Jerry
14.03.2009, 14:37
An dieser Stelle nun auch hier meine Variante von Spam. Unzusammenhängende Gedanken über Tagesgeschehen, aktuelle Entwicklungen und allgemeine Zustände im Bereich der Öffentlichkeit. Wer sich dem anschließen möchte, kann das gerne tun, ein Bezug auf vorhergehende Postings ist nicht zwingend erforderlich.
Was läge zum gegenwärtigen Zeitpunkt näher, als ein Blick auf das Massaker, das vor drei Tagen in Baden-Würtemberg stattgefunden hat? Zur Tat selbst möchte ich nicht besonders viel sagen, insbesondere, da sich jede "Erkenntnis", die bislang an die Öffentlichkeit gelangt ist, als falsch herausstellte. Ich frage mich, ob der Täter für seinen Wahnsinn ähnlich nachvollziehbare Gründe hatte, wie der vor einer Weile in Erfurt; in meinem persönlichen Umfeld habe ich zwar keine geplanten Amokläufe, aber zumindest Suizidversuche aufgrund der damaligen, katastrophalen Regelung im thüringischen Gymnasialsystem erleben müssen. Ich hoffe, daß man, wenn sich der Rauch einigermaßen gelegt hat, im Nachklang der Ereignisse einige vernünftige Verbesserungen finden kann, um derartigem noch besser vorzubeugen.
Eine gewisse Skepsis bleibt jedoch. Am fraglichen Tag hatte ich nicht die Möglichkeit, die Ereignisse medial anders als sporadisch im Internet mitzuverfolgen, und wie es scheint, kann ich darüber ziemlich froh sein. Die Geschmacklosigkeit und Sensationsgeilheit in Funk, Fernsehen und Presse scheint einmal wieder alle vorstellbaren Grenzen gebrochen zu haben. Wann hat sich eigentlich die Überzeugung durchgesetzt, daß die Öffentlichkeit, um informiert zu sein, immer mehr Bilder und Interviews braucht und die Tatsachen für sich, selbst wenn sie so schwerwiegend wie diese sind, nicht ausreichen? Scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis RTL oder ntv in Schulen in Problemgegenden Videokameras mit Funkübertragung installieren, um sofort reinschalten zu können, wenn etwas passiert, anstatt sich mit langweiligen Außenaufnahmen zu begnügen. Oder daß man einen Amoklauf-Event daraus macht, mit Sponsoring und Starauftritten, nicht zu vergessen, dem Song zum Blutbad, jetzt als Maxi im Handel erhältlich. Würde man einem solchen Sender oder einer Zeitung ein Vor-Amoklauf-Interview anbieten, würde er wohl die Polizei informieren oder annehmen und strategisch günstig seine Leute für den Tag X positionieren? Wer weiß...
Und wie immer lassen uns unsere medialen Größen wissen, daß die Tat nicht von einem Menschen, sondern von einem Monster begangen wurde... na, wenn da mal nicht der eine oder andere zum Frankenstein werden möchte? Manchmal wird einem von dem Pack einfach nur schlecht. Die nun identifizierten Schuldigen hätte man auch schon vor dem Ereignis herbeten können.
Wenn wenigstens die öffentlich-rechtlichen Medien die Gelegenheit genutzt hätten, sich hier qualitativ abzusetzen von dem bilder- und stimmenhungrigen Mob, der noch den letzten Hund aus fünf Kilometer Umkreis vors Mikro zerren mußte, aber die waren wieder mal auch nicht besser...
In diesem Sinne, gleich gehts mit unserem geistigen Amoklauf weiter. Vorher ein paar Produkthinweise.
Was läge zum gegenwärtigen Zeitpunkt näher, als ein Blick auf das Massaker, das vor drei Tagen in Baden-Würtemberg stattgefunden hat? Zur Tat selbst möchte ich nicht besonders viel sagen, insbesondere, da sich jede "Erkenntnis", die bislang an die Öffentlichkeit gelangt ist, als falsch herausstellte. Ich frage mich, ob der Täter für seinen Wahnsinn ähnlich nachvollziehbare Gründe hatte, wie der vor einer Weile in Erfurt; in meinem persönlichen Umfeld habe ich zwar keine geplanten Amokläufe, aber zumindest Suizidversuche aufgrund der damaligen, katastrophalen Regelung im thüringischen Gymnasialsystem erleben müssen. Ich hoffe, daß man, wenn sich der Rauch einigermaßen gelegt hat, im Nachklang der Ereignisse einige vernünftige Verbesserungen finden kann, um derartigem noch besser vorzubeugen.
Eine gewisse Skepsis bleibt jedoch. Am fraglichen Tag hatte ich nicht die Möglichkeit, die Ereignisse medial anders als sporadisch im Internet mitzuverfolgen, und wie es scheint, kann ich darüber ziemlich froh sein. Die Geschmacklosigkeit und Sensationsgeilheit in Funk, Fernsehen und Presse scheint einmal wieder alle vorstellbaren Grenzen gebrochen zu haben. Wann hat sich eigentlich die Überzeugung durchgesetzt, daß die Öffentlichkeit, um informiert zu sein, immer mehr Bilder und Interviews braucht und die Tatsachen für sich, selbst wenn sie so schwerwiegend wie diese sind, nicht ausreichen? Scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis RTL oder ntv in Schulen in Problemgegenden Videokameras mit Funkübertragung installieren, um sofort reinschalten zu können, wenn etwas passiert, anstatt sich mit langweiligen Außenaufnahmen zu begnügen. Oder daß man einen Amoklauf-Event daraus macht, mit Sponsoring und Starauftritten, nicht zu vergessen, dem Song zum Blutbad, jetzt als Maxi im Handel erhältlich. Würde man einem solchen Sender oder einer Zeitung ein Vor-Amoklauf-Interview anbieten, würde er wohl die Polizei informieren oder annehmen und strategisch günstig seine Leute für den Tag X positionieren? Wer weiß...
Und wie immer lassen uns unsere medialen Größen wissen, daß die Tat nicht von einem Menschen, sondern von einem Monster begangen wurde... na, wenn da mal nicht der eine oder andere zum Frankenstein werden möchte? Manchmal wird einem von dem Pack einfach nur schlecht. Die nun identifizierten Schuldigen hätte man auch schon vor dem Ereignis herbeten können.
Wenn wenigstens die öffentlich-rechtlichen Medien die Gelegenheit genutzt hätten, sich hier qualitativ abzusetzen von dem bilder- und stimmenhungrigen Mob, der noch den letzten Hund aus fünf Kilometer Umkreis vors Mikro zerren mußte, aber die waren wieder mal auch nicht besser...
In diesem Sinne, gleich gehts mit unserem geistigen Amoklauf weiter. Vorher ein paar Produkthinweise.