Dalerius, der Nee´Khur

Horius

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Hey alle zusammen!
Ich habe vor kurzem angefangen, ein Buch zu schreiben und wollte jetzt mal von euch wissen, was ihr von der Geschichte haltet. Ich weiß aber noch nicht, was ich für einen Titel nehmen sollte ich hab jetzt halt mal den ersten genommen, der mir eingefallen ist. Wenn da jemand Vorschläge für nen Titel hat: Nur her damit!xD Auch Kritik ist immer willkommen!

Prolog

In der Welt, in der die Menschen lebten, wurde bereits vor der Zeit der ersten schriftlichen Aufzeichnungen eine Legende von einer Generation zur anderen weitergegeben. Diese Legende war jedoch weitaus älter als dieses Volk.
Die Menschen selbst waren an sich sehr alt, bisher hatten sie jede Katastrophe zwar oft nur um haaresbreite, aber immerhin überstanden.
Sie haben die schon seit Ewigkeiten vergangenen Weltkriege und die Industrialisierung sowie Hungersnöte und Katastrophen schlimmerer Art überlebt und waren auch in der Lage, zuverlässig korrekte Fakten über die sehr weit zurückliegende Vergangenheit zu sammeln, wobei sie auch das höhere Alter der Legende im Vergleich zu ihnen, aber auch nicht mehr über sie herausfanden, zum Beispiel wo die Legende entstanden ist.
Diese Legende besagt, dass zwischen jedem Volk und dessen Natur eine ganz besondere Verbindung besteht, was viele Völker aber nicht zu begreifen vermochten und unter anderem daran untergingen.
Erst wenn ein Volk diese Tatsache begriffen hat, kam auch die Natur auf das Volk zu und die Einheit wurde hergestellt. Dies geschah, indem sich immer wieder bestimmte Tiere und bestimmte Menschen wählten und vereinten, indem sie sich paarten, vorausgesetzt sie waren für einander bestimmt, sonst funktionierte es nicht.
Das Kind oder die Kinder, welche dann in Körperbau und Verhalten Eigenschaften beider Wesen besaßen, wurden Teil eines anderen Volkes, den Nee´Khur, was übersetzt so viel heißt, wie “Das Alte Volk”, so uralt, dass nicht einmal die ältesten und weisesten dieses Volkes, die noch nicht weitergezogen sind, einen für sie verständlichen Vergleich mehr fanden, der ihr wahres Alter beschreiben würde.
Selbst wenn ein “normalsterbliches” Volk begriff, kam aber nie heraus, welches Tier sich genau mit welcher Person des Volkes vereinte. Es wussten nur diejenigen, die zueinander fanden, weshalb diese Legende von einem großen Teil der Bevölkerung angezweifelt wurde, obwohl doch die Kinder dieser Legende existierten. Es gab eben nur sehr wenige, die Wahrheit beweisen konnten und die, die es hätten beweisen können, bewahrten ihr Geheimnis bis in alle Zeit.
Egal wie viele diese Legende aber für unwahr erklärten, sie war wahr. Und sie spielte sich gerade in diesem Moment zum letzten mal unter den Menschen ab. Die Zeit für ihren letzten Schritt war gekommen.

Denn in dieser Nacht, in der sich bald das Schicksal der Menschen zum letzten Mal offenbaren wird, wurde zum Ende einer ungewöhnlich langen Reihe von “besonderen Geburten” ein Junge geboren, der Vater ein Mensch, die Mutter eine prächtige Tigerin.
Das Einzige, was dieser Junge wie auch alle seiner Artgenossen bereits seit der Geburt wissen(von diversen Fähigkeiten des Tieres abgesehen), ist der Name. Seiner bedeutete übersetzt: “Der dem Volk hilft, aufzusteigen”.
Sein Name lautete Dalerius.
 
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N3k0

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klingt interesant^^
würde gern mehr lesen
 

Horius

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Wenn ihr wollt kann ich bis ins zweite Kapitel posten, so weit bin ich schon, aber ist das nicht dann ein bisschen viel Text?? Des sin' nämlich noch 25 DIN A5 Seiten mit Times Nes Roman 12 pt...
 

Horius

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Dreißig Jahre später

Dalerius bückte sich zum Boden hin. Er war zufrieden mit sich, hatte er doch soeben einen prächtigen Hirsch erlegt, den seine Kameraden, seine Familie und sich eine Zeit lang ernähren wird. Sie jagten nämlich immer nur so viel, wie sie brauchten und das war nicht sehr viel. Das war schon immer so gewesen und wird auch immer so bleiben. Er hätte diesen Hirsch aber nicht mit seinem Bogen erlegen müssen, er ist von Natur aus schon ein geborener Jäger. Plötzlich vernahmen seine empfindlichen Ohren in geringer Entfernung das leise Tapsen von drei Paaren sich schnell nähernder Füße. Er erkannte sofort, wer das war, denn jeder von ihnen hatte seine eigene Art zu Laufen. Freudig wartete er, bis die empfindliche Nase seiner Ehegefährtin Tarikka sie, ihre Tochter Kelajra und den gleichaltrigen Sohn Neremo zu ihm geführt hatte. Als Tarikka endlich aus dem Unterholz brach, sprang Dalerius ihr glücklich entgegen und nahm Tarikka in seine Arme. Sie küssten sich sehr zärtlich zur Begrüßung und rieben ihre tierischen Nasen aneinander als Zeichen der Liebe, die nach 15 Jahren immer noch nicht ein bisschen verflogen ist.

15 Jahre…, eine absolut lächerlich kurze Zeitspanne, trotzdem erfüllt von den wunderbarsten Erinnerungen, die man als Ehepaar nur haben kann. Eigentlich waren die gesamten 30 Jahre seines Lebens wundervoll gewesen. Seit seiner Geburt war jeder neue Tag spannend verlaufen.
Über seine Geburt hat er sich besonders oft Gedanken gemacht, er ließ sich immer wieder durch den Kopf gehen, was Aleria, die Lehrerin ihrer Gemeinschaft, ihm über seine Geburt erzählt hatte: Sein Vater, einer der besten Jäger in seiner Stadt, sollte eine Tigerin verfolgen und beobachten, die der Stadt immer wieder zu nahe gekommen ist. Er folgte ihr bis tief in den Wald hinein, wo sie dann ihre wahre Absicht zeigte. Sie wollte nämlich diesen Mann aus der Stadt herauslocken, weg von den anderen Menschen, denn sie hatte sich in ihn verliebt. Sie konnte es sich zwar anfangs nicht erklären, warum sie einen Menschen liebte, sie ging aber davon aus, dass dies schon einen Grund hatte, den ihr dieser Mensch erklären könnte und nahm sich dieser Liebe an. Sie fühlte eine starke Verbindung zu diesem Mann, jeden seiner Atemzüge konnte sie spüren. Anders herum war es genauso: Der Jäger fühlte, je näher er der Tigerin kam, plötzlich ein anderes Lebewesen in sich. Schnell wurde ihm klar, dass es diese Tigerin sein musste, die er spürte. Ein starkes Gefühl von Sicherheit durchströmte ihn mit der Zeit, er wusste auf einmal, dass ihm die Tigerin nichts tun würde, also legte er seine Waffen ab. Alle. Wäre das trotzdem eine Falle oder dergleichen gewesen, hätte er sich nur mit sich selbst verteidigen können. Er aber vertraute seinem Gefühl und folgte der Tigerin auf eine wunderschöne Lichtung, die bis auf einen kleinen Durchschlupf von dichtem Gebüsch umrandet war.
Der Jäger erschrak, als plötzlich eine Stimme in seinem Inneren sagte:
„Schön, dass du gekommen bist.“ Der Jäger war völlig perplex, eine Stimme in seinem Kopf zu hören. Es reichte schon, dass er diese Tigerin spüren konnte.
„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben. Ich werde dir nichts tun, auch wenn ich dir nicht versprechen kann, dass ich dir nicht weh tun könnte“, fuhr sie fort.
„Wieso kann ich deine Stimme in meinem Kopf hören?“, frage der Jäger die Tigerin beunruhigt.
„Ich weiß es nicht. Ich habe gehofft, du könntest es mir erklären.“ Darauf hin überlegte der Jäger.
 

Horius

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Ihm fiel diese Legende ein, die jeder kannte und welche besagte, dass jedes Volk eine ganz besondere…-
„NEIN!“, entfuhr es ihm erschrocken und überrascht zugleich und sprang blitzschnell auf. Daran erschrak auch die Tigerin und sie sprang einen Satz zurück. Nur weil sie diesen Menschen jetzt spüren konnte hieß nicht, dass sie etwas von ihrer Vorsicht verlor.
Schließlich fragte sie ihn neugierig:
„Kannst du es mir jetzt erklären?“
„Ja, ich glaube, ich kann es. Ich werde aber etwas Zeit brauchen“, antwortete er ihr.
„Das macht nichts, niemand wird dich vermissen“, wobei sie Recht hatte. Als Jäger ist es nämlich nichts Ungewöhnliches, eine längere Zeit im Wald zu sein. Also setzten sich die beiden wieder zusammen und der Jäger begann zu erzählen.
Die Tigerin schien überaus fasziniert von dieser Geschichte zu sein. Gleichzeitig kam sie dem Jäger immer ein kleines Stück näher und als er geendet hatte, lag ihr Kopf auf seinem Schoß. Er schob sie nicht weg, das hätte er nichts über sich gebracht, trotzdem war er sehr nervös. Der Jäger entschloss sich, vorsichtig eine Hand auf ihren Nacken zu legen, was ihr anscheinend nichts ausmachte. Langsam begann er, ihren Kopf abwärts zu streicheln, wie er es bei einer Hauskatze gemacht hätte. Das hatte die Tigerin gern und begann zu schnurren. Sie genoss sichtlich die Fürsorge dieses Menschen. Nach einer Zeit sagte sie:
„Ich habe dich jedes mal, wenn du im Wald warst, beobachtet. Ich war mir immer unschlüssig, ob ich dich jetzt fressen sollte oder nicht, denn erwischt hätte ich dich in jedem Fall.“
„Dann kann ich ja mit großem Glück sagen, dass du mich nicht gefressen hast“, antwortete der Jäger.
„Weißt du, seit ich dich zum ersten mal traf, habe ich ganz besondere Gefühle für dich entwickelt. Am Anfang bin ich mir dir lediglich aus Interesse genähert, aber heute ist es… mehr… Ich hätte zwar nie gedacht, dass es so kommen würde, aber ich habe mich in dich verliebt, Antharios.“ Sie hielt es für das beste, es direkt auszusprechen, jetzt da sie die Legende kannte.
Mit leiser Bewunderung stellte der Jäger fest, dass sie sogar seinen Namen kannte, was ihn aber noch verlegener machte. Jetzt verstand er, warum er sich nie zum menschlichen weiblichen Geschlecht hingezogen fühlte. Nun aber, bei dieser Tigerin, hatte er das starke Gefühl, sich diesem Wesen anvertrauen zu können.
„Ich selbst habe keinen Namen, wir können uns anhand anderer Dinge erkennen“, sprach die Tigerin und richtete sich dabei auf. Sie drückte sanft den Oberkörper von Antharios mit ihren großen Tatzen auf den weichen, mit duftendem Gras bewachsenen Boden und begann, sein Gesicht abzulecken. Ihm war ihre raue Zunge anfangs zwar unangenehm, mit der Zeit mochte er es aber. Er hatte schon sehr oft gerade Tiger beobachtet, die sich sehr nahe standen. Er sah, wie sie sich gegenseitig ableckten, was hauptsächlich der Hygiene diente und ein Zeichen war, dass diese sich sehr mochten. Auch reiben diese Tiere sehr gerne ihre Köpfe aneinander, also versuchte er, sich in etwas wie ein männlicher Tiger zu verhalten. Er hob so gut es ging den Kopf und schmiegte seine Gesicht an ihres, was sie dann schon überraschte, wusste sie doch nicht, in wie weit er sich im Verhalten von ihresgleichen auskannte. Antharios fing an, sie zu küssen und langsam, aber sicher begann auch er, ihre Liebe zu erwidern und beide gaben sich dieser voll und ganz hin, bis der neue Morgen angraute.
 

Horius

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Antharios kam in der nächsten Zeit immer häufiger zu seiner Geliebten in den Wald. Da er ja Jäger war, schöpfte niemand Verdacht. Eines Tages aber, am dem die Geburt unmittelbar bevorstehen musste, war schon eine andere Person bei ihr. Sie war kein Mensch, aber auch kein Tier, eine Art Mischung aus beidem. Sieh sah aus, als hätte sie sich als Mensch nur zur Hälfte in einen rotbraunen Fuchs verwandelt, es war Aleria. Mit den Worten:
„Heute Nacht wird einer meinesgleichen geboren werden“, begrüßte sie Antharios. Antharios verstand, die Legende bewahrheitete sich, denn sie sah aus, als wäre sie selbst ein Kind dieser Legende…

„Du brauchst nicht mucksmäuschenstill auf uns zu warten“, begann Tarikka das Gespräch.
„Es ist aber auch mal eine gute Abwechslung, sich einmal nur auf die Sinne zu verlassen, die uns durch unsere tierischen Eltern geschenkt wurden. Davon abgesehen, dass du mich ohnehin aus großer Entfernung spüren kannst“, erwiderte Dalerius glücklich. Danach begrüßte er auch seine Kinder sehr herzlich und wandte sich schließlich seiner Beute zu.
„Das ist ein sehr schöner Hirsch“, lobte sie ihn, „du hättest ihn nicht töten müssen“, folgte aber mit einem leichten Vorwurf in ihrer Stimme. Sie hatte vermeintlich Recht, ein Hirsch wie dieser hätte er unter normalen Umständen nicht töten dürfen. Sie hatte aber etwas übersehen, das sie gar nicht sehen oder erkennen konnte, zumindest von außen nicht.
„Dieser Hirsch wäre ohnehin in der nächsten Woche gestorben, so stattlich er von außen auch aussehen mag. Er hatte nämlich schon seit seiner Geburt einen Herzfehler, der ihn in der nächsten Woche dann doch qualvoll hätte dahinscheiden lassen, also habe ich ihm mit einem schnellen Tod ein gnädiges und ehrvolles Ende bereitet, denn er wird in unser Volk eingehen. Außerdem habe ich ihn ja zu einem späten Zeitpunkt wie diesem erlegt, darum hatte er genug Zeit, das zu tun, was eben ein stattlicher Hirsch wie dieser tun sollte“, erwiderte Dalerius. Tarikka starrte ihn mit großen Augen an.
„Das zu wissen sieht dir natürlich ähnlich! Du kennst jedes Tier mit Abstand besser als jeder andere, auch wenn du nicht die meiste Erfahrung als Jäger hast. Ich frage mich, ob du diese Fähigkeit wirklich nur bei Tieren einsetzen kannst“, konterte sie frech. Sie hegte keinen Groll gegen ihren Ehegefährten, auch wenn sie durchaus etwas neidisch auf ihn war. Sie wusste ganz jedoch genau, dass er diese Fähigkeit wohl auch bei anderen Lebewesen einsetzen kann, er zeigte bis auf eine Ausnahme aber eine entschiedene Ablehnung gegen das Einsetzen seiner Fähigkeit an Kameraden, denn er kann auch die Gedanken seiner Gefährten „lesen“, hier gibt es aber auch eine Ausnahme.
Diese erste Ausnahme stand mit einem schelmischen Blick vor ihm. Seine Ehegefährtin wäre die einzige Person, bei der er diese Fähigkeit gerne mal einsetzen wollte - aber nicht um zu kontrollieren, ob sie ihm auch wirklich treu blieb, denn das wäre ein schändlicher Verrat an ihr gewesen, der nicht wieder gut zu machen wäre. Absolutes Vertrauen seinen Kameraden gegenüber ist nämlich die Regel Nummer eins in ihrem Dorf. Nein er wollt lediglich wissen, verstehen, wie die Gefühle dieser Frau, die ihn so sehr liebte, funktionierten, was schon sehr oft seine Fantasie angeregt hatte. Dies wusste Tarikka natürlich ganz genau und nutzte diesen Vorteil, wann immer er gerade passte, um ihn zu necken, da diese Tatsache Dalerius immer noch sehr verlegen machte.
 

Horius

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Warum er das „Lesen“ von Gedanken an anderen nicht einsetzte, hatte einen einfachen Grund: Wenn ihm jemand seine Gefühle oder Gedanken anvertrauen wollte, würde Der- oder Diejenige schon zu ihm kommen, zumal er auch nicht weiß, ob sein Gegenüber überhaupt möchte, dass jemals seine Gedanken gelesen werden. Allein um dies herauszufinden, hätte er sein Prinzip brechen müssen, was natürlich nicht in Frage kam.
Die einzige Person, bei der er die Gedanken nicht hätte lesen können, wäre seine Lehrerin Aleria gewesen, die die spirituelle, magische und moralische Führerin ihres Dorfes ist und seine Fähigkeiten weiter verbessert hat, wobei sie einen Weg gefunden hat, ihren Geist vor einem Eindringen von außerhalb zu schützen.
„Du weißt, dass ich das tun könnte. Und auch weißt du, dass ich das nicht bei anderen Kameraden einsetze“, erwiderte er verlegen.
„Mami, Papi, gehen wir jetzt wieder zurück?“, schallte es auf einmal von unten her. Das nennt man Rettung in letzter Sekunde, dachte sich Dalerius. Die beiden Erwachsenen schauten nach unten und fanden ihre beiden Kleinen aufgeregt und mit wedelnden Schwänzen hin und her hopsend vor, daraufhin begannen Dalerius und Tarikka belustigt aufzulachen.(Vielleicht noch die Kinder beschreiben…)
„Es ist wirklich Zeit aufzubrechen“, sagte Tarikka, „die anderen werden schon warten.“ Daraufhin nahm Dalerius den Hirsch auf die Schulter und schon waren alle vier im Gebüsch verschwunden. Sie rannten gerne den Weg zurück zum Dorf. Da konnten die Kleinen zum Einen ihre Ausdauer trainieren, zum Anderen machte es für dieses Volk schon immer wortwörtlich tierischen Spaß, in der Natur herumzutollen…

Alaria hatte ihn, Dalerius, kurz nach der Geburt an sich genommen, was am Anfang zwar ungeheuer hart war, der Junge benötigte aber eine Erziehung von seinesgleichen.
„Ihr als Eltern und Eingeweihte seid natürlich jederzeit herzlich in unserem Dorf willkommen und ich wünsche mir auch, dass ihr kommt, denn der Kleine wird seine leiblichen Eltern brauchen. Ihr werdet uns finden, wenn ihr eurem Geist folgt“, schilderte Aleria den beiden und verabschiedete sich von ihnen.
Zeit, um ihr nachzusehen blieb den beiden nicht, denn Aleria war schon nach einer Sekunde lautlos im Wald verschwunden, ohne auch nur eine Spur zu hinterlassen, denn selbst sie musste jetzt vorsichtig sein…

Die Dämmerung hatte zwar noch nicht eingesetzt, als sie aufgebrochen sind, aber als sie in ihrem Dorf ankamen, war die Nacht bereits hereingebrochen.
In der Mitte des Dorfes brannte ein kleines Feuer, das für seine Größe erstaunlich viel Wärme und Licht abstrahlte. Vor dem Feuer saß die Anführerin des Dorfes mit ein paar anderen Gefährten, die ihr Gesellschaft leisteten. Sie erzählte gerne alte Geschichten oder besprach wie in diesem Moment den heutigen sowie den morgigen Tag am diesem Platz. Tarikka schlug ihren Kindern vor:
„Warum bittet ihr Aleria nicht, euch ein paar spannende Geschichten zu erzählen?“ Kelajra und Neremo waren hellauf begeistert von dieser Idee. Sie liebten es, von Aleria alte Geschichten erzählt zu bekommen.
„Aber bevor ihr jetzt losstürmt und unsere Anführerin mit Fragen bombardiert, holt doch erst noch die anderen Kinder, ihr würdet das doch bestimmt auch wollen, wenn ihr nicht dabei wärt“, konnte Dalerius sie im letzten Moment noch zurückhalten, nicht nur der Fairness halber, sondern um auch selbst noch etwas Zeit für ein Wort mit ihr zu haben.
 

N3k0

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klingt gut^^
aber ich glaub i wo steht noch eine notiz von dir^^
die kinder beschreiben oder so.

und 2-3 fehler hab ich wohl gefunden an anstatt am und sowas^^
 

Horius

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Danke!xDxDxD
Ja Fehler werden noch so einige drin sein, ich werd bestimmt auch noch einiges ändern oder einbauen, des soll nämlich irgendwann mal 'en Buch mikt 'en paar Hundert Seiten werden, wenn ich des schaffe... Ab und zu mach ich mir dann auch mal Notizen, wenn mir was noch einfällt und des nicht gleich schreiben möchte, ich hoffe des stört nicht zu sehr.
 

Horius

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[gelöscht]
??? Warum poste ich das zwei mal? ???
 
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SilverWolf

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Tolle Geschichte, richtig spannend, macht Lust auf eine Fortsetzung :D

Weiter so!

Gruß
Silver
 

Barjan

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Schön, einfach nur schön.
Ich hoffe du schreibst weiter
 

Horius

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Aleria hatte dem Gespräch der Vieren mit einem freudigen Blick beigewohnt, erst jetzt vielen Dalerius und Tarikka auf, dass die älteren Personen bereits verschwunden waren. Sie hatten das Gespräch also schon beendet.
„Na, hat sich mein lieber Schüler einmal wieder ganz auf seine Fähigkeiten verlassen?“ begrüßte die Anführerin Dalerius und konnte sich ein Lachen dabei nicht verkneifen. Dalerius verstand die Anspielung und spürte sehr deutlich, wie sein Gesicht unter seinem Tigerfell feuerrot anlief und konnte geraden noch so antworten: „Also dir ist noch nie so etwas entgangen!“
„Der Wald hat ja bekanntlich Ohren“, entgegnete nun auch Tarikka amüsiert, worauf sich die beiden zu Aleria ans Feuer setzten und Dalerius den Hirsch vor die Anführerin legte.
„Einen schönen Hirsch hast du erlegt“, wandte sich die Anführerin an Dalerius, „Arya und Lewia werden sich gleich seiner annehmen.“
„Arya und Lewia sind wieder zurück?“, fragte Dalerius.
„Ja, sie sind heute Abend von ihrem Besuch der nördlichen Menschen-Ansiedlungen zurückgekehrt“, antwortete Aleria.
„Wie geht es ihren Familien?“, fragte Tarikka.
„Lewias Familie ist wohlauf, aber die Mutter von Arya wurde schwer krank, also hat Arya ihre Mutter wieder gesund gepflegt.“
„Es kam ja nicht heraus“, stellte Dalerius die rhetorische Frage.
„Nein, es kam nicht heraus. Sie werden es aber vermutlich bald erfahren. Es wird wohl bald kommen…“, grübelte Aleria. „Möchtest du morgen zusammen mit deiner Familie eure Städte besuchen?“, fragte sie sprunghaft, ohne auf das weiter einzugehen, was sie eben gesagt hatte.
„Gern. Neremo und Kelajra waren schon eine Zeit lang nicht mehr dort und Tarikka wird bestimmt auch ihre Mutter mal wieder sehen wollen“, antwortete Hauptperson, worauf Tarikka zustimmte.
„Dann passt es ja. Brecht morgen Mittag auf. Ihr werdet lange brauchen, um nach Egoran und Karian zu kommen“, sagte Aleria zu ihnen.
„Weise Aleria, würdest du uns bitte ein paar alte Geschichten erzählen?“, ertönte die leise Stimme von Kelajra hinter ihren Eltern.
„Mit Vergnügen!“, beendete die Anführerin das Gespräch mit Dalerius und Tarikka und die Kinder, 30 an der Zahl, setzten sich nun um sie herum…

Egoran, das war die Heimatstadt des Vaters von Dalerius und Karian war die Heimatstadt der Mutter seiner Ehegefährtin. Es waren in weitem Umkreis die größten Städte, die „Stützpunkte“ der Menschen in der östlichen Region(von den Nee´Khur aus gesehen), denn hier knüpfte nicht nur die Handelsroute der nördlichen Ansiedlungen an die Route, die weit aus dem Süden kommt, wo sich die Hauptstadt dieses Kontinents befand, es gab hier sonst bis auf ein paar kleine Dörfer überhaupt keine Menschen. In dem riesigen Gebiet westlich dieser Menschen-Städte waren nur die vielen Dörfer, in denen Dalerius und seine Artgenossen lebten und die unzähligen Wildtiere, die überall mehr oder weniger dicht verstreut waren…

Dalerius und Tarikka setzten sich leise zu den gespannt lauschenden Kinder und hielten sich gegenseitig in den Armen. Auch sie hörten Aleria zu, die zwei sehr interessante Geschichten erzählte. In der ersten erzählte sie von einer Welt, in alle die weiterziehen, die gestorben sind, den kulturellen und technologischen Stand dazu erreicht haben oder auf irgendeine anderer Weise untergegangen sind. Alle werden auf eine gewisse Weise diese Welt aufgenommen.
In der Zweiten ging es um die Geschichte der Menschen.
(Noch was einfallen lassen… 4,5 Mrd. Jahre sind ne VERDAMMT lange Zeit)

Die Kinder hörten fasziniert zu, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, welche Verantwortung auf ihren Schultern lasten wird. Dalerius verstand, dass Aleria langsam anfing, die Kleinen auch auf diese Weise auf ihr neues Leben vorzubereiten. Als die schließlich geendet hatte, kamen die anderen Eltern hinzu und nahmen ihre Kinder an sich.
„Papa, was hatte Aleria vorhin damit gemeint, als sie sagte, dass es bald soweit sein wird? Was wird bald soweit sein Papa?“, fragte Kelajra Dalerius mit kindlicher Besorgnis.
„Das Ende, Kelajra, das Ende wird bald kommen...“
 

Horius

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So, das war das erste Kapitel. Danke Sylin und Silver, weiter schreiben möchte ich in jedem Fall!xDxDxD
 
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Horius

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Nächtlicher Angriff

Bald wird Dalerius die speziellen Dinge einsetzen müssen, die Aleria ihn all die Jahre beigebracht, die Dinge, die er in jahrelanger Ausbildung erlernt hat.
Alle Ausbildungen hatten schon immer sehr früh begonnen, damit sich der neue Nee´Khur möglichst schnell an sein Leben als dieser gewöhnt.
Dalerius wurde als Jäger und Magier ausgebildet und da er auch Talente im Kampf vorweisen konnte, genoss er auch die Ausbildung als Krieger. Es werden bei einem Nee´Khur hauptsächlich die Berufe erlernt, bei denen Der- oder Diejenige schon seit seiner Geburt Talente vorweisen konnte, das machte die Vorbereitung auf das Erwachsenenleben einfacher. Dalerius hatte es wie seine anderen Kameraden schwer, denn alle erlernten drei Berufe gleichzeitig, die im Einklang mit denen der restlichen Kameraden standen ( oder stehen mussten) und sich so gut wie möglich gegenseitig abzudecken. Jeder hatte später für sich ganz besondere Aufgaben in der Gruppe zu bewerkstelligen.
Die Magie-Ausbildung war von den Dreien am interessantesten gewesen. Aleria hatte sich hier sehr große Mühe gegeben, denn seine Magie-Ausbildung ging weit über die normale Magie hinaus.
Angefangen hat die sie bei allen gleich. Dalerius und seine Kameraden mussten zunächst einmal lernen, was Magie überhaupt war. Magie war wie eine Art Energie, die überall im Universum existierte. Sie war nichts Greifbares, man konnte sie aber spüren und dann sehen, wenn sie benutzt wurde. War das der Fall, sah man etwas, das wie schillernde weiße Schleier aussah, die die Hand, die man (hauptsächlich) zum Zaubern benutzte, umgab. Diese Schleier waren kein Gas, kein Dunst und trotzdem waren sie da. Jeder Nee´Khur hatte seine eigene Art und Weise, die Magie zu nutzen oder zu beeinflussen, allgemein wurde aber ein starker Wille, Glaube und viel Konzentration gebraucht. Die einen brauchten jahrelange Übung, die anderen nutzten sie aber so spielerisch, dass es schien, Zaubern wäre das einfachste von der Welt.
Allein um das herauszufinden, brauchten die Magielehrlinge eine Menge Zeit. Schließlich waren sie aber so weit, dass sie die magische Energie um ihren ganzen Körper und darüber hinaus um andere Gegenstände herum lenken konnten. Schnell entwickelte sich daraus ein Spiel, bei dem es darum ging, „seine“ Energie in immer komplizierteren Bewegungen fließen zu lassen. Ein anderes mal hatten sie sich einen Spaß daraus gemacht, beinahe das gesamte Dorf „einzunebeln“, was alle Bewohner sehr lustig fanden, waren sie doch die ersten, die das ausprobiert hatten. Aleria ließ sie machen, denn je mehr Zeit sie mit der Magie verbrachten, desto sicherer wurden sie darin, sie zu gebrauchen. Irgendwann trug sie ihnen auf, bestimmte Dinge zu formen, von einfachen Dingen wie Kreise bis hin zu komplexeren Gebilden wie Tiere und anderen Lebewesen, worauf das Dorf eine Zeit lang nur so von Tieren und anderen Wesen wimmelte. Aleria konfrontierte sie aber auch mit vielen Fragen und Situationen, die sie für sich zu entscheiden oder zu lösen hatten und die ihre Art, Magie zu verwenden, drastisch beeinflussen werden.
Bei einem Beispiel verglich sie das Gebrauchen von Magie mit dem ersten Schlacht oder dem ersten ernsten Kampf als Krieger.
„Seit euch bewusst, dass das, was ihr hier jetzt lernt, nur die Grundlagen sind. Ohne Druck von außen und ohne Handlungszwang. Wenn es aber mal wirklich ernst wird und das wird es eines Tages, rennt erstens nicht davor weg, denn das könnt ihr nicht und zweitens, bedenkt, dass nach eurer ersten Schlacht Blut an eurer Klinge sein wird. Dieser Moment wird euch dann entscheidend beeinflussen, denn ihr müsst euch dann entscheiden, ob ihr eure Fähigkeiten für das Gute oder das Böse einsetzen werdet. Also versucht immer, Situationen möglichst besonnen und weise einzuschätzen und seid euch immer im Klaren: Das da draußen wird kein Spiel mehr sein.“
 

Horius

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Dalerius konnte nun die magische Energie beeinflussen, aber noch keinen Nutzen aus ihr ziehen. Es war an der Zeit, dass sie lernten, dieser Energie zu sagen, was sie tun sollte. Sollte sie aufbauen oder zerstören? Leben retten oder Leben nehmen? Dies war der nächste wichtige Schritt der Ausbildung.
Er begann auch wieder mit einfacheren Dingen. So sollte Dalerius zusammen mit seinen Kameraden zunächst einmal kleine Steinchen in die Luft befördern. Die wurden dann immer größer und irgendwann sollten sie mehrere Steine zur gleichen Zeit schweben lassen. So weit kam er jedoch gar nicht. Nicht einmal die kleinen Steine wollten sich von Dalerius in die Luft befördern lassen! Er sah den anderen zu wie sie es angingen und Aleria gab ihm alle Arten von Ratschlägen, aber nichts half. Irgendwann war er an einem Punkt angekommen, an dem er langsam die Motivation verlor. Also beschäftigte Aleria zunächst einmal die anderen und wandte sich dann Dalerius zu:
„Sieh, mal. Du brauchst nicht traurig zu sein. Dass du keinen Weg findest, die Magie zu nutzen heißt nicht, dass du nicht zaubern kannst. Lass deiner Fantasie freien Lauf, dann wirst du einen Weg finden, denn es steckt etwas großes in dir, Dalerius, ich weiß es. Aber dieses Größe musst du erst in dir finden, also gib nicht auf.“ Immer noch etwas bedrückt, sah Dalerius zu seinen Kameraden hinüber. Sie suchten gerade den, der seine Steine am höchsten fliegen lassen konnte. Als jedoch einer bemerkte, wie Dalerius so zu ihnen herübersah, sagte er etwas zu den anderen und ausnahmslos alle kamen sofort zu ihm hin - die Steine fielen zurück auf den Boden -, um zu zeigen, dass auch sie ihm helfen werden.
„Komm schon, du schaffst das“, sagte einer von ihnen.
„Hey, Kopf hoch, aufgegeben wird nicht“, kam es von einem Mädchen, „wir werden dir alle helfen, versprochen.“
Dies war der Ruck, den Dalerius gebraucht hatte und er stürzte sich wieder mit den anderen in den Unterricht. Nach mehreren Tagen Training hatte er es zwar immer noch nicht geschafft, aber die anderen standen voll und ganz hinter ihm, das wusste er.
Eines Tages wurden Dalerius aber wütend darauf, dass er dies nicht schaffte, sodass er in seiner Wut immer mehr magische Energie an einem Stein ansammelte. Aleria erschrak, als sie dies sah. Dass er so schnell lernen würde, die magische Energie zu komprimieren, hatte sie nicht erwartet. Vorsichtshalber brachte sie etwas Abstand zwischen die sehr gespannt schauenden Kinder und Dalerius. Auch beschwor sie einen Schutzschild um den Raum um den Stein herum, den Dalerius aber nicht sehen konnte, denn wenn Dalerius diese komprimierte Magie aus Versehen zu plötzlich oder ungewollt freiließ, konnte dies einer Explosion gleich kommen.
Aleria glaubte, dass es an der Zeit wäre, dass die Kleinen mal ein oder zwei Tage „frei“ bekämen, um im Wald zu spielen. Vielleicht brauchte er einfach nur eine Pause, überlegte sie…

Bis zum Mittag hatten Dalerius, Tarikka und ihre Kinder alles gerichtet, was sie für ihre Reise zu den Menschen benötigten. Proviant, ihre Waffen (sofern vorhanden) und etwas Ersatzkleidung war alles, was sie brauchten, nein, sie sollten noch wertvolle Handelswaren mitnehmen, die sie dann in den Dörfern und den Städten verkaufen konnten. Denn von einem hatten sich die Menschen über die Zeit nicht trennen können: vom Geld. Und die Familie brauchte Geld, um irgendwo übernachten und sich gegebenenfalls Nahrung sowie desgleichen kaufen zu können. Die Menschen hatten nämlich einen völlig anderen Lebensstil als die Nee´Khur.
Bei den Menschen sehr begehrt waren schöne Felle und gewebte Stoffe mit schönen Mustern für Kleidung und Salz, das die Küste fern war. Auch Kräuter, die die Nee´Khur anbauten, waren immer eine beliebte Ware unter der Bevölkerung, sie wurden beim Kochen nämlich weitaus lieber benutzt als herkömmliche Kräuter, verbesserten die der Nee´Khur den Geschmack des Essens doch um ein vielfaches mehr als die ihren. Auch Metalle aller Art waren immer äußerst begehrt, haben die Menschen doch schon vor langer Zeit den, wie sie es nannten, „kommerziellen Mienenbetrieb von Tage- und Untertagebau“ aufgegeben, da dieser der Natur zu sehr geschadet hat. Eines musste Dalerius den Menschen lassen: Wenn das stimmte, was ihm Aleria voller Stolz erzählt hatte, sind sie in vielen Dingen vernünftig geworden.
Er sollte aber am eigenen Leib erfahren, dass sich manche Verhaltensformen der Menschen aber überhaupt nicht gebessert, geschweige denn geändert haben.
Was sie aber in keinem Fall zum Handeln mitnehmen werden, sind ihre Waffen, denn erstens hatten die Menschen ihre Eigenen und zweitens wollten die Nee´Khur ihre Technologien nicht preisgeben, sie hatten nämlich durchaus die Möglichkeit, im Notfall nicht nur mit Pfeil, Bogen, Schwert und Magie zu kämpfen, da ihnen auch schon ebenbürtige Gegner gegenübergestanden sind und die Nee´Khur lange Zeit zur Forschung hatten.
Zum Abschied versammelten sich alle Nee´Khur ihres Dorfes und wünschten ihnen eine gute Reise. Aleria sprach noch zu ihnen:
“Ich hoffe es gibt keine Zwischenfälle auf eurem Weg, ich mache mir aber keine großen Sorgen um euch. Falls was passieren sollte gebt uns auf dem üblichen Weg Bescheid. Da ihr nun bereit zum Aufbruch seid, wünsche auch ich euch eine gute Reise.”
“Macht euch keine Sorgen um uns, wir werden auf uns aufpassen und lassen von uns hören.” antwortete Dalerius.
“Wir werden dann mit den Vorbereitungen für das Fest beginnen. Es wird einiges zu tun geben. Je nach dem wo ihr wann seid geben wir euch Bescheid, wenn wir mit der Verkündung beginnen wollen.”
“Dann wird man bald von sich hören”, verabschiedete sich Tarikka.
Dalerius und seine Familie wandten schließlich ihrem Dorf des Rücken zu und machten sich auf den langen Weg, der sie zu den Menschen führte…
 

Horius

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Die Magielehrlinge haben beschlossen, dass sie dieses mal tief in den Wald gehen wollen. In einen Teil, den sie noch nicht kannten. Das war Dalerius am Anfang nicht geheuer, den in einem unbekannten Gebiet konnten alle möglichen Gefahren lauern. Er blieb am Anfang sehr beunruhigt, die anderen überredeten ihn schließlich doch mitzukommen. Sie sagten Aleria und ihren Eltern Bescheid, dass sie etwas länger im Wald bleiben werden und nahmen etwas Proviant und ihre wenigen Waffen mit, denn sie wollten auch etwas trainieren. Das ungute Gefühl, das Dalerius hatte, blieb aber.
Als sie alles gerichtet hatten, gingen sie los, in die Richtung, in der das unbekannte Gebiet lag. Sie waren den ganzen Morgen und Mittag unterwegs, da sie immer wieder anhielten, um zu spielen und zu trainieren. Als das Mädchen, das Dalerius aufgemuntert hatte, ein Wildschwein erlegte, waren sie besonders glücklich. Es wurde sofort ausgenommen, ein Teil über einem Feuer gebraten und der überwiegende Teil des Fleisches haltbar gemacht. Nachdem sie ihr köstliches Mahl verzehrt hatten, was jedoch nicht ohne dass sie Dalerius einen kleinen Streich spielten geschah, denn plötzlich flog sein Stück Fleisch davon, was auch Dalerius lustig fand, brachen sie wieder auf, denn sie hatten es jetzt fast geschafft. Schließlich in dem unbekannten Gefilde eingedrungen, bewegten sie sich nur noch eng zusammen als Gruppe fort, so wie sie es gelernt hatten. Nach vorne und zu Seite sicherten sie die eingeteilten Späher, die nach Gefahren Ausschau halten sollten, damit nicht die ganze Gruppe in die vielleicht erst zu spät erkannte Gefahr lief, wenn sie keine Späher eingeteilt hätten. Die ganze Gruppe spürte sofort, dass sich an diesem Ort etwas sehr seltsames aufhalten musste, denn jeder fühlte plötzlich sehr merkwürdige Gefühle in sich. Dieser Ort war umgeben von Hoffnungslosigkeit, Wut und sogar Hass, was andeutete, dass hier etwas Böses entweder lebte oder gelebt haben musste. Sie blieben dicht zusammen und schlugen zunächst einmal ihr Lager auf, denn es wurde bald dunkel. Ein Feuer wurde erst einmal nicht entzündet, zur eigenen Sicherheit. Sie teilten die Wachen ein und legten sich dann früh schlafen, denn sie wollten in der Nacht noch etwas unternehmen. Dalerius sollte die letzte Wache übernehmen und die anderen dann wecken, bis dahin wollte aber auch er noch etwas schlafen. Als er an der Reihe war, wurde Dalerius geweckt und er lauschte nun konzentriert in die Nacht. Da vernahm er noch etwas entfernt leise Geräusche. Geräusche von vielen Wesen, die von allen Seiten näher zu kommen schienen, alle schienen sich an sie heranzupirschen. Solche Bewegungen hatte er noch nie wahrgenommen.
 

Horius

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Er weckte sofort seine Kameraden, die auch anfingen in die Nacht zu lauschen. Alle legten sicherheitshalber ihre Waffen zurecht und fingen an sich zu konzentrieren, denn sie wollten sich im Notfall im magischen Nebel davonmachen. Es war klar, dass sie hinter ihnen sein mussten, denn sie konnten hier kein anderes Lebewesen wahrnehmen, auch Dalerius nicht, also besprachen sie leise zusammen ihr Vorgehen. Sie beschlossen, rund um ihr Lager, in ungefähr zehn bis zwanzig Metern Entfernung kleine Feuer zu legen, damit sie noch im Dunkeln lagen und sie aber sehen konnten, wenn etwas auf sie zu kam. Gesagt, getan, brannten rund um ihr Lager kleine Feuer, die die den Wald um sie herum, aber nicht ihr Lager erhellten. Alle warteten gespannt, wann oder ob diese Wesen nun kommen würden, doch lange Zeit kam nichts. Ab und zu sahen sie einen schnellen Schatten hinter den Feuern, aber die Wesen zeigten sich nicht, sie ließen die kleinen zappeln, wollten die Kleinen zermürben, denn diese Wesen hatten keine Eile. Ihnen stand die ganze Nacht zur Verfügung. Sie suchten nach einer Schwachstelle in der kleinen Nee´Khur-Gruppe, da ihr einziger großer Vorteil ihre Anzahl war. Dalerius schätzte ihre Zahl auf weit über 50 Tiere, was er den anderen mitteilte. Plötzlich fingen diese Tiere an zu heulen. Es war ein grausames Geheul, schlimmer als jedes tollwütige Bellen eines Hundes. Dalerius und seine Kameraden wurden in Angst und Schrecken versetzt, dass Heulen wurde immer mehr, von überall her. Auf einmal blieb eines dieser Wesen dicht bei einem Feuer stehen und zeigte sich. Es war ein schrecklicher Anblick: Dalerius konnte seine messerscharfen und fingerlangen Zähne sehen, sein schmutziges, schwarzes Fell, das aussah, als wäre es voll von getrockneten Blut und ihre gefährlich aussehenden Klauen. Das Tier begann, mit so einer Besessenheit und Grausamkeit seine Zähne zu fletschen, dass die von den Nee´Khur, die es sahen, gelähmt waren vor Angst. Darauf hatten diese Tiere gewartet und griffen blitzschnell an.
Die ersten sprangen mit erstaunlicher Geschwindigkeit an den Feuern vorbei auf die Kleinen zu. Diese schossen Pfeile ohne Ende ab, immer mehr dieser Wesen fielen getroffen zu Boden. Sie sahen schrecklich aus. Die Bögen hielten diese hundeartigen Tiere aber nicht lange auf Abstand, dafür waren es zu viele. Also legten sie ihre Bögen nieder und griffen ihre Nahkampfwaffen, von Schwertern bis Dolchen und kleinen Äxten.
“Der Nebel!”, schrie jemand direkt neben ihm. Innerhalb von Sekunden waren sie weiträumig in einen dichten Nebel aus magischer Energie eingehüllt, in dem sie sich aus der Lichtung schleichen konnten. Wären sie nämlich dort geblieben, hätten sie keine Chance gehabt. Sie hätten in ihrem Lager zwar auf begrenztem Raum gekämpft, was den Zahlenunterschied wett gemacht hätte, da sie ihr Lager aber in einer Senke aufschlugen, hätten sich diese Tiere von allen Seiten außer von unten auf die Kleinen stürzen können.
Diese Tiere konnten nun im Gegensatz zu den Kleinen nichts mehr sehen, aber ihre anderen Sinne funktionierten noch. Die Nee´Khur rannten so leise sie konnten zu einer Stelle, wo sie sich am besten schützen konnten: Ein Einschnitt in einen Berg, der nur von einer Seite zugänglich war. Kaum waren sie dort angekommen, hörten sie heulende Geräusche, die aber nicht von den Tieren kamen, sondern vom Himmel. Sie wurden immer tiefer, bis schließlich mehrere unbekannte Geschosse mit einem ohrenbetäubenden Knall in dem Magienebel einschlugen und diesen mit heftiger Gewalt auseinanderrissen. Schnell war der gesamte Nebel verflogen und die kleine Gruppen musste sich wieder vor den Tieren in Acht nehmen, die sofort wieder angriffen. Dalerius und seine Kameraden mussten alles daran setzen, diese Tiere nicht zu ihnen eindringen zu lassen, denn sonst war es aus, konnten sie dann nirgends mehr hin. Also kämpften sie mit erbitterter Härte, aber die Lage spitzte sich immer mehr zu. Langsam gerieten die Kleinen in Panik, denn alleine konnten sie diese Wesen nicht aufhalten. Trotzdem nahm es jeder gleichzeitig mit Vieren auf, sie brachten immer mehr dieser Bestien zur Strecke. Doch dann ging alles ganz schnell: Gleichzeitig stürzten sich an die zehn Tiere zu den Nee´Khur und griffen zusammen den Ältesten ihrer Gruppe an. Eine Bestie packte Heron an seinem linken Arm und schleuderte ihn gegen eine Wand, wobei sie eine klaffende Wunde in Herons Oberarm riss. Dieser schrie vor Schmerz sehr laut auf und ließ seine Waffen fallen. Dalerius und die anderen konzentrierten sich ab jetzt nur noch auf Heron, der schreiend am Boden kauerte. Die Bestien, die es schafften, zu der Gruppe vorzustoßen, wurden regelrecht von den in einen Blutrausch verfallenen Kameraden Herons zerstückelt, keiner achtete aber auf den Eingang, in den immer mehr Bestien eindrangen und die Kleinen zu Boden drückten und so packten, dass sie sich kaum noch bewegen konnten. Jetzt war alles verloren. Die Gruppe hatte keine Chance zu überleben, jetzt würden sie wohl alle sterben.
 

Horius

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So ich hab auch mal etwas weitergeschrieben, sagt dann mal bitte wie ihr es findet...
 

Horius

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[FONT=Times New Roman, serif]Da sprang auf einmal eine andere Gestalt zu ihnen, die in einen schwarzen, dreckigen und zerrissenen Mantel gehüllt war. Diese Gestalt sprach etwas in einer fremden Sprache, worauf die Bestien von der Gruppen abließen und zum Ausgang des Einschnitts hechteten. Die Gestalt war wohl ein Mann und dieser hatte zwar leise gesprochen, durch diese Sprache konnten die Nee´Khur seine Stimme jedoch so gut vernehmen, als hätte er laut aufgeschrien, trotzdem blickte Dalerius als Einziger wirklich auf. Hatte er sich gerade verhört?[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]Hier lagen nun die kleinen Nee´Khur, benommen und mehr oder weniger verwundet. Sie kamen aber wieder schnell zu sich, ergriffen ihre blutgetränkten Waffen und nahmen den verletzten Heron in ihre Mitte. Es schien aber, als wolle ihnen dieser Mann nichts tun. Er begann zu sprechen:[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif] “Ihr seid wirklich tapfere Kämpfer, es mit so vielen Kreaturen aufzunehmen.” Seine Stimme war noch grausiger als die der Tiere. Sie war sehr tief und echote ungewöhnlich oft. Er sprach so böse, als käme er direkt aus der Hölle, in seiner Stimme lag aber auch etwas beruhigendes und verlockendes.[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif] “Lasst mich mal euren verwundeten Kameraden sehen, ich kann ihm helfen”, sprach er zu den Nee´Khur, diese schlossen den Kreis und Heron aber nur noch mehr. “Wenn ihr mich nicht zu ihm lässt, wird er und auch ihr innerhalb weniger Stunden sterben”, fuhr er fort, “diese Kreaturen besitzen ein Gift, dass erst Symptome zeigt, wenn es längst zu spät ist, also lasst mich ihm doch helfen, ich werde es wissen, ich hatte viele Kameraden wegen diesen Bestien verloren und ihr alle habt Bisswunden von diesen Bestien.” Er blickte für einen kurzen Moment sehr wütend zu den Kreaturen herüber, was die Nee´Khur aber unter seinem Umhang nicht genau erkennen konnten. Er sprach mit so einer Ernsthaftigkeit, dass Dalerius und seine Kameraden ihm dann doch glaubten. Sie gaben den Blick auf Heron frei, der versuchte mit seiner Hand die enorme Blutung zu stillen, aber blieben extrem wachsam.[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]Als dieser Mann an ihnen vorbeiging, konnten sie sehen, dass diese eine seltsame Aura umschloss. Es sah aus, als würde der Raum um seinen Körper gekrümmt werden. Die Luft flimmerte in dieser Aura, alles war verschwommen. Dieser Mann beugte sich zu Heron herunter und hielt seine rechte Hand in die Nähe von Herons Wunde.[/FONT]
 

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