Winterkitsune
19.01.2009, 18:25
So, das ist mal alles, was ich bisher geschrieben habe, spielt komplett in den Vergessenen Reichen/Forgotten Realms.
Forgotten Anthro Realms
Es schneite mal wieder, als die stämmige Waschbärin Gerlinda aus dem Schankraum trat um die kalte und klare, aber vor allem rauchfreie Luft durchzuatmen. In der Schenke selbst, der einzigen im Umkreis vieler Meilen, versammelten sich zu jedem Zehntag die Holzfäller, Jäger und Brauer um ihre neusten Errungenschaften feilzubieten, alte Bekannte zu treffen, wegen Bier und Met und um nebenbei die selben alten Geschichten zum zwanzigsten Male zu erzählen, wobei sie natürlich immer wieder anders klingt.
„Gerlinda! Komm rein, die Gäste bedienen sich nicht von selbst...“ schallte Gunnars brummige Bärenstimme nach draußen.
„Doch, könn' wa auch!“ rief noch jemand hinaus.
„Ja ja, ich komm schon...“ blaffte sie zurück und holte noch ein paar Mal tief Luft, bevor sie sich wieder den Pozwickern und Busengrabschern stellte. Noch bevor sie die letzten Schneeflocken von den Schultern gewischt hatte, war die Pfote eines Wiesels an ihrem Po.
„Herman!“ maulte sie laut und verpasste dem Grabscher eine schallende Ohrfeige, die ihn fast vom Hocker fegte. Die Schankmaid sah zwar mit ihrer langen blonden Mähne und üppiger Oberweite nicht gerade schlecht aus, aber ihre kräftigen Oberarme zeugten davon, dass sie nicht bloß Humpen stemmen könnte, sondern auch, wie der Dorfschmied erfahren musste, ordentlich zulangen konnte. Lautes Lachen erklang und hallte durch das verschneite Bergdorf, als sich der Geschlagene mit hochrotem Kopf und ziemlich kleinlaut entschuldigte, was ihm einen weiteren Schlag auf den Rücken einbrachte.
Obwohl das Dorf, Kleinbach, im Weltrandgebirge lag, fürchtete sich niemand vor Goblins, Orks oder Drachen und vor allem nicht vor irgendwelchen Lawinen. Letztere hatte es schon seit langer Zeit nicht mehr gegeben, die Gründe lagen zwar im Ungewissen, aber Geschichten der Dorfältesten erzählten von einem mächtigen Zauber, der den Schnee davon abhielt, abzugehen und damit die Gemeinschaft zu verschütten.
Trotzdem löste sich aus seltsamen Gründe hoch oben an den höchsten Gipfeln etwas Schnee und sank gen Tal, wobei er auf dem Weg nach unten immer mehr mit sich riss. Bei den Häusern hatte die Schneewand bereits eine Höhe von fast 10 Schritt und war etliche breit. Ohne einen einzigen Ton zu verursachen riss die Lawine die Bewohner von Kleinbach in einen eisigen, aber meist schnellen Tod.
Strahlender Sonnenschein erhellte die flimmernde Wüste der Desserin. In einer der Oasen balgten und tollten Koyotenwelpen unter einer schattenspendenden Palme. Warm lächelnd beobachtete die Mutter ihren Nachwuchs und knurrte ab und an, um ihre Meute zu beruhigen, wenn es etwas zu wild wurde.
Die kleinen Koyoten tobten schon fast eine Stunde lang, wobei sie immer wieder von ihrer Mutter ermahnt wurden. Ihr Vater arbeitete direkt im Haus vorm Garten als Wirt und warf hin und wieder einen Blick auf seine Nachkommen um nach dem Rechten zu sehen.
Da die Kleinen langsam aber sicher ihre Lust verloren, wunderte es die Mutter nicht, dass eins der Kinder, der Jüngste, anfing zu winseln, selbst sein Blick in den gleißenden Himmel verwunderte die Koyotin nicht weiter, aber um nicht als Spielverderberin zu gelten, tappte sie langsam und betont desinteressiert zu ihm herüber und leckte ihm Staub aus dem Fell.
„Was ist denn mit dir, hast du dir etwa weh getan?“ Während sie fragte musterte sie die anderen Kinder, streichelte das vor sich zärtlich.
„Mama, da... da ist wa-wa-was in den Wolk'n.“ fiepte eine verzweifelte Antwort.
„Was soll da schon sein, mein Klei....“ der Rest des Wortes blieb ihr im Hals stecken, denn nun hatte sie es auch gespürt, aber vor allem auch gesehen. Doch anders als ihre Kinder winselte sie nicht, sondern legte die großen Ohren an den Kopf und knurrte tief und kehlig, wie aus einem Reflex ihrer wilderen Vorfahren heraus.
Durch den spontanen Mangel an Lärm aufmerksam geworden, marschierte nun auch der Vater der Brut aus der Schenke hinaus und legte im Garten angekommen seine kräftigen Arme um seine Frau.
„Liebes, was ist denn hier los?“ behutsam rieb er seinen Kopf an dem seiner Geliebten. Diese antwortete allerdings nicht, sondern griff nur nach seiner Schnauze und dirigierte seinen Blick zur schwarzen Wolkenfront, die eiskalte Luft vor sich her schob.
„So etwas hab ich ja noch nie gesehen....“ hauchte sie ihm nach einiger Zeit in die ebenfalls angelegten Ohren. Er nickte nur schwach und zuckte dann heftig zusammen, als kalter, weißer Niederschlag auf seiner Nase landete und dort langsam zu Wasser wurde.
Obwohl das Grüngras-Fest schon lange hinter der Stadt lag, war es dank des Flusses noch immer angenehm warm in Niewinter. So weit die Stadtbewohner und auch die Archive zurückdenken konnten, hatte der Fluss, der der Stadt ihren Namen gegeben hatte, nie Eis geführt oder war gar zugefroren.
Viele Leute waren dem großen Marktplatz unterwegs, um ihr schwer verdientes Geld auszugeben, um sich Lohn schwer zu verdienen oder um es anderen zu stehlen. Barden sangen Lieder aus allen Teilen Faerûns, selbst wenn sie nie dort gewesen waren und Zauberlehrlinge zeigten ihre Tricks, während ihre Meister Interessierten die Vorzüge der arkanen Kunst näher brachten. Die Stadtwache verfolgte ertappte Diebe, welche ihrerseits in den dunklen Gassen lauerten, um unbedachten Abenteurern ihren Sold abzunehmen.
Mitten in der Unruhe und dem Chaos der fast schlaflosen Metropole gab es aber auch kleine Inseln der Ruhe. Tavernen, Schenken und Freudenhäuser, Orte an denen reichlich Geld und Bier und Wein flossen, nicht selten aber auch andere Körperflüssigkeiten.
So auch an jenem frühen Morgen in einem Ableger der „Mondsteinmaske“ im Dockviertel.
Ein exotischer Söldner, ein gut gerüstetes Känguru aus fernen Landen lag mit seiner Dirne, der besten des Hauses, einer Siamkatze, nach einer langen und harten Nacht im 'gemeinsamen' Bett.
„Yeah, Mädel, des wa' ma' 'n gut's Ding!“ genüsslich kraulte er die auf seinem Bauch liegende Katze, die ihm seine Zuneigung mit einem zufriedene Schnurren quittierte.
Mit einem Mal legten beide die Ohren an und erschauderten stark, um in den anbrechenden Tag hinaus zu lauschen. Obgleich die Heimaten von Söldner und Dirne tausende Meilen trennten, reagierten sie sehr ähnlich. Beider Rückenfell sträubte sich als sie eng umschlungen, um sich gegenseitig Trost und Wärme zu spenden, zum Fenster schlichen und wie alle anderen, die zu solch frühen Stunden wach waren, zum Himmel starrten.
„Wat kommt'n da 'uf uns zu?“ er reckte einen Arm in die Nacht und zog ihn nach kurzer Zeit wieder ein, so dass die Katze das Fell ablecken konnte.
„Schnee...“ maunzte sie verwirrt, aber noch immer erregt klingend.
„Na, wenn's mehr net is'....“ breit grinsend zog er die Katze wieder ins Bett, um die Welt um sich herum zu vergessen.
Tief in den Wäldern der Talländern stand ein kleiner, einsamer Tempel des Windschreiters Schaundakul. Der 'Vorsteher', er war einfach der älteste und auch einzige, stand draußen im Morgengrauen und betrachtete den hartnäckigen Nebel, der sich trotz des leichten Schneefalls hielt. Ein lautes Gähnen, gefolgt von Schnauben, entkam seiner pferdegleichen Gestalt als sich der Nebel schlagartig auflöste.
„Wo bin ich denn jetzt wieder gelandet??“ Die Stimme klang aus einem Baum. Das war eigentlich nicht sonderlich ungewöhnlich, abgesehen von der Frage selbst.
„In einem Baum.“ erklärte der Kleriker dem Wald im allgemeinen und einem Baum in seiner Nähe im Speziellen und ging gemächlich durch den tiefen Neuschnee über die Lichtung.
„Dass seh' ich auch!“ fauchte ihm die noch gesichtslose aber eindeutig weibliche Stimme entgegen. Er war sich schließlich sicher, dass er unter dem richtigen Baum stand und blinzelte hinauf. „Wir sind in den Talländern, mehr brauchst du erstmal nicht zu wissen, meine werte Tochter.“ Noch während er sprach, krachte es einige Schritt hinter ihm und für einen Moment lang war ein gefauchter Fluch zu hören, der aber plötzlich verstummte. Ohne Hast, aber mit zuckenden Ohren, drehte sich der Priester hin diese Richtung. Vom Sprecher war nicht viel mehr als ein paar Beine zu sehen, der Rest steckte wohl kopfüber in einer großen Schneewehe. Mit einem amüsierten Kopfschütteln, welches ein paar Flocken aus seiner ergrauten Mähne trieb, packte der Hengst die zappelnden Beine und zog die weiß gepuderte Gestalt heraus.
„Danke, Vater.“ jappste sie und schüttelte Schnee aus ihrem noch immer weißen Fell, um sich dann fast schon genießend die letzten Flocken von der recht kurzen Schnauze zu lecken. Nachdem sie noch paar Strähnen langen weißen Haaren mit seltsam blau gefärbten Spitzen aus den eisblauen Augen gestrichen hatte, verneigte sie sich knapp.
„Daeta'ess, Wanderklerikerin des Schaundakul.“ Die Schneefüchsin, soviel bedeutete auch ihr Name, rückte als sie zum Pferd hinauf sah, was fast 2 Kopf größer als sie war, die Rückenscheide eines schlanken Zweihänders zurecht.
„Ich weiß, Euer Weg wird von vielen beobachtet.“ Er lächelte sie breit an und verrieb eine Hand voll Schnee auf dem gefütterten Kragen ihres Umhangs. „Auch wenn viele dich für eine Anhängerin der Frostmaid Auril halten.“ Als der Name ausgesprochen wurde, fegte eine Böe einen Schneebrocken aus den Ästen, der auf dem Kopf der Frau landete und ihre Ohren verstopfte.
„Hab ich mich verhört!?“ knurrte sie und schüttelte ihren Kopf, um sich anschließend mit den Krallen den gefrorenen Niederschlag aus den Gehörgängen zu kratzen.
„Mit Nichten. Deine Vorliebe für die Kälte ist kaum zu übersehen.“ Er hob leicht zittrig eine Hand und deutete an ihr herab.
Sie trug nur eine Tunika und eine weite Hose, darüber eine leichte Lederrüstung und ihren Umhang, alles in den toten Farben eines Winterwaldes gehalten. Er hingegen trug dicke und wohl nicht allzu warm haltende Kleidung.
„Doch lass uns das lieber drinnen besprechen.“Ohne weitere Worte wand er sich um und ließ die Kitsune mit vor Frust starrem und buschigen Schweif in dem stärker werdendem Schneefall stehen.
Er hatte es sich noch nicht ganz gemütlich am Kamin gemacht, da wurde die Tür, die das Heiligtum vom Wald trennte, aufgestoßen.
„Vater...“ begann sie, wurde aber von einer erhobenen Hand aufgehalten.
„Enrico reicht aus.“
Leise fauchte sie ob der Unterbrechung, fuhr dann aber fort. „Enrico, warum sollte ich der Frostmaid dienen? Nur weil ich lieber in den Bergen als in den den Tälern bin? Denk nach! Die Bergkämme bieten doch soviel mehr Wege für uns, die erforscht werden könnten. Sind denn unsere Seefahrer gleich Umber...“
Erneut unterbrach eine gehobene Hand und diesmal auch das Klacken seiner unbeschlagenen Hufe ihren Redefluss.
„Meine Liebe...“ sie knurrte ihn ihren Namen entgegen, „Daeta'ess, es ist nicht nur das. Deine Hitzköpfigkeit und Ungeduld fallen alles andere als positiv auf. Dann noch deine Ansage, man solle doch den Winter willkommen...“ Diesmal unterbrach sie ihn ungehalten „Aber nur weil der Frühling folgt!“ Sie klang zwar halbwegs überzeugend, schien aber selbst nicht an ihre Worte zu glauben. „...heißen sollte.“ Mit einem tadelnden Blick wurde die Schneefüchsin noch kleiner und zog den Schweif ein.
„Ich kann doch nichts für meine Natur.“ fiepte sie kleinlaut, bevor es ihr heraus platzte. „Außerdem kann es dir und euch allen doch egal sein, solange ich Schaundakul diene!“
Ihre letzte Aussage hatte sie in den Wald hinaus gerufen, welcher ihr mit einem großen Schneeball ins Gesicht antwortete. Noch bevor sie mehr als ein überraschtes Keuchen von sich geben konnte, spürte sie eine kräftige Hand im Nacken und an der Hüfte. Sie konnte ihr freudiges Jauchzen kaum unterdrücken als sie mit der Brust voran in eine große Schneewehe gesteckt wurde. Nur die Pranke, die in ihrem Nacken war, half ihr einen halbwegs kühlen Kopf zu bewahren.
Der Druck auf ihrem Körper verminderte sich rasch und sie drehte sich schnell um, wobei sie es sich nicht nehmen lassen konnte, sich tiefer in den Schnee zu drehen. Blinzelnd sah sie zu der über ihr hockenden Gestalt auf. Ein stattlicher, jung aussehender Grauwolf kniete auf ihren Armen und erwiderte ihren Blick mit schelmisch blitzenden gelben Augen.
„Geh von mir runter!“ fauchte sie ihm entgegen und wand sich unter ihm. Er seufzte nur und setzte sich auf ihre Hüfte und musterte sie interessiert. Da nun ihre Arme wieder frei waren, versuchte sie ihn irgendwie zu packen, was er aber wohl schon geahnt haben musste. Er griff nach ihren Handgelenken und rieb mit der anderen Pranke einen Haufen Schnee über ihre Schnauze und Gesicht. Zufrieden keuchte sie auf und ließ ihren Widerstand fahren. Mit einem amüsierten Jappsen packte er ihr Haupt dick mit Schnee ein, bevor er sich erhob.
„Enrico, du hast Recht. Sie liebt es.“ Langsam drehte sich der Wolf um und wollte zum Hengst gehen, als er laut auf jaulte und nach seiner Rute griff. Daeta'ess hatte kräftig hinein gebissen, aber gleich wieder losgelassen, als sie aufstand und nun ihrerseits dem Wolf einen Schneeball zwischen den Ohren verrieb.
„Hast du davon!“ kicherte sie vergnügt und überließ den winselnden Wolf sich selbst. „Wo bei allem was heilig ist, ist der Kerl?“ Noch während sie zum Tempel stapfte, hatte sich der Gebissene erholt.
„Ander ist mein Name und ich soll dich begleiten.“ Erst jetzt musterte die Kitsune ihn aufmerksamer. Er trug ähnliche Kleidung wie sie selbst, aber seine Rüstung wirkte stabiler und sein Umhang ging gerade bis an die Knie während ihrer fast bis zum Boden reichte. „Ich bin Waldläufer des Windschreiters.“ Nach einer knappen Verbeugung legte er einen sanften Finger an den Unterkiefer, kraulte sie sachte mit einer Kralle und schloss ihr Maul dann „Wie ich sehe, hat der alte Zosse keine Lust mehr auf uns.“ Und tatsächlich war von Enrico nichts mehr zu sehen.
„Aber, aber...“ stammelte Daeta'ess. „Wobei sollst du mich begleiten und wohin?“ Sie starrte ihn noch immer fassungslos an.
„Das weiß nur der Wind.“ erwiderte Ander und sah zum nun einsamen Schrein hinüber.
Lange verweilten Wolf und Fuchs nicht mehr dort, ein inneres Gefühl und pure Wanderlust, die fast allen Anhängern des Windschreiters teilen, trieb sie an und durch die wie gepudert aussehenden Wälder.
„Du hast hast also keine Ahnung warum und wohin du mich begleitest?“
Der Wolf schüttelte seinen massigen Kopf und schob die Kapuze aus den Augen.
„Ich bin genau so ratlos wie du. Aber immerhin...“ er streckte sich genüsslich, „scheinen wir das selbe Ziel zu haben...“
„Wo auch immer dieses sein mag.“ Beendete sie diese Weisheit und strich geistesabwesend mit der Hand durch die Sträucher und Farne um die Flocken in ihrem Fell in ihrem Nacken zu verteilen.
„Hilft dir das beim Denken?“ neugierig musterte er seine kleine Begleiterin, die langsam und bedächtig nickte, dann blitzschnell herum fuhr um dem Wolf ebenfalls eine solche Denkhilfe zu verpassen.
„So läuft's aber nicht!“ Lachend packte er ihren Arm und wirbelte sie einmal herum, seifte sie dann mit dem für ihn bestimmten Schnee ein. Verspielt schnappte sie nach seinem Unterarm und biss leicht hinein als er sie nicht hinderte. Sanft umarmte er sie, strich über den dünnen Stoff ihrer Tunika und schnupperte an ihren Haaren, verlor sich in ihrem Geruch.
Dieser verschwand allerdings schnell, als kalter Schnee seine Nase verstopfte, Mit einem heftigen Niesen löste er sich von ihr und leckte sich einmal um die Schnauze, beobachtete missmutig die sich vor Lachen den Bauch haltenden Schneefüchsin.
„Na warte!“ Mit einem Knurren sprang er sie an, doch diesmal war sie schneller und ließ sich zur Seite fallen, so dass Ander ins Leere und damit in einen dick verschneiten Busch sprang. Lachend hopste sie ihm auf den Rücken und rieb soviel Schnee ins Nackenfell, bis es von alleine stand. Erst dann hörten auch seine verzweifelten Befreiungsversuche auf, stattdessen knurrte und murrte er vor sich hin und ließ es über sich ergehen.
Mittlerweile war Daeta'ess dazu übergegangen ein Schneemännchen zwischen seinen Ohren zu bauen.
„Sag doch mal was, Ander.“ Neckend zupfte sie an seinen zuckenden Ohren.
„Doch mal was, Ander.“ knurrte er leise, während seine Zunge immer wieder um sein Maul herum leckte. Mit einem kräftigen Ruck schaffte er es nun doch sich hoch zu stemmen. Mit einer fließenden Bewegung drehte er sich um und warf sich auf sie, so dass er nun auf der Füchsin hockte, welche sich im selben Moment hoch stemmte, so dass sich beider Schnauzen zum Kuss berührten. Ob nun zufällig oder mit Absicht wollten sich beide im selben Moment die Schnauzen abschlecken.
Innerhalb weniger Augenblicke standen beide stocksteif fast drei Schritt von einander entfernt und starrten peinlich berührt vor sich in die aufgewühlte weiße Decke.
„Wir...“ begann Daeta'ess.
„Ja...“ stimmte Ander ihr zu.
„Lass uns gehen!“ schlugen beide gleichzeitig vor, nickten einander zu und marschierten los, ohne sich für die nächste Zeit anzusehen oder gar zu unterhalten.
Nur der konstante Schneefall, der leise Wind und das Knarzen der Pfoten im Schnee waren zu hören, ansonsten schwiegen sich die Beiden hingebungsvoll an.
Forgotten Anthro Realms
Es schneite mal wieder, als die stämmige Waschbärin Gerlinda aus dem Schankraum trat um die kalte und klare, aber vor allem rauchfreie Luft durchzuatmen. In der Schenke selbst, der einzigen im Umkreis vieler Meilen, versammelten sich zu jedem Zehntag die Holzfäller, Jäger und Brauer um ihre neusten Errungenschaften feilzubieten, alte Bekannte zu treffen, wegen Bier und Met und um nebenbei die selben alten Geschichten zum zwanzigsten Male zu erzählen, wobei sie natürlich immer wieder anders klingt.
„Gerlinda! Komm rein, die Gäste bedienen sich nicht von selbst...“ schallte Gunnars brummige Bärenstimme nach draußen.
„Doch, könn' wa auch!“ rief noch jemand hinaus.
„Ja ja, ich komm schon...“ blaffte sie zurück und holte noch ein paar Mal tief Luft, bevor sie sich wieder den Pozwickern und Busengrabschern stellte. Noch bevor sie die letzten Schneeflocken von den Schultern gewischt hatte, war die Pfote eines Wiesels an ihrem Po.
„Herman!“ maulte sie laut und verpasste dem Grabscher eine schallende Ohrfeige, die ihn fast vom Hocker fegte. Die Schankmaid sah zwar mit ihrer langen blonden Mähne und üppiger Oberweite nicht gerade schlecht aus, aber ihre kräftigen Oberarme zeugten davon, dass sie nicht bloß Humpen stemmen könnte, sondern auch, wie der Dorfschmied erfahren musste, ordentlich zulangen konnte. Lautes Lachen erklang und hallte durch das verschneite Bergdorf, als sich der Geschlagene mit hochrotem Kopf und ziemlich kleinlaut entschuldigte, was ihm einen weiteren Schlag auf den Rücken einbrachte.
Obwohl das Dorf, Kleinbach, im Weltrandgebirge lag, fürchtete sich niemand vor Goblins, Orks oder Drachen und vor allem nicht vor irgendwelchen Lawinen. Letztere hatte es schon seit langer Zeit nicht mehr gegeben, die Gründe lagen zwar im Ungewissen, aber Geschichten der Dorfältesten erzählten von einem mächtigen Zauber, der den Schnee davon abhielt, abzugehen und damit die Gemeinschaft zu verschütten.
Trotzdem löste sich aus seltsamen Gründe hoch oben an den höchsten Gipfeln etwas Schnee und sank gen Tal, wobei er auf dem Weg nach unten immer mehr mit sich riss. Bei den Häusern hatte die Schneewand bereits eine Höhe von fast 10 Schritt und war etliche breit. Ohne einen einzigen Ton zu verursachen riss die Lawine die Bewohner von Kleinbach in einen eisigen, aber meist schnellen Tod.
Strahlender Sonnenschein erhellte die flimmernde Wüste der Desserin. In einer der Oasen balgten und tollten Koyotenwelpen unter einer schattenspendenden Palme. Warm lächelnd beobachtete die Mutter ihren Nachwuchs und knurrte ab und an, um ihre Meute zu beruhigen, wenn es etwas zu wild wurde.
Die kleinen Koyoten tobten schon fast eine Stunde lang, wobei sie immer wieder von ihrer Mutter ermahnt wurden. Ihr Vater arbeitete direkt im Haus vorm Garten als Wirt und warf hin und wieder einen Blick auf seine Nachkommen um nach dem Rechten zu sehen.
Da die Kleinen langsam aber sicher ihre Lust verloren, wunderte es die Mutter nicht, dass eins der Kinder, der Jüngste, anfing zu winseln, selbst sein Blick in den gleißenden Himmel verwunderte die Koyotin nicht weiter, aber um nicht als Spielverderberin zu gelten, tappte sie langsam und betont desinteressiert zu ihm herüber und leckte ihm Staub aus dem Fell.
„Was ist denn mit dir, hast du dir etwa weh getan?“ Während sie fragte musterte sie die anderen Kinder, streichelte das vor sich zärtlich.
„Mama, da... da ist wa-wa-was in den Wolk'n.“ fiepte eine verzweifelte Antwort.
„Was soll da schon sein, mein Klei....“ der Rest des Wortes blieb ihr im Hals stecken, denn nun hatte sie es auch gespürt, aber vor allem auch gesehen. Doch anders als ihre Kinder winselte sie nicht, sondern legte die großen Ohren an den Kopf und knurrte tief und kehlig, wie aus einem Reflex ihrer wilderen Vorfahren heraus.
Durch den spontanen Mangel an Lärm aufmerksam geworden, marschierte nun auch der Vater der Brut aus der Schenke hinaus und legte im Garten angekommen seine kräftigen Arme um seine Frau.
„Liebes, was ist denn hier los?“ behutsam rieb er seinen Kopf an dem seiner Geliebten. Diese antwortete allerdings nicht, sondern griff nur nach seiner Schnauze und dirigierte seinen Blick zur schwarzen Wolkenfront, die eiskalte Luft vor sich her schob.
„So etwas hab ich ja noch nie gesehen....“ hauchte sie ihm nach einiger Zeit in die ebenfalls angelegten Ohren. Er nickte nur schwach und zuckte dann heftig zusammen, als kalter, weißer Niederschlag auf seiner Nase landete und dort langsam zu Wasser wurde.
Obwohl das Grüngras-Fest schon lange hinter der Stadt lag, war es dank des Flusses noch immer angenehm warm in Niewinter. So weit die Stadtbewohner und auch die Archive zurückdenken konnten, hatte der Fluss, der der Stadt ihren Namen gegeben hatte, nie Eis geführt oder war gar zugefroren.
Viele Leute waren dem großen Marktplatz unterwegs, um ihr schwer verdientes Geld auszugeben, um sich Lohn schwer zu verdienen oder um es anderen zu stehlen. Barden sangen Lieder aus allen Teilen Faerûns, selbst wenn sie nie dort gewesen waren und Zauberlehrlinge zeigten ihre Tricks, während ihre Meister Interessierten die Vorzüge der arkanen Kunst näher brachten. Die Stadtwache verfolgte ertappte Diebe, welche ihrerseits in den dunklen Gassen lauerten, um unbedachten Abenteurern ihren Sold abzunehmen.
Mitten in der Unruhe und dem Chaos der fast schlaflosen Metropole gab es aber auch kleine Inseln der Ruhe. Tavernen, Schenken und Freudenhäuser, Orte an denen reichlich Geld und Bier und Wein flossen, nicht selten aber auch andere Körperflüssigkeiten.
So auch an jenem frühen Morgen in einem Ableger der „Mondsteinmaske“ im Dockviertel.
Ein exotischer Söldner, ein gut gerüstetes Känguru aus fernen Landen lag mit seiner Dirne, der besten des Hauses, einer Siamkatze, nach einer langen und harten Nacht im 'gemeinsamen' Bett.
„Yeah, Mädel, des wa' ma' 'n gut's Ding!“ genüsslich kraulte er die auf seinem Bauch liegende Katze, die ihm seine Zuneigung mit einem zufriedene Schnurren quittierte.
Mit einem Mal legten beide die Ohren an und erschauderten stark, um in den anbrechenden Tag hinaus zu lauschen. Obgleich die Heimaten von Söldner und Dirne tausende Meilen trennten, reagierten sie sehr ähnlich. Beider Rückenfell sträubte sich als sie eng umschlungen, um sich gegenseitig Trost und Wärme zu spenden, zum Fenster schlichen und wie alle anderen, die zu solch frühen Stunden wach waren, zum Himmel starrten.
„Wat kommt'n da 'uf uns zu?“ er reckte einen Arm in die Nacht und zog ihn nach kurzer Zeit wieder ein, so dass die Katze das Fell ablecken konnte.
„Schnee...“ maunzte sie verwirrt, aber noch immer erregt klingend.
„Na, wenn's mehr net is'....“ breit grinsend zog er die Katze wieder ins Bett, um die Welt um sich herum zu vergessen.
Tief in den Wäldern der Talländern stand ein kleiner, einsamer Tempel des Windschreiters Schaundakul. Der 'Vorsteher', er war einfach der älteste und auch einzige, stand draußen im Morgengrauen und betrachtete den hartnäckigen Nebel, der sich trotz des leichten Schneefalls hielt. Ein lautes Gähnen, gefolgt von Schnauben, entkam seiner pferdegleichen Gestalt als sich der Nebel schlagartig auflöste.
„Wo bin ich denn jetzt wieder gelandet??“ Die Stimme klang aus einem Baum. Das war eigentlich nicht sonderlich ungewöhnlich, abgesehen von der Frage selbst.
„In einem Baum.“ erklärte der Kleriker dem Wald im allgemeinen und einem Baum in seiner Nähe im Speziellen und ging gemächlich durch den tiefen Neuschnee über die Lichtung.
„Dass seh' ich auch!“ fauchte ihm die noch gesichtslose aber eindeutig weibliche Stimme entgegen. Er war sich schließlich sicher, dass er unter dem richtigen Baum stand und blinzelte hinauf. „Wir sind in den Talländern, mehr brauchst du erstmal nicht zu wissen, meine werte Tochter.“ Noch während er sprach, krachte es einige Schritt hinter ihm und für einen Moment lang war ein gefauchter Fluch zu hören, der aber plötzlich verstummte. Ohne Hast, aber mit zuckenden Ohren, drehte sich der Priester hin diese Richtung. Vom Sprecher war nicht viel mehr als ein paar Beine zu sehen, der Rest steckte wohl kopfüber in einer großen Schneewehe. Mit einem amüsierten Kopfschütteln, welches ein paar Flocken aus seiner ergrauten Mähne trieb, packte der Hengst die zappelnden Beine und zog die weiß gepuderte Gestalt heraus.
„Danke, Vater.“ jappste sie und schüttelte Schnee aus ihrem noch immer weißen Fell, um sich dann fast schon genießend die letzten Flocken von der recht kurzen Schnauze zu lecken. Nachdem sie noch paar Strähnen langen weißen Haaren mit seltsam blau gefärbten Spitzen aus den eisblauen Augen gestrichen hatte, verneigte sie sich knapp.
„Daeta'ess, Wanderklerikerin des Schaundakul.“ Die Schneefüchsin, soviel bedeutete auch ihr Name, rückte als sie zum Pferd hinauf sah, was fast 2 Kopf größer als sie war, die Rückenscheide eines schlanken Zweihänders zurecht.
„Ich weiß, Euer Weg wird von vielen beobachtet.“ Er lächelte sie breit an und verrieb eine Hand voll Schnee auf dem gefütterten Kragen ihres Umhangs. „Auch wenn viele dich für eine Anhängerin der Frostmaid Auril halten.“ Als der Name ausgesprochen wurde, fegte eine Böe einen Schneebrocken aus den Ästen, der auf dem Kopf der Frau landete und ihre Ohren verstopfte.
„Hab ich mich verhört!?“ knurrte sie und schüttelte ihren Kopf, um sich anschließend mit den Krallen den gefrorenen Niederschlag aus den Gehörgängen zu kratzen.
„Mit Nichten. Deine Vorliebe für die Kälte ist kaum zu übersehen.“ Er hob leicht zittrig eine Hand und deutete an ihr herab.
Sie trug nur eine Tunika und eine weite Hose, darüber eine leichte Lederrüstung und ihren Umhang, alles in den toten Farben eines Winterwaldes gehalten. Er hingegen trug dicke und wohl nicht allzu warm haltende Kleidung.
„Doch lass uns das lieber drinnen besprechen.“Ohne weitere Worte wand er sich um und ließ die Kitsune mit vor Frust starrem und buschigen Schweif in dem stärker werdendem Schneefall stehen.
Er hatte es sich noch nicht ganz gemütlich am Kamin gemacht, da wurde die Tür, die das Heiligtum vom Wald trennte, aufgestoßen.
„Vater...“ begann sie, wurde aber von einer erhobenen Hand aufgehalten.
„Enrico reicht aus.“
Leise fauchte sie ob der Unterbrechung, fuhr dann aber fort. „Enrico, warum sollte ich der Frostmaid dienen? Nur weil ich lieber in den Bergen als in den den Tälern bin? Denk nach! Die Bergkämme bieten doch soviel mehr Wege für uns, die erforscht werden könnten. Sind denn unsere Seefahrer gleich Umber...“
Erneut unterbrach eine gehobene Hand und diesmal auch das Klacken seiner unbeschlagenen Hufe ihren Redefluss.
„Meine Liebe...“ sie knurrte ihn ihren Namen entgegen, „Daeta'ess, es ist nicht nur das. Deine Hitzköpfigkeit und Ungeduld fallen alles andere als positiv auf. Dann noch deine Ansage, man solle doch den Winter willkommen...“ Diesmal unterbrach sie ihn ungehalten „Aber nur weil der Frühling folgt!“ Sie klang zwar halbwegs überzeugend, schien aber selbst nicht an ihre Worte zu glauben. „...heißen sollte.“ Mit einem tadelnden Blick wurde die Schneefüchsin noch kleiner und zog den Schweif ein.
„Ich kann doch nichts für meine Natur.“ fiepte sie kleinlaut, bevor es ihr heraus platzte. „Außerdem kann es dir und euch allen doch egal sein, solange ich Schaundakul diene!“
Ihre letzte Aussage hatte sie in den Wald hinaus gerufen, welcher ihr mit einem großen Schneeball ins Gesicht antwortete. Noch bevor sie mehr als ein überraschtes Keuchen von sich geben konnte, spürte sie eine kräftige Hand im Nacken und an der Hüfte. Sie konnte ihr freudiges Jauchzen kaum unterdrücken als sie mit der Brust voran in eine große Schneewehe gesteckt wurde. Nur die Pranke, die in ihrem Nacken war, half ihr einen halbwegs kühlen Kopf zu bewahren.
Der Druck auf ihrem Körper verminderte sich rasch und sie drehte sich schnell um, wobei sie es sich nicht nehmen lassen konnte, sich tiefer in den Schnee zu drehen. Blinzelnd sah sie zu der über ihr hockenden Gestalt auf. Ein stattlicher, jung aussehender Grauwolf kniete auf ihren Armen und erwiderte ihren Blick mit schelmisch blitzenden gelben Augen.
„Geh von mir runter!“ fauchte sie ihm entgegen und wand sich unter ihm. Er seufzte nur und setzte sich auf ihre Hüfte und musterte sie interessiert. Da nun ihre Arme wieder frei waren, versuchte sie ihn irgendwie zu packen, was er aber wohl schon geahnt haben musste. Er griff nach ihren Handgelenken und rieb mit der anderen Pranke einen Haufen Schnee über ihre Schnauze und Gesicht. Zufrieden keuchte sie auf und ließ ihren Widerstand fahren. Mit einem amüsierten Jappsen packte er ihr Haupt dick mit Schnee ein, bevor er sich erhob.
„Enrico, du hast Recht. Sie liebt es.“ Langsam drehte sich der Wolf um und wollte zum Hengst gehen, als er laut auf jaulte und nach seiner Rute griff. Daeta'ess hatte kräftig hinein gebissen, aber gleich wieder losgelassen, als sie aufstand und nun ihrerseits dem Wolf einen Schneeball zwischen den Ohren verrieb.
„Hast du davon!“ kicherte sie vergnügt und überließ den winselnden Wolf sich selbst. „Wo bei allem was heilig ist, ist der Kerl?“ Noch während sie zum Tempel stapfte, hatte sich der Gebissene erholt.
„Ander ist mein Name und ich soll dich begleiten.“ Erst jetzt musterte die Kitsune ihn aufmerksamer. Er trug ähnliche Kleidung wie sie selbst, aber seine Rüstung wirkte stabiler und sein Umhang ging gerade bis an die Knie während ihrer fast bis zum Boden reichte. „Ich bin Waldläufer des Windschreiters.“ Nach einer knappen Verbeugung legte er einen sanften Finger an den Unterkiefer, kraulte sie sachte mit einer Kralle und schloss ihr Maul dann „Wie ich sehe, hat der alte Zosse keine Lust mehr auf uns.“ Und tatsächlich war von Enrico nichts mehr zu sehen.
„Aber, aber...“ stammelte Daeta'ess. „Wobei sollst du mich begleiten und wohin?“ Sie starrte ihn noch immer fassungslos an.
„Das weiß nur der Wind.“ erwiderte Ander und sah zum nun einsamen Schrein hinüber.
Lange verweilten Wolf und Fuchs nicht mehr dort, ein inneres Gefühl und pure Wanderlust, die fast allen Anhängern des Windschreiters teilen, trieb sie an und durch die wie gepudert aussehenden Wälder.
„Du hast hast also keine Ahnung warum und wohin du mich begleitest?“
Der Wolf schüttelte seinen massigen Kopf und schob die Kapuze aus den Augen.
„Ich bin genau so ratlos wie du. Aber immerhin...“ er streckte sich genüsslich, „scheinen wir das selbe Ziel zu haben...“
„Wo auch immer dieses sein mag.“ Beendete sie diese Weisheit und strich geistesabwesend mit der Hand durch die Sträucher und Farne um die Flocken in ihrem Fell in ihrem Nacken zu verteilen.
„Hilft dir das beim Denken?“ neugierig musterte er seine kleine Begleiterin, die langsam und bedächtig nickte, dann blitzschnell herum fuhr um dem Wolf ebenfalls eine solche Denkhilfe zu verpassen.
„So läuft's aber nicht!“ Lachend packte er ihren Arm und wirbelte sie einmal herum, seifte sie dann mit dem für ihn bestimmten Schnee ein. Verspielt schnappte sie nach seinem Unterarm und biss leicht hinein als er sie nicht hinderte. Sanft umarmte er sie, strich über den dünnen Stoff ihrer Tunika und schnupperte an ihren Haaren, verlor sich in ihrem Geruch.
Dieser verschwand allerdings schnell, als kalter Schnee seine Nase verstopfte, Mit einem heftigen Niesen löste er sich von ihr und leckte sich einmal um die Schnauze, beobachtete missmutig die sich vor Lachen den Bauch haltenden Schneefüchsin.
„Na warte!“ Mit einem Knurren sprang er sie an, doch diesmal war sie schneller und ließ sich zur Seite fallen, so dass Ander ins Leere und damit in einen dick verschneiten Busch sprang. Lachend hopste sie ihm auf den Rücken und rieb soviel Schnee ins Nackenfell, bis es von alleine stand. Erst dann hörten auch seine verzweifelten Befreiungsversuche auf, stattdessen knurrte und murrte er vor sich hin und ließ es über sich ergehen.
Mittlerweile war Daeta'ess dazu übergegangen ein Schneemännchen zwischen seinen Ohren zu bauen.
„Sag doch mal was, Ander.“ Neckend zupfte sie an seinen zuckenden Ohren.
„Doch mal was, Ander.“ knurrte er leise, während seine Zunge immer wieder um sein Maul herum leckte. Mit einem kräftigen Ruck schaffte er es nun doch sich hoch zu stemmen. Mit einer fließenden Bewegung drehte er sich um und warf sich auf sie, so dass er nun auf der Füchsin hockte, welche sich im selben Moment hoch stemmte, so dass sich beider Schnauzen zum Kuss berührten. Ob nun zufällig oder mit Absicht wollten sich beide im selben Moment die Schnauzen abschlecken.
Innerhalb weniger Augenblicke standen beide stocksteif fast drei Schritt von einander entfernt und starrten peinlich berührt vor sich in die aufgewühlte weiße Decke.
„Wir...“ begann Daeta'ess.
„Ja...“ stimmte Ander ihr zu.
„Lass uns gehen!“ schlugen beide gleichzeitig vor, nickten einander zu und marschierten los, ohne sich für die nächste Zeit anzusehen oder gar zu unterhalten.
Nur der konstante Schneefall, der leise Wind und das Knarzen der Pfoten im Schnee waren zu hören, ansonsten schwiegen sich die Beiden hingebungsvoll an.