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Thema: Zwei Katzen in Kasachstan

  1. #21
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    Schließlich erreichten wir Aralsk. Eins der Ziele, von denen wir uns am meisten versprochen hatten, war der Aralsee gewesen, der in den letzten Jahrzehnten zu großen Teilen ausgetrocknet ist. So machten wir uns also auf in Richtung Wasser durch eine sehr flache, nur niedrig bewachsene Landschaft. Von Aralsk, einer einstigen Hafenstadt, war es ein weiter Weg bis zum Wasser. Irgendwann kam es dann in der Ferne in Sicht, doch der Weg wurde unbefahrbar, weil allzu tief aufgewühlt. Allerdings war er wieder trocken und fest, und auch das bewachsene Land neben dem Weg fühlte sich beim Darüberlaufen sicher und fest an. Also fuhr ich vorsichtig neben dem Weg entlang und blieb sicherheitshalber weit vor dem Wasser stehen, um den Rest des Weges lieber zu Fuß zu gehen. Dabei stellte ich fest, dass es nicht möglich war, das ferne Wasser zu erreichen, ohne vorher im Schlamm zu versinken. Also zurück zum Auto - doch das war in den scheinbar festen Boden so weit eingesunken, dass es auch mit Allradantrieb nicht mehr herauskam.
    Kurz - es wurde ein langer beschissener Abend und der absolute Tiefpunkt unserer Reise. Zwei Fischer, die in der Nähe wohl doch irgendeinen Zugang zum Wasser hatten, riefen Bekannte an, die auch erstmal aus Aralsk herkommen mussten und es gegen Mitternacht endlich schafften, unser Auto aus dem Schlamm zu kriegen. Nebenbei fraßen uns auch noch die Mücken auf.
    Vom Aralsee hatten wir dann gründlich die Schnauze voll und wollten einfach nur mal wieder ein bisschen Zivilisation. In Aralsk fand sich auch wirklich ein Hotel, etwas abseits einer Hauptstraße, umgeben von einer Baustelle, verfallenen Schuppen und gelegentlich umherstreifenden Kühen. Es war wie an den meisten Raststätten - von außen sah es aus wie: Soll das echt ein Hotel sein? Und gibts da drin überhaupt so etwas wie fließendes Wasser?
    Ja, es war ein Hotel, und es hatte noch ein richtig gutes, geräumiges Zimmer für wenig Geld frei. Es war unser erstes Hotel in Kasachstan, und wir waren, genau wie mit allen noch folgenden Hotels, in denen wir übernachteten, sehr zufrieden.
    Wir blieben zwei Tage und fanden Gefallen an Aralsk und seinem sympathischen kleinstädtischen Flair - später fanden wir heraus, dass Aralsk trotz seiner recht weitläufigen Ausdehnung und seines Flughafens tatsächlich nur eine Kleinstadt mit dreißigtausend Einwohnern ist.
    Hier Impressionen aus Aralsk:
    Der Hotelparkplatz, die Moschee auf der anderen Straßenseite, Monumente im Stadtzentrum, eine Straße mit Bahnlinie und der ehemalige Hafen.

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    People who deny the existence of dragons are often eaten by dragons. From within.
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    Weiter westlich wollten wir nicht; von Aralsk aus machten wir uns auf den Weg nach Norden, quer durchs Land. Wir kamen durch Gegenden, in denen das Land flach ist wie eine Tischplatte, bis zum Horizont in allen Richtungen, ohne dass es auch nur so etwas wie Hügel oder Bodenwellen gäbe. Der Ausbau der Straßen war hier noch nicht angekommen, und die durchaus wichtige Fernverkehrsstraße so, dass LKWs streckenweise nicht schneller als 40km/h fahren konnten. Außer der Straße selbst und der Landschaft gab es nicht viel; die nächste größere Stadt auf unserem Weg war Kostanay, in einem Gebiet, das schon zu Sibirien zählt. Das Wetter änderte sich allmählich während unserer Fahrt, die Landschaft ebenfalls. Die zuverlässig strahlende Sonne wich bedecktem Himmel und es wurde deutlich kühler, in den Nächten teilweise bis zum Nullpunkt hinunter. Die Salbei bewachsenen Ebenen wurden zu immer feuchteren Grasflächen, Feldern und schließlich Wald. Die Städte und Dörfer, durch die wir dann schließlich wieder kamen, wirkten sehr europäisch, die Leute dort ebenfalls - es war, als hätten wir geradewegs einen Sprung von Asien nach Europa gemacht. Eins blieb gleich: Die Vorliebe der Kasachen für Denkmäler und Monumente oder wenigstens prächtige Schilder.

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