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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Horror Vacui (furless)


Terry
13.09.2011, 22:37
Horror Vacui - die Abscheu vor der Leere


In meinen Ohren rauschte es, ich hörte das Blut durch meine Adern fließen und jeder Herzschlag ertönte wie ein Glockengong in meinem Schädel.
Ich spürte, wie es pumpte, überall- in meinen Beinen, in meinen Armen, in meiner Brust.
Irgendetwas stimmte nicht, irgendetwas wollte nicht passen und die Welt kam mir seltsam und anders vor.
Es musste mehr geben, mehr als nur das, was wir sehen.
Keinen Gott, keinen Märchenhelden, nein.
Es war ein surrealer Moment, Angst und Panik stiegen in mir auf.
Ich fühlte mich, als müsse ich zerreißen, zerbersten, und das, obwohl ich behütet in meinem eigenen Bett lag und keinerlei Halluzinogene oder Ähnliches zu mir genommen hatte.
Ich zog die Beine ganz nah an meinen Körper heran und schüttelte widerwillig den Kopf. Mein Herz pochte so laut, klagend und einnehmend, dass ich glaubte,es würde jeden Moment zerspringen und ich diese Nacht nicht überstehen.


Irgendwann war ich dann doch eingeschlafen und erwachte am nächsten Morgen nur zögerlich. Entkräftet beugte ich im Bett meinen Oberkörper nach vorne, stöhnte grantig und raffte mich auf um mir träge und lustlos ein paar Socken und eine Hose überzustreifen, damit ich schnell, leise und unbemerkt in die Küche hasten und etwas Essbares stibitzen konnte. Ich wollte weder gesehen noch angesprochen werden und fühlte mich irgendwie leer und ausdruckslos. Ein trockenes Brötchen mampfend bewegte ich mich wieder zurück auf die Matratze und versank in dieser. Körner und Krümel bröselten auf die ohnehin schon von Farbflecken durchzogene, sonst orangene Decke. Langsam kehrten Erinnerungen an einen Traum zurück-


Ich flog als unscharfe Gestalt bei Nacht über die Dächer von Paris, jemand gesellte sich zu mir und wir bewegten uns schlängelnd durch die nah aneinanderstehenden Türme und Häuser. Unser Treiben wurde allerdings abrupt unterbrochen, als wir die Schatten bemerkten, die uns verfolgten. Wir wurden gejagt und gehetzt, doch von was? Und die dringendere Frage, was waren wir selbst überhaupt?


Die Wochen zogen ins Land und ich glaubte den Sinn für die Realität verloren zu haben aus dem Wunsch heraus, dass etwas Mystisches und uns Verborgenes existieren musste. Selbst am hellichten Tage nahm ich plötzlich unwirkliche Schatten und Bewegungen wahr, entwickelte eine regelrechte Paranoia. Im Spiegel bemerkte ich neben dem nervigem Wirbel in meinen kurzen, rosanen Haaren auch noch die grauen Ringe, die mich erschöpft aussehen ließen und die kleinen geplatzen Äderchen im Weiß der Augen.


Jeder neue Tag kostete Unmengen an Kraft- ich hatte einen Samen gepflanzt, der keimte, austrieb und immer weiter wuchs. Die Nacht war fruchtbarer Boden für ihn und meine Träume wie das Wasser, das ihn goss.
Meiner Umwelt schienen die Veränderung Sorgen zu bereiten, und das zu Recht.
Monate später hatte die Tortur ein Ende gefunden in meinem elendigen Zusammenbruch.
Man brachte mich in eine Klinik.
Ich wurde aufgepäppelt und langsam lockerte sich meine Zunge.
Mir fiel eine dermaßen schwere Last von den Schultern, ich denke, so hätte sich Atlas nach dem Verlust der Erdkugel gefühlt.


Die Zeit verstrich und mein Aufenthalt dort schien Wirkung zu zeigen.
Es ging bergauf, ich verstand, dass ich lediglich die Leere in meinem Leben zu füllen versucht hatte.
Die Welt schien klarer, Schatten waren nichts mehr weiter als die leblosen Begleiter von Personen oder Gegenständen und auch mein Erscheinungsbild begann lebhafter und gesünder zu werden.


Doch was mir verborgen blieb, war, dass der Samen längst zu einer Pflanze herangewachsen war, deren Knospen eines Nachts erblühten.


Und mit ihnen kamen all die Empfindungen und Geisteseindrücke wieder, die ich verdrängt zu haben glaubte. Sie stürzten auf mich ein wie Wasserfälle und rissen meinen Verstand in Fetzen. Ich konnte nur noch machtlos der Auflösung meines Selbst beiwohnen, das Gefäß konnte mein unbändiges Inneres nicht halten und ließ es frei. Ich wurde fortgerissen, weit weg von den Pflegern, die meinen leblosen Körper fanden, wurde davon getragen in die Nacht.


Freiheit war allerdings nicht das, was mich erwartete und der Traum von einst manifestierte sich in meiner neuen Realität.


- Ich weiß nicht, ob ihr überhaupt etwas damit anfangen könnt, da ich teils sehr wirre Träume meinerseits eingearbeitet hab XD Sie ist auch noch nicht hundertpro so, wie ich sie haben möchte.-