein paar mal um und beugte sich dann zu einem der vielen Rohre hinunter. Als er daran drehte, wurde unmittelbar daneben ein Loch in der Mauer aufgezogen. Febron zog seinen eigenen Dolch und stieß in in dieses Loch. Sofort klappte neben der Destille ein Kanaldeckel auf. Als der Wolf seinen Dolch wieder herauszog, schloss sich das Loch und das Rohr glitt wieder in seine Ursprungsposition.
Jetzt machte sich der Schmerz doch bemerkbar, deshalb kroch Febron unter Ächzen in sein Versteck. Es handelte sich dabei um ein Raum beachtlicher Größe, beleuchtet von Fackeln und von der Decke hängenden Öllampen. Ein Großer Teil des Raumes wurde von Bücherregalen eingenommen, die ein umfassende Sammlung von Schriften über Kampftechniken und Diebeskunst beinhalteten. Auch einige Schriften Über die Architektur der Stadt und über ihre Unterwelt waren vertreten. In einer dunklen Ecke lagen sogar einige Schriftrollen über die dunkeln arkanen Künste. Febron rollte eine dieser Rollen auf und betrachtete den abgebildeten weißen Tiger. Dieser trug eine Robe und einen Stab und beschwor grade einen Schild.
Der Schmerz in der Schulter hinderte Febron daran, den Namen des Kriegers zu lesen, sein Sichtfeld verschwamm. Er kroch vorsichtig auf sein Feldbett und ruhte für eine gute halbe Stunde. Danach verband er seine Schulter und aß etwas.
Er blickte in seinem Versteck umher.
An der hinteren Wand zwischen den Bücherregalen stand ein Schreibtisch aus verwittertem Eichenholz. An der rechten Wand stand das Feldbett, auf dem er grade saß.
Außerdem ein Tisch und eine Truhe mit Verbandszeug und eine mit Nahrungsmitteln.
An der linken Wand standen ein Herd, ein kleines Laboratorium und verschiedene Werkbänke.
Febron wankte zu der Truhe mit Verbandszeug, holte eine lange Mullbinde und schlurfte dann zum Laboratorium. Dort tränkte er einen Lappen mit Alkohol, legte den Stich frei, holte tief Luft und presste dann den Lappen auf die Wunde. Er keuchte vor Schmerz. Dann ließ der Schmerz nach und Febron atmete auf. Mit einigen schnellen Bewegungen verband er die Wunde .


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Nachdem meine Schulter versorgt war, hatte ich zu tun. Ich musste herausfinden, wem dieser Dolch und die Karte gehörten. In den Bänden über die Unterwelt fand ich nach langem Wühlen einen ähnlichen Fleck wie auf der Karte. Die Schrift darunter war verwischt und mit Blutflecken besudelt, aber ich konnte am Anfang des Wortes „Dar“ lesen und am Schluss „na“. Bei näherer Betrachtung ähnelten sich die Flecken jedoch nur noch sehr rudimentär. Trotzdem war Vorsicht geboten.
Ich überprüfte noch den Dolch auf irgendwelche Giftspuren, fand aber nichts. Vorsichtshalber jagte ich mir noch Gegenmittel gegen die gängigsten Gifte in die Vene und legte mich dann schlafen.
Ich träumte merkwürdig, von schlangenartigen Drachen mit dickem, flauschigem Fell und Federn um die Nase. Aber am nächsten Morgen ging es meiner Schulter viel besser.


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Als Febron erwachte, pochte in seiner Schulter nur noch ein erträgliches Drücken. Probeweise lehnte er sich ein paar mal vor und zurück und strich über den Verband. Nur bei Bewegungen, die die Wunde stauchten keuchte er noch auf. Nach dem recht dürftigen Frühstück wühlte er in dem Wust auf seinem Labortisch, fand ein Schmerzmittel und schluckte eine Pille davon.
Seine Recherchen führten ihn zu einem alten Freund. Febron hatte ihn einst vor korrupten Wachen gerettet. Also schuldete er dem Wolf noch einen Gefallen. Dieser Informant lebte an der Stadtmauer in einem schmutzigem Nomadenzelt, doch er reiste längst nicht mehr umher. Febron schlüpfte hinein. Drinnen war es warm und ziemlich staubig. Ein paar Räucherstäbchen brannten und es roch intensiv nach Datteln und Blut. Der alte Wüstenfuchs saß im hinteren Drittel des Zeltes, im Schatten, doch seine Augen funkelten fast heller als die von Febron.


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Es war eine Freude, mal wieder diesen alten Wolf hier begrüßen zu können. Seit diesem Vorfall mit den Wachen waren wir gute Freunde. Und ich war einer der wenigen, denen er das Geheimnis seines Berufes anvertraut hatte. Mehr noch, ich kannte sogar einen Teil seines wirklichen Namens. In einem alten Indiodialekt hatte er ihn auf ein schmutziges Pergament notiert, ich konnte bisher nur die ersten zwei Silben übersetzen.
Nichtsdestotrotz war es immer etwas bedrohlich, wenn er hier auftauchte. Er trug einen dunklen Nebel mit sich, er roch nach Abenteuer, Gefahr und Blut.
Womit kann ich dir helfen?“, fragte ich. Er kam normalerweise, um Rezepte für spezielle Gifte zu erfahren oder um ein paar besondere Dolchtechniken zu lernen. Man sah es mir vielleicht nicht an, aber ich war ein ausgezeichneter Fechter. Leider half mir das damals gegen diese Grobiane von Wachen nicht weiter, da brauchte es so einen Haudrauf, wie es Febron da noch war. Aber das war schon viele Jahre her.
Was weißt du über Daremona, Fahim?“, fragte Febron.


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Der Wüstenfuchs zuckte zusammen und legte die Ohren an. „Nicht so laut!“, zischte er. „Daremona ist wie ein Todesengel. Wenn ich du wäre, würde ich beten, ihr nie zu begegnen.“
Ich muss sie finden. Und sie wird unsere Zusammenkunft nicht überleben. Weißt du irgendetwas über ihre Schwächen oder vielleicht auch nur, was sie überhaupt ist?“ Fahim seufzte. Er wusste nur zu gut, dass man so etwas Febron nicht ausreden konnte. „Über sie ist auch mir nicht viel bekannt. Eine Schwäche könnte sein, dass sie offenbar eine Art Spieltrieb besitzt. Und das glaubwürdigste über ihre Art, was ich bisher gehört habe, ist ein Drache mit Klauen, die sich gut zum Klettern eignen. Es muss sich aber um eine eher zierliche Art handeln, was die Überlegungen erschwert. Es gibt nicht viele kleine Drachen, die genug Körperkraft entwickeln, um Attentäter zu werden. Zumindest kenne ich keine.
Viel Glück bei deinem Vorhaben. Hat Yuna dir ihren wahrscheinlichsten Aufenthaltsort mitgeteilt?“
Febron nickte.
 
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The_Fenniak

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[FONT=Arial, sans-serif]Kapitel 3[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Den Rest des Tages verbrachte Febron in seiner Stammkneipe und lauschte den Gerüchten. Seine sowieso etwas vage Hoffnung, noch etwas zu erfahren, erfüllte sich leider nicht. Dafür konnte er sich von einem schon ziemlich betrunkenem Kurier einige Informationen über die politischen Geschehnisse der Stadt holen. Es war zwar nichts Weltbewegendes dabei, aber immerhin...[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Zum Abend hin zog es Febron zu seinem Versteck. Er musste sich noch vorbereiten.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]___________________________[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Die lederne Schleichrüstung auf dem Gestell neben dem Labor war schon ziemlich eingestaubt. Sie hatte mir vor Jahren schon gute Dienste geleistet, aber in letzter Zeit hatte ich sie einfach nicht gebraucht. Ich strich übers geschmeidige Leder. Ein bisschen Öl könnte nicht schaden.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Nach dem Ölen knirschte die Rüstung nur noch ganz leicht und auch nur bei heftigeren Bewegungen.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Um die Messer musste ich mich auch noch kümmern. Sorgfältig überprüfte ich die Schneiden und wetzte bei Bedarf nach. Dann polierte ich die äußeren Kanten des Messers und mattierte den Klingenrücken etwas, damit er nicht spiegelte.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Etwas Werkzeug wäre auch nicht schlecht. Ich verstaute alles in den Taschen der Rüstung. In diese hineinzukommen dürfte mit dem Verband nicht einfach werden. Unter beträchtlichen Schmerzen schaffte ich es. In der Rüstung hielt sich der Schmerz in Grenzen. Ich verstaute noch die Dolche und nahm einen kleinen Beutel mit Wasser mit.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Dann brach ich auf.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]_______________________[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Tatsächlich begab sich Febron erstmal zur Bibliothek, die das Wiesel beschrieben hatte. Er hoffte zwar nicht, hier auf Daremona zu treffen, allerdings auf ihre Spuren sehr wohl. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]In der Bibliothek flog der Staub der Jahrzehnte umher. Seit fast 80 Jahren war das alte Gemäuer schon verlassen. Trotzdem haftete ihm etwas Majestätisches, aber auch Dunkles, Geheimnisvolles an. Das gesammelte Wissen war fast zu riechen. Die Luft schwirrte wegen diverser magischer Schriften. Oft schon hatte Febron überlegt, zwischen den alten Dachbalken und Bücherregalen ein zweites Versteck einzurichten. Aber irgendwie bedrückte ihn die Atmosphäre. Man konnte nicht wissen, was in den Schatten zwischen den Regalen hockte. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]In der dicken Staubschicht auf dem Boden zeichneten sich sehr deutlich Fußabdrücke ab. Sie stammten von irgendeinem Reptil. Febron folgte der Spur und fand sich bald in einem abgelegenen Flügel der Bücherei wieder. Hier ging es um die arkanen Künste, viele der Schriftrollen hätten den Wolf durchaus interessiert. Besonders eine Rolle über Waldmagie zog ihn auf seltsame Art und Weise an. Er rollte sie auf. Direkt auf den ersten paar Zentimetern war eine sehr komplizierte Figur abgebildet, die Ranken aus dem Boden schießen ließ. Beim überfliegen der Texte blieb sein Blick an einer Stelle hinterm Pergament hängen. Vor der Wand war einer dieser Reptilabdrücke. Allerdings war er halb in der Wand verschwunden. Als Febron wieder aufs Pergament schaute, rollte er es unwillkürlich noch ein paar Zentimeter auf und sah drei Buchstaben umkreist. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]D M A[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Es sah sich um. Im Regal unmittelbar neben der Wand stand eine mehrbändige Enzyklopädie. Febron sah sich die Buchrücken an. Tatsächlich, in angelaufenen Silberlettern waren an drei dieser Bücher Buchstaben. Er zog sie in der angegebenen Reihenfolge heraus, direkt danach war eine leichte Erschütterung spürbar. Die Wand glitt nach innen auf. Es waren keine Leuchten oder Fackeln zu sehen. Der Bewohner dieser Räumlichkeiten musste gute Augen haben. Febron riss eine seiner Leuchtfackeln an. Im roten Licht dieser Fackel sah er nun eine ziemlich lange Treppe. Immer darauf bedacht, keinen Lärm zu machen, schritt er sie herab. Einige Meter nach dem Ende der Treppe öffnete sich der Gang zu einem kleinen Gewölbe. Dieses war gar nicht mal unähnlich zu dem Versteck Febrons, allerdings war es wesentlich weniger ernst eingerichtet. Die Bücherregale fehlten, lediglich in einer kleinen Truhe lagen einige Schriftrollen. An der Wand hingen in Waffengestellen eine Reihe unterschiedlich geformter Messer, Dolche und Kurzschwerter. Fast schon grotesk hing daneben eine Zeichnung eines Einhorns. Der darunter stehende Schreibtisch war bedeckt von infantilen Zeichnungen. Hauptmotiv waren Tiere, viele Drachen entdeckte Febron, aber auch Füchse und sogar ein-zwei Wölfe. Die Zeichnungen waren gut, aber in einem sehr verspielten, fröhlichen Stil gehalten, der sich irgendwie mit dem blutigen Stück Fleisch biss, das ebenfalls auf dem Schreibtisch lag. Der skurrilste Teil des Raumes war jedoch das Bett. Es war knallig himmelblau mit einem Wolkenaufdruck. Am Kopfende lagen mindestens drei Flauschkissen. Überm Bett jedoch hing eine gefährlich aussehende Peitsche und ein Säbel. Plötzlich stand ein Schatten hinter Febron und kicherte.[/FONT]


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Ich würde mich über konstruktive Kritik freuen.
 
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Fiete Langohr

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Ich bin über zwei Audrücke gestolpert, die mir etwas unpassend erschienen:
Bücherei und knallig himmelblau.
Der Begriff Bücherei wird für kleine öffentliche Bibliotheken verwendet, die die Grundversorgung an Wissen und Literatur in ländlichen Regionen zur Aufgabe haben. Als Bibliothekar habe ich schon miterlebt, wie sich Berufskollegen über den Begriff stark aufgeregt haben.
"knallig himmelblau" klingt einfach nicht schön. Beschreib das Bett lieber nur als himmelblau. Das Wort knallig passt stilistisch für meinen Geschmack nicht so recht in deine Geschichte rein.
 

The_Fenniak

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Danke dir. Dieser Begriffsunterschied war mir nicht klar.

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Ich fuhr herum und zog in der gleichen Bewegung meinen Dolch. Daremona war schneller. Sie fing meine Hand, rotierte mit mir einmal um ihre Achse und drehte meinen Arm auf den Rücken. Ich versuchte es mit dem anderen Arm, doch auch den fing sie. Dann holte sie eine Spritze hervor und verabreichte mir eine blassgrüne Flüssigkeit. Sofort wurden meine Glieder schlaff. Aber ich fiel nicht um. Daremona hielt mich, sie musste ziemlich kräftig sein. Ohne Gegenwehr leisten zu können, wurde ich aufs Bett bugsiert. Dann war die Gestalt verschwunden. Einige Sekunden lag ich auf dem Bett und war gezwungen zu warten. Dann war sie plötzlich wieder da, mit einem Glas Met und dem Stück Fleisch, das ich vorhin gesehen hatte. Diese beiden Gegenstände stellte sie auf ein Beistelltischchen. Sie beugte sich über mich und streifte ihre Kapuze ab. Zuerst zum Vorschein kam eine sehr drachenartige Nase, allerdings von Fell überzogen statt von Schuppen. Als Nächstes sah ich ein paar strahlende Augen und ein fröhliches Grinsen. Daremona war ein Engelsdrache, mit smaragdgrünem Fell und leuchtend blauen Augen.
Ich war baff.
Nicht, dass ich noch nie einen Engelsdrachen gesehen hätte. Aber grade diesem liebenswürdigem, unschuldigem Geschöpf hätte ich nie den Beruf eines Killers unterstellt.
Daremona sprang um mich herum wie ein Kind, das einen hübschen Stein gefunden
hat und sich jetzt freute. Sie war dabei auf ihre grotesk fröhliche und ausgelassene Art irgendwie niedlich.
Plötzlich beugte sie sich mit breitem Lächeln über mich, sodass sie für mich auf dem Kopf stand.
Hallo Febron. Schön, dich zu sehen. Weißt du, wir könnten Kollegen werden und Freunde, vielleicht auch mehr. Wir sind uns sehr ähnlich. Aber das funktioniert nicht, wenn du mich dauernd umbringen willst. Es ist ja ganz lustig, aber Schluss damit. Ich geh jetzt den Narr suchen, der mich tot sehen will und du denkst hier mal über mein Angebot nach. Achja, mit Yuna will ich auch noch reden.“
Sie gab mir einen spielerischen Kuss auf die Nase. Dann ging sie tänzelnd hinaus.
Übrigens, die Lähmung wird bald nachlassen, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Sonst gebe ich dir halt nachher das Gegenmittel. Und das Essen da auf dem Tisch darfst du dir ruhig nehmen.“
Ziemlich verdattert blieb ich noch eine Weile nach dem Abklingen der Lähmung liegen.


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Es wurde dunkler um Febron, seine Fackel verlosch. Bald ging nur noch von einer Kerze auf dem Schreibtisch Licht aus.


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Edit:
Falls sich jemand wundert, dass Taya jetzt Yuna heißt, hier ist die Erklärung: Ich möchte im weiteren Verlauf einen Charakter einfügen, der auf einer Freundin basiert. Diese heißt Maya, was meiner Meinung nach zu ähnlich zu Taya klingt.
 
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The_Fenniak

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Kapitel 4


Als er sich wieder bewegen konnte, stellte Febron zu seinem Missfallen fest, dass er sich nur etwa drei Meter vom Bett entfernen konnte. Eine dünne, aber ziemlich stabile Stahlkette an seinem Fuß hinderte ihn daran, zur Tür zu gehen. Also musste er warten. Seine Dolche hatte Daremona ihm abgenommen, aber er hatte noch einige Fackeln. Im Licht dieser verspeiste er das Stück Fleisch. Er spülte mit dem Met nach, das ihm wunderbar den Magen wärmte. Daremona war ihm fast schon sympathisch geworden. Ihr Angebot reizte ihn, aber irgendwie behagte es ihm nicht, seinen Auftraggeber zu verraten. Andererseits konnte er ihm grade sowieso nicht helfen und er bezweifelte, dass Daremona Gnade walten lassen würde.
Er war so in seine Überlegungen versunken, dass er nicht bemerkte, wie das Engelsdrachenweibchen hereinkam. Das Fiepsen, das Yuna ausstieß, als sie ihn sah, brachte ihn jedoch in die Gegenwart zurück. Im nächsten Moment fiel sie ihm so stürmisch um den Hals, dass er fast nach hinten umgekippt wäre.


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Febron zu sehen war eine unbeschreibliche Erleichterung. Dieser Engelsdrache war fast noch finsterer als Febron selbst, aber nur fast... Ihr haftete etwas merkwürdig Dunkles an, was in krassem Gegensatz zu der freundlichen, fröhlichen, fast schon verspielten, ausgelassenen Art stand, mit der sie mir begegnete. Sie hatte mit mir über Febron gesprochen, mir gesagt, ich müsse mit ihr kommen. Es ging um mein, sein und ihr Überleben. Schon beim Betreten der alten Bibliothek hatte ich ein mulmiges Gefühl, wie ein Drücken auf dem Brustkasten.
Als sie mich in diesen Seitenflügel führte, verstärkte sich das Gefühl der Gefahr. Ich hatte so etwas schon eine Weile nicht gespürt, das erste Mal hatte ich es bei meiner ersten Begegnung mit Febron. Ich zückte meinen eigenen kleinen Dolch. Ich war dieser Gestalt zwar haushoch unterlegen, aber vielleicht konnte ich das Überraschungsmoment nutzen. Erst unten an der Treppe verlor ich diese Angst. Sie wich einem gesunden Misstrauen.


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Es war ein ordentlicher Schreck, als Yuna angestürzt kam. Ich wusste ja, dass Daremona zu ihr wollte, aber dass sie sie gleich mitbringt...
Jetzt waren wir entweder richtig in Schwierigkeiten oder es änderte sich grade vieles zum Besseren. Die Kette an meinem Fuß ließ mich die zweite Variante bezweifeln.


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Daremona wartete ein paar Minuten um Yuna Zeit zu geben. Dann trat sie einen Schritt nach vorne.
Febron wird es sicher schon wissen, Yuna eher nicht. Ja, ich bin Daremona. Naja, eigentlich heiße ich Kira. Ihr habt von mir nichts zu befürchten. Im Gegenteil, es liegt in meinem Interesse, mit euch zusammenzuarbeiten. Denn etwas ist hinter uns allen her. Besonders hinter mir und Febron aber auch Dir, Yuna und Fahim. Ich weiß nicht, wer es ist, und in wessen Auftrag er arbeitet."
"Langsam. Wieso hast du mich am Hafen angegriffen?", zischte Febron.
"Ich? Dich angegriffen? Wieso sollte ich das tun? Ich war noch nicht einmal am Hafen in letzter Zeit. Das hätte Yuna doch bemerkt.", wehrte sich Kira. "Das stimmt, sie kann es nicht gewesen sein. Am Hafn gibt es nichts, was ich nicht mitbekomme.", schaltete sich Yuna ein. "Diese Geschichte beunruhigt mich.", raunte Kira, "Febron, dein Informant war doch ein Wiesel, oder?“

Ja,“, antwortete der Wolf, „aber wieso ist das wichtig?“ „Es gibt Gestalten in dieser Stadt, die an mehr als einem Ort mit mehr als einem Namen leben. Den, den ich meine, nennt man den Auftraggeber. Ich habe für ihn schon einige Jobs erledigt, aber ich fürchte, er will uns loswerden. Es gibt nicht viele Killer, die es mit uns aufnehmen könnten, aber es gibt sie. Deshalb müssen wir hier weg.“
Na gut, das glaube ich dir. Aber wie? Die Tore werden die ganze Zeit bewacht.“
Ich weiß, aber ich kenne eine Person, die uns durchbringen kann. Wir treffen sie morgen am Brunnen beim Handwerksviertel. Ich schlage vor, ihr beiden schlaft hier.“


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Mein Misstrauen gegen den Engelsdrachen wich immer mehr. Sie schien wirklich um unsere Sicherheit besorgt. Außerdem hätte sie mich wohl längst ermordet, wäre das ihr Ziel gewesen. Immerhin lag ich bestimmt drei Stunden gelähmt auf ihrem Bett.
Nein, von ihr ging keine Gefahr aus. Dennoch fühlte ich mich unwohl. Der Gedanke an Thansheim bekam dunkle Flecken, färbte sich hier blutrot, da pechschwarz. Daremona, besser Kira hatte Recht. Wir mussten hier weg.

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Sorry, dass ich so selten was poste. Ich schreib schon ziemlich unregelmäßig und denke dann einfach nicht mehr dran, was hier reinzustellen...
Mal was anderes,
ich fänds ganz interessant, Sonas von Forenleuten als Charakter einzubauen. Wenn jemand Interesse hätte, bräuchte ich einen Namen, eine kurze Beschreibung des Aussehens und etwaiger Kleidung und ein paar Charaktereigenschaften, die drin vorkommen sollen (per PN oder einfach hier drunter.)
 
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